Ernst Flemming (* 26. August 1870 in Köln; † 26. Januar 1955 in Recklinghausen) war ein deutscher Bergbauingenieur und preußischer Bergbeamter.

Leben Flemming war ein Sohn des Fabrikbesitzers Hugo Flemming in Köln-Kalk und dessen Ehefrau Anna Flemming geb. Nicolai, die aus einer Tuchfabrikantenfamilie in Calbe (Saale) stammte. Er besuchte die Volksschule und das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Köln, wo er Ostern 1889 das Abitur ablegte. Danach arbeitete er ein Jahr praktisch im Ruhrbergbau. Flemming studierte das Bergfach an der Universität Jena, der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Bergakademie Berlin. In Jena wurde er Mitglied des Corps Thuringia Jena, in Heidelberg des Corps Rhenania Heidelberg. 1895 begann er nach dem bestandenen ersten Staatsexamen den Vorbereitungsdienst als Bergreferendar, 1899 wurde er nach dem bestandenen zweiten Staatsexamen zum Bergassessor ernannt. Nach Studienreisen durch Großbritannien und die Vereinigten Staaten trat er 1900 als Hilfsarbeiter in den Bergrevierdienst in Herne und Dortmund ein, ab 1902 war er im Saarbrücker Bergbau auf dem staatlichen Steinkohlenbergwerk „Camphausen“ beschäftigt. 1903 wurde er Berginspektor, 1906 stellvertretendes, 1907 ordentliches Mitglied der Bergwerksdirektion Saarbrücken und Vorstandsmitglied der Sektion I der Knappschafts-Berufsgenossenschaft. Nach der Ernennung zum Bergrat (1911) war Flemming ab 1915 Hilfsarbeiter und Vortragender Rat im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe. Er wurde 1921 zum Geheimen Oberbergrat ernannt, am 1. Oktober 1928 zum Oberberghauptmann und Ministerialdirektor. 1933 wurde er pensioniert.

Flemming war Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bergwerksgesellschaft „Hibernia“ und der 1925 entstandenen Bergwerks-AG Recklinghausen, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der 1923 gegründeten Preußischen Bergwerks- und Hütten-AG (Berlin) und der Mannheimer Lagerhaus-Gesellschaft (Mannheim) sowie Mitglied des Aufsichtsrats der Rhein- und See-Schiffahrts-Gesellschaft (Köln). Er war stellvertretendes Mitglied des Reichsrats.

Auszeichnungen preußischer Roter Adlerorden 4. Klasse Eisernes Kreuz 2. Klasse am weißschwarzen Bande Verdienstkreuz für Kriegshilfe

Literatur Georg Wenzel (Hrsg.): Deutscher Wirtschaftsführer. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg / Berlin / Leipzig 1929, Spalte 625. Robert Volz (Hrsg.): Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Band 1 (A–K). Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1930, S. 455.

Weblink Flemming, Ernst, Personenregistereintrag der Edition „Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik“, (Stand 2005–2007), zuletzt abgerufen am 26. Juni 2026 (mit Sterbedatum und -ort)

Kategorie:Bergbauingenieur Kategorie:Ministerialdirektor (Preußen) Kategorie:Oberberghauptmann (Preußen) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1870 Kategorie:Gestorben 1955 Kategorie:Mann