mini|hochkant=1.4|Das Conti-Hochhaus, gesehen vom Königsworther Platz

Das Continental-Hochhaus (auch: Conti-Hochhaus) ist ein Hochhaus in Hannover. Bei seiner Einweihung 1953 war es das höchste Hochhaus in Westdeutschland und Sitz der Hauptverwaltung der Continental AG. Der denkmalgeschützteHans-Herbert Möller (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, [Bd.] 10.1, ISBN 3-528-06203-7, Anlage Mitte. In: Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege), Stand 1. Juli 1985, Stadt Hannover, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Institut für Denkmalpflege, S. 3f. Gebäudekomplex unter der Adresse Königsworther Platz 1 im Stadtteil Mitte wird seit 1995 von der Universität Hannover genutzt.Helmut Knocke: Conti(nental)-Hochhaus (siehe Literatur)

Geschichte Vorgeschichte bis 1945 Vorgängergebäude auf dem Gelände war die Garde-du-Corps-Kaserne, die im Jahr 1771 als älteste Kaserne in Hannover überhauptKlaus Mlynek: Kasernen. In: Stadtlexikon Hannover, S. 339. aus einem 1738Helmut Knocke, Hugo Thielen: Rudolf-Hillebrecht-Platz 1. Städtische Bauverwaltung. In: Hannover. Kunst und Kultur-Lexikon, S. 190f. errichteten Maultier- und Tragtierstall entstanden war.

Nach dem Ersten Weltkrieg diente der Gebäudekomplex in der Weimarer Republik ab 1918 als Arbeitsamt.

Durch die Luftangriffe auf Hannover im Zweiten Weltkrieg wurde die Kaserne zu großen Teilen zerstört. Das 1736 von Johann Paul Heumann gestaltete und unzerstört gebliebene barocke Torportal mit dem britischen Königswappen aus der Zeit der Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover wurde 1955 neben das Neue Rathaus zum Rudolf-Hillebrecht-Platz versetzt, Sitz der städtischen Bauverwaltung – heute Fachbereich Planen und Stadtentwicklung.

Der Bau ab 1949

Zum Neubau der Hauptverwaltung der Continental AG wurde 1949 nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, der Maschsee bestimmt, sondern der Königsworther Platz: Nach einem städtebaulichen Konzept von Konstanty Gutschow, durch das die mit dem Bau gleichzeitig entstandene neue „Stadteinfahrt“ vom Bremer Damm betont werden sollte, entstanden nach einem Architektenwettbewerb nach Entwürfen von Ernst Zinsser und Werner Dierschke von 1951 bis 1953 die heutigen Gebäude.

Entstanden ist ein zurückgesetztes 15-geschossiges Hochhaus von 65 Meter HöheChristian Krause: In: ndr.de, 8. Mai 2013., vor das beinahe parallel versetzt ein 6-geschossiger Direktionstrakt errichtet wurde, der durch eine „schwingende Eingangsüberdachung“ im Stil der 1950er Jahre akzentuiert wird.

Das Verwaltungsgebäude der Continental wurde mit dem Laves-Preis ausgezeichnet, den die Jury mit folgendem Urteil verband:

Seit 1995 dient der Gebäudekomplex als Zentrum des „Conti-Campus“ der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover mit den Schwerpunkten Literatur und Sprachen, Wirtschaft und Recht.

Bauten im Hof mini|Empfangshalle des früheren Direktionsgebäudes Im Hof findet sich das ehemalige Rechenzentrum, 1966/67 ebenfalls von Ernst Zinsser gebaut, das heute einen Teil der Technischen Informationsbibliothek beherbergt.

1993 wurde im Hof ein Hörsaal ergänztHelmut Knocke, Hugo Thielen: Königsworther Platz 1 (siehe Literatur) durch den Kölner Architekten Michael Durdiak, der im Wesentlichen aus einem zweigeschossigen Kubus besteht für einen Hörsaal für 450 Personen.Sid Auffarth, Wolfgang Pietsch: Die Universität Hannover … (siehe Literatur), S. 264

Im Hof finden sich seit dem Jahr 2000 die Lichtobjekte „Kristallisationspunkte“ von Michael Cordes.

Siehe auch Liste der Hochhäuser in Hannover

Literatur Martin Wörner, Ulrich Hägele, Sabine Kirchhof: Architekturführer Hannover = Architectural guide to Hannover, Text in Deutsch und Englisch, mit einer Einleitung von Stefan Amt, übersetzt und zusammengefasst von Margaret Marks, Reimer, Berlin 2000, ISBN 3-496-01210-2, S. 12. Sid Auffarth, Wolfgang Pietsch: Die Universität Hannover. Ihre Bauten, ihre Gärten, ihre Planungsgeschichte, hrsg. im Auftr. des Präsidiums der Universität Hannover, Imhof, Petersberg 2003, ISBN 3-935590-90-3, S. 257–266. Helmut Knocke, Hugo Thielen: Königsworther Platz 1 / Conti(nental)-Hochhaus. In: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 156 Helmut Knocke: Conti(nental)-Hochhaus. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 118.

Weblinks

Christian Krause: Conti-Hochhaus: Als das „Drei-Brötchen-Haus“ Hannover überragte bei ndr.de vom 28. August 2023

Einzelnachweise

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