Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin – Gesellschaft für operative, endovaskuläre und präventive Gefäßmedizin e. V. (DGG) ist die medizinische Fachgesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin in Deutschland. Zweck ist die Interessensvertretung des Fachgebietes sowie die Förderung von Forschung, Aus-, Fort- und Weiterbildung, sowie Qualitätssicherung in der Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin. Der Sitz der Gesellschaft ist in Berlin. Aktueller Präsident ist Farzin Adili, Klinikdirektor der Gefäßmedizin, Klinikum Darmstadt. Die Leiterin der Geschäftsstelle ist Livia Cotta.

Mitgliedschaften und Kooperationen Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) (seit 1995) und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Die DGG arbeitet eng mit der Österreichischen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (ÖGG), der Schweizerischen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (SGG) und der European Society of Vascular Surgery (ESVS) zusammen.

Kommissionen Innerhalb der DGG gibt es verschiedene Kommissionen, die unterschiedliche Themengebiete wissenschaftlich bearbeiten und zu den einzelnen Themen Stellungnahmen, Empfehlungen und Leitlinien veröffentlichen.

Private Akademie DGG Die Private Akademie der DGG wurde 2006 als eine Tochtergesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin gegründet. Neben der Fortbildung widmet sie sich der Vernetzung von klinischer Forschung sowie der Zertifizierung von Kliniken zum zertifizierten Gefäßzentrum. Es gibt folgende Sektionen in der Privaten Akademie:

Sektion Gefäßassistent(in) DGG Sektion Endovaskuläre Techniken Sektion Gefäßchirurgische Techniken Sektion Zertifizierung

Zertifizierung In der Medizin haben sich in den letzten Jahren eine Vielzahl von spezialisierten Kompetenzzentren wie z. B. Trauma-Zentren oder onkologische Zentren gebildet. Die Ziele dabei sind vielfältig und beinhalten unter anderem die Qualitätsverbesserung in der Patientenversorgung, die Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung sowie die Verbesserung der Positionierung und Außendarstellung in einem zunehmend kompetitiven ökonomischen Umfeld. 2003 startete die DGG die Zertifizierung von Gefäßzentren. Aktuell sind mehr als 120 Zentren in Deutschland zertifiziert bzw. re-zertifiziert. Seit 2006 erfolgt die Koordination der Zertifizierung durch die Private Akademie der DGG. Eine erfolgreiche Zertifizierung gilt als Qualitätssiegel und steht für die Vorhaltung eines personellen, apparativen und therapeutischen Standards.

Leitlinien zur Behandlung Die Gesellschaft entwickelt zu Themen ihres Fachgebiets medizinische Leitlinien, die im Rahmen des AWMF-Leitlinienprogramms veröffentlicht werden.

Publikationen Offizielles Publikationsorgan der Gesellschaft ist die Gefässchirurgie – Zeitschrift für vaskuläre und endovaskuläre Medizin.

Junges Forum der DGG Das Junge Forum der DGG wurde 2009 gegründet und setzt sich ein für Belange von jungen Ärztinnen und Ärzten in gefäßchirurgischer Weiterbildung. Ziel ist, junge Kolleginnen und Kollegen auf dem Weg zum Facharzt für Gefäßchirurgie zu unterstützen, die Attraktivität und Perspektive der Gefäßchirurgie auch Medizinstudierenden aufzuzeigen, Fortbildungsmodelle und Karrierekonzepte für Assistenzärzte, Fachärzte und junge Oberärzte zu entwickeln, sowie deren wissenschaftliches Engagement in Forschung und Lehre gezielt zu unterstützen. Ein weiteres Ziel ist die bessere Planbarkeit des chirurgischen Alltags und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Preise und Stipendien Der Verein vergibt mehrere Preise und Stipendien. Name Einführungsdatum Beschreibung Aortenpreis 2009 Förderung und Starthilfe für konkrete Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Aortenchirurgie Forschungsstipendium der DGG 1994 Geplantes klinisches oder grundlagen-orientiertes Forschungsvorhaben Jörg-Vollmar-Preis 2009 Innovative Forschungsergebnisse in der Gefäßmedizin Populärwissenschaftliche Veröffentlichungen, die zur Popularisierung der Gefäßmedizin beitragen Herausragende medizinhistorische Forschungsarbeiten über chirurgische FächerJulius-Springer Preis2010Preis für eine herausragende Arbeit, die in der Zeitschrift Gefässchirurgie veröffentlicht wurde. Hierdurch soll insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert werden Promotionsstipendium der DGG 1985 Unterstützung von Doktorand*in (bis zum 40. Lebensjahr) bei der Durchführung einer experimentellen Arbeit im Bereich der vaskulären Medizin.René-van-Dongen-Reisestipendium2023Ziel ist die Vertiefung praktischer, theoretischer und wissenschaftlicher Kenntnisse auf dem Gebiet der Gefäßchirurgie.Wissenschaftspreis der DGG1986Preis für hervorragende publizierte Arbeiten auf gefäßchirurgischem GebietMaGiC-Stipendiumprogramm2010Das Stipendienprogramm adressiert gezielt Studierende und Promovierende der Medizin, die das Fach „Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin“ als zukunftsorientiertes, innovatives Fach mit seinen besonderen Karrierechancen näher kennenlernen möchten. Sie werden zur Jahrestagung eingeladen und können an einem spezifisch auf sie abgestimmten Programm teilnehmen. Es können jeweils 2 Studierende aus einer Einrichtung an der MAGiC-Kampagne teilnehmen. Die Studierenden sollten mindestens das zweite klinische Semester absolviert haben.

Geschichte Der Verein wurde am 7. Dezember 1984 als Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) in München gegründet. Der erste Präsident war Henner Müller-Wiefel. 1988 gelang es der jungen Fachgesellschaft bei der Novellierung der Weiterbildungsordnung, die Gefäßchirurgie als eigenständige Spezialisierung aus dem Teilgebiet „Thorax- und Kardiovascularchirurgie“ herauszulösen. Im gleichen Jahr fand die erste gemeinsame Jahrestagung mit der Österreichischen Gesellschaft für Gefäßchirurgie statt. 1995 schloss sich die Schweizer Gesellschaft für Gefäßchirurgie an. So entstand die sogenannte „Dreiländer-Tagung“, welche jedes dritte Jahr abwechselnd in Deutschland, Österreich oder der Schweiz stattfindet. Als gemeinsames Sprachorgan der drei Fachgesellschaften wurde 1995 die Zeitschrift „Gefäßchirurgie“ ins Leben gerufen. Zur Förderung der Fortbildung, insbesondere in innovativen Bereichen wurde 2006 die Private Akademie DGG gGmbH gegründet. Im Folgejahr fanden bereits die ersten Kurse zur Weiterbildung zum Gefäßassistenten statt.

Das Deutsche Institut für Gefäßmedizinische Gesundheitsforschung gGmbH (DIGG) wurde 2009 als 100%ige Tochter der DGG gegründet. Das Ziel dabei war Versorgungsforschung und Qualitätssicherung in der Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin zu realisieren und zu fördern.

2010 wurde die DGG in Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin – Gesellschaft für operative, endovaskuläre und präventive Gefäßmedizin e. V. umbenannt.

Im Jahr 2026 zählte die DGG mehr als 3.500 Mitglieder.

Präsidenten Die Past-Präsidenten der Gesellschaft waren:

Weblinks Website der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin Website der Privaten Akademie der Gesellschaft Website der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e. V.

Einzelnachweise

Kategorie:Chirurgische Fachgesellschaft Kategorie:Gefäßchirurgie Kategorie:Vereinsgründung 1984 Kategorie:Verein (Berlin) Gefass Gefäßchirurgie