mini|Quader (1987), Langenhagen Reinhard Buxel (* 1953 in Amshausen, Kreis Gütersloh; † 3. August 2016 in Paderborn) war ein deutscher Bildhauer.
Leben Buxel studierte von 1981 bis 1987 Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, ab 1987 als Meisterschüler bei Emil Cimiotti. Seit 1983 nahm Buxel an zahlreichen Bildhauersymposien teil, darunter solchen in Frankreich und Japan. In den Jahren von 1987 bis 2001 lehrte Buxel Steinbildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Buxel lebte und arbeitete in Salzkotten (Kreis Paderborn).
Werk Auf den ersten Blick erinnern Buxels Skulpturen an prähistorische, kultische Steinformationen, der zweite Blick offenbart das rationale Konzept: Stets sind sie präzise aus Steinblöcken zusammengefügt, die Buxel aus einzelnen, vorgefundenen Steine auswählt. Er bearbeitet sie in wenigen, klaren Schnitten so, dass sich später alle Steine zu der vom Bildhauer konzipierten Form zusammenfügen. Es ist damit bei Buxel gerade umgekehrt als bei den Skulpturen von Ulrich Rückriem, der vom Ganzen ausgeht, es teilt bzw. zerschneidet und die Teile zum Schluss wieder zum Ganzen zusammenfügt.
Ihre Spannung beziehen die Skulpturen von Buxel dabei aus dem Zusammenspiel der steinernen Einzelteile zu einem einheitlichen Ausdruck hin, der meist auf Elementares verweist wie etwa einen Tisch, ein Tor oder einen Würfel. Verstärkt wird diese Wirkung dadurch, dass die vom Künstler bearbeiteten Seiten der Steinblöcke vor allem nach innen weisen, ja zum Teil nach dem Zusammenfügen für den Betrachter gar nicht mehr sichtbar sind, während Buxel die individuellen Außenseiten der Steinblöcke weitgehend unbearbeitet lässt.
„Das Handwerkliche ist als ein wichtiger Bestandteil dieser künstlerischen Arbeit zu erkennen und anzuerkennen, aber doch in dem unzugänglichen Innern der Plastik buchstäblich eingeschlossen, während nach außen hin Bruchflächen dominieren. So entsteht trotz der Schwere und Größe der Plastiken der Eindruck von Balanceakten zwischen Natur und Geist. Die Natur ist eingebunden in ein künstlerisches Konzept, das ihr nicht die Stimme raubt, aber eine neue Eigenständigkeit jenseits aller Zufälligkeiten gibt“ (Lothar Romain, 1989).
Auszeichnungen 1986 Rudolf Wilke Preis der Stadt Braunschweig 1989 Niedersächsisches Künstlerstipendium 1989 Bernhard Sprengel Preis für Bildende Kunst
Ausstellungen (Auswahl) Bei den mit «E» gekennzeichneten Ausstellungen handelt es sich um Einzelausstellungen. 1984 Haus Neuland, Sennestadt 1984 Neue Darmstädter Sezession 1986/87 Reinhard Buxel – Skulpturen, Kulturamt der Stadt BraunschweigE 1989 Sprengel Museum HannoverE 2000 Stichting De Amsteltuin, AmsterdamE 2007 Kunstverein Gütersloh im Kreishaus, GüterslohE 2010 Städtische Galerie, Halle / WestfalenE 2011 Skulpturen im Park, Mörfelden-WalldorfSkulpturen im Park 2011 – Kunst-Stücke. Welt der Form, 20. September 2011. 2011 Reinhard Buxel: Gefügte Räume im gefügten Fels – Steinskulpturen. Katholische Akademie SchwerteEAnne Petersohn: Buxel und Reiff: Doppel-Ausstellung zeigt Kunst aus der Natur. Ruhr Nachrichten, 28. April 2011. 2016 Theologische Fakultät PaderbornEAusstellung „Türme und Räume“ – Theologische Fakultät zeigt Stein-Plastiken von Reinhard Buxel. Erzbistum Paderborn, 21. April 2016. 2016 Kunstverein Gästezimmer, Stuttgart (mit Shinroku Shimokawa) 2016 Stadtmuseum BeckumE 2022 Städtische Galerie in der Reithalle, PaderbornE,Reinhard Buxel. Skulptur und Zeichnung. Ausstellung in der Städtischen Galerie in der Reithalle, Paderborn, 20. Februar bis 29. Mai 2022
Arbeiten im öffentlichen Raum (Auswahl) Insbesondere jene von Buxels Arbeiten, die auf Bildhauersymposien oder auf öffentliche Ausschreibungen zurückgehen, können als Kunst im öffentlichen Raum von jedermann jederzeit in Augenschein genommen werden. 1985 Kopf. Sandstein, 2 × 2,3 × 3,6 m. Standort: Marktplatz Jürgenohl, Goslar. 1986 Würfel. Sandstein, 2,3 × 2,3 × 2,3 m. Standort: Insel im Salzgittersee, SalzgitterReinhard Buxel: Würfel (1986). Welt der Form. 1987 Quader. Sandstein, 2,10 × 1,25 × 1,30 m, anlässlich des II. Bildhauersymposiums Langenhagen. Standort: Marktplatz, Langenhagen 1988 Tisch. Sandstein, 0,78 × 3,6 × 1,9 m. Standort: am Ufer der Vechte, zwischen Nordhorn und FrenswegenReinhard Buxel: Tisch (1988). Kunstwegen.org. 1988 Tisch. Sandstein, 0,8 × 3,4 × 3,6 m. Standort: Ägidienmarkt, Braunschweig 1989 Zeichen. Sandstein, 2,23 × 4,66 × 0,55 m. Standort: Neuerkerode 1989 Tor. Sandstein, 2,54 × 3,2 × 1,32 m. Standort: Sculpture Campus Lutz Teutloff at Brock University, St. Catherines, Ontario, KanadaTeutloff loved art — and how it looked on Brock’s campus. Brock University, Brock News, 25. August 2017 (englisch). 1991 Terrassen. Sandstein, 3,24 × 0,91 × 4,03 m. Standort: WolfsburgChristoph Rust: Werk statt Schloss: Bildhauerprojekt der Stadt Wolfsburg, 7.7. – 7.10.1991, Reinhard Buxel. Hrsg. vom Kulturamt der Stadt Wolfsburg, 1991. 1992 Tobi Ishi. 3 + 5 + 7 Steine, Granit, 45 m lang (Paviment 90 m). Standort: Muraoka, Präfektur Hyogo, Japan 1993 Steg. Sandstein, 1,2 × 1,52 × 8,56 m. Standort: Paderauen, PaderbornPaderborn bekommt Skulptur von Reinhard Buxel: Einweihungsfeier am Samstag. Westfalen-Blatt, 10. Mai 2022. 1995 Felsweg. Anröchter Grünstein. Standort: Mosbach 2000 Für die großen und die kleinen Kinder. Granit, ca. 0,80 m hoch. Standort: Cerisy la Foret, Normandie, Frankreich
Literatur Josef Meyer zu Schlochtern (Hrsg.): Reinhard Buxel. Verlag Kettler, Dortmund, 2016. [Katalog anläßlich der Ausstellung Reinhard Buxel – Türme und Räume, Theologische Fakultät Paderborn, 24. April bis 12. Juli 2016, mit Beiträgen von Gerhard Auer, Josef Meyer zu Schlochtern, Christoph Rust, Manfred Schneckenburger] Manfred Schneckenburger: Steine und Räume – Reinhard Buxel (PDF; 47 kB). Eröffnungsrede anlässlich einer Ausstellung in der Galerie Teutloff am 21. Februar 1999. Lothar Romain: Reinhard Buxel. In: Eckhard Schneider: 3. Internationales Bildhauer-Symposion Bentheimer Sandstein 1988/89. Hrsg. Landkreis Grafschaft Bentheim, Nordhorn 1989, S. 75–81.
Weblinks
reinhard-buxel.de – offizielle Website des Künstlers Reinhard Buxel. Eintrag in Künstlerdatenbank und Nachlassarchiv Niedersachsen, Land Niedersachsen in Kooperation mit dem BBK Niedersachsen e.V. und der Verbundzentrale des GBV (VZG)
Einzelnachweise
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