Haslach () ist ein Gemeindeteil des Marktes Dürrwangen im mittelfränkischen Landkreis Ansbach in Bayern.
Die Gemarkung Haslach hat eine Fläche von 4,425 km². Sie ist in 624 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7091,99 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Dattelhof, Lohmühle und Witzmannsmühle.
Geographie Das Dorf liegt am Hofwiesbach, der etwas weiter nordöstlich als rechter Zufluss ins Hühnerbächlein mündet, das wiederum ein rechter Zufluss der Sulzach ist. Südwestlich des Ortes befinden sich die Hofwiesbachweiher, südlich der Eichwald. Die Kreisstraße AN 41 führt zur Staatsstraße 2220 (1,1 km westlich) bzw. nach Dorfkemmathen (2,7 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Witzmannsmühle zur Staatsstraße 2220 (0,8 km nördlich) und nach Halsbach (1,7 km südwestlich). Ein Anliegerweg führt zum Dattelhof (0,1 km nördlich).
Geschichte Die Fraisch über Haslach war umstritten. Sie wurde sowohl vom ansbachischen Oberamt Wassertrüdingen als auch vom oettingen-spielbergischen Oberamt Dürrwangen beansprucht. Die Reichsstadt Dinkelsbühl wollte sie auf ihren Gütern geltend machen. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde von allen Grundherren beansprucht. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Haslach 26 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (4 Anwesen; Verwalteramt Forndorf: 1 Gut, 1 Gütlein, 1 Sölde; Kastenamt Wassertrüdingen: 1 Gütlein) das Fürstentum Oettingen-Spielberg (8 Anwesen; Oberamt Dürrwangen: 1 Dreiviertelhof, 1 Halbhof, 1 Viertelhof, 3 Sölden, 2 Halbhäuser) die Reichsstadt Dinkelsbühl (13 Anwesen; Karmelitenkloster: 1 Gütlein; Prädikaturpflege: 4 halbe Gütlein; Ratsamtspflege: 3 Güter; Reichalmosenpflege: 1 Gut, 1 Gütlein; Siechenpflege: 1 Hofgut, 2 halbe Hofgüter) der Deutsche Orden (Obervogteiamt Dinkelsbühl: 1 Gütlein).T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 425ff. (= J. K. Bundschuh, Bd. 2, Sp. 520.) Hiernach gab es 17 Untertansfamilien, von denen 4 ansbachisch waren. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Wassertrüdingen.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 563.
1806 kam Haslach an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Haslach 1809 dem Steuerdistrikt Dürrwangen und der Ruralgemeinde Halsbach zugeordnet.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 532. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Haslach, zu der Dattelhof, Lohmühle und Witzmannsmühle gehörten.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 537. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Dinkelsbühl zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Dinkelsbühl (1919 in Finanzamt Dinkelsbühl umbenannt, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag beim im gleichen Jahr gebildeten Stadt- und Landgericht Dinkelsbühl (1879 in das Amtsgericht Dinkelsbühl umgewandelt, seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach). Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Haslach an den Landkreis Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,421 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Mai 1978 nach Dürrwangen eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Haslach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 169 217 226 215 224 224 229 244 241 238 241 216 220 231 239 236 248 265 265 285 283 277 277 308HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 35 36 44 51 51 50 52 55 60 Quelle Für die Gemeinde Haslach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Dattelhof (S. 17), Lohmühle (S. 56) und Witzmannsmühle (S. 104) Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 215 Einwohner.
Ort Haslach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1995 2005 2011 2017 Einwohner 136 185 194 196 194 184 212 237 247 264 280 293 314 313 310Häuser 29 30 43 43 46 47 53 69 Quelle
Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Peter und Paul (Halsbach) gepfarrt. Die Protestanten sind zur Filialkirche Zur Lieben Frau in Dorfkemmathen gepfarrt.
Sehenswürdigkeiten Baudenkmal Gassenlohe: Corpus eines Feldkreuzes, Holz, 18. Jahrhundert
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Dürrwangen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach