Walter Hartmann (* 1943) ist ein deutscher Biologe, Pflaumenzüchter und Sachbuchautor. Bekannt ist er durch die Züchtung einiger Zwetschgensorten wie Hanka, Hanita oder Jojo, wobei letztere aufgrund ihrer Hypersensibilität (Resistenz) gegen die Scharka-Krankheit bedeutsam ist. Insgesamt brachte er 20 unterschiedliche Zwetschgensorten auf, weswegen er den Beinamen Zwetschgenpapst erhielt.Sebastian Fettig: Staatsmedaille in Gold – Kleinbrennerei-Autor Dr. Walter Hartmann ausgezeichnet. 8. Oktober 2018. Auf Kleinbrennerei.de, abgerufen am 14. September 2019.

Tätigkeit Hartmann war Akademischer Oberrat am Obstbauinstitut für Sonderkulturen und Produktionsphysiologie der Universität Hohenheim. Sein Forschungsschwerpunkt lag auf Züchtung und Selektionsarbeiten bei Obst, insbesondere Zwetschgen, was den Standort Hohenheim bezüglich Zwetschgenzüchtung international führend machte.Die Zukunft der Zwetschgenzüchtung. Fachtagung mit Sortenschau und Besichtigung der Zuchtquartiere – Zwetschgenforscher Dr. Walter Hartmann verabschiedet sich als Vorstand des Arbeitskreises Steinobst. In: Pressemitteilungen. 1. August 2007. Auf Uni-Hohenheim.de, abgerufen am 14. September 2019. Außerdem untersuchte er landschaftsprägende Obstarten.Walter Hartmann, Philipp Schwarz: Die 100 besten Obstsorten für die Brennerei. In: Buchbesprechung. Auf Ulmer.de, abgerufen am 14. September 2019.

Er war über 17 Jahre als Vorsitzender des Arbeitskreises Steinobst der Bundesfachgruppe Obstbau tätig. Hartmann ist Chairman der internationalen Arbeitsgruppe Pflaumen-Genetik. Im „Verein zur Erhaltung und Förderung alter Obstsorten“ wirkt er seit Gründung als zweiter Vorsitzender. Er ist seit 2000 Herausgeber des Farbatlas Alte Obstsorten. Auch mit Beginn seines Ruhestandes im Jahre 2008 arbeitet er noch regelmäßig in der Universität Hohenheim, wo er sein Forschungsmaterial weiter auswertet und jährlich einen Kalender mit Streuobstwiesen erstellt. Von 2020 bis 2024 widmete er sich der Züchtung von resilienten Mostbirnen. Er ist aktiv im Filderstädter Streuobstwiesen-Netzwerk,Mit einem Netz die Landschaft schützen, Stuttgarter Nachrichten vom 14. Juli 2012 das Biotope rund um Filderstadt erhalten will.Götz Schultheiss: Im Streuobst ist einfach der Wurm drin. In: Region & Land. 25. August 2017. Auf Stuttgarter-Nachrichten.de, abgerufen am 14. September 2019.

Unter anderem folgende Sorten wurden von ihm gezüchtet:

Hanita (1991) Katinka (1992) Elena (1993) Jojo (1993) Felsina (1994) Tipala (1995) Tegera (1995) Presenta (1996) Colora (2003) Blue Frost/Azura (2003) Haganta (2003) Haroma (2003) Habella (2003) Hanka Juna Jofela (2013) Jolina (2013) Joganta (2014) Julika Gäugold Herrenberger Trueblue Augustina

Ehrungen 2007 bekam er die Ernst-Schröder-Münze des Zentralverbandes Gartenbau e. V. verliehen.Dr. Walter Hartmann mit der Ernst-Schröder-Münze geehrt, abgerufen am 25. Februar 2021 2015 erhielt er vom Zentralverband Gartenbau die Georg-Arends-Medaille.Georg Arends Medaille für Dr. Walter Hartmann. 11. September 2015. Auf Fruchtportal.de, abgerufen am 14. September 2019. 2018 erhielt er die Staatsmedaille für Land- und Forstwirtschaft in Gold des Landes Baden-Württemberg.Portrait von Walter Hartmann, Stuttgarter Nachrichten, von Judith A. Sägesser, 26. November 2018 2026 wurde ihm der Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg verliehen.

Werke Robert Silbereisen, Gerhard Götz, Walter Hartmann: Obstsortenatlas. 2. Auflage. Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-5537-0 mit Hans-Thomas Bosch: Farbatlas Alte Obstsorten. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3173-0 mit Eckhart Fritz: Farbatlas Alte Obstsorten. 5., überarbeitete Auflage, Ulmer, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-8001-0316-4 mit Philipp Schwarz: Die 100 besten Obstsorten für die Brennerei. Ulmer, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-8186-0339-7

Siehe auch Liste von Pomologen Nachruf von Walter Hartmann: Prof. Dr. Rudolf Stösser gestorben. In: Erwerbs-Obstbau. 46, 2004, S. 152 (Nachruf für Rudolf Stösser online).

Weblinks Judith A. Sägesser: Darum wird er Zwetschgen-Papst genannt. In: Stuttgarter Nachrichten. 26. November 2018. Auf Stuttgarter-Nachrichten.de, abgerufen am 14. September 2019. (u. a. Fotos)

Einzelnachweise

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