Der Große Preis der Schweiz (offiziell XI Grosser Preis der Schweiz) fand am 27. Mai auf der Bremgarten-Rundstrecke in Bern statt und war das erste Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1951.
Berichte
Hintergrund Die Verhältnisse beim ersten Weltmeisterschaftslauf der neuen Saison änderten sich gegenüber der Endphase der letzten Saison wenig. Weiterhin bestimmten die Alfa Romeo und die Ferrari die Szenerie.
Alfa Romeo hatte am Fahrzeug von Giuseppe Farina einen Zusatztank mit einem Fassungsvermögen von 225 Liter eingebaut, die ein Nachtanken überflüssig machten und so eines der größten Mankos der letzten Saison ausglich. Der Schweizer Toulo de Graffenried und Consalvo Sanesi vervollständigten das Team. Ferrari trat wieder mit Alberto Ascari und Luigi Villoresi an, einen dritten Wagen steuerte Piero Taruffi. Ascari steuerte den neuen Ferrari 375 mit 4,5-Liter-Saugmotor, war aber noch durch Brandverletzungen gehandicapt, die er eine Woche zuvor bei einem Rennen in Genua erlitten hatte. Zwei private gemeldete Ferrari mit dem Schweizer Rudolf Fischer (2,5-Liter-Formel-2-Fahrzeug) und den Briten Peter Whitehead (1,5-Liter-Wagen mit Kompressor) waren auch am Start. Die französischen Talbot-Lago waren mit sechs Fahrzeugen zwar zahlreich vertreten, hatten aber kaum eine Chance, mit den Italienern mitzuhalten, zumal sie ihre Fahrzeuge gegenüber dem Vorjahr kaum weiterentwickelt hatten. Ergänzt wurde das Feld noch um die zwei britischen H.W.M., von denen einer mit Stirling Moss antrat, der hier sein Formel-1-Debüt gab.
Mit Farina und Ascari (jeweils einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training und Qualifying Das Training fand unter komplett trockenen Bedingungen statt. Villoresi nutzte seine Chance, Nummer 1 bei Ferrari zu sein und stellte seinen Wagen mit 2:39,3 Minuten in die erste Startreihe. Im ersten Training hatte er sogar Bestzeit gefahren, konnte diese aber im zweiten Training nicht gegen die Alfa Romeo von Fangio und Farina behaupten. Fangio startete mit einer Zeit von 2:35,9 Minuten von der Pole-Position, Farina war 1,9 Sekunden langsamer. Ascari konnte nur einen Platz in der dritten Reihe ergattern.
Rennen Am Renntag begann es heftig zu regnen. Die Veranstalter erlaubten den Fahrern daher eine Inspektionsrunde zu drehen, um sich mit den neuen Verhältnissen vertraut zu machen.
Trotz der schlechten Sicht kamen mit Ausnahme von Peter Hirt, der mit seinem Veritas-Meteor am Start stehen blieb, alle Fahrer heil aus der ersten Runde zurück. Vorne lagen die drei Alfa Romeo mit Fangio an der Spitze vor Farina und Sanesi, gefolgt von Villoresi, der Sanesi nach fünf Runden überholen konnte. In der 13. Runde kam für Villoresi allerdings das Aus, als er im Spray eines vor ihm fahrenden, überrundeten Talbots nichts mehr sehen konnte und in der Forsthauskurve in einer Hecke landete. Er blieb unverletzt. Taruffi kam dagegen mit den Bedingungen gut zurecht. Nach der ersten Runde neunter, überholte er zunächst die privaten Ferrari von Whitehead und Fischer, wurde dann von dem unter Schmerzen fahrenden Ascari vorgewunken, passierte nacheinander de Graffenried und Sanesi und schloss zu Farina auf.
In der 31. Runde brach sich Henry Louveau ein Bein, als sich sein Fahrzeug überschlug. Whitehead kam sechs Runden später bei einem Unfall in der gleichen Kurve mit leichten Verletzungen davon.
Fangio fuhr unangefochten an der Spitze des Feldes mit Ausnahme der Runden 24–28, als er durch seinen Tankstopp hinter Farina – dieser fuhr mit dem Zusatztank und musste nicht nachtanken – zurückgeworfen wurde und gewann das Rennen mit fast einer Minute Vorsprung. Dahinter konnte Taruffi Farina zwei Runden vor Schluss vom zweiten Platz verdrängen und ihn in dieser Zeit noch um 24 Sekunden distanzieren. Moss wurde bei seinem Formel-1-Debüt Achter.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 2 Talbot-Lago T26C-DA Talbot 4 Talbot-Lago T26C-DA Talbot 6 Talbot-Lago T26C Talbot 8 Talbot-Lago T26C-DATalbot 10 Talbot-Lago T26C 12 HWM 51Alta 14 16 Ferrari 125Ferrari 18 Ferrari 37520 44 22 Alfa Romeo 159Alfa Romeo 24 26 28 30 Maserati 4CLTMaserati 32 38 Ferrari 212 F1 Ferrari 40 Talbot-Lago T26C Talbot 42 Talbot-Lago T26C-DA Talbot 52 Veritas-Meteor Veritas
Klassifikation Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Startreihe1 2:35,9 1R2 2:37,8 1M3 2:39,3 1L4 2:40,3 2R5 2:41,8 2L6 2:45,2 3R7 2:46,0 3M8 2:52,7 3L9 2:52,9 4R10 2:54,1 4L11 2:56,2 5R12 2:57,3 5M13 2:57,3 5L14 2:58,4 6R15 3:00,3 6L16 3:01,6 7R17 3:02,4 7M18 3:02,5 7L19 3:03,1 8R20 3:03,8 8L21 3:12,0 9M
Rennergebnis Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Zeit Start Schnellste Runde 1 42 2:07:53,64 1 2:51,1 (33.) 2 42 + 55,24 6 3 42 + 1:19,31 2 4 41 + 1 Runde 4 5 40 + 2 Runden 5 6 40 + 2 Runden 7 7 40 + 2 Runden 19 8 40 + 2 Runden 14 9 39 + 3 Runden 8 3:09,0 10 39 + 3 Runden 12 3:13,7 11 39 + 3 Runden 10 12 38 + 4 Runden 17 13 35 + 7 Runden 18 3:24,9 14 31 + 11 Runden 21 3:27,0 – 36 DNF 9 – 30 DNF 11 3:06,9 – 23 DNF 20 – 14 DNF 15 3:29,5 – 12 DNF 3 – 10 DNF 13 3:25,8– 0 DNF 16
WM-Stand nach dem Rennen Die ersten fünf bekamen 8, 6, 4, 3 bzw. 2 Punkte; einen Punkt gab es für die schnellste Runde. Es zählten nur die vier besten Ergebnisse aus acht Rennen.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Alfa Romeo 92 Ferrari63 Alfa Romeo44 Alfa Romeo 35 Alfa Romeo26 Ferrari 07 Maserati 08 HWM09 Talbot-Lago010 Talbot-Lago0 11 Ferrari 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte12 Maserati 013 Talbot-Lago 014 Talbot-Lago 0– Ferrari 0– Talbot-Lago 0– HWM 0– Talbot-Lago 0– Ferrari 0– Talbot-Lago 0– Veritas-Meteor 0
Literatur Lang, Mike: Grand Prix! 1950 - 1965; Haynes Publishing Group, Sparkford Sommerset 1981 (engl.), ISBN 978-0-85429-276-9.
Weblinks Ergebnisse
Einzelnachweise
#1951 Schweiz Grosser Preis der Schweiz 1951 Kategorie:Bremgarten-Rundstrecke