Ateitininkai ist ein litauischer katholischer Jugendverband mit ca. 3000 Mitgliedern. Der Name ist abgeleitet vom Wort Ateitis und bedeutet so viel wie „Zukunft“. Ziel der Organisation ist die ganzheitliche Entwicklung von jungen Menschen, die es ihnen ermöglicht, im Sinne des christlichen Glaubens zu wirken und die Gesellschaft im Sinne christlicher Werte zu verändern.
Ateitis ist seit der General Assembly 2001 in Ghana Mitglied der fimcap.KjG international
Struktur und Aktivitäten Die 3000 Mitglieder des Verbandes organisieren sich in lokalen Gruppen. Treffen finden jedes Wochenende statt. Ateitis konzentriert sich bei seinem Engagement auf die Arbeit mit Schülern und Studenten. Die Wochenendcamps des Verbandes erfreuen sich in Litauen bei den Jugendlichen großer Beliebtheit. Die Mehrheit der Mitglieder ist in Litauen; lokale Gruppen gibt es auch in Deutschland, Europa, USA und Kanada.
Grundprinzipien Der Verband beruft sich auf fünf Grundprinzipien:
Glaube: Teil der Identität des Verbandes ist der gemeinsame katholische Glaube. Dieser Glaube wird im Rahmen des Verbandes auch gelebt. So wird auf den Zeltlagern des Jugendverbandes zum Beispiel täglich gemeinsam Gottesdienst gefeiert. Kulturelle Identität: Daneben spielt auch die Pflege des litauischen kulturellen Erbes eine zentrale Rolle. Familie und Gemeinschaft: Einen hohen Stellenwert hat es auch, dass sich die Mitglieder besonders um eine gute Beziehung zur eigenen Familie sowie zu anderen Verbandsmitgliedern bemühen. Akademische Tradition: Zudem versteht sich Ateitis als akademische Organisation. Mit seinen Themen und Veranstaltungen versucht der Verband, den Horizont seiner Mitglieder zu erweitern. Wirken in der Öffentlichkeit: Unter dem Motto „alles im Sinne Christi zu erneuern“ ist es der Anspruch des Verbandes, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen und eine Kraft der positiven Veränderung zu sein.
Geschichte Der Verband wurde am 19. Februar 1910 gegründet. Nach der vorläufigen Unabhängigkeit Litauens 1918 wuchs die Organisation stark. Während der sowjetischen Besatzung 1945–1990 arbeitete Ateitis im Exil weiter. Seit der Unabhängigkeit Litauens und dem Ende der Besetzung durch die Sowjetunion 1991 kann sie offen in Litauen aktiv sein.History, Ateitis Homepage (englisch)
Leitung 1925–1927: Pranas Dovydaitis (1886–1942), Jurist und Politiker 1927–1930: Stasys Šalkauskis (1886–1941), Philosoph 1947–1949: Antanas Maceina 1946–1952: Adolfas Damušis (1908–2004), Chemiker, Industrieminister 1963–1967: Juozas Girnius (1915–1994), Philosoph 1967–1973: Justinas Pikūnas (* 1921), Psychologe 1973–1979: Petras Kisielius (1917–2008), Arzt 1979–1983: Juozas Bronius Laučka (1910–1993), Journalist 1983–1985: Kazys Pemkus (1920–1996), Arzt 1985–1997: Juozas Polikaitis 1997–2000: Vygantas Malinauskas 2000–2003: Vidas Abraitis 2003–2006: Liutauras Serapinas 2006–2010: Vygantas Malinauskas (* 1972), Wirtschaftsjurist 2010–2014: Rozvita Liūdžiūtė-Vareikienė (* 1959), Biochemikerin Seit 2014: Vaidotas Vaičaitis (* 1969), Jurist, Dozent (Verfassungsrecht)Vaidotas Vaičaitis: ateitininkų principai reikalingi Lietuvai, www.bernardinai.lt, 16. Juli 2014
Geistliche Betreuer 1927–1940: Prel. Pranas Kuraitis 1946–1952: Jonas Gutauskas 1952–1959: Viktoras Gidžiūnas MIC 1959–1963: Jonas Kidykas SJ 1963–1983: Stasys Yla 1983–1996: Valdemaras Cukuras 1989–1992: Vaclovas Aliulis MIC (1921–2015) 1996–2000: Sigitas Tamkevičius SJ 2000–2006: Bischof Jonas Kauneckas Seit 2006: Gintaras Grušas
Mitglieder Vaclovas Aliulis (1921–2015), Priester, Marianer Kazys Bizauskas (1893–1941), Diplomat und Jurist Kazys Bobelis (1923–2013), Chirurg und Politiker, Mitglied des Seimas Vytautas Bogušis (* 1959), Dissident und Politiker, Mitglied des Seimas Vincentas Borisevičius (1887–1946), Bischof von Telšiai Jonas Boruta (1944–2022), Bischof von Telšiai Bernardas Brazdžionis (1907–2002), Dichter Aistė Diržytė (* 1977), Psychologin, Professorin Pranas Dovydaitis (1886–1942), Hochschullehrer und Politiker, Premierminister Vytautas Dudėnas (* 1937), Investmentbanker und Politiker Juozas Girnius (1915–1994), Philosoph, Existenzialist Gintaras Linas Grušas (* 1961), Erzbischof von Vilnius Vladas Jurgutis (1885–1966), Geistlicher und Politiker, Außenminister und Seimas-Mitglied, Zentralbanker, Professor Jonas Kauneckas (* 1938), Bischof von Panevėžys Juozas Lukša-Daumantas, Partisan Antanas Maceina (1908–1987), Philosoph, Pädagoge und Dichter Salomėja Nėris (1904–1945), Dichterin Kazys Pakštas (1893–1960), Geograf Feliksas Palubinskas (* 1935), Politiker, Mitglied im Seimas, Parlamentsvizepräsident Arūnas Poniškaitis (* 1966), Weihbischof von Vilnius Mečislovas Reinys (1884–1953), Erzbischof Kęstutis Skrupskelis, Professor der University of South Carolina Aleksandras Stulginskis (1885–1969), Präsident Litauens Stasys Šalkauskis (1886–1941), Filosof, VDU-Rektor Sigitas Tamkevičius SJ (* 1938), Erzbischof von Kaunas Stasys Yla (1908–1983), Pfarrer Egidijus Vareikis (* 1958), Chemiker, Politologe und Politiker Arvydas Petras Žygas (1958–2011), Anthropologe und Professor an der Vytautas-Magnus-Universität Kaunas (VDU)
Einzelnachweise
Kategorie:Mitgliedsverband der fimcap Kategorie:Römisch-katholische Organisation (Litauen) Kategorie:Jugendverband (Litauen) Kategorie:Organisation (Kaunas) Kategorie:Verbandsgründung 1911