mini|hochkant|Stammwappen derer von Nagel. Nagel ist der Name eines westfälischen Adelsgeschlechts aus dem Ravensbergischen Uradel, das sich im 16. Jahrhundert bis ins Rheinland und in die Niederlande verbreitete.
Geschichte Das Geschlecht erscheint erstmals urkundlich 1242 mit Conradus NagelRoger Wilmans: Westfälisches Urkunden-Buch. Vierter Band: Die Urkunden des Bisthums Paderborn vom J. 1201 - 1300. Zweite Abtheilung: Die Urkunden der Jahre 1241 - 1250. Hrsg. Verein für Geschichte und Alterthumskunde Westfalens, (In Commission) Friedrich Regensberg, Münster 1880, Nr. 143? (GHdA-F/A. 1959. Nicht stimmig mit Original? Prüfung erfolgt sp.) und beginnt seine sichere Stammreihe mit dem Ritter Eggert Nagel, der in den Jahren 1292–1300 als gräflich ravensbergischer Ministerialer urkundlich auftritt.
Linie Köln Stammhaus war das Haus Herl bei Köln.
Ahnentafel von Nagel zu Herl (aufgeschrieben am 15. September 1734)H. J. Vetter: Authentische Sammlung der bei der Bergischen Ritterschaft vorhandenen und aufgeschworenen Adlichen Wapen und Stammtafeln nebst Bemerkung der Aufschwörungs-Zeit und vollständigem Register. Verlag Buchhandlung Langen, Köln 1791, S. 51.
Ahnentafel (von Nagel zu Herl und Gaul aufgeschrieben am 10. Januar 1766) – (von Nagel zu Ittlingen aufgeschrieben am 17. November 1781):
Linie Ravensberg Mitte des 15. Jahrhunderts macht Herzog Gerhard von Berg, damals auch Graf von Ravensberg, den Ritter von Nagel zum Amtmann von Ravensberg, das aus den Kirchspielen Borgholzhausen, Halle und Versmold bestand. Die Ritter von Nagel gehörten damit zum Ministerialenadel der Grafschaft Ravensberg. Ihr Stammsitz ist das Schloss Königsbrück in Melle.
Linie Geldern 1539 heiratete Joost von Nagel die Anna von Keppel, Erbin zu Ampsen in Geldern. So begründet er die niederländische Linie van Nagell van Ampsen.
Linie Ascheberg Hermann Nagel „zu Königsbrügge“ die Anna Schmiesing zu Itlingen in Ascheberg gelegen. Damit übernahm er das Schloss Itlingen und begründete die Linie von Nagel zu Ittlingen. Während die ältere Linie zu Königsbrück bald nachher ausstarb, pflanzte der jüngere Zweig zu Ittlingen das Geschlecht zu Vornholz, Loburg etc. fort. Georg oder Jörg Nagel von Ittlingen heiratete Apolina von Wendt vom Haus Betzen (von Schloen genannt Tribbe). Deren Sohn Adolf von Nagel zu Ittlingen wurde der Stammvater der Linie Ostbevern. Haus Itlingen befindet sich bis heute im Besitz der Freiherren von Nagel.
Linie Ostbevern 1651 wurde ein Schwager der Droste zu Senden, Adolf von Nagel, Besitzer des Schlosses Loburg in Ostbevern. Adolf von Nagel zu Ittlingen heiratete am 14. April 1649 Elisabeth Anna Droste zu Loburg (Tochter von Joachim Droste zu Loburg). Deren erster Sohn Georg Joachim heiratete Magaretha Adelheid Dorothea von Eerde († 1724). Deren Sohn Johann Caspar Friedrich von Nagel zu Loburg heiratete 1716 Elisabeth Bernhardina Theodora von Valcke, zuvor Kanonisse zu Stift Nottuln. Der jüngere Sohn Heidenreich Adolf, Domherr zu Münster und Osnabrück, Propst zu St. Mauritz und münsterischer Hofkammerpräsident erbte Schloss Loburg nach dem Tod Johann Caspars 1732. Mit ihm starb der ältere Zweig von Nagel zu Loburg 1748 aus.
Adolfs zweiter Sohn Wilhelm Franz von Nagel zu Loburg heiratete am 25. August 1695 Catharina Charlotte von Köth zu Wanscheid (Tochter des Johann Wilhelm Köth von Wanscheid und der Clara Elisabeth von Cronberg). Deren Sohn Josef Marsil Wilhelm Xaver von Nagel zur Loburg heiratete am 4. Juni 1747 Anna Adolphine von Nagel zu Herl, die vorher Kanonisse im Stift Nottuln war. Er erbte Loburg von Adolf Heidenreich und ließ dort ein neues Schloss unter Johann Conrad Schlaun errichten. Sein Sohn Clemens August Theodor Josef von Nagel zur Loburg (seit 1780 mit Anna Clementine Wilhelmine von Heereman zu Zuydtwyck verheiratet)H. J. Vetter: Authentische Sammlung der bei der Bergischen Ritterschaft vorhandenen und aufgeschworenen Adlichen Wapen und Stammtafeln nebst Bemerkung der Aufschwörungs-Zeit und vollständigem Register. Verlag Buchhandlung Langen, Köln 1791, S. 52. musste 1785 das Schloss bei einer Zwangsversteigerung an Friedrich Clemens von Elverfeldt zu Dahlhausen und Steinhausen abtreten, nachdem die Familie Ende des 18. Jahrhunderts in Konkurs geraten war.
Ahnentafel, geschrieben am 10. Dezember 1790:H. J. Vetter: Authentische Sammlung der bei der Bergischen Ritterschaft vorhandenen und aufgeschworenen Adlichen Wapen und Stammtafeln nebst Bemerkung der Aufschwörungs-Zeit und vollständigem Register. Verlag Buchhandlung Langen, Köln 1791, S. 53.
Linie Ostenfelde Im Jahre 1656 erwarb Dietrich Hermann von Nagel den Besitz Haus Vornholz. 1675 zerstörte er auf Befehl des Fürstbischofs Christoph Bernhard von Galen die Nienburg und verhaftete dessen Besitzer. 1697 erwarb Christoph Bernhard von Nagel den Landbesitz von Nienburg. Durch die Heirat des Hermann Adolf von Nagel mit Johanne Elisabeth von Doornick, der Erbin von Haus Wohnung, im Jahre 1765, heißt das Geschlecht jetzt von Nagel-Doornick und deren Nachkommen lebt noch heute auf dem Wasserschloss Vornholz.
Linie Hünxe 1805 erwarb der niederländische Oberst und Freiherr von Nagell durch Heirat mit Gräfin Constanze Hermine Elisabeth von Quadt und Hüchtenbruck das Schloss Gartrop und begründete damit die Linie in Hünxe. 1993 verkaufte Egbert Freiherr von Nagell Schloss Gartrop.
Wappen Das Stammwappen derer von Nagel wird wie folgt blasoniert: „In Silber ein runder roter Rinck (Schnalle, Spange)Bernhard Peter-Koblenz (Hrsg.): Welt der Wappen: Heraldik - Besondere Motive: Rinck/Rink., außen mit fünf (oben 2, unten 3) halben roten Lilien besetzt. Auf dem goldbekronten Helm mit rot-silbernen Decken der rote Rinck zwischen einem offenen, rechts silbernen und links roten Flug“Christoph Franke et al.: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon. Band IX, Band 116 der Gesamtreihe GHdA, Limburg (Lahn) 1998, S. 319..
Das Wappen derer von Nagel zeigt: „In Silber ein runder roter Rinck mit links weisendem Dorn, außen mit fünf (oben 2, unten 2, rechts 1) halben roten Lilien besetzt. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken der rote Rinck zwischen einem offenen silbernen Flug.“
Personen Dietrich Hermann von Nagel Christoph Bernhard von Nagel Hermann Werner von Nagel Edmund Friedrich Levin von Nagel Hermann Adolf von Nagel Wilhelm von Nagel (1770–1805), Freiherr August von Nagel-Doornick (1799–1839), Rittergutsbesitzer und Politiker Clemens August von Nagel-Doornick (1835–1900), Rittergutsbesitzer und Politiker Paul von Nagel-Doornick (1875–1935) verheiratet mit Elisabeth Gräfin von Merveldt Clemens von Nagel-Doornick (1908–1977), Pferdezüchter Ida von Nagel-Doornick (1917–1971), Dressurreiterin Franz Ferdinand von Nagel Georg Levin von Nagel Franz Adolf von Nagel Ferdinand Matthias von Nagel Ferdinand Ignaz von Nagel Ferdinand von Nagel zu Ittlingen und Ehefrau Odilia Elisabeth von Westphalen, urkundlich 1646 Nicol Ferdinand von Nagel (* 1651)-auf Ittlingen Friedrich Ludwig von Nagel (1690–1739)-auf Ittlingen Adrian von Nagel (* 1721)-Freiherr, auf Ittlingen, Freiherr Ludwig von Nagel (* 1768)-auf Ittlingen Werner von Nagel (1800–1832)-auf Ittlingen Ernst von Nagel (1829–1908)-auf Ittlingen Klemens von Nagel (1861–1929)-auf Ittlingen Hermann Joseph (Hermann) von Nagel (1899–1982)-auf Ittlingen, Autor,Derselbe: Hermann Freiherr von Nagel-Ittlingen: Grosse deutsche Turnierreiter der Vergangenheit. Hrsg. Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V./Augustine Marquesa de Pozoblanco geb. Freiin von Nagel-Ittlingen, FN-Verlag-Selbstverlag, Warendorf 1978/1982. ISBN 3-88542-017-1. Oberst a. D., Herrenreiter Philipp Ludwig von Nagel zu Ittlingen Josef Marsil Wilhelm Xaver von Nagel zur Loburg (1715–1777) Clemens August Theodor Josef von Nagel zur Loburg (1748–1828); Nachfahren n. bek.
Güter
Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch. (GGT/GGT-F-A (Uradel)), Justus Perthes, Gotha (Redaktion u. Druck jew. i. Vorjahr/Auszug): GGT/GGT-F-A (Uradel). 1857, Gotha 1856.; GGT/GGT-F 1863. Jahrgang 13, Gotha 1862, S. 653 ff. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1871. Jahrgang 21, Gotha 1870, S. 465 ff. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1920. Jahrgang 70, Gotha 1919, S. 557 ff. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1940. Jahrgang 90, Gotha 1939. Genealogie und Stammbaum v. Nagel, In: Anton Fahne: Die Herren und Freiherren von Hövel, nebst Genealogie der ... Heberle, Köln 1860, S. 111 ff. Leopold Nedopil: Deutsche Adelsproben aus dem Deutschen-Ordens-Central-Archive. Zweiter Band, Verlag Wilhelm Braumüller K. K. Hof-Universitätsbuchhändler, Wien 1868, S. 2-Nr. 4295, 4296, 4297. ff. J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch. Band VI. 04. Abgestorbener Adel Preußen, Bauer und Raspe E. Küster, Nürnberg, S. 52, Tafelnummer 38. Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, C. A. Starke, Görlitz 1901–1903, S. 93.; ff. Band 2, C. A. Starke, Görlitz 1903, Tfl. 226. und Tfl. 228. Genealogisches Handbuch des Adels, GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn), -(Auszug): Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans-Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. A (Uradel). 1959. Band III, Band 21 der Gesamtreihe GHdA, Limburg (Lahn) 1959, S. 321–332. Christoph Franke, Walter von Hueck: GHdA-Adelslexikon. Band IX, Band 116 der Gesamtreihe GHdA, Limburg (Lahn) 1998, S. 318–319. Herbert M. Schleicher (Bearb.): Die Genealogisch-heraldische Sammlung des Kanonikus Joh. Gabriel von der Ketten in Köln. 4. Band IV: Mu-U. In: Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Neue Folge Nr. 32, Köln 1986, S. 60–73. Sven Solterbeck: Blaues Blut und rote Zahlen. Westfälischer Adel im Konkurs 1700–1815. Waxmann Verlag, Münster 2018, ISBN 978-3-8309-3869-9.
Weblinks
Urkundenregesten aus dem Archiv des Hauses Itlingen / Digitale Westfälische Urkunden-Datenbank (DWUD)
Einzelnachweise
Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht Kategorie:Ostbevern