Otto Lemke (* 5. SeptemberWolfgang Beuche: Die Persönlichkeiten von Eilenburg. ... (vgl. Literatur) oder 15. Septemberprivate Genealogie-Seite 1877 in Parlin, Landkreis Naugard; † 16. April 1945 in Berlin-Hermsdorf; vollständiger Name: Otto Bernhard William Lemke) war ein deutscher Architekt und kommunaler Baubeamter.

Leben Der aus Pommern stammende Lemke trat am 1. März 1904 sein Amt als Stadtbaumeister in Eilenburg an. In dieser Zeit verfügte die Stadt aufgrund der ausgeprägten Industriestruktur über hohe Steuereinnahmen. Der Wohlstand spiegelte sich in einer Stadterweiterung im Gebiet südöstlich der Altstadt wider. Der Eilenburger Magistrat betraute Lemke mit der Planung und dem Bau zahlreicher Bauten. Lemke profitierte zudem von der Freundschaft zum damaligen Eilenburger Bürgermeister Alfred Belian. Nach Lemkes Plänen entstanden in Eilenburg verschiedene repräsentative öffentliche Bauten. Architektonisch sind sie überwiegend dem Jugendstil und der Reformarchitektur zuzurechnen. 1915 erhielt er den Königlichen Kronenorden IV. Klasse. Der später zum Stadtbaurat ernannte Lemke war um 1927 auch Mitglied des Eilenburger Magistrats. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und Vertreibung Alfred Belians verließ auch er Eilenburg. Otto Lemke starb am 16. April 1945 in Berlin-Hermsdorf.

Die zumeist für öffentliche Einrichtungen errichteten Bauwerke Lemkes überstanden den Zweiten Weltkrieg im Gegensatz zur Altstadt weitestgehend unbeschadet, der überwiegende Teil seiner Bauten steht heute unter Denkmalschutz.

Bauten Bild Gebäude Adresse Baujahr(e) Denkmalschutz Bemerkungen150pxRealgymnasiumDr.-Külz-Ring 91904–1906jabis 2012 Gymnasium, heute Volkshochschule150pxBürgerasyl „Röberstift“Samuelisdamm 101907jaspäter Stadtarchiv, heute Wohnhaus150pxTrauerhalle auf dem Städtischen Friedhof Eilenburg-OstSprottaer Landstraße 31907ja150pxKönigliches LehrerseminarGustav-Raute-Straße 11909–1911jaspäter Oberschule, heute Grundschule150px|Dr.-Belian-Straße 2InfanteriekaserneDr.-Belian-Straße 1–41913–1916jabis 1991 militärisch genutzt, heute Bildungs- und Verwaltungszentrum150pxWasserturm der Deutschen Celluloid-FabrikAm Wasserturm 11915–1916jaBauart Intze, ausgeführt durch Dyckerhoff & Widmann AGtabellarisches Verzeichnis von ausgeführten Bauten der Dyckerhoff & Widmann AG auf den Internetseiten der Zeitschrift Industriekultur, zuletzt abgerufen am 18. Februar 2017, architektonische Gestaltung durch Otto Lemke, später Alkohol-, heute Löschwasserspeicher150pxOffizierskasinoRöberstraße 141916jaab 1933 Stadtsparkasse, heute AWO-Begegnungsstätte150pxBürgermeisterhausAm Anger 291916jaerrichtet aus den Mitteln einer Schenkung des Mühlenbesitzers Wilhelm Gruneheute Mietvilla150pxLazarett mit LeichenhalleGoethestraße 161917neinspäter Kreispoliklinik, heute Ärztehaus

Literatur Otto Bernhard William Lemke. In: Wolfgang Beuche: Die Persönlichkeiten von Eilenburg. Books on Demand, Norderstedt 2012, ISBN 978-3-8482-2922-2. Andreas Flegel: Eilenburg in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel (Niederlande) 1998, ISBN 90-288-6534-9. (Abbildungen von Bauten)

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Deutschland) Kategorie:Person (Eilenburg) Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 4. Klasse Kategorie:Stadtbaumeister Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1877 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Mann