Norbert Masur (* 13. Mai 1901 in Friedrichstadt; † 10. Juli 1971 in Stockholm) war ein Unterhändler des Jüdischen Weltkongresses, der am 20. April 1945 mit Heinrich Himmler über die Freilassung von KZ-Häftlingen verhandelte.
Leben Norbert Masur war eines von zehn Kindern von Leiser Masur, Kaufmann in Friedrichstadt, und Hannchen Masur (geb. Levy). Er lebte nach Ende des Zweiten Weltkriegs abwechselnd in Tel Aviv und Stockholm. (PDF; 772 kB)
Die Verhandlungen mit Heinrich Himmler Der Jüdische Weltkongress (World Jewish Council, kurz: WJC) war 1936 in Genf zur Zeit des Nationalsozialismus gegründet worden, um die Juden zu einen, ihre Interessen zu vertreten und gegen die Nationalsozialisten zu mobilisieren.https://www.worldjewishcongress.org/en/about Über den World Jewish Congress (englisch) Über Heinrich Himmlers finnischer Masseur Felix Kersten arrangierte die schwedische Sektion des WJC ein geheimes Treffen auf Kerstens Gut Hartzwalde in Dollgow, rund 80 Kilometer nördlich von Berlin. Norbert Masur wurde als Unterhändler bestimmt, dem von Himmler freies Geleit zugesichert wurde. Durch die Verhandlungen mit Masur und den Nachverhandlungen mit dem Leiter des Schwedischen Roten Kreuzes Folke Bernadotte wurde es dieser Organisation ermöglicht, in den folgenden Tagen rund 7000 Frauen aus dem Frauen-KZ Ravensbrück zu retten, erwähnt 'ca. 7500 Evakuierte', bezieht sich dabei aber auch auf die Aktivitäten des Dänischen und des Internationalen Roten Kreuzes bekannt als die Rettungsaktion der Weißen Busse. Rund die Hälfte dieser Frauen, die aus über 40 Nationen deportiert worden waren, waren Jüdinnen. Frauenkonzentrationslager Ravensbrück/Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Geschichte von 1939 bis 1945. Sie wurden im südlichen Schweden in Auffanglagern untergebracht. Masur äußerte sein Erschrecken über den dramatischen Zustand der Frauen nach den teilweise mehrjährigen Lageraufenthalten. Vor allem für die polnischen Jüdinnen erschien Norbert Masur eine Rückkehr in ihre Heimat vor dem Hintergrund ermordeter Familienangehöriger, den Erfahrungen in den Ghettos und den vernichteten jüdischen Gemeinden unvorstellbar, sodass er eine Emigration nach Palästina als einzige Möglichkeit ansah, dass diese Frauen ihre Würde wiedererlangten. (PDF; 772 kB)
Literatur
Weblinks Norbert Masur: "My meeting with Heinrich Himmler April 20/21, 1945. Report to the Swedish Section of the World Jewish Congress". United States Holocaust Memorial Museum (enthält die deutsche Originalversion, die schwedische Veröffentlichung “En jude talar med Himmler”, 1945, und eine englische Übersetzung von Henry Karger, 1993)
Einzelnachweise
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