Waldhäuslein ist ein Gemeindeteil des Marktes Schopfloch im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Waldhäuslein liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Schopfloch, teils auf dem Gemeindegebiet von Dinkelsbühl. Sie hat eine Fläche von 4,041 km². Sie ist in 444 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9101,04 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Burgstall, Pulvermühle und Rothhof.

Geographie Das Dorf liegt am Klingengraben, einem rechten Zufluss der Wörnitz. Der Ort ist von Acker- und Grünland und kleineren Waldgebieten umgeben. 0,5 km westlich liegt das Herrenholz. Eine Gemeindeverbindungsstraße führen nach Lehengütingen zur Bundesstraße 25 (1,8 km östlich), nach Burgstall (1,6 km südöstlich) und zu einer Gemeindeverbindungsstraße (0,6 km nordöstlich) zwischen Pulvermühle und Zwernberg.

Geschichte Die Fraisch über Waldhäuslein war umstritten. Sie wurde sowohl vom ansbachischen Oberamt Feuchtwangen als auch vom oettingen-spielbergischen Oberamt Dürrwangen beansprucht. Die Reichsstadt Dinkelsbühl wollte sie auf ihre Anwesen geltend machen.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 470.

1732 bestand der Ort aus 9 Anwesen mit 12 Mannschaften. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die Reichsstadt Dinkelsbühl. Grundherren waren die Reichsstadt Dinkelsbühl (2 Höfe mit doppelter Mannschaft, 2 Höfe, 1 Halbhof mit doppelter Mannschaft, 2 Gütlein), der Deutsche Orden (1 Hof) und das Kastenamt Feuchtwangen (1 Häuslein).Nach der Vetterischen Beschreibung des Oberamtes Feuchtwangen von 1732 (s. a. Waldhäuslein (Grundherrschaft) auf der Website geschichte-feuchtwangen.de).

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es 11 Anwesen und 1 Gemeindehirtenhaus. Grundherren waren das ansbachische Vogtamt Schopfloch (1 Haus mit Back- und Branntweinbrennrecht), die Reichsstadt Dinkelsbühl (Ratsamtspflege: 1 Gütlein, 2 halbe Gütlein; Spital: 1 Hof, 1 Hofgut, 2 halbe Hofgüter, 1 Gut, 1 Gütlein) und das Obervogteiamt Dinkelsbühl des Deutschen Ordens (1 Hof). (= J. K. Bundschuh, Bd. 6, Sp. 85.) Hiernach gab es elf Untertansfamilien, von denen sechs der Reichsstadt Dinkelsbühl, vier dem Deutschen Orden und einer dem Kastenamt Feuchtwangen untertan waren. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Wassertrüdingen.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 581f.

1806 kam Waldhäuslein an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Waldhäuslein 1809 dem Steuerdistrikt und der Ruralgemeinde Weidelbach zugeordnet.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 533. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Waldhäuslein. Zu dieser gehörten Burgstall, Pulvermühle und Rothhof.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 539. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Dinkelsbühl zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Dinkelsbühl (1919 in Finanzamt Dinkelsbühl umbenannt, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag beim im gleichen Jahr gebildeten Stadt- und Landgericht Dinkelsbühl (1879 in das Amtsgericht Dinkelsbühl umgewandelt, seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,063 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Waldhäuslein am 31. Dezember 1970 aufgelöst: Waldhäuslein kam mit der Pulvermühle zum Markt Schopfloch. Burgstall und Rothhof wurden nach Dinkelsbühl umgegliedert. Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Waldhäuslein an den Landkreis Ansbach.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Waldhäuslein Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 193 207 206 202 212 202 202 194 205 194 196 197 190 177 183 197 205 179 152 207 217 200 144 147HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 39 35 36 36 34 35 30 30 29 Quelle Für die Gemeinde Waldhäuslein zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Burgstall (S. 15), Pulvermühle (S. 73), Rothhof (S. 78). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 206 Einwohner. Für die nach Dinkelsbühl eingemeindeten Ortsteile: S. 168.

Ort Waldhäuslein Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 82 88 92 88 87 79 86 91 59 56 64Häuser 14 16 15 14 12 12 12 13Quelle

Baudenkmal Sandsteinkreuz, wohl 16. Jahrhundert, ein Kilometer nördlich des Ortes.

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Wendelin (Lehengütingen) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Georg (Dinkelsbühl) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Schopfloch, Mittelfranken) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1970 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach