Das Markgräfler Wiiwegli (Markgräfler Weinweglein) ist ein etwa 92 Kilometer langer Fernwanderweg in fünf Etappen durch das Markgräflerland. Das Wiiwegli bildet neben dem Ortenauer Weinpfad zu Beginn und dem darauf folgenden Breisgauer Weinweg den südlichen Abschluss einer Kette von insgesamt drei Weinwegen durch Südbaden.
Das meist auf der ersten Hälfte am westlichen Rand des Schwarzwaldes verlaufende Wiiwegli beginnt in Freiburg (St. Georgen), orientiert sich später etwas weiter westlich am Rhein und endet in Grenzach-Wyhlen.
Der Weg ist charakterisiert durch meist hügelige Weinlandschaften, im Wechsel mit Waldgebieten, Wiesen, Reben und Landwirtschaft.
Geschichte mini|Historisches Wegschild in Weil am Rhein mit alter Kilometrierung Die erste Erwähnung des Wiiweglis war im Jahre 1976 durch den Weiler Schwarzwaldverein. Der Weg führte zunächst von Weil am Rhein nach Schliengen, später wurde er nach Staufen und letztendlich weiter nach Freiburg verlängert. S. 11 Im Jahre 2004 wurde der Wegverlauf des Wiiweglis bedingt durch den Bau des Katzenbergtunnels und der Baustelle am Südportal bei Efringen-Kirchen geändert. Ursprünglich verlief der Weg von der Römerstraße am Katzenberghang hinunter nach Efringen-Kirchen hinein und von dort weiter in Richtung Etzelbrücke. Nach der Verlegung verbleibt der Weg oberhalb am Hang und setzt sich zunächst weiter östlich in Richtung der Britschenhöfe fort, um erst dann von dort zur Etzelbrücke zu führen. Diese Verlegung und weitere Modifikationen der Strecke erklären auch die kürzere, historische Wegdistanz. Im Jahr 2016 wurde das Wiiwegli an seinem Südende verlängert bis Grenzach-Wyhlen.
Kurzbeschreibung Das Markgräfler Wiiwegli beginnt in Freiburg (St. Georgen) und führt u. a. durch und entlang der Dörfer und Städte Ebringen, Kirchhofen/Ehrenstetten, Staufen, Grunern, Ballrechten, Sulzburg, Muggardt, Müllheim, Auggen, Schliengen, Bad Bellingen, Blansingen, Huttingen, Fischingen, Binzen, Ötlingen, Weil am Rhein, Riehen in der Schweiz und nach Grenzach-Wyhlen.
Entlang der Wanderung sind u. a. sehenswert: Panorama vom Batzenberg, Aussicht mit Kapelle und die Steinzeithöhlen am Ölberg bei Ehrenstetten, Lourdes-Grotte bei Ehrenstetten, Ruine und Blick von der Burg Staufen, das mittelalterliche Städtchen Staufen, Aussicht vom Castellberg, ehemalige Synagoge in Sulzburg, Blick vom Römerberg bei Niederweiler auf Badenweiler und den Blauen (auch Hochblauen), Jägerdenkmal und alte Linde auf dem Luginsland bei Müllheim mit Panorama, Kapelle Maria Hügel bei Bamlach, Stationenweg auf der Römerstraße bei Bamlach, Aussicht am Huttinger Kreuz, Café Inka in Ötlingen, Panoramaweg am Tüllinger Berg.
Verlauf
mini|Karte mit Wegverlauf des Wiiweglis + Übersicht des Schwarzwaldvereins – Etappen Markgräfler Wiiwegli Etappe Start Ziel Strecke (km) Gehzeit (h) 1 Freiburg Staufen 22,5 5–6 2 Staufen Müllheim 19 5 3 Müllheim Bad Bellingen 13 5 4 Bad Bellingen Ötlingen 25 5–6 5 Ötlingen Grenzach-Wyhlen 12,5 5–6
Die vom Schwarzwaldverein angebrachte Beschilderung erfolgt an Wegkreuzungen und zwischen den Abschnitten durch ein Wegzeichen mit einem Symbol einer gelben Weintraube auf roter Raute. Eine Wanderkarte wird empfohlen, da der Streckenverlauf nicht immer ganz eindeutig ist. Die Etappen können aufgrund der kurzen Entfernungen zwischen den Dörfern individuell variiert werden und sind in beiden Richtungen erwanderbar.
Alle Höhenangaben liegen in Normalhöhennull vor.
Die beste Jahreszeit zur Wanderung ist von Frühling bis Herbst. Da das Wiiwegli in einer der wärmsten Regionen Deutschlands liegt und meistens nicht durch schattige Wälder führt, kann es im Sommer sehr heiß werden.
Tagestouren/Etappen
Erste Etappe: Freiburg – Staufen Übersicht Distanz: ca. 21,5 km Gehzeit: 5 bis 6 Stunden Schwierigkeit: leicht mini|Weinberge vom Batzenberg aus gesehen mit dem Schneckental, Ebringen und Freiburg im Hintergrund mini|Landschaft bei Ehrenstetten mit dem Ölberg Ort/Sehenswürdigkeit Strecke (km) Höhe (m ü. NHN) Weitere Informationen Freiburg (St. Georgen) 0 258 Bushaltestelle Sängerruhe 1,7 361 Schutzhütte und Denkmal liegen 200 m unterhalb Naturschutzgebiet Vogelsang 1,5 338 Ebringen 2,4 250 Kapellenstraße mit BushaltestelleBahnhof in 400 m Batzenberg 3,1 309 Umsetzer Batzenberg 1,1 328 Reblausdenkmal Kirchhofen 1,7 256 OrtseingangBushaltestelle in ca. 200 m Ehrenstetten 2,2 265 Bushaltestelle Bei der Lourdes-Grotte 1,9 290 Abzweigung Bettlerpfad Breitwasen 0,7 302 Abzweigung historischer Bettlerpfad Wolfsberggraben 2,2 321 Abzweigung historischer Bettlerpfad St. Gotthardhof 1,4 350 Kapelle St. Gotthardhof und Gasthof Staufen 1,6 286 RathausplatzBahnhof in 500 m
Wegbeschreibung Die erste Etappe des Wiiweglis beginnt in Freiburg (St. Georgen) in der Schneeburgstraße (). Nach der Unterführung der Rheintalbahn führt der Weg etwas steiler hoch in einen Mischwald des Schönbergs zur Sängerruhe. Am Waldrand trifft der Weg auf eine Schutzhütte und ein Kriegsdenkmal. Auf der Strecke zum Naturschutzgebiet Vogelsang ergibt sich ein Panorama in die Rheinebene nach Freiburg, zum Tuniberg, Kaiserstuhl und bei guter Sicht bis hin zu den Vogesen. Am Ebringener Bohl steht oberhalb am Waldrand ein Schlachtenkreuz (). Dieses erinnert an die Kämpfe am Bohl während des Dreißigjährigen Krieges. Das erste Weindorf auf dieser Etappe ist Ebringen und liegt abwärts hindurch durch Weinreben.
Der Weg zum Batzenberg führt nach der Ortsdurchquerung über den Dürrenberg in Richtung Schallstadt über eine Brücke, die die Landesstraße 125 überspannt. Das Wiiwegli zweigt bei einem alten Wasserwerk Wolfenweilers nach links ab und führt gerade hoch zum Batzenberg. Am Umsetzer geht es zunächst noch für ein kurzes Stück ein wenig abwärts (Blick in das Schneckental und mit dem darin liegenden Pfaffenweiler), ehe das Reblausdenkmal () oben auf dem Batzenberg erreicht wird. Ein Panorama lockt vom Denkmal auf die Rheinebene mit dem Kaiserstuhl, die Vogesen und auf den Südschwarzwald. Der Abstieg nach Pfaffenweiler erfolgt rechts am Denkmal vorbei (Sicht auf Bad Krozingen), dabei wird die von Pfaffenweiler kommende L 125 zum zweiten Mal über eine Brücke überquert.
mini|Lourdes Grotte bei Ehrenstetten Kirchhofen wird nur am nördlichen Ortsrand berührt, es geht gleich wieder steil aufwärts in die Weinberge. Am Wegweiser Schilfloch () ist es möglich, direkt zur aussichtsreichen Ölberg-Kapelle () zu wandern (1 km). Der Weg führt unten in Ehrenstetten an der Kirche vorbei. Wieder oberhalb am Berg ist am Wegweiser Bei den Himmelsstäpfle () ein empfehlenswerter Abstecher noch weiter aufwärts zur Ölberg-Kapelle möglich (0,5 km), oder geradeaus zu den Steinzeithöhlen (1 km). Das Wiiwegli folgt für eine kurze Strecke an einem Berghang gelegenen schmalen Pfad hinunter zum Bach Möhlin. Die von Bollschweil kommende Landesstraße 122 wird danach überquert, nach etwa einem Kilometer trifft das Wiiwegli auf den Bettlerpfad und eine Lourdes-Grotte ().
Nach wenigen Gehminuten verlässt das Wiiwegli gemeinsam mit dem Bettlerpfad den in Richtung Lehenhof führenden Weg, orientiert sich nach rechts, folgt nun einen sich schlängelnden, schmalen Pfad im Wald zur Wegkreuzung Breitwasen. Der historische Bettlerpfad verläuft weiter südlich und geradeaus über Wiesen zur Wegkreuzung Wolfsberggraben. Das Wiiwegli zweigt jedoch nach links ab und nimmt einen kleineren Umweg. Ein Grab der Alemannen aus dem 6. bis 8. Jahrhundert kann am linken Wegesrand in etwa 800 m nach dem Wegweiser Norsinger Grund () und vor Ambringer Grund () besichtigt werden. Nach der Vereinigung mit dem Bettlerpfad kommt das Wiiwegli nach dem Rothof () auf einer asphaltierten Straße zur St.-Gotthardhof-Kapelle () mit einem Gasthof.
mini|center|600px|Blick auf den Schlossberg von Staufen und die Burgruine Ab dem St. Gotthardhof ergibt sich ein Panorama zum Batzenberg, in das Rheintal, auf den Schlossberg von Staufen und die Burgruine. Abschließend verbleibt das Wiiwegli auf dem Sträßchen hinunter nach Staufen. Am Wegweiser Bötzen () geht es auch direkt zur Burgruine (0,8 km). Das Etappenende ist am Rathausplatz in Staufen erreicht.
Zweite Etappe: Staufen – Müllheim Übersicht Distanz: ca. 18,5 km Gehzeit: ca. 5 Stunden Schwierigkeit: leicht bis mittel mini|Typische Landschaft auf der zweiten Etappe mit dem Castellberg im Hintergrund mini|Blick auf Britzingen unterhalb des Wiiwegli Ort/Sehenswürdigkeit Strecke (km) Höhe (m ü. NHN) Weitere Informationen Staufen 0 286 Rathausplatz Grunern 1,8 288 Altes Rathaus Ballrechten 2,5 347 Wegweiser ZiegelhofOrtseingang östlich Vorderer Castellberg 1,6 368 Aufstieg zum Burgrest Kastelberg in 0,8 km Sulzburg 1,2 335 MarktplatzAbzweigung Bettlerpfad Freusig 0,9 385 Auf der Wurmisholen 1,4 335 Muggardt 1,1 375 Abzweigung Bettlerpfad Britzingen 2,2 335 Wegweiser KrebsmattOrtseingang südöstlich Philippslinde 1,5 418 Römerberg 0,8 425 Panorama auf Badenweiler Niederweiler 1,8 296 Alte Landstraße Müllheim 1,7 265 Wegweiser Schwimmbad
Wegbeschreibung mini|hochkant|Evangelische Kirche in Muggardt Die zweite Etappe des Wiiweglis nimmt seinen Anfang in Staufen am Rathausplatz () und führt nach einem kurzen Wegstück beim Neumagen südlich zur nächsten Ortschaft Grunern. Der Weg steigt in Grunern an, verläuft am westlichen Rand des Fohrenbergs entlang durch Weinreben bis zum südlichen Ende des Berges, dann leicht bergab, wo der östliche Ortseingang von Ballrechten erreicht wird. Am Ziegelhof führt das Wiiwegli auf den direkt am Waldrand des Castellbergs befindlichen Panoramaweg bergauf (Sicht in die Rheinebene und später auf Sulzburg). Der Panoramaweg ist mit Trockenmauern und zahlreichen Sitzgelegenheiten gesäumt. Am Wegweiser Vorderer Castellberg ist ein Abstecher zum Castellbergturm möglich (0,8 km).
mini|Panorama auf Britzingen am Wegesrand In Sulzburg führt die Strecke teilweise durch kleine Sträßchen und Gassen durch, kommt dabei an einer Synagoge vorbei. Nach dem Durchgang durch das Stadttor zweigt die Strecke nach links ab (Brücke über den Fliederbach). Auf einem schmalen und steilen Pfad geht es hoch in das Waldgebiet Freusig, mit einem Panorama auf Sulzburg, den Castellberg, Ballrechten-Dottingen und weit im Hintergrund auf den Kaiserstuhl. Der Weg nach Muggardt richtet sich am Waldrand und verweilt dabei oberhalb Laufens weitestgehend in den Weinreben.
Auf dem Wegstück nach Muggardt findet sich linker Hand am Waldrand eine größere Schutzhütte. Das Dorf Muggardt liegt gut versteckt, dabei trifft das Wiiwegli am oberen Ortsrand wieder auf den Bettlerpfad. Beide Wege führen hinab durch das Dorf an der kleinen Kirche vorbei. Am Wegweiser Kleematt () trennen sich wieder die beiden Wege; der Bettlerpfad nimmt den Weg nach links oben in Richtung Tannwald, wohingegen das Wiiwegli in Richtung Britzingen gelenkt wird. Kurz vor dem Wegweiser Sonnhole liegt eine weitere Schutzhütte auf dem Weg. Britzingen wird lediglich am südöstlichen, oberen Ortsrand berührt.
Vor dem Weg hoch zur Philippslinde () muss eine kleine Britzingen mit Badenweiler verbindende Straße überquert werden. Das Wiiwegli zweigt nach kurzer Strecke ab dem Wegweiser Krebsmatt nach rechts unten durch Weinreben zu einer Schutzhütte ab. An der Hütte führt der Waldweg linker Hand steil hoch zur Philippslinde. Der auf den gängigen Karten eingezeichnete Weg führt hingegen auf dem sandigen Feldweg direkt aufwärts in das Waldgebiet zur Philippslinde und ist um etwa 300 m kürzer. Die Philippslinde erinnert an einen Landesforstmeister, welcher sich bei seiner Tätigkeit bleibende Verdienste erworben hatte. Der Römerberg () bietet eine Sicht auf Badenweiler und den Hochblauen.