mini|Langen mit Baggerkuhle I (2012)

Langen ist eine Ortschaft der Stadt Geestland im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven. Bis zum 31. Dezember 2014 bildete Langen mit sieben umliegenden Ortschaften die Stadt Langen, die sodann mit den Gemeinden der Samtgemeinde Bederkesa zur Stadt Geestland fusionierte.

Geografie Ehemalige Stadtgliederung mini|Ehemalige Stadtgliederung Die ehemalige Stadt Langen bestand neben dem gleichnamigen Hauptort aus den Ortschaften: Debstedt (niederdeutsch Debst) liegt 3 km östlich von Langen nahe der Bundesautobahn A 27 und ist das älteste Kirchdorf in der Stadt Langen Holßel (niederdeutsch Holsseln) liegt 10 km nördlich von Langen an der Bundesstraße 6 Hymendorf (niederdeutsch Hemendörp) liegt 6 km nordöstlich von Langen Imsum (niederdeutsch Imßen) liegt 4 km westlich von Langen unmittelbar hinter dem Deich der Außenweser Krempel (niederdeutsch Krümpel) liegt 12 km nördlich von Langen in der Nähe der A 27 Neuenwalde (niederdeutsch Niewohl) liegt 10 km nördlich von Langen an der A 27 Sievern liegt 5 km nördlich von Langen an der Landesstraße 135

Der Hauptort Langen, der jetzt eine Ortschaft der Stadt Geestland ist, hat sich aus einem alten Dorfkern mit vielen Bauernhöfen heraus zu einem Wohnort für Pendler aus dem Oberzentrum Bremerhaven entwickelt. Langen wurde aufgrund der steigenden Bevölkerungszahlen in die Stadtteile Nord, Süd und Mitte getrennt.

In der gesamten Stadt Langen lebten 18.494 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2014) auf 121,99 km².

Nachbarorte

(Quelle:)

Geschichte

Langen bestand bis Ende 2014 aus folgenden Orten: Debstedt: Das alte Kirchdorf bestand schon seit dem 11. Jahrhundert, die Kirche wurde im 12. Jh. gebaut. Zwei Großbrände von 1847 und 1912 zerstörten den Ort, der bis etwa 1914 nach und nach wieder aufgebaut wurde. Bis 1852 bildeten die Kirchspiele Debstedt und Holßel einen Verwaltungsbezirk „Börde Debstedt“ beim Amt Bederkesa Holßel: In einer alten Urkunde wird von einer Holleborg zwischen Debstedt und Holßel berichtet, in der Edelleute wohnten. 1111 wurde die Kirche gebaut. Um 1654 blieb der Ort in einem lutherischen Umfeld Evangelisch/Reformiert. Holßel wurde 1971 Gemeinde der Samtgemeinde Neuenwalde und ab 1974 Ortschaft der Gemeinde Langen Hymendorf: Als Moorsiedlung 1829 nach einem einheitlichen Plan durch das Amt Bederkesa gegründet. Zur Erschließung des Moores wurden schnurgerade feste Wege angelegt Imsum wurde 1091 erstmals urkundlich erwähnt. Die Ortsteile Weddewarden, Dingen und die Bauerschaft Lebstedt bildeten das Kirchspiel Imsum und die alte Ochsenkirche stand mitten zwischen den drei Dörfern. Lebstedt wurde 1717 von der vordringenden See „zurückerobert“ und Weddewarden 1927 nach Wesermünde eingemeindet. 1954 führte die Verkehrsgesellschaft Bremerhaven (VGB) eine Omnibuslinie nach Imsum ein Krempel: Das ursprüngliche Heidedorf lebte hauptsächlich von der Schaf- und Bienenzucht. Durch die Urbarmachungen am Anfang des 20. Jahrhunderts veränderte sich das Landschaftsbild total. 1906 erhielt der Ort Telefon und Post, 1921 Strom und erst 1960 Anschluss an das öffentliche Wassernetz Langen wurde 1139 erstmals urkundlich erwähnt. Bis in die Neuzeit war das Bauerndorf und die Gegend dünn besiedelt. 1549 bestand Langen aus nur 4½ Höfen und 23 Katen. Erst im 20. Jahrhundert erhöhte sich die Bevölkerungszahl Langens durch die Nachbarschaft zu Bremerhaven deutlich 1908 erwarb Bremerhaven Friedrichsruh als Stadtpark und Brunnenschutz für sein Wasserwerk 1920 führte die verlängerte Straßenbahnlinie – damals Bremerhavener Straßenbahn genannt – von Lehe über Speckenbüttel zum Bahnhof Langen. 1927 wurde die Strecke bis Friedrichsruh verlängert. Von 1958 bis 1982 führte die Straßenbahnlinie 2 der Verkehrsgesellschaft Bremerhaven AG (VGB) von Bremerhaven kommend bis zur Stadtgrenze Langen und eine weiterführende Buslinie bis nach Debstedt. 1961 wurde der Omnibusbetriebshof der VGB an der Stadtgrenze in Langen in Betrieb genommen und 1980 durch einen Neubau in Bremerhaven – an der Straße Zur Hexenbrücke – ersetzt. 1961 nabelt sich die St. Petri-Gemeinde von der Mutterkirche Debstedt ab und ist seither eine selbständige Kirchengemeinde. 1953 wurde der Neubau der Volksschule I bei Friedrichsruh (heute Gymnasium) eingeweiht und 1964 dazu die Turnhalle. 2021 wurde ein Erweiterungsbau eingeweiht. Es folgte 1965 die bis 1973 erweiterte Volksschule II am Hinschweg sowie 1975 das Schul- und Kulturzentrum am Nordeschweg 1967 wurde das Ausflugslokal Friedrichsruh abgerissen 1987 stürzten zwei Phantom-Jagdbomber vom Jagdgeschwader 71 am westlichen Stadtrand auf den Wiesen ab 2017 verfügt die Feuerwehr Langen über ein modernes, neues Feuerwehrhaus. Neuenwalde: Das Dorf auf der Geest wurde erstmals 1334 urkundlich erwähnt. Bedeutungsvoll war die Verlegung des Benediktinerinnenklosters im selben Jahr von Altenwalde nach Neuenwalde Sievern wurde 1139 erstmals in einer von dem Bremer Erzbischof Adalbert II. (1123–1148) ausgestellten Urkunde über die Schenkungen an das Kloster St. Paul vor Bremen erwähnt. Mit Sicherheit haben jedoch schon vor fünftausend Jahren Menschen in diesem Gebiet gelebt. Ab 3000 v. Chr. lassen sich in dieser Region Bauernkulturen nachweisen. Aus früher Zeit stammen die Megalithanlagen wie das Bülzenbett und Wallanlagen mit Grabhügel wie die Pipinsburg, die Heidenstadt und die Heidenschanze mit dem in der Nähe liegenden Goldbrakteatenfund von 1942 und den östlich der Heidenstadt gelegenen Sieben Bergen.

Eingemeindungen Von 1971 bis 1974 bestanden die Samtgemeinden Langen und Neuenwalde, die anlässlich der Gebietsreform in Niedersachsen am 1. März 1974 in die Gemeinde Langen eingegliedert wurden. Am 1. Juli 1990 erhielt die Gemeinde das Stadtrecht.

Am 1. Januar 2015 entstand aus der Fusion der Stadt Langen und der Samtgemeinde Bederkesa die Stadt Geestland.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1910 1.037 1 1925 1.549 1 1933 1.885 1 1939 2.196 1 1946 3.350 1 1950 3.926 1 1951 4.000 1 1956 4.484 1 1961 5.068 2 1970 7.086 3 1973 7.883 1 Jahr Einwohner Quelle 1975 14.757 4 1980 14.919 4 1985 14.821 4 1990 15.624 5 1995 16.907 5 2000 18.163 5 2005 18.702 5 2010 18.477 5 2014 18.494 5 2017 11.577 2024 10.896 1 Gemeinde Langen 2 Gemeinde Langen (Volkszählungsergebnis vom 6. Juni) 3 Gemeinde Langen (Volkszählungsergebnis vom 27. Mai) 4 Einheitsgemeinde Langen, jeweils zum 31. Dezember 5 Stadt Langen, jeweils zum 31. Dezember

Politik

Ortsrat Der Ortsrat von Langen setzt sich aus elf Ratsmitgliedern zusammen. Im Ortsrat befinden sich zusätzlich zwei beratende Mitglieder.

Sitzverteilung SPD: 5 Sitze CDU: 4 Sitze Grüne: 1 Sitz BFG: 1 Sitz (Stand: Kommunalwahl 12. November 2021)

Ortsbürgermeister Der Ortsbürgermeister von Langen ist Fabian Goiny (SPD) und sein Stellvertreter Matthias Keck (CDU).

Ehemalige Bürgermeister Gemeindevorsteher, Gemeindeschulze 1853–1870 Lüer Immen 1870–1882 Lüer Henken 1883–1894 Christoff Jürgens 1895–1901 Harm Srürcken 1901–1911 Hinrich Prüsch 1911–1919 Johann Hinrich Hahn 1919–1929 Carl Prüsch 1930–1935 Theodor Röcker Ab 1935 Bürgermeister 1935–1945 Theodor Röcker 16.7.1945 – 16.1.1946 Hanke Bruns 17.1.1946 – Herbst 1946 Bernhard Prüsch Herbst 1946 – 1949 Johann Renken 1949–1956 Hans Matheiss 1956–1959 Johann Renken Ab 1971 ist Langen Einheitsgemeinde 1959–1974 Gerhard Scholz 1974–1981 Gustav Lammers 1981–1990 Hans Steffens Ab 1990 Stadt Langen Stadtbürgermeister 1990–1997 Hans Steffens 1997–2001 Herbert Peters 2001–2005 Jürgen Kopelke 2005–2014 Thorsten Krüger ab 2015 – 31.12.2022 Stadtbürgermeister der durch Fusion entstandene Stadt Geestland. Ab Januar 2015 ist Krüger Landrat des LK Cuxhaven. Neue Bürgermeisterin der Stadt Geestland Gabi Kasten. Ortsbürgermeister 1977–1981 Wilfried Barkhorn 1981–1986 Dieter Riebschläger 1986–1991 Hans Winkler 1991–1996 Dieter Riebschläger 1996–2004 Hans Winkler 2004–2019 Rotraur Keßler 2019–2021 Thomas Fahße 2021–2024 Sascha Kuntzmann seit 2024 Fabian Goiny ¹ Vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Dezember 2022 war Thorsten Krüger Bürgermeister der Stadt Geestland, die Rechtsnachfolger der Stadt Langen ist.

Wappen Der Entwurf des Kommunalwappens von Langen stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.

Das Sonnenrad wurde bei einer Ausgrabung am Langen Berg gefunden. Das rote Radkreuz im Wappen symbolisiert diesen Fund.

Flagge 100px Hissflagge: „Die Flagge ist schwarz-gelb geteilt mit aufgelegtem zur Stange hin verschobenen Gemeindewappen in der Mitte.“

Gemeindefusion

Am 1. Januar 2015 wurden die Stadt Langen und die Samtgemeinde Bederkesa zur Stadt Geestland zusammengeschlossen. Der erste Namensvorschlag für die neue Stadt lautete Wesermünde. Langens Nachbarstadt Bremerhaven lehnte diesen Namen aber ab, da die Seestadt selbst von 1924 bis 1947 den Namen Wesermünde trug. In einem Rechtsgutachten aus Bremerhaven heißt es, der Name Wesermünde stünde „in eklatantem Widerspruch zur tatsächlichen geografischen Lage“. Die neue Stadt habe nur in Imsum Kontakt zur Weser. Der Name widerspreche daher der vom Gesetzgeber geforderten Informationsfunktion. Für die Fusionspartner Langen und Bederkesa war diese Argumentation nicht nachzuvollziehen, da ein guter Teil der durch den Zusammenschluss entstehenden Stadt auf dem Gebiet des ehemaligen Landkreises Wesermünde liegt. Um einem Nachbarschaftsstreit aus dem Weg zu gehen und die neue Stadt nicht mit einem Gerichtsverfahren aus der Taufe zu heben, schlug Langens Bürgermeister Thorsten Krüger (SPD) den Namen Neu Wesermünde vor. Zugleich stellte Krüger fest: „Der Stadtname ist lediglich ein erster Arbeitstitel“. Doch auch gegen diesen Vorschlag gab es Protest aus Bremerhaven. Um den Gesetzgebungsprozess des Niedersächsischen Landtags in der Sache sowie die Vereinbarungen des Zukunftsvertrags nicht zu gefährden und um mit der Fusion so schnell wie möglich beginnen zu können, nahm man in Langen und Bederkesa Abstand von Wesermünde. Nachdem circa ein halbes Jahr lang verschiedene Namensvorschläge diskutiert worden waren, beschlossen die Räte am 23. April 2012 für die fusionierte Stadt mit über 90 % den Namen „Geestland“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke

Großsteingrab Langen (auch Ritzerberg genannt) ist eine mögliche Grabanlage der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur. Der Heimatbund Männer vom Morgenstern führt in seinem Wappen als Symbol das Großsteingrab Langen. Langer Berg von Langen nordöstlich des Bahnhofs : 90 Meter langer dammartiger ehemaliger Grabhügel auf dem Kamm einer Bodenwelle Grabhügel Jedutenberg vom 5. – 1. Jh. vor Chr.; Südwestecke des Friedhofes, Gruft der Familie Hinsch von Heinrich Hinsch, Gründer der Lloyd-Stauerei Bremerhaven Villa Leher Landstraße 14 als Villa Mayer von 1902, heute Senioren-Begegnungsstätte Villa Hinsch, Leher Landstraße 55, von 1905

Denkmäler Grabstätte von Leopold Ziegenbein, Kommodore beim Norddeutschen Lloyd, auf dem Friedhof. Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Vermissten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg auf dem Friedhof. Nachtwächter-Denkmal im Lindenhof-Zentrum (Debstedter Straße)

Naturdenkmale Zu einem Denkmal können Einzelbäume oder Baumgruppen erklärt werden, die z. B. einen besonderen Wuchs und ein besonderes Aussehen besitzen oder ein ungewöhnlich hohes Alter aufweisen. 1 Eiche (Verordnungsdatum 2. Oktober 1995) 1 Buche (Verordnungsdatum 2. Oktober 1995) Baumgruppe: 2 Platanen, 3 Eiben (Verordnungsdatum 2. Oktober 1995)

Grünflächen und Naherholung Park Friedrichsruh Marschensee

Regelmäßige Veranstaltungen Ortsgemeinschaftsfest (kurz OGF) und Bahnsteigfest.

Kulinarische Spezialitäten Deftige Spezialitäten dieser Region sind Röhrkohl, Kümmelkohl, Grünkohl sowie Speck und Klüten.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft mini|Zentrum von Langen mit Lindenhof Center: Kreuzung Leher Land-, Sieverner-, Imsumer- und Debstedter Straße