mini|Hermann Waldenburg, 1978. Foto: Peter Ruppenthal

Hermann Waldenburg (* 22. Februar 1940 in Waldenburg, Schlesien als Hermann Vogt)Hermann Waldenburg. Bilder 1961–1981. Haus am Waldsee, Berlin 1981 ist ein deutscher Künstler und Designer.

Leben Nach der Realschule machte Hermann Waldenburg eine Ausbildung zum Schriftsetzer in Bochum. Zusätzlich besuchte er Abendsemester an der Folkwang Werkkunstschule in Essen. Von 1960 bis 1961 studierte er bei Manfred Henninger an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und von 1961 bis 1967 bei Wolf Hoffmann an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Berlin, wurde 1966 Meisterschüler von Hann Trier.Hermann Waldenburg. Werkverzeichnis der Gemälde 1968–1978. Märkisches Museum, Witten 1979 Von 1963 bis 1964 machte er Reisen durch Mittelamerika und Mexiko. Ab 1965 wurde er Mitglied in der Selbsthilfegalerie Potsdamer in Berlin. 1968 legte er sich den Künstlernamen Waldenburg zu. Von 1969 bis 1970 erhielt er ein Stipendium des DAAD in Madrid und von 1973 bis 1974 ein Stipendium der Villa Massimo in Rom. 1973 erhielt Waldenburg den Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen und 1974 den Preis der Bundesrepublik Deutschland auf der 4. Internationalen Grafik Biennale in Florenz. 1978 wurde er Mitglied des Deutschen Künstlerbundes, an dessen Jahresausstellungen er zwischen 1972 und 1988 neunmal teilnahm.Hermann Waldenburg. Bilder 1961–1981. Haus am Waldsee, Berlin 1981kuenstlerbund.de: Ausstellungsbeteiligungen (abgerufen am 18. November 2016) Von 1985 bis 2005 erhielt er eine Professur für freies und angewandtes Zeichnen und Malen an der Fachhochschule für Gestaltung in Augsburg. 1985 beendete Hermann Waldenburg seine künstlerische Tätigkeit und wendete sich der Gestaltung von Möbeln und Gebrauchsgegenständen zu, zählte ab Mitte der 1980er-Jahre zu den Protagonisten eines neuen deutschen Designs. 1988 wurde er Mitglied in der Designwerkstatt Berlin. 1989 entwickelte er Prototypen für ein Büro-Utensilien-Programm für Knoll International, New York. 1990 veröffentlichte Waldenburg den Fotoband Berliner Mauerbilder mit Aufnahmen aus den Jahren von 1984 bis 1990 im Nicolai Verlag. Das Buch erschien in drei Auflagen auch in englischer und französischer Übersetzung. 1991 erhielt er den Wettbewerbspreis für ein Denkmal Mahnen und Gedenken im Bayerischen Viertel in Berlin-Schöneberg. 2013 erschien Waldenburgs zweiter Fotoband, Mauerkunst. Graffiti und Objektkunst in Berlin 1989 bis 1994, ebenfalls im Nicolai Verlag.Hermann Waldenburg (Hrsg.): Mauerkunst. Graffiti und Objektkunst in Berlin 1989 bis 1994. Nicolai Verlag, ISBN 978-3-89479-785-0 Hermann Waldenburg ist seit 1967 verheiratet, hat zwei Kinder, und lebt in Berlin.

Werk mini|Wassertanks, 1972 In seinem Frühwerk bringt Waldenburg die Qual der Kreatur unmittelbar zum Ausdruck durch die Darstellung von Tierrümpfen und Enthäutetem wie in den Gemälden Tierversuch, Tempera und Öl auf Leinen, 115 × 110 cm von 1967 oder Hühneraufzucht II, Tempera und Öl auf Leinen, 100 × 80 cm von 1968. In diesen Arbeiten setzt der Maler seine Motive häufig einzeln oder paarweise vor monochrome Flächen. Ab Ende der 1960er Jahre wendet sich Waldenburg hin zur Darstellung von seriell angeordneten Pflanzen und Schilderungen von plantageartigen Feldern. Die dargestellten Gegenstände werden stilisiert und zur beinahe völligen Gleichförmigkeit reduziert, erinnern an Musterhaftes wie im Gemälde Plantage mit Wasserleitungen, Öl auf Leinen, 75 × 100 cm von 1973. Im Gegensatz zu den flächigen Schilderungen der Landschaften, die häufig durch einen Horizont begrenzt werden, entwickeln die Gegenstände eine hohe Plastizität. Wenig später kommen Aneinanderreihungen von Styroporbrocken, Lochblechen oder architektonischen Elementen hinzu, gelegentlich in Kombination mit stilisierten Kameras und Mikrophonen. Die durch Maschinen hergestellten Nahrungsobjekte oder Konsumartikel wie Pappschalen mit Ketchupresten verwendet der Künstler zur Bewusstmachung der Verformung und industriellen Ausbeutung der Natur durch den Menschen. Gleichzeitig reflektieren die Werke auch den zunehmenden Konformismus der Gesellschaft.

Eine bekannte Arbeit Waldenburgs als Designer ist der Schleudersitz von 1984/85, ein Stuhl aus grauem Kunstleder auf Sprungfedern, der auf ein Aluminiumblech montiert ist.

Einzelausstellungen als Bildender Künstler (Auswahl) Eine Auflistung der Ausstellungen als Bildender Künstler und als Designer ist im Ausstellungskatalog Vertrauen ins Bild. 20 Jahre Studio Jaeschke, hrsg. von Museum Bochum, Kulturabteilung Bayer AG, Stadtgalerie Kiel, Bochum 1990, , auf S. 110 enthalten. mini|Noch nicht reif, 1974 mini|Der ehemalige Kirschgarten, 1972 mini|Schimmelbefall, 1972 mini|Pflanzengitter, 1968 1967: Hermann Waldenburg. Sonderschau Große Berliner Kunstausstellung 1969: Hermann Waldenburg, Galerie Rutzmoser, München 1970: Hermann Waldenburg, Galerie Egam, Madrid 1971: Hermann Waldenburg, Goethe-Institut Verona, Rom, Bologna 1971: Hermann Waldenburg, Neuer Berliner Kunstverein, Berlin 1971: Hermann Waldenburg, Studio Jaeschke, Bochum 1971: Neue Nationalgalerie, Berlin (mit Klaus Fußmann und Arnulf Hoffmann) 1972: Hermann Waldenburg, Goethe-Institut New York, Neapel 1973: Hermann Waldenburg, Busch-Reisinger Museum, Harvard University Cambridge 1973: Waldenburg, Galerie Gabriele von Loeper, Hamburg 1974: Hermann Waldenburg, Studio Jaeschke, Bochum 1974: Hermann Waldenburg, Galerie APEX, Stuttgart 1975: Waldenburg, Galerie Gabriele von Loeper, Hamburg 1977: Hermann WaldenburgKneiding Kunsthandel, München 1979: Hermann Waldenburg. Gemälde 1968–1978, Märkisches Museum, Witten 1980: Hermann Waldenburg, Instituto Aleman, Madrid 1981: Hermann Waldenburg. Bilder 1961–1981, Haus am Waldsee, Berlin 1982: Waldenburg, Studio Jaeschke, Bochum 1983: Hermann Waldenburg, Galerie Hella Nebelung, Düsseldorf 1984: Waldenburg, Gustav-Lübcke-Museum, Hamm 2003: Hermann Waldenburg, Galerie MZ, Augsburg 2014: Hermann Waldenburg. Fotos der Berliner Mauer, Galerie MZ, Augsburg 2015: Arte en el Muro. Graffitis y objetos de arte en Berlín. Fotografías de Hermann Waldenburg, Centro Joaquín Roncal, Saragossa

Gruppenausstellungen als Bildender Künstler (Auswahl) 1968: Große Münchener Kunstausstellung 1969: Kunstpreis junger westen 1969, Kunsthalle, Recklinghausen 1971: Dokumentation, Galerie Potsdamer, Berlin 1971: Landschaft, Landschaft, Kunstverein Celle 1972: Goethe-Institut, Teheran 1972: Museum San José, Costa Rica 1972: Kunstverein, Hannover 1973: Museum, Bochum 1974: Goethe Museum, Rom 1974: Landschaft. Gegenpol oder Fluchtraum, Städtisches Museum Leverkusen, Schloss Morsbroich und Haus am Waldsee, Berlin 1975: Grafik der Gegenwart 1960–75, Kupferstichkabinett, Berlin 1975: Zeitgenössische Deutsche Grafik, Museum Tel-Aviv 1976: Freunde danken Werner Haftmann, Nationalgalerie, Berlin 1977: Künstler drucken, Internationale Buchausstellung, Leipzig 1978: Italienbilder, Villa Massimo, Rom 1978: Standpunkte zur Realität. 7 Berliner Künstler, Neue Residenz, Bamberg 1979: Neue Sezession, Darmstadt 1980: 30 Jahre BBK, Staatliche Kunsthalle, Berlin 1980: Standpunkte zur Realität, Saarlandmuseum, Saarbrücken 1981: Standpunkte zur Realität, Gustav Lübcke Museum, Hamm 1981: Kunstverein, Augsburg 1981: Museum der Stadt Krakau 1981: Bilder für den Bund, Kunsthalle, Bonn 1992: Mahnen und Gedenken im Bayerischen Viertel (2), Haus am Kleistpark, Berlin 2011: Bildvertrauen. Studio Jaeschke Ausblick-Rückblick, Kunstmuseum, Bochum 2012: Aufbruch Realismus. Die neue Wirklichkeit im Bild nach ’68, Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn 2017: Let’s buy it, Ludwig Galerie Schloss Oberhausen

Ausstellungen als Designer (Auswahl) mini|Regal, 1985 1985: strand, Design-Galerie, München 1985: Möbel Perdu, Design-Galerie, Hamburg 1986: Gefühlscollagen. Wohnen von Sinnen, Kunstmuseum Düsseldorf 1986: prototypen, Kunststichting, Rotterdam 1986: prototypen, Groninger Museum 1986: Erkundungen. Nutz-Kunst-Lust, Design Kongress, Stuttgart 1986: Design-Galerie Weinand, Berlin 1987: Arte e Design, 19. Biennale São Paulo 1987: Extra (Schmuck), Design-Galerie, Augsburg 1987: Avantgarde aus Berlin (Schmuck), Goethe-Institut, Rotterdam 1987: Möbel als Kunstobjekt, Künstlerwerkstatt Lothringer Straße, München 1987: Berlin, Berlin. 750 Jahre Berlin, Martin-Gropius-Bau, Berlin 1988: Berliner Fenster, Kunstgewerbemuseum Berlin 1988: Sonderausstellung Deutscher Künstlerbund, Neue Staatsgalerie, Stuttgart 1988: Berliner Zimmer, Design-Galerie, Berlin 1988: Berliner Wege. Prototypen der Designwerkstatt, Kaufhaus Wertheim, Berlin 1989: Prototypen der Designwerkstatt, Rotterdam und Appeldoorn 1989: Sonderschau Berliner Zimmer, Möbelmesse, Köln 1989: Hermann Waldenburg, Villa Clementine, Wiesbaden 1990: Auswahl Prototypen der Designwerkstatt, Bern 1991: Hermann Waldenburg, Kontraforma Artspace, Berlin 1991: designord, Designermesse Ganderkesee, Bremen 2010: Hermann Waldenburg. Neues deutsches Design 1980 bis 1990, Depot 29, Augsburg

Arbeiten in öffentlichen Sammlungen Sammlung der Bundesrepublik DeutschlandArbeiten von Hermann Waldenburg auf der Seite der Bundeskunstsammlung, abgerufen am 13. Februar 2019 Nationalgalerie, Berlin Kunsthalle Bremen Städtisches Museum Göttingen Neuer Berliner Kunstverein, BerlinArbeiten von Hermann Waldenburg auf der Seite des Neuen Berliner Kunstvereins, abgerufen am 13. Februar 2019 Märkisches Museum, Witten Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern Staatliche Museen zu Berlin-Kupferstichkabinett Stadt Hannover Grafische Sammlung, Museum der bildenden Künste, Leipzig Museum Bochum

Herausgeberschaft Hermann Waldenburg, Berliner Mauerbilder. Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 1990, ISBN 3-87584-309-6. Hermann Waldenburg, Mauerkunst. Graffiti und Objektkunst in Berlin 1989 bis 1994, Nicolai Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-89479-785-0.

Monografien Hermann Waldenburg. Gemälde der Jahre 1968–1971. Berliner Künstler der Gegenwart, Heft 2. Neuer Berliner Kunstverein, Berlin 1971. H. Waldenburg. Ausstellungskatalog. Edition Herzog, Berlin 1971. Waldenburg. Ausstellungskatalog, mit einem Text von Helmut Jaeschke. Galerie von Loeper, Hamburg 1974. Waldenburg. Studio Jaeschke, Bochum 1974. Teil der Dokumentation 1973/1974 Deutsche Akademie Villa Massimo, Rom 1974. Hermann Waldenburg. Werkverzeichnis der Gemälde 1968–1978. Hrsg. von Wolfgang Zemter, Märkisches Museum, Witten 1979, ISBN 3-920611-06-3. Waldenburg. April-Mai 1980. Ausstellungskatalog. Galerie Hella Nebelung im Ratinger Tor, Düsseldorf 1980. Hermann Waldenburg. Bilder 1961–1981. Hrsg. von Thomas Kempas. Mit einem Text von Jürgen Hoffmann, Haus am Waldsee, Berlin 1981. Hermann Waldenburg. Ausstellungskatalog. Galerie Hella Nebelung im Ratinger Tor, Düsseldorf 1983. Waldenburg. Leporello zur Ausstellung im Gustav-Lübcke-Museum, Hamm 1985.

Sammelpublikationen (Auswahl) Heinz Ohff: Kunst in Berlin 1945 bis heute. Belser-Verlag, Stuttgart, Berlin, Zürich 1969. Hermann Waldenburg. In: Galerie Potsdamer Berlin. Ausstellungskatalog. Berlin 1970, ohne Seitenangabe. Klaus Fußmann, Malerei: Arnulf Hoffmann, Objekte. Hermann Waldenburg, Grafik: Ausstellung 16. Nov. 71–10. Jan. 72. Verlag der Nationalgalerie, Staatliche Museen Preussischer Kulturbesitz, Berlin 1971. Helmut Jaeschke: Landschaft-Räume-Umwelt. In: Neue Kunst im Alten Bauernhaus. Verlag Laupenmühlen und Dierichs, Bochum 1972. Helmut Jaeschke: Uniformität des Wachstums bei Hermann Waldenburg. In: Die Misere des Einzelnen. Deutsches Ärzteblatt, Nr. 46, 1972. 130. Frühjahrsausstellung. Natur in Abbild und Vorstellung, Kunstverein Hannover, Hannover 1972, Abb. 86 und 87. Peter Spielmann: Landschaft-Räume-Umwelt. Ausstellungskatalog. Museum Bochum, 1973. Juliane Roh: Druckgrafik. In: Deutsche Kunst seit 1960. Verlag Bruckmann, München 1974.