Nový Žďár () ist ein Ortsteil der Stadt Aš in Tschechien.
Geographie Geographische Lage Die Streusiedlung liegt drei Kilometer südöstlich von Aš am Übergang vom Fichtelgebirge zum Elstergebirge im Quellgebiet des Mlýnský potok (Mühlbach, dann Alting), eines linken Zuflusses des Selbbachs. Südlich erhebt sich der Wartberg bei Selb (688 m) und im Südwesten der Oppersbühl (676 m). Durch Nový Žďár führen die Bahnstrecke Cheb–Oberkotzau und die Staatsstraße II/64 von Hazlov nach Aš bzw. Selb. Nachbargemeinden Nachbarorte sind Mokřiny im Norden, Nebesa im Osten, Výhledy und Skalka im Südosten, Längenau im Südwesten, Mühlbach und Neuenbrand im Westen sowie Wildenau im Nordwesten.
Geschichte Verglichen mit anderen Orten des Ascher Bezirks ist Nový Žďár eine eher jüngere Gründung. Nach J. Tittmann wird der Ort in einer Lehensurkunde vom 22. August 1569 als Besitz der Familie von Zedtwitz auf Liebenstein erstmals urkundlich erwähnt. Nördlich angrenzend ist im Jahr 1590 ein Ascher Vorwerk mit der Bezeichnung Vickarey (durch einen Stellvertreter verwaltetes Gut) belegt. In manchen Quellen wird diese Ansiedlung auch Fickerey genannt und der Name als Betrieb zur Herstellung von Taschen gedeutet. 1610 gehörte der Ort zum Sprengel der evangelischen Kirche in Asch.
Johann Gottfried Sommer beschreibt Neuenbrand im Jahr 1847 als ein zur Herrschaft Liebenstein gehörendes Dorf von 42 Häusern mit 167 Einwohnern und einem Wirtshaus. In der zur Herrschaft Asch gehörenden angrenzenden Fickerey befinden sich ein obrigkeitliches Jägerhaus und die Neubrand-Mühle mit Brettsäge.
1849 kam der Ort von der Herrschaft Liebenstein zum Gerichtsbezirk Asch bzw. Bezirk Asch und wurde Ortsteil von Rommersreuth.
1888 löste sich Neuenbrand von Rommersreuth und bildete eine eigene Gemeinde im Bezirk Asch.
Bis in das 20. Jahrhundert hinein befanden sich auf der Gemarkung drei Steinbrüche für Granit bzw. verwitterten Gneis. Der Bismarckturm auf dem Hainberg in Asch (Háj u Aše) wurde in den Jahren 1902–1903 mit 2.000 Tonnen Granit aus Neuenbrand errichtet. Der verwitterte Gneis diente als Rohmaterial für nahe gelegene Ziegeleien. In den Jahren 1916–1918 ließ der Ascher Unternehmer Albert Kirchhoff ein Fürsorgeheim für alte Menschen in Neuenbrand errichten.
1939 zählte Neuenbrand 413 Einwohner. Zwischen 1938 und 1945 war die Gemeinde Teil des Landkreises Asch. 1946 wurde die deutsche Bevölkerung enteignet und vertrieben. 1948 erfolgte die Eingemeindung nach Nassengrub und im selben Jahre die Umbenennung in Nový Žďár. Nach der Errichtung des Eisernen Vorhangs wurde ein Großteil der Häuser abgerissen; bis heute ist der Ort nur lückenhaft besiedelt. Nach der Aufhebung des Okres Aš kam der Ort Ende 1960 zum Okres Cheb. Mit Beginn des Jahres 1976 wurde Nový Žďár zusammen mit Mokřiny nach Aš eingemeindet. Beim Zensus von 2001 wurden 11 Wohnhäuser und 24 Einwohner gezählt.
alternativtext=Nový Žďár, im Bild links das in den Jahren 1916–1918 von Albert-Kirchhoff errichtete Fürsorgeheim der Stadt Asch, 2008|mini|Nový Žďár, im Bild links das in den Jahren 1916–1918 von Albert-Kirchhoff gestiftete Fürsorgeheim der Stadt Asch, 2008
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohnerzahl (tschechisch).1869 3131880 2911890 2831900 2741910 258 Jahr Einwohnerzahl1921 2131930 3801950 901961 431970 44 Jahr Einwohnerzahl1980 281991 272001 242011 41
Literatur Magdalena Šmrhová: Asch und Umgebung in alten Ansichten. Hosivice 2011, S. 191ff., ISBN 978-80-86914-34-3.
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil in Tschechien Kategorie:Ort im böhmischen Vogtland Kategorie:Aš Kategorie:Ersterwähnung 1569 Kategorie:Ehemalige Gemeinde in Tschechien Kategorie:Gemeindeauflösung 1948