Die österreichische Fußballmeisterschaft wurde 2012/13 zum 102. Mal ausgetragen. Die höchste Spielklasse ist die österreichische Bundesliga, die in dieser Saison zum 39. Mal durchgeführt und von zehn Mannschaften bestritten wurde. Diese ermittelten in vier Durchgängen den österreichischen Fußballmeister sowie die Vertreter Österreichs in den internationalen Bewerben der Saison 2013/14. Den Meistertitel sicherte sich zum 24. Mal die Wiener Austria vor Red Bull Salzburg und Rapid Wien.
Die zweithöchste Spielklasse ist die Erste Liga, die 2012/13 zum 38. Mal ausgetragen und erstmals vom SV Grödig gewonnen wurde.
Lizenzierungsverfahren Am 30. April 2012 wurden von der Bundesliga die Lizenzen für die Meisterschaft 2012/13 vergeben. Mit Ausnahme des Erstligisten LASK Linz und dem Regionalligisten Villacher SV wurde allen Vereinen die Lizenz erteilt. Die Bundesligisten Admira Wacker Mödling, Austria Wien und Wacker Innsbruck sowie die Erstligisten SKN St. Pölten, Vienna und FC Lustenau bekamen die Lizenz unter finanziellen Auflagen. bundesliga.at; abgerufen am 22. Juli 2012.
Während die Villacher aufgrund der sportlichen Aussichtslosigkeit auf den Aufstieg auf eine Beschwerde beim Protestkomitee der Bundesliga verzichteten, reichte der LASK eine solche ein. Am 14. Mai gab das Protestkomitee bekannt, dass der Protest des LASK abgewiesen wurde, da dieser nicht ordnungsgemäß eingebracht worden war. bundesliga.at; abgerufen am 22. Juli 2012. Nachdem auch das Ständig Neutrale Schiedsgericht als letzte Instanz den Protest der Linzer abgewiesen hatte, schied der LASK aus dem Profifußball aus und stieg in die Regionalliga Mitte ab. Somit verblieb der FC Lustenau ohne Relegation in der Ersten Liga, während der TSV Hartberg den frei gewordenen Relegationsplatz einnahm und nach Siegen über den GAK ebenfalls in der Ersten Liga bleiben konnte. bundesliga.at; abgerufen am 22. Juli 2012.
Erste Leistungsstufe – Bundesliga
Die vom Sportwetten-Anbieter tipp3 als Hauptsponsor unterstützte Bundesliga, die höchste Spielklasse im österreichischen Fußball, wurde in der Saison 2012/13 zum 39. Mal ausgetragen. Sie ermittelte den 102. österreichischen Fußballmeister. Subsponsor war der Mobilfunkanbieter T-Mobile Austria, weshalb die offizielle Liga-Bezeichnung tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile lautete. Die gemeinsame Mannschaft der beiden Kärntner Kooperationsvereine Wolfsberger AC und SK St. Andrä schaffte mit dem Meistertitel in der Ersten Liga 2011/12 erstmals den Sprung in Österreichs höchste Spielklasse, wobei die Kooperation nach der Meistersaison gelöst wurde und die Mannschaft in der Bundesliga nur noch als Wolfsberger AC auftritt. Die Kärntner ersetzten den Absteiger Kapfenberger SV.
Somit stellte Kärnten erstmals seit dem Abstieg von Austria Kärnten 2010 wieder einen Bundesligisten. Einzig Vorarlberg war in der Bundesliga-Saison 2012/13 nicht vertreten, Wien und Niederösterreich stellten jeweils zwei Vereine.
Der TV-Anbieter sky Deutschland AG hatte die Rechte, alle Bundesligaspiele in voller Länge zu zeigen, die auf dem Kanal sky sport austria im Pay-TV ausgestrahlt wurden. Der Sender zeigte nicht nur alle Spiele in Konferenzschaltung, sondern auch einzeln. Daneben hatte der ORF die Rechte, jeweils das „Topspiel der Runde“ als Einzelspiel – meist sonntags, bei Wochentagsrunden mittwochs – zu übertragen. Diese Regelung galt nicht in den letzten beiden Runden, in denen alle Spiele zeitgleich ausgetragen werden mussten. Darüber hinaus durfte der ORF eine 45-minütige Zusammenfassung von den restlichen vier Partien pro Runde zeigen.
Modus In der Saison 2012/13 traten wie in vergangenen Jahren zehn Klubs in insgesamt 36 Runden gegeneinander an. Jedes Team spielte jeweils zweimal zu Hause und auswärts gegen jedes andere Team.
Aufgrund konstant guter Leistungen der österreichischen Klubs im Europacup, schob sich Österreich mit der Saison 2011/12 auf Platz 15 der UEFA-Fünfjahreswertung vor. Somit wurden über Bundesliga und Cup in der Saison 2012/13 fünf Startplätze für die Champions League und die Europa League ausgespielt. In der Bundesliga wurde um vier internationale Startplätze gespielt: Meister und Vizemeister sind in der Qualifikation zur UEFA Champions League teilnahmeberechtigt und steigen dort in der 3. Qualifikationsrunde ein; die dritt- und viertplatzierten Vereine spielen in der Qualifikation zur UEFA Europa League. Während der Viertplatzierte in der 2. Qualifikationsrunde einsteigt, beginnt der Drittplatzierte erst in Qualifikationsrunde 3, der Cup-Sieger nimmt am Play-off zur Europa-League teil.
Der Letztplatzierte der Bundesliga musste in die zweitklassige Erste Liga absteigen.
Saisonverlauf Tabellenführer Tabellenletzter
Die Bundesliga 2012/13 wurde am 21. Juli 2012 mit dem Duell der letzten beiden Meister, Sturm Graz und Red Bull Salzburg, eröffnet. Der Titelverteidiger aus Salzburg setzte sich in der Grazer UPC-Arena mit 2:0 durch. Erster Tabellenführer der neuen Saison war Vizemeister Rapid Wien, das Wacker Innsbruck zuhause 4:0 schlug. Die Bundesliga-Premiere des WAC fiel wortwörtlich ins Wasser. Starker Regen machte den Platz in Kärnten unbespielbar und das Duell mit der Wiener Austria musste um vier Tage verschoben werden. Die Wolfsberger gingen schließlich mit einem knappen 0:1 als Verlierer vom Platz. In der 2. Runde feierten die Kärntner mit einem 2:0-Auswärtserfolg bei Ried den ersten Bundesligasieg.
Den Herbstmeistertitel eroberte die Wiener Austria mit 42 erspielten Punkten, fünf Punkte vor Salzburg und sieben Punkte vor Rapid. Zum Winterkönig krönte sich bereits am vorletzten Spieltag des Jahres 2012 ebenfalls die Austria, die Platz eins auch im Frühjahr nicht mehr hergab. Der Vorsprung auf den am Ende einzigen Konkurrenten, Red Bull Salzburg, betrug im Frühjahr bis zum letzten Spieltag nie weniger als sechs Zähler. Mit einem 4:0-Erfolg über Mattersburg gelang der Austria in der 35. und vorletzten Runde die Entscheidung zum 24. Meistertitel. Sie übertraf dabei die Marke von Sturm Graz aus der Saison 1997/98 und stellte mit 82 Punkten einen neuen Rekord auf. Vizemeister wurde mit fünf Punkten Rückstand der entthronte Titelverteidiger Red Bull Salzburg, der seine imposante Serie fortsetzte und seit dem Einstieg von Red Bull stets unter den besten Zwei landete.
Spannend verlief auch der Kampf um die Europa-League-Tickets. Während sich Rapid bereits eine Runde vor Schluss mit einem 2:0-Sieg bei der Admira den dritten Platz sicherte, kämpften in der letzten Runde mit Sturm Graz, dem WAC und Ried noch drei Mannschaften um den 4. Tabellenplatz und damit um den letzten internationalen Startplatz. Der dritte Europa-League-Startplatz ging an den Regionalligisten und Cupsieger FC Pasching.
Die restlichen vier Mannschaften – Mattersburg, Wiener Neustadt, Wacker Innsbruck und die Admira – lieferten sich einen der engsten Abstiegskämpfe der Bundesligageschichte. Vor der 36. und letzten Runde konnten noch alle vier die Saison mit der roten Laterne beenden und damit absteigen, alle vier hatten aber auch noch die Möglichkeit, aus eigener Kraft den Klassenerhalt zu schaffen.
Der letzte Spieltag Und so verlief der letzte Spieltag hochdramatisch. Vizemeister Red Bull Salzburg bezwang im Spitzenspiel Meister Austria Wien 3:0 und stellte damit einen neuen vereinsinternen Punkterekord auf. Die Wiener Austria verpasste es, als erste Mannschaft der Bundesligageschichte eine Saison ohne Auswärtsniederlage zu beenden. Ebenfalls 3:0 endete das Spiel zwischen Rapid und Ried, womit die Oberösterreicher die letzte Chance auf die Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation vergaben.
Dieser letzte internationale Startplatz schien 20 Minuten vor dem Schlusspfiff bereits an den WAC vergeben. Die Kärntner führten zu diesem Zeitpunkt 2:0 gegen Wacker Innsbruck, während Sturm Graz zu Hause gegen Wiener Neustadt 0:3 zurücklag. Mit diesem Ergebnis endete das Spiel in Graz schließlich auch, womit der SC Wiener Neustadt den Klassenerhalt geschafft hatte. Damit hätte im Spiel zwischen Mattersburg und der Admira beiden Mannschaften ein Unentschieden zum Klassenerhalt gereicht. Die Partie verlief auch dementsprechend; doch in der 72. Spielminute gelang Daniel Segovia das 1:0 für die Admira. Wacker Innsbruck musste nun das Spiel gegen den WAC gewinnen. Tatsächlich konnten die Tiroler mit einem Doppelpack von Julius Perstaller und einem weiteren Treffer von Christian Schilling innerhalb von nur sechs Minuten das Spiel drehen. Dadurch rutschte Mattersburg ans Tabellenende und benötigte gegen die Admira zumindest noch einen Treffer, der jedoch nicht mehr gelang. Da auch Wolfsberg das Spiel gegen Innsbruck nicht mehr ausgleichen konnte, blieb die rote Laterne bei Mattersburg – vor der letzten Runde noch Siebenter. Nach zehn Jahren Bundesliga stiegen die Burgenländer wieder in die Erste Liga ab. Der letzte Europacup-Startplatz ging trotz der 0:3-Heimpleite und fünf Niederlagen in den letzten sechs Spielen an den SK Sturm.
Abschlusstabelle
(M) Österreichischer Meister 2011/12 (C) ÖFB-Cup-Sieger 2011/12 (N) Neuaufsteiger der Saison 2011/12
Aufsteiger Erste Liga: SV Grödig
Kreuztabelle Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele der Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der mittleren Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe. Die Ergebnisse sind immer aus Sicht der Heimmannschaft angegeben.
Hinrunde (Runden 1–18) 2012/13 Rückrunde (Runden 19–36) 18px|FC Admira Wacker Mödling 19px|FK Austria Wien 23px|SK Sturm Graz 18px|SV Ried 19px|FC Wacker Innsbruck 23px|SV Mattersburg 23px|SC Wiener Neustadt Verein 18px|FC Admira Wacker Mödling 19px|FK Austria Wien 23px|SK Sturm Graz 18px|SV Ried 19px|FC Wacker Innsbruck 23px|SV Mattersburg 23px|SC Wiener Neustadt 0:2 5:0 0:0 3:2 1:1 2:0 3:2 1:1 4:1 FC Red Bull Salzburg 3:3 2:1 3:0 3:0 2:2 3:1 7:0 3:1 6:2 2:0 0:0 0:3 3:0 4:3 4:0 3:0 1:1 0:2 SK Rapid Wien 1:3 1:1 1:2 1:1 3:0 2:1 2:2 2:0 0:0 4:4 0:2 4:6 1:2 0:2 4:1 5:1 4:0 1:1 FC Admira Wacker Mödling 1:1 0:2 0:2 3:0 0:3 4:3 1:0 1:2 0:1 0:1 2:0 1:0 0:1 6:1 2:0 3:1 3:0 1:1 FK Austria Wien 1:1 2:2 4:0 3:1 3:1 4:0 4:0 3:1 0:4 0:2 2:1 3:2 1:1 3:1 3:0 0:0 3:1 4:1 SK Sturm Graz 1:1 1:3 1:2 1:1 3:1 3:2 2:2 0:3 1:3 3:1 0:2 1:1 0:1 0:1 2:0 6:1 3:1 0:2 SV Ried 2:2 3:2 4:1 1:3 1:2 3:0 1:1 2:1 1:1 0:4 0:2 1:2 0:3 0:3 1:0 2:1 2:3 0:1 FC Wacker Innsbruck 2:3 1:1 3:1 0:3 2:1 2:0 2:0 1:0 2:3 1:3 0:3 3:0 2:4 3:1 2:1 1:2 2:0 1:1 SV Mattersburg 1:2 2:0 0:1 0:4 0:0 1:0 1:2 1:0 3:1 0:3 0:1 2:1 0:2 1:1 2:3 0:1 0:1 2:1 SC Wiener Neustadt 0:6 1:0 3:0 0:0 1:0 0:0 2:2 0:0 2:0 0:2 1:0 1:1 0:1 1:1 2:5 2:2 0:0 6:0 Wolfsberger AC 1:1 2:1 0:0 3:6 3:0 1:3 2:3 1:0 1:1
Torschützenliste Pl. Nat. Spieler Verein Tore 1. Philipp Hosiner Admira Wacker (5) / Austria Wien (27) 32 2. Jonathan Soriano FC Red Bull Salzburg 26 3. Sadio Mané FC Red Bull Salzburg 16 4. Deni Alar SK Rapid Wien 15 René Gartler SV Ried 6. Terrence Boyd SK Rapid Wien 13 7. Richard Sukuta-Pasu SK Sturm Graz 12 8. Alan FC Red Bull Salzburg 11 Mihret Topčagić Wolfsberger AC Robert Žulj SV Ried
Die Meistermannschaft des FK Austria Wien (In Klammern werden Einsätze und Tore angegeben.)
FK Austria Wien 65px|FK Austria Wien Tor: Heinz Lindner (36/-) Abwehr: Emir Dilaver (26/2), Fabian Koch (21/2), Marin Leovac (2/-), Manuel Ortlechner (36/2) , Kaja Rogulj (29/2), Lukas Rotpuller (9/-), Markus Suttner (35/3) Mittelfeld: Alexander Gorgon (31/10), Alexander Grünwald (26/7), James Holland (34/-), Florian Mader (30/2), Thomas Murg (7/-), Tomas Šimkovič (28/3), Marko Stanković (26/3), Dare Vršič (17/-) Sturm: Nacer Barazite (5/1), Philipp Hosiner (30/27), Tomáš Jun (33/10), Roman Kienast (29/7), Srđan Spiridonović (2/-) Trainer: Peter Stöger Roland Linz (7/1) und Georg Margreitter (3/-) haben die Veilchen während der Saison verlassen, Linz in Richtung Thailand zu Muangthong United, Margreitter zu den Wolves.
Spielorte, Spielstätten und Zuschauer mini|Das größte Bundesligastadion, die Red Bull Arena in Wals-Siezenheim