mini|Schloss Retzin 2013. Schloss Retzin ist ein Herrenhaus in dem zu Groß Pankow gehörenden Dorf Retzin.
Geschichte Retzin gehörte zum Besitz der brandenburgischen Uradelsfamilie Gans zu Putlitz. Eine Gutswirtschaft bestand hier ab dem 17. Jahrhundert. Das Gutshaus wurde unter Eduard Gans Edlen Herren zu PutlitzGerhard Vinken, Barbara Rimpel, u. v. a.: Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. 2. Auflage, Hrsg. Georg Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e. V. Dehio-Vormalige Fortführung Ernst Gall, Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4. ab dem Jahr 1815 errichtet. 1879 gehörten zum Besitz Retzin laut dem erstmals amtlich publizierten Generaladressbuch der Rittergutsbesitzer 268 ha. miniatur|hochkant=0.3|links|Gustav Gans Edler Herr zu Putlitz. Von 1882 bis 1884 wurde es im Stil der italienischen Neorenaissance umgestaltet. Als Wohnsitz des Dichters Gustav Gans zu Putlitz wurde es auch für Theater- und Opernaufführungen genutzt; auf dem Dachboden war eine Bühne eingebaut. In einer der Scheunen, die zum Schloss gehörten, wurde 1852 der Rübezahl aufgeführt, zu dem Friedrich von Flotow die Musik komponiert hatte.
1856 beauftragte Gustav Gans zu Putlitz den Gartenarchitekten Eduard Neide mit der Verschönerung des Gutsparks. mini|Hochzeitsfeier unter der Eiche. Die sogenannte „Große Eiche“ in dem Landschaftspark, der das Schloss umgibt, wurde 1910 anlässlich der Hochzeit der Adrienne zu Putlitz mit Bernhard von Bülow geweiht und auch später noch im Bedarfsfall als Kirchenersatz genutzt. Im Schloss befand sich noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Gemälde zur Erbhuldigung des Markgrafen Albrecht Achilles, mit einem Putlitz, der das Kurschwert hält.
Letzter Gutsbesitzer auf Schloss Retzin war der Enkel des Gustav, Stephan Gans zu Putlitz (1885–1951), der auch nach der Bodenreform in der Region blieb.
Das denkmalgeschützte Schloss wurde 1992 von der Lebenshilfe angekauft und wird seit 1995 als Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung genutzt.Lebenshilfe Brandenburg.
Literatur Paul Eichholz, Friedrich Solger, Willy Spatz: Die Kunstdenkmäler des Kreises Westprignitz. In: Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. Band I/1, Hrsg. Brandenburgischer Provinzialverband-Schriftleitung: Theodor Goecke, Vossische Buchhandlung, Berlin 1909, S. 271–272. Gerhard Vinken u. v. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. 1. Auflage, Hrsg. Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung: (Volker Himmelein, Gerd Weiss, Dieter Martin) u. Vereinigung d. Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland, v. d. d.: Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum Brandenburg (BLDAM). Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2000, ISBN 3-422-03054-9, S. 923.
Weblinks
Die Prignitz (PDF; 1,9 MB), S. 34
Einzelnachweise
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