mini|Das Logo der Serie

Die US-amerikanische Zeichentrickserie Die Simpsons entstand 1985. Sie wurde von Matt Groening erdacht. Gezeigt wurde die Familie Simpson erstmals in der Fernsehshow The Tracey Ullman Show im April 1987. Nachdem sie dort drei Staffeln lang in ein- bis zweiminütigen Kurzfilmen zu sehen gewesen war, wurde um die Protagonisten eine halbstündige Primetime-Serie mit dem Titel The Simpsons entwickelt. Die Erstausstrahlung fand am 17. Dezember 1989 statt. The Simpsons war 1989–1990 die erste Sendung des amerikanischen Fernsehnetzwerks Fox, die in den Top 30 der Nielsen Ratings einer Fernsehsaison auftauchte.

Die Serie wird und wurde in vielerlei Hinsicht kontrovers diskutiert. So kritisierten Eltern während der Ausstrahlung der ersten Staffeln, dass die Figur Bart Simpson ein schlechtes Vorbild für Kinder sei. Mehrere Schulen in den Vereinigten Staaten beschlossen ein Verbot von zur Serie gehörigen Merchandise-Produkten, etwa Fan-T-Shirts. Im Januar 1992 äußerte sich der damalige US-Präsident George H. W. Bush in einer Rede im Wahlkampf zu seiner Wiederwahl, man werde weiter versuchen, die amerikanische Familie zu stärken, um dafür zu sorgen, dass diese eher dem Vorbild der Waltons gleiche als dem der Simpsons.

Die Produzenten Matt Groening, James L. Brooks, Al Jean, Mike Scully und Richard Sakai begannen 2001 mit der Entwicklung eines zur Serie passenden Kinofilms. Dabei wurde die Produktion durch ein fehlendes Drehbuch in geeigneter Länge behindert. Es wurde mehrere Male neu geschrieben, bevor 2006 mit den Animationsarbeiten des Films begonnen werden konnte. Die Simpsons – Der Film kam weltweit am 26. und 27. Juli 2007 in die Kinos und erhielt überwiegend positive Kritiken.

Die Simpsons wurde schließlich die am längsten laufende amerikanische Zeichentrickserie und übertraf 2009 die Serie Rauchende Colts als die am längsten laufende amerikanische drehbuchbasierte Primetime-Serie. Es wurden bisher 704 Folgen in 32 Staffeln ausgestrahlt.

Kurzfilme (1987–1989)

Der Fernsehproduzent James L. Brooks bat den Zeichner Matt Groening im Jahr 1985 um eine Idee für eine Serie aus animierten Kurzfilmen. Groening wollte ihm zunächst seinen Comicstrip Life in Hell vorschlagen. Als er jedoch erfuhr, dass er dadurch die Rechte an diesem verlieren würde, entschied er sich kurzfristig um. Im Vorraum von Brooks’ Büro entwarf er seine Version einer dysfunktionalen Familie. Er zeichnete die Hauptcharaktere innerhalb von 15 Minuten und gab ihnen die Vornamen seiner eigenen Familienmitglieder.

Die Familie Simpson wurde zum ersten Mal in dem Kurzfilm Good Night (dt. Titel: Gute Nacht) in der Serie Die Tracey Ullman Show am 19. April 1987 auf dem US-Sender Fox gezeigt. Sie kam dort drei Staffeln lang in 48 ein- bis zweiminütigen Filmen vor. Groening übermittelte den damaligen Animatoren Wes Archer, David Silverman und Bill Kopp, die die Kurzfilme produzierten, lediglich grobe Skizzen der Figuren, denn er nahm an, die Animatoren würden sie noch verfeinern. Allerdings übertrugen sie seine Zeichnungen nur, was zu dem plumpen Aussehen der Charaktere in den ersten Folgen führte. Die Koloristin Gyorgyi Peluce entschied, die Figuren gelb zu färben.

Dan Castellaneta synchronisierte in den Kurzfilmen Homer Simpson, Abraham Simpson und Krusty, den Clown. Homers Stimme war zu dieser Zeit eine ungenaue Nachahmung der Stimme von Walter Matthau, während sie in der halbstündigen Serie robuster und humorvoller wirkt, was der Figur ein umfassenderes Spektrum an Emotionen einräumte. Julie Kavner, Nancy Cartwright und Yeardley Smith synchronisierten Marge Simpson, Bart Simpson und Lisa Simpson. In Deutschland wurden die Kurzfilme zum ersten Mal im Jahre 1992 auf dem Privatsender RTL ausgestrahlt und dabei von Norbert Gastell als Homer, Elisabeth Volkmann als Marge, Sandra Schwittau als Bart, Sabine Bohlmann als Lisa, Walter Reichelt als Abraham und Hans-Rainer Müller als Krusty synchronisiert. Wie auch die Originalsprecher führten sie dies später in den zwanzigminütigen Folgen fort.

Groening, Brooks und Simon (1989–1991)

Im Jahre 1989 adaptierte eine Gruppe aus Produktionsfirmen The Simpsons zu einer halbstündigen Serie für den Sender Fox Broadcasting Company. Diese Gruppe bestand aus den Firmen, die das heutige Animationsstudio Klasky Csupo bilden. Wegen des zunehmenden Arbeitsaufwandes wurde die Produktion auch an das südkoreanische Animationsstudio AKOM vergeben. Während Charakter- und Hintergrundgestaltung vom heimischen Studio erstellt wurden, wurden tweening, Kolorierung und Aufnahme in den Übersee-Studios erledigt.

The Simpsons wurde von Groening, Brooks und Sam Simon, einem Autor und Produzenten, mit dem Brooks bei früheren Projekten zusammengearbeitet hatte, entwickelt. Groening sagte, sein Ziel sei gewesen, dem Publikum eine Alternative zu dem, was er als „Mainstream-Müll“ bezeichnet, zu bieten. Simon stellte das anfängliche Team von Drehbuchautoren zusammen und leitete es. Brooks handelte in den Vertrag mit Fox Network eine Bestimmung aus, die Fox daran hinderte, sich in den Inhalt der Sendung einzumischen. Fox war sich unsicher, ob die Serie die Aufmerksamkeit des Publikums auf Dauer aufrechterhalten könnte. Der Sender schlug vor, drei siebenminütige Kurzfilme pro Folge sowie vier „Specials“ zu produzieren, bis sich die Zuschauer daran gewöhnt hätten. Am Ende aber verlangten die Produzenten 13 halbstündige Folgen.James L. Brooks. (2001). DVD-Kommentar für die Episode „Es weihnachtet schwer“. In: Die Simpsons: Die komplette Season One. [DVD]. 20th Century Fox.

Die halbstündige Serie wurde zum ersten Mal am 17. Dezember 1989 mit der Folge Simpsons Roasting on an Open Fire (dt. Titel: Es weihnachtet schwer) ausgestrahlt. Es war ursprünglich geplant, sie im Herbst mit der Folge Some Enchanted Evening (dt. Titel: Der Babysitter ist los) zu starten. Die Produzenten aber fanden, dass ihre Animation so schlecht gewesen sei, dass 70 Prozent der Folge erneuert werden mussten.David Silverman. (2001). DVD-Kommentar für die Episode „Der Babysitter ist los“. In: Die Simpsons: Die komplette Season One. [DVD]. 20th Century Fox. Zu dem damaligen Zeitpunkt gab es erst wenige Möglichkeiten für das Animieren. Üblicherweise folgte man dem Stil von Disney, Warner Bros. oder Hanna-Barbera. Die Produzenten wollten eine möglichst realistische Umgebung, in der die Figuren und Gegenstände nichts tun können, was nicht auch in der realen Welt möglich ist. Sie dachten über einen Abbruch der Serie nach, falls sich die nächste Folge Bart the Genius (dt. Titel: Bart wird ein Genie) auch als schlecht erwiesen hätte; diese litt aber nur an leicht reparierbaren Problemen. Die Premiere wurde schließlich auf Dezember verschoben und mit Simpsons Roasting on an Open Fire die erste halbstündige Folge ausgestrahlt.Matt Groening. (2001). DVD-Kommentar für die Episode „Es weihnachtet schwer“. In: Die Simpsons: Die komplette Season One. [DVD]. 20th Century Fox. In einigen Folgen der ersten Staffel verhalten sich die Charaktere anders als in späteren Staffeln. Beispielsweise ist Lisa undiszipliniert und Homer oft die Stimme der Vernunft; diese Eigenschaften kehren sich in späteren Staffeln um.Mike Reiss. (2001). DVD-Kommentar für die Episode „Eine ganz normale Familie“. In: Die Simpsons: Die komplette Season One. [DVD]. 20th Century Fox.

Mit der Folge Eine ganz normale Familie wurde die Serie unter dem Titel Die Simpsons am 13. September 1991 auf dem ZDF zum ersten Mal im deutschen Sprachraum ausgestrahlt. Die dortige Arbeit als Synchronregisseur erledigte Siegfried Rabe. Mit dem Beginn der Ausstrahlung der vierten Staffel im April 1994 übernahm ProSieben die Erstausstrahlung der Serie in Deutschland; Synchronregisseur wurde Ivar Combrinck. Seit dem 27. September 1991 ist sie außerdem auf dem österreichischen Sender ORF eins und seit 2001 auf dem schweizerischen Sender SRF zwei zu sehen.

Bartmania und Kritik von Konservativen

mini|links|George H. W. Bush und Barbara Bush

Die Serie war von Anfang an umstritten. Der rebellische Hauptcharakter zu diesem Zeitpunkt, Bart Simpson, erhielt in der Serie häufig keine Strafe für sein Fehlverhalten, weshalb ihn einige US-amerikanische Eltern und Konservative als schlechtes Vorbild für Kinder hielten. Mehrere öffentliche Schulen in den Vereinigten Staaten verboten Produkte der Serie, wie etwa T-Shirts mit Sprüchen von Bart oder Spielfiguren. In der ersten Folge der zweiten Staffel, Bart Gets an F (dt. Titel: Der Musterschüler), scheitert Bart an vier aufeinanderfolgenden Geschichtstests in der Schule, weshalb ihm der Schulpsychologe empfiehlt, die vierte Klasse zu wiederholen. Einige Kritiker meinten, dass diese Folge die Reaktion auf die Kontroversen gewesen sei. Allerdings bestritt dies James L. Brooks und erklärte: „Dessen sind wir uns bewusst. Ich denke, es ist für uns wichtig, dass Bart schlecht in der Schule ist. Es gibt auch Schüler, die so sind. Außerdem bin ich sehr vorsichtig mit dem Fernsehen, wo jeder die Rolle eines Vorbildes sein soll. Es ist nicht so, dass viele Vorbilder im wirklichen Leben herumlaufen. Wieso sollte das Fernsehen voll von ihnen sein?“

In einer am 1. Oktober 1990 erschienenen Ausgabe der Zeitschrift People nannte die damalige First Lady Barbara Bush die Serie „das dümmste, was [sie] jemals gesehen [hat]“. Diese Aussage führte dazu, dass ihr die Drehbuchautoren von The Simpsons einen Brief aus der Sicht von Marge Simpson schrieben, in dem sie sich darstellte. Bush schickte daraufhin sofort eine Antwort, in der sie sich entschuldigte. Mehr als ein Jahr später, am 27. Januar 1992, hielt der damalige US-Präsident George H. W. Bush eine Rede während der Kampagne zu seiner Wiederwahl, in der er meinte: „Wir werden weiter versuchen, die amerikanische Familie zu stärken, um amerikanische Familien viel mehr wie die Waltons zu machen und viel weniger wie die Simpsons.“. Die Autoren entschieden sich dazu, auf seine Rede in der nächsten Ausstrahlung antworten zu wollen. Diese war eine Wiederholung der Folge Stark Raving Dad (dt. Titel: Die Geburtstagsüberraschung) am 30. Januar. Diese Ausstrahlung beinhaltete eine Eröffnung, in der die Simpsons Bushs Rede beobachten. Bart antwortet auf diese: „Hey, wir sind genauso wie die Waltons. Wir beten auch für ein Ende der Krise.“ Die Kritik führte letztendlich zur Idee für die Folge Die bösen Nachbarn aus der siebten Staffel, in der George und Barbara in das Haus gegenüber der Simpsons ziehen.Bill Oakley. (2005). DVD-Kommentar für die Episode „Die bösen Nachbarn“. In: Die Simpsons: Die komplette Season Seven. [DVD]. 20th Century Fox.

Konkurrenz mit The Cosby Show

Die erste Staffel von The Simpsons war das erste Mal, dass eine Serie von Fox unter die Top 30 der Nielsen Ratings einer Fernsehsaison kam. Aufgrund dieses Erfolges wechselte der Sender den Sendeplatz der Serie von Sonntagabend auf Donnerstagabend um 20 Uhr in der Hoffnung, man könne so höhere Ratings erzielen. Somit würde sie mit der Serie The Cosby Show (dt. Titel: Die Bill Cosby Show), der meistgesehenen Serie zur damaligen Zeit, konkurrieren.Mike Reiss. (2002). DVD-Kommentar für die Episode „Der Musterschüler“. In: Die Simpsons: Die komplette Season Two. [DVD]. 20th Century Fox. Viele Produzenten waren gegen den Wechsel, da sie dachten, man könne sich so die hohen Ratings zerstören.Matt Groening. (2002). DVD-Kommentar für die Episode „Der Musterschüler“. In: Die Simpsons: Die komplette Season Two. [DVD]. 20th Century Fox.