Natalja Witaljewna Worobjowa (; * 27. Mai 1991 in Tulun) ist eine russische Ringerin. Sie ist Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin.
Werdegang
Natalja Worobjowa begann im Alter von 10 Jahren mit dem Ringen. Sie gehört dem Sportclub Dovmont St. Petersburg, wo Kamil Dschigantschin ihr erster Trainer war. Ferner wurde sie auch von Boris Busuk und Michail Morojanow trainiert. Ihr gegenwärtiger Trainer ist Dimitri Gertscheglo. Sie ist Sportstudentin und startet bei einer Größe von 1,72 Metern in der Gewichtsklasse bis 72 kg Körpergewicht, also in der beim Frauenringen schwersten Gewichtsklasse.
Ihren ersten Start bei einer internationalen Meisterschaft absolvierte sie im Jahre 2007. Sie wurde dabei in Warschau Junioren-Europameisterin der Altersgruppe "Kadetten". Auch in den folgenden Jahren war sie bei den internationalen Meisterschaften im Juniorenbereich außerordentlich erfolgreich. Junioren-Europameisterin wurde sie noch in den Jahren 2008 (Cadets), 2009, 2010 und 2011. Junioren-Weltmeisterin wurde sie in den Jahren 2009, 2010 und 2011. Dies bedeutet, dass Natalja Worobjowa bei allen acht internationalen Meisterschaften im Juniorenbereich, an denen sie teilnahm, siegte.
Seit 2009 setzte der russische Ringerverband Natalja Worobjowa auch bei einigen internationalen Turnieren ein, bei denen sie immer hervorragende Ergebnisse erzielte. Ihr erster und bisher einziger Start bei einer internationalen Meisterschaft der Frauen war der bei der Europameisterschaft 2012 in Belgrad. Sie besiegte dort in ihrem ersten Kampf die amtierende Weltmeisterin Stanka Slatewa aus Bulgarien. In ihrem nächsten Kampf unterlag sie aber gegen die mehrfache Europameisterin Kateryna Burmistrowa aus der Ukraine. Sie konnte das Turnier aber in der Trostrunde fortsetzen und sich dabei mit Siegen über Karine Schabojan, Armenien und Jenny Fransson aus Schweden eine EM-Bronzemedaille sichern.
Bei den am letzten Märzwochenende 2012 stattgefundenen russischen Meisterschaften machte sie einen ganz großen Schritt in Richtung Olympische Spiele 2012 in London. Sie siegte dort im Endkampf dieser Meisterschaft gegen die zweifache russische Meisterin Jekaterina Borissowna Bukina auf Schultern und wurde damit russische Meisterin 2012.
Bei den Olympischen Spielen 2012 in London war sie in bester Form und besiegte mit Kateryna Burmistrowa, Güzäl Mänürowa, der Titelverteidigerin Wang Jiao und Stanka Slatewa vier Weltklasse-Athletinnen. Diese Siege brachten ihr die olympische Goldmedaille ein.
Ihre Erfolge setzte Natalja Worobjowa auch 2013 fort. Im März dieses Jahres wurde sie in Tiflis mit Siegen über Kateryna Burmistrowa, Marina Gastl, Agnieszka Wieszczek-Kordus und Maider Unda Gonzales de Audicana auch Europameisterin. Bei der Weltmeisterschaft im September 2013 in Budapest sah sie schon wie die sichere Siegerin aus. Sie hatte in den Vorkämpfen Otschirbatyn Burmaa, Mongolei, Hiroe Suzuki, Japan, Erica Wiebe, Kanada und Swetlana Sajenko aus Moldawien besiegt und stand damit im Finale der Chinesin Zhang Fengliu gegenüber. Kurz vor Schluss führte sie in der dritten Runde mit 5:3 Punkten, wurde dann aber von einem Konter der Chinesin überrascht und auf die Schultern gelegt. Für sie blieb damit nur der 2. Platz.
Nach der Neueinteilung der Gewichtsklassen durch den Internationalen Ringer-Verband (FILA) zum 1. Januar 2014 erschien Natalja Worobjowa beim "Iwan-Yarigin"-Memorial in Krasnojarsk im Januar 2014 in der Gewichtsklasse bis 69 kg und holte sich den Turniersieg vor Darima Sanschejewa, Russland, Kaeko Kugo, Japan und Alina Stadnyk-Machynja, Ukraine. Auch beim Mannschafts-Welt-Cup in Tokio im März 2014 vertrat sie die russischen Farben in der Gewichtsklasse bis 69 kg. Sie kam dort zu Siegen über Dorothy Yeats, Kanada und Oksana Waschtschuk, Ukraine, unterlag aber im Endkampf, den Russland gegen Japan mit 0:8 verlor, gegen Sara Doshō nach Punkten. Bei der Europameisterschaft im April 2014 in Vantaa/Finnland überzeugte sie wieder und gewann mit Siegen über Adina Popescu, Rumänien, Aline Focken, Deutschland, Alina Stadnyk-Machynja und Ilana Kratisch, Israel ihren zweiten Europameistertitel. Bei der russischen Meisterschaft dieses Jahres pausierte sie. Sie war aber wieder bei der Weltmeisterschaft in Taschkent in der Gewichtsklasse bis 69 kg am Start. Sie besiegte dort Suman Kundu, Indien, Zhou Feng, China und Dorothy Yeats, verlor aber im Halbfinale gegen Sara Doshō (3:6 Punkte). Im Kampf um eine der Bronzemedaillen besiegte sie dann Jenny Fransson aus Schweden. Sara Doshō verlor überraschend im Finale gegen Aline Focken.
2015 wurde Natalja Worobjowa in Las Vegas Weltmeisterin in der Gewichtsklasse bis 69 kg Körpergewicht. Auf dem Weg zu diesem Erfolg kam zu u. a. zu Siegen über Jenny Fransson, Aline Focken und Zhou Feng.
Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gelang es ihr aber nicht, ihren Erfolg von 2012 zu wiederholen. Nachdem zunächst Elmira Syzdykowa, Kasachstan, Nasanburmaa Ochirbat, Mongolei und Enas Moustafe Youssef Ahmed aus Ägypten besiegt hatte, traf sie im Finale auf die Japanerin Sara Dosho. Sie führte in diesem Kampf bis ca. 25 Sekunden vor Schluss mit 2:0 Punkten, konnte dann aber einen Beinangriff von Sara Doshō nicht abwehren, die dafür 2 Punkte erhielt. Beim Stand von 2:2 Punkten gewann Sara Doshō den Endkampf wegen der höheren Wertung und Natalja Worobjowa musste sich mit der Silbermedaille zufriedengeben.
Im Januar 2019 startete Natalja Worobjowa ein Comeback. Sie belegte dabei beim "Henri-Deglane"-Challenge in Nizza in der Gewichtsklasse bis 76 kg hinter den beiden Kirgisinnen Meerim Schumanasarowa und Aiperi Medet Kizi den 3. Platz. Bei den Europaspielen in Minsk ging sie in der gleichen Gewichtsklasse an den Start und unterlag in ihrem ersten Kampf gegen Wasilisa Marsaliuk aus Weißrussland. In der Trostrunde siegte sie dann über Martina Künz aus Österreich, unterlag aber im nachfolgenden Kampf um eine der Bronzemedaillen gegen Epp Mae aus Estland.
Bei der Weltmeisterschaft 2019 in Nur-Sultan startete Natalja Worobjowa in der nicht-olympischen Gewichtsklasse bis 72 kg und sicherte sich mit Siegen über Masako Furuichi, Japan, Alexandra Anghel, Rumänien, Schamila Bakbergenowa, Kasachstan und Alina Stadnik Machinja aus der Ukraine den Titel. Im Oktober 2019 startete sie auch bei den Militär-Weltspielen in Wuhan, allerdings in der Gewichtsklasse bis 76 kg. Im Finale siegte sie dort über Wang Juan aus China.
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