Sägmühle (fränkisch: SeechmülR. Schuh: Gunzenhausen, S. 240. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „sēχmül“.) ist ein abgegangener Gemeindeteil der ehemaligen Gemeinde Enderndorf im mittelfränkischen Landkreis Roth. Sägmühle lag in der Gemarkung Enderndorf am See.

Lage Die dem Gemeindeteil den Namen gebende Sägmühle lag südöstlich von Absberg am Igelsbach im Bereich des heutigen Großen Brombachsees. Ihr benachbart war die ebenfalls durch den Bau des Stausees abgegangene und auch zu Enderndorf gehörende Griesmühle.Lagebeschreibung nach einer Skizze des Mühlenweg-Flyers Nördlich der Sägmühle führte die Kreisstraße von Gunzenhausen nach Spalt vorbei; von dieser zweigte eine Straße zur Mühle ab, die weiter nach Süden zur ebenfalls abgegangenen Öfeleinsmühle führte.Kreiskarte Gunzenhausen. Städte-Verlag, Stuttgart-Bad Cannstatt o. J.

Geschichte Die „Segmul“ ist erstmals in dem Ende des 15. Jahrhunderts erstellten und in der Mitte des 16. Jahrhunderts kopierten „Des Götz von Berlichingen Register der Hälte und Furten um Nürnberg“ erwähnt. In einem Beleg von 1608 heißt es, dass „die Seg Mühl vnter […] Enterndorff ligent“ dem Jacob von Dill zu Enderndorf gült- und vogtbar ist und die Fraisch dem markgräflich-ansbachischen Amt Gunzenhausen obliegt. Für 1732 erfährt man, dass die „Seegmühl“ der Nürnberger Patrizierfamilie Harsdörffer gehört, ins evangelische Thannhausen gepfarrt ist und die Vogtei und die hohe Fraisch beim markgräflichen Oberamt Gunzenhausen liegen; der große Zehnt war teils nach Absberg, teils in die Pfarrei Thannhausen zu leisten, wohin auch der kleine Zehent zu reichen war. 1792 wurde die Mühle mit dem Markgrafentum Ansbach preußisch.Dieser Abschnitt nach R. Schuh: Gunzenhausen, S. 240. Das Patrimonialgericht der Freiherrn von Harsdorff wurde 1798 von Preußen als dem Obereigentümer sequestriert und lebte nicht wieder auf.

Am Ende des Heiligen Römischen Reichs ging die Sägmühle mit dem ehemaligen Fürstentum Ansbach infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1806 an das Königreich Bayern über, wo sie ab 1808 zum Steuerdistrikt Absberg und ab 1811 zur Ruralgemeinde Enderndorf gehörte.

1956 brannte das Anwesen ab und wurde wieder aufgebaut. In der Folgezeit wurde das Sägewerk bis zum Aufkauf und Abriss durch den Bayerischen Staat zum Bau des Großen Brombachsees in den 1980er Jahren betrieben.Website des Fränkischen Seenlandes

Per Verordnung vom 8. September 2000 wurde das 32,5 Hektar große Naturschutzgebiet Sägmühle errichtet (Ufer- und Seebereich südwestlich des Standortes der ehemaligen Mühle).Umweltobjektkatalog Bayern

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 12 5 11 7 6 8 17 8 5 6HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 2 1 1 1 1 3 1 1Quelle

Religion Der Ort war seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Bartholomäus (Thannhausen) gepfarrt, ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Pfarrei Absberg zuständig.

Literatur Ein Tag auf dem Mühlenweg. Versunkene Mühlen rund um Absberg. [Flyer der] VGN-Freizeit 2/2009

Weblinks

Geschichte der Sägmühle auf Fränkisches-Seenland.de Die durch den Brombachsee verloren gegangenen Mühlen

Fußnoten

Kategorie:Abgegangenes Bauwerk im Landkreis Roth Kategorie:Wüstung im Landkreis Roth Kategorie:Zerstört in den 1980er Jahren Kategorie:Bauwerk in Spalt Kategorie:Mühle im Landkreis Roth Kategorie:Mühle in Europa Kategorie:Ersterwähnung im 15. Jahrhundert Enderndorf Kategorie:Wüstwerdung im 20. Jahrhundert