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Neben den hier aufgelisteten Ensembles werden einzelne Baudenkmäler in Teillisten aufgeführt, die nach Straßen und Plätzen des Erlanger Stadtzentrums sowie nach eingemeindeten Ortsteilen aufgeteilt sind.

Die Denkmalliste in Bayern ist für die Öffentlichkeit über den „Bayerischen Denkmal-Atlas“ (siehe unten) zugänglich und kann dort seit Januar 2012 als Auflistung abgerufen werden.

In dieser Kartenansicht sind Baudenkmäler ohne Koordinaten mit einem roten bzw. orangen Marker dargestellt und können in der Karte gesetzt werden. Baudenkmäler ohne Bild sind mit einem blauen bzw. roten Marker gekennzeichnet, Baudenkmäler mit Bild mit einem grünen bzw. orangen Marker. __TOC__

Ensembles Ensemble Altstadt/Neustadt Aktennummer E-5-62-000-1

Erlangen ist ein hervorragendes Beispiel barocker Stadtbaukunst in Deutschland. Nach den Zerstörungen gleichrangiger Stadtanlagen in Potsdam, Karlsruhe, Mannheim und Dresden-Neustadt, kommt dem historischen Stadtbereich Erlangens einzigartige Bedeutung zu. Das Ensemble Altstadt/Neustadt Erlangen umfasst den Bereich, der umgrenzt wird von den erhaltenen z. T. sichtbaren Resten der Stadtmauer bzw. Polizeimauer oder Straßenzügen, die ihrer ehemaligen Führung folgen.

Die dörfliche Siedlung Erlangen, 1361 von Kaiser Karl IV. erworben, zur Stadt erhoben und zum Stützpunkt in seiner neuböhmischen Provinz ausgebaut, kam 1402 an die Burggrafen von Nürnberg und damit an die Bayreuther Markgrafschaft der fränkischen Hohenzollern, die 1528 die Reformation einführten. Umgriff und Grundstruktur dieser mittelalterlichen Siedlung mit ihrem Markt und ihrer 1711 erneuerten Pfarrkirche auf dem Hochufer über Regnitz und Schwabachgrund sind im heutigen Stadtgefüge noch zu erkennen.

miniatur|links|Der Hugenottenbrunnen im Schlossgarten und das 1700 bis 1704 erbaute Markgräfliche Schloss Absolutistisch-merkantilistische Erwägungen veranlassten den Markgrafen Christian Ernst seit 1686 französische Flüchtlinge aufzunehmen und südlich vor der mittelalterlichen Stadt (Altstadt) eine Neustadt zu gründen und durch seinen Hofarchitekten Johann Moritz Richter anlegen zu lassen. Der Stadtgrundriss ist ein streng vom rechten Winkel beherrschtes System. Es konstituiert sich aus einer Hauptachse, die in Nord-Süd-Richtung zuerst den quadratischen Schloss- bzw. Marktplatz und dann den rechteckigen Hugenottenplatz durchläuft, beide sind durch monumentale Bauten ausgezeichnet, und aus parallel und senkrecht regelmäßig zugeordneten Nebenachsen. Mit geschlossenen Reihen gleichartiger, doch keinesfalls uniformer Bürgerhäuser, als streng traufseitige zweigeschossige Putz- und Sandsteinquaderbauten von sparsamer Gestaltung der Fassaden, wurden diese Rechtecke blockhaft überbaut. Die Eckhäuser erhielten häufig drei Geschosse und fassen mit ihren größeren Baumassen die Blockfronten pfeilerhaft ein. Im Neustädter Bereich wurden die Eckbauten darüber hinaus als aus der Flucht leicht heraustretende Richthäuser, dreigeschossig, mit großen Zwerchhäusern, zuweilen mit Lisenengliederung der Fassaden, gestaltet. Der feinen Rhythmisierung der städtebaulichen Struktur, die damit erzielt wurde, dienen auch die überhöhten, gleichfalls vor die Blockflucht tretenden Mittelakzenthäuser. Die Situierung von Schloss und Schlosspark, seit 1700, wurde dem Gesetz des Stadtgrundrisses unterworfen.

miniatur|Das zwischen 1728 und 1730 errichtete Palais Stutterheim Als der Hugenottenzuwanderung um 1700 noch ein Zuzug reformierter Glaubensflüchtlinge aus der Schweiz folgte, wurde in „Neu-Erlang“ südlich und östlich des Hugenottenplatzes nach dem Richterschen Konzept noch erweitert. Dieser Zuwachs konnte sich an die dort schon entstehenden Bauten der 1696 gegründeten Ritterakademie anschließen und entfaltete sich vor allem west-ostwärts, längs der neuen großen Querachse der Friedrichstraße. Hier entstanden auch, nachdem die französisch-reformierte Gemeinde sich in der neuen Kirche am Hugenottenplatz, die Neustädter lutherische Gemeinde sich in der zur Ritterakademie gehörenden Sophienkirche versammeln konnte, die Neustädter Pfarrkirche der Lutheraner und die Christuskirche der Deutsch-Reformierten; außerdem ließ sich eine Reihe fränkischer protestantischer Adelsfamilien nieder und errichtete Stadtpalais, zumal „Christian Erlang“ 1708 offiziell zur sechsten Residenzstadt des Fürstentums erhoben worden war. Nach dem Brand der mittelalterlichen Altstadt 1706 erfolgte auch dort der Neuaufbau nach dem Vorbild der Neustadt; der Typ des Erlanger Einheitshauses blieb verbindlich, Individualität äußert sich nur in Nuancen. Auch das 19. Jh. hielt im Wesentlichen innerhalb der Stadtmauern, z. T. auch in den neuen Baugebieten östlich des Schlossgartens, an der Erlanger Bautradition des 18. Jahrhunderts fest. Am Rande des Hofgartens brachten die gründerzeitlichen Großbauten der seit 1743 in Erlangen bestehenden Universität jedoch starke Änderungen des Charakters des Stadtgefüges in diesem Bereich. Diese Bauten sind heute z. T. Baudenkmäler, sie können in ihrer Mehrheit als eigenes Ensemble definiert werden, das spezifisch jüngere historische Vorgänge veranschaulicht. Die Stadttore wurden zwischen 1865 und 1869, das Nürnberger Tor 1945 beseitigt; die mittelalterlichen Stadtmauern und die Zollmauer des 18. Jh. lassen zusammen mit der Grundrissstruktur der Stadt die alten Stadtgrenzen erkennen. Die heutige Universitäts- und Industriestadt Erlangen stellt sich trotz starker Eingriffe der neuesten Zeit (z. B. Störung durch Hochhäuser Dechsendorfer Straße 2, 21/2) in das historische Gefüge als Denkmal barocker Stadtbaukunst dar.

Ensemble Burgberg Aktennummer E-5-62-000-7

miniatur|links|hochkant|Die mittelalterliche Burgbergkapelle Das Ensemble Burgberg vereinigt die bedeutendsten Denkmale der Verkehrsgeschichte des Königreiches Bayern unter König Ludwig I. mit dem seit dem 18. Jahrhundert als Ausflugsziel beliebten Burgberg, wo sowohl Gartenhäuser wie Kelleranlagen zum Verweilen einluden. Schließlich entwickelte sich der Burgberg zum günstig gelegenen Villen- und Wohngebiet. Historisches Relikt aus der Zeit vor dieser Entwicklung ist die kleine Burgbergkapelle (Bayreuther Straße 38), die ursprünglich im 15. Jahrhundert entstanden sein dürfte, und das dabei gelegene ehemalige Siechenhaus, das an der Stelle eines mittelalterlichen, schon für das 14. Jahrhundert belegten Baues wohl im 17. Jahrhundert neu errichtet worden war. Ein solches Beieinander von Kapelle und Siechenhaus an einer Ausfallstraße – nach Bayreuth – ist auch ein Denkmal früherer Verkehrsgeschichte, umso mehr Geschichte als hier ganz nahe bedeutende Denkmale der modernen Verkehrsgeschichte zu stehen kamen. So gehört zum Burgberg auch der älteste Eisenbahntunnel Bayerns, der 1841/44 für die älteste und bedeutende bayerische Staatseisenbahnstrecke, die Ludwig-Süd-Nord-Bahn, gebaut worden war sowie das Kanaldenkmal von 1846. Letzteres hat zwar seinen Bezug wie ursprünglichen Standort verloren, gleichwohl erinnert das Denkmal von Leo von Klenze und Ludwig von Schwanthaler noch an die alte künstliche Wasserstraße, den Ludwigs-Kanal, der hier vorbeiführte. Wasser wie unterirdische Bauten sind gewissermaßen Charakteristika des Burgberges. So konnte zu den spätbarocken Gartenhäusern durchaus auch eine Brunnenanlage gehören, wie im Schunckschen Garten mit dem Gartenhaus von 1797, so gehören zu den bei den Bürgern und Studenten beliebten Ausflugslokalen die Felsenkeller.

miniatur|Gartenhaus auf den Burgberg Oberirdisch ist der Schauplatz der Bergkirchweih als ein besonderer Bereich des Ensembles gekennzeichnet durch ehemalige Gartenhäuser, zu denen aber als zugehörige und den Schauplatz auch begründende, unsichtbare Teile die Felsenkeller der Bierbrauereien gehören. Die Bergkirchweih, deren Name ab 1814 belegt ist, geht auf ein durch Ratsbeschluss von 1755 wiederbelebtes Fest zurück, dem Pfingstmarkt auf dem Gelände um das Altstädter Schießhaus. Durch die 50 Jahre vorher angelegten Bierkeller der verschiedenen Erlanger Bierbrauereien war die Gewähr für die Versorgung der Besucher mit Getränken gegeben. Und schließlich weist der Platz des Schießhauses auf das Königsschießen der Altstädter Schützen als weiteren Ausgangspunkt des Festes hin, welcher die Geschichtlichkeit diese Platzes als wichtigen Bereich des Burgberges belegt. Weiter nach Osten setzt sich die Durchdringung von historischen Grundlagen des Burgberges als Ensemble weiter fort. War der ehemalige Welsgarten am heutigen Welsweg ursprünglich ein beliebtes Ausflugsziel, so ist er seit der Bebauung ab 1900 mit Mietvillen bereits ein Teil der Wohnbebauung der Jahrhundertwende, die als weiteres Element den Burgberg charakterisiert.

Für die weitere Bebauung mit Villen hat die Stadt Erlangen mit dem Bau eines Wasserturmes, 1905, gesorgt, da hiermit für das neue Wohngebiet die Wasserversorgung sichergestellt war, die erst später an das Gesamtnetz der Stadt angeschlossen wurde. Damit hängt die Bautätigkeit privater Investoren mit der kommunalen Dienstleistung zusammen. Die Villen- bzw. Mietvillen-Bebauung der Jahrhundertwende ist meistens geprägt von dem malerischen Baustil, der durch Fachwerkelemente gekennzeichnet ist. Dazu gehört auch der repräsentative Neurenaissancebau von Hans Erlwein, der 1903 an der Rathsberger Straße 20 für das Corps Baruthia errichtet worden ist. Somit wird auch in der Bebauung der Jahrhundertwende sichtbar, dass zur historischen Dimension Erlangens die Geschichte als Universitätsstadt gehört.

Zuletzt schließt sich am östlichen Fuß des Burgberges der Eichenwald an. Im Eichenwald, der die Bebauung der Rathsberger Straße für die Südansicht freihält, wurde 1910 ein Denkmal errichtet, das an die hundertjährige Zugehörigkeit zum Königreich Bayern erinnert. Damit ist der Burgberg durchdrungen von Beziehungen zur Stadtgeschichte wie zur modernen Zugehörigkeit zu Bayern.

Ensemble Baugenossenschaftssiedlung Aktennummer E-5-62-000-3

miniatur|Wohnhäuser der Baugenossenschaftssiedlung an der Nürnberger Straße Das Ensemble umfasst die Mehrfamilienhausanlagen der Baugenossenschaftssiedlung an der Nürnberger Straße zwischen Hilpert- und Schenkstraße und Rathenaustraße sowie die westlich dahinter angesiedelten Familienwohnhäuser.

Begonnen wurde die baugenossenschaftliche Siedlung 1913 mit einem malerisch gruppierten und durch Fachwerkelemente ausgezeichneten Baukomplex südlich der Einmündung Schenkstraße. Die Fortführung in den 1920er-Jahren weist zunächst noch historisierende Bauformen auf, wie die gegenüberliegenden barockisierenden Einzelbauten von 1925/26 mit ihren Verbindungstoren zeigen. Die folgenden Bauten wurden dann von den Formen der Neuen Sachlichkeit bestimmt, sowohl die östlich der Nürnberger Straße errichteten Blocks von Emil Zerler 1927/28 als auch der große gegliederte Baublock westlich mit den charakteristischen Klinkerelementen, den horizontalen und vertikalen Fensterbändern.

Der westlich dahinter gelegene Siedlungskomplex mit Einfamilienhäusern als Villa oder als Doppel- bzw. Reihenhaus zeigt Formen einer sachlichen Architektur, die teilweise von expressionistischen Formen beeinflusst ist. Diese ab 1924/25 errichteten Häuser sind in charakteristischer Weise hinter den großen Wohnanlagen gegen die große Hauptverkehrsstraße verborgen. Die Grundrissdisposition der Siedlung mit gekrümmten Fluchtlinien und abknickendem Straßenverlauf, samt den Hausgärten, lässt Siedlungsgedanken der Gartenstadtbewegung erkennen.

Mit der Einrichtung einer Gaststätte mit dem bezeichnenden Namen „Volksgarten“ erhielt die Siedlung eines der wichtigsten Elemente eines zusammengehörigen Siedlungsgebietes. Insgesamt erinnert die Siedlung – durch die Baugenossenschaft Erlangen unter Mitwirkung von Staat, Stadt Erlangen und Volksfürsorge errichtet – als ein gesellschaftliches Denkmal an „genossenschaftliche Macht und Einigkeit“.

Ensemble Am Röthelheim/Schenkstraße/Österreicher Straße Aktennummer E-5-62-000-2