mini|Ein Teil der Mitwirkenden des Films ‚Polisse‘ bei den Filmfestspielen von Cannes. Von links: Karin Viard, Nicolas Duvauchelle, Jérémie Elkaïm (halb verdeckt), Karole Rocher, Naidra Ayadi, Emmanuelle Bercot, Maïwenn (nach rechts gedreht). Poliezei (Originaltitel: Polisse) ist ein französisches Filmdrama aus dem Jahr 2011. Der Film wurde von Maïwenn inszeniert, die zusammen mit Emmanuelle Bercot auch das Drehbuch schrieb und eine Hauptrolle selbst spielte. Der Film thematisiert die Arbeit der Pariser Polizei in der Abteilung für Jugendschutz (Brigade de Protection des Mineurs). Die ungewöhnliche Schreibweise geht auf einen orthographischen Fehler des Sohnes der Regisseurin beim Schreiben des Wortes police zurück. Diese Abweichung wurde sinngemäß auch in den deutschen Titel übernommen.
Handlung Die Fotografin Mélissa, die in einer offenen Beziehung mit dem Vater ihrer Zwillingstöchter lebt, wird von der Jugendschutzabteilung der Pariser Polizei beauftragt, die Einsätze der Polizei zu dokumentieren, um sie für PR-Zwecke in einem idealen Licht darzustellen. Die Polizeiarbeit bei Einsätzen wegen Kindesmissbrauchs ist oft bestürzend und frustrierend. Mehrere Polizisten haben erhebliche Probleme in ihren privaten Beziehungen, die zu ständiger Gereiztheit unter den Kollegen führen. Gelegentlich lassen die Polizisten den Frust aneinander aus oder feiern abends zusammen. Auch kommt es zu Misshandlungen an Tatverdächtigen, die aber von den Kollegen gedeckt werden. Einigen gelingt es nicht, die bedrückenden Erlebnisse rund um Vergewaltigungen und Pädophilie zu verarbeiten. Die magersüchtige Polizistin Iris, die mit der Kollegin Nadine befreundet ist, zerstört ihre eigene Beziehung und ist froh, als Nadine sich von ihrem Mann scheiden lässt. Mélissa verliebt sich in den Polizisten Fred und beide beginnen eine Beziehung. Fred leidet unter dem sozialen Elend, dessen Zeuge er täglich wird.
Im Zusammenhang mit einem Sondereinsatz gegen Personen der organisierten Kriminalität wird einer der Kollegen verletzt. Der bei Nadine angestaute Frust über ihre Scheidung und das verlorene Sorgerecht führt zu einem emotionalen Ausbruch gegen Iris, der sie vorwirft, ihre Ehe zerstört zu haben. Der unbeliebte Chef beschließt daraufhin, die beiden in verschiedene Abteilungen zu versetzen. Nach den Sommerferien kommt es zu einer großen Besprechung, in der der Chef die Beförderung und Versetzung von Iris verkündet. Diese wird von den Kollegen im Wesentlichen ignoriert und Iris begeht Selbstmord, indem sie aus dem Fenster des Besprechungssaals springt.
Kritiken
Hintergrund Aus über 150 Stunden Rohmaterial, von mehreren Kameras aufgezeichnet, wurde der Film zusammengeschnitten. Trotz eines Drehbuchs sind mehrere Szenen improvisiert. Weltpremiere war am 13. Mai 2011 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes. In Deutschland lief der Film am 27. Oktober 2011 in den Kinos an.
Auszeichnungen César 2012 Bester Schnitt („Meilleur montage“) Laure Gardette und Yann Dedet Beste Nachwuchsdarstellerin („Meilleur espoir féminin“) Naidra Ayadi Nominierung: Bester Film („Meilleur film“) Maïwenn Nominierung: Beste Regie („Meilleur réalisateur“) Maïwenn Nominierung: Beste Hauptdarstellerin („Meilleure actrice“) Karin Viard Nominierung: Beste Hauptdarstellerin Marina Foïs („Meilleure actrice“) Nominierung: Beste Nebendarstellerin („Meilleure actrice dans un second rôle“) Karole Rocher Nominierung: Bester Nebendarsteller („Meilleur acteur dans un second rôle“) Nicolas Duvauchelle Nominierung: Bester Nebendarsteller („Meilleur acteur dans un second rôle“) Joeystarr Nominierung: Bester Nebendarsteller („Meilleur acteur dans un second rôle“) Frédéric Pierrot Nominierung: Beste Kamera („Meilleure photographie“) Pierre Aïm Nominierung: Bestes Original-Drehbuch („Meilleur scénario original“) Maïwenn und Emmanuelle Bercot Nominierung: Bester Ton („Meilleur son“) Nicolas Provost, Rym Debbarh-Mounir und Emmanuel Croset
Beim Filmfest in Cannes gewann er den Preis der Jury und bei dem von der französischen Auslandspresse vergebenen Prix Lumières wurde Maïwenn für die beste Regie ausgezeichnet.
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2011 Kategorie:Französischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Kriminalfilm