Dickersbronn ist ein Gemeindeteil des Marktes Schopfloch im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Dickersbronn hat eine Fläche von 2,705 km². Sie ist in 355 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7619,60 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Franzenmühle und Köhlau.

Geografie Das Dorf liegt am Mühlgraben (in seinem Unterlauf Hellenbach genannt), einem linken Zufluss der Wörnitz. Im Osten und im Süden befinden sich kleinere Waldgebiete (im Süden Sägholz genannt), ansonsten ist der Ort von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Köhlau (1,2 km nordöstlich), nach Lehengütingen zur Bundesstraße 25 (1 km westlich) und nach Hellenbach (1 km südlich).

Geschichte Die Fraisch über Dickersbronn wurde sowohl vom ansbachischen Oberamt Feuchtwangen als auch vom oettingen-spielbergischen Oberamt Dürrwangen beansprucht. Die Reichsstadt Dinkelsbühl wollte sie auf ihren Anwesen geltend machen. 1732 gab es 16 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Grundherren waren das Stiftsverwalteramt Feuchtwangen (2 Güter), der Deutsche Orden (1 Hof), das Oberamt Dürrwangen (3 Anwesen) und die Reichsstadt Dinkelsbühl (1 Hof, 1 Mühle, 8 Anwesen).Nach der Vetterischen Beschreibung des Oberamtes Feuchtwangen von 1732 (s. a. Dickersbronn (Grundherrschaft) auf der Website geschichte-feuchtwangen.de). Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es weiterhin 16 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus mit denselben Grundherren. Die Angaben sind jedoch präziser: Stiftsverwalteramt Feuchtwangen (1 Gut, 1 Gütlein), Oberamt Dürrwangen (2 Halbhöfe, 1 Viertelhof), das Obervogteiamt Dinkelsbühl des Deutschen Ordens (1 Hof) und die Reichsstadt Dinkelsbühl (Evangelische Kirchenpflege: 1 Gütlein; Karmelitenkloster: 1 Gütlein; Siechenpflege: 1 Hofgut; Spital: 2 Hofgüter, 2 halbe Hofgüter, 1 Gut; die Dinkelsbühler Eigenherren Bühlmeyer und Rothmund: 1 Hofgut, 1 Gütlein).T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 404. (= J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 591.) Hiernach gab es 15 Untertansfamilien, von denen zwei dem Stiftsverwalteramt Feuchtwangen unterstanden. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Feuchtwangen.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 554.

1806 kam Dickersbronn an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Dickersbronn 1809 dem Steuerdistrikt Schopfloch und der Ruralgemeinde Lehengütingen zugeordnet.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 532f. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Dickersbronn, zu der Franzenmühle und Köhlau gehörten.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 537. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Dinkelsbühl zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Dinkelsbühl (1919 in Finanzamt Dinkelsbühl umbenannt, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag beim im gleichen Jahr gebildeten Stadt- und Landgericht Dinkelsbühl (1879 in das Amtsgericht Dinkelsbühl umgewandelt, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach ist). Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Dickersbronn an den Landkreis Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 2,651 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Mai 1978 nach Schopfloch eingemeindet.

Bodendenkmal Turmhügel Dickersbronn

Einwohnerentwicklung Gemeinde Dickersbronn Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 120 149 146 153 155 143 131 130 144 144 146 128 131 121 135 145 139 129 116 177 153 148 126 128HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 23 24 24 25 25 24 24 26 26 Quelle Für die Gemeinde Dickersbronn zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Franzenmühle (S. 26) und Köhlau (S. 49) Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 148 Einwohner.

Ort Dickersbronn Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2016 Einwohner 100 123 133 108 120 104 109 126 107 107 108 155Häuser 19 20 19 20 20 22 22 26 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Wendelin (Lehengütingen) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Georg (Dinkelsbühl) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Schopfloch, Mittelfranken) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach