Ehr is Dwang gnog, d. h. „Ehre ist Zwang genug“, ist ein geflügeltes Wort in Westfalen. Es steht über dem Kamin des Krameramtshauses in Münster und drückt das stolze Selbstverständnis der Westfalenmetropole aus, lebt aber auch anderswo im Begriff ehrbarer Kaufmann fort.
Geschichte Seit wann dies das Motto der Kaufmannschaft zu Münster ist, kann nicht mehr festgestellt werden. Bereits Erbmännerfamilien, die Münster im Mittelalter allein regierten und in der Hanse vertraten, benutzten es, denn der aus einem solchen Geschlecht stammende Everwin von Droste zu Hülshoff zitierte es bei der Deutung des Familienwappens. Die Gilden, die ab dem 16. Jahrhundert die Stadt mit regierten, übernahmen es im Gildensaal des Krameramtshauses, neben dem sich der frühere „Hülshoffer Hof“ befandWilderich von Droste zu Hülshoff: 900 Jahre Droste zu Hülshoff. 2., erweiterte Auflage, Verlag LPV Hortense von Gelmini, Horben 2022, ISBN 978-3-936509-19-9.. Dieser Saal wurde wahrscheinlich von Wilhelm Ferdinand Lipper im Jahre 1771 mit Stuck umgestaltet. Über der Ofennische im großen Saal war ein Stuckzier von Lorbeer- und Eichengeäst angebracht. Ein Kranz war in der Mitte gewunden, auf dem die Devise zu lesen war. Als das unverrückbare Inventar im Zweiten Weltkrieg verloren ging, wurde bei der Neugestaltung des Krameramtshauses dieser Spruch wieder über dem Kamin angebracht.
Zitate
Literatur Wendelin Wiedeking: Anders ist besser: Ein Versuch über neue Wege in Wirtschaft und Politik. Piper, München 2008, ISBN 3-492-25114-5. Joseph Otto Plassmann: Ehre ist Zwang genug, Gedanken zum deutschen Ahnenerbe. Berlin-Dahlem 1941. Franz-Josef Jakobi: Das Krameramtshaus zu Münster 1589–1989. Zeugnis für 400 Jahre Stadtgeschichte. Regensberg, Münster 1989, ISBN 3-7923-0585-2.
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Einzelnachweise
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