Der Schilling war von 1925 bis 1938 und von 1945 bis zur Einführung des Euros am 1. Jänner 1999 die Währung und anschließend noch bis zum 28. Februar 2002 gesetzliches Zahlungsmittel der Republik Österreich. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 (siehe auch: Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus) stellte die Reichsmark bis 1945 die Währung dar.

Der Schilling wurde in 100 Groschen unterteilt.

Einführung, Erste Republik und Ständestaat (bis 1938) Der Schilling, mit dem Schilling-Rechnungsgesetz vom 20. Dezember 1924 beschlossen und am 1. März 1925 eingeführt, ersetzte die Krone, die durch Inflation infolge des Ersten Weltkriegs entwertete Währung der k.u.k. Monarchie. Ende 1922 wurde der Bundesregierung Seipel I in den Genfer Protokollen von Staaten des Völkerbundes eine Anleihe von 650 Millionen Goldkronen gewährt. Österreich musste sich im Gegenzug zur Stilllegung der Notenpresse verpflichten und der finanziellen Kontrolle des Völkerbundes unterstellen.

Am 14. November 1922 wurde die Oesterreichische Nationalbank gegründet (sie löste die in Liquidation befindliche Oesterreichisch-ungarische Bank unter österreichischer Geschäftsführung ab), deren wichtigste Aufgabe die Sicherung der Stabilität der Währung war. Mit dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1924 über die Einführung der Schillingrechnung, die Ausprägung von Goldmünzen und über andere das Währungswesen betreffende Bestimmungen (Schillingrechnungsgesetz), , wurde dann der Wert des Schillings auf 10.000 (Papier-)Kronen, entsprechend 0,21172086 Gramm Feingold (mit betraglich unbegrenzter Einlöseverpflichtung) festgelegt, nachdem bereits aufgrund des Bundesgesetzes vom 21. Dezember 1923 über die Ausprägung und Ausgabe von Silbermünzen, , als „Schillinge“ bezeichnete 10.000-Kronen-Silbermünzen (und entsprechend Halb- und Doppelschillingen zu 5.000 bzw. 20.000 Kronen) geprägt worden waren.

Gemäß Gesetzeswortlaut bestand die Einlöseverpflichtung aber nur in die Richtung, dass Goldbarren in Noten getauscht werden konnten. Es wurde zwar auch festgelegt, dass „Bundesgoldmünzen“ zum genannten Münzfuß geprägt werden müssen, jedoch ist im Gesetz nicht festgehalten, dass man diese Goldmünzen auch jederzeit zum Nennwert erhält.

Der Nationalbank war es erlaubt, auch nach der Währungsumstellung bis Ende 1926 auf Kronen lautende Banknoten auszugeben (wobei in der Praxis die Wertangabe in beiden Währungen erfolgte.)

Ein Schilling war in 100 Groschen unterteilt, ursprünglich war der Name Stüber geplant.

Münzen 1925–1938 Es gab in der Ersten Republik und im Ständestaat Münzen zu 1, 2, 5, 10, 50 Groschen und ½, 1, 2, 5 Schilling und Banknoten zu 5, 10, 20, 50, 100 und 1000 Schilling. 1926 erfolgte die Ausgabe von Goldmünzen im Wert von 25 und 100 Schilling. Da sich der Schilling zu einer stabilen Währung entwickelte, etablierte sich die volkstümliche Bezeichnung Alpendollar.

+Übersicht der Umlaufmünzen der Zeit von 1925 bis 1938, Münze ÖsterreichGünter Schön: Kleiner Deutscher Münzkatalog von 1871 bis heute München 2000 Nennwert Wertseite Bildseite Durchmesser Gewicht Material Erstausgabe Ungültig ab Informationen 1 Groschen rahmenlos|hochkant=0.5|1 Groschen Vorderseite rahmenlos|hochkant=0.5|1 Groschen Rückseite 17 mm 1,6 g 95 % Cu4 % Sn1 % Zn 1. März 1925 Entwurf: Heinrich Zita 2 Groschen rahmenlos|hochkant=0.5|2 Groschen Vorderseite rahmenlos|hochkant=0.5|2 Groschen Rückseite 19 mm 3,3 g 95 % Cu4 % Sn1 % Zn 1. März 1925 Entwurf: Philipp Häusler 5 Groschen rahmenlos|hochkant=0.5|5 Groschen Vorderseite rahmenlos|hochkant=0.5|5 Groschen Rückseite 17 mm 3,0 g 75 % Cu25 % Ni 21. Jänner 1931 Entwurf: Philipp Häusler 10 Groschen rahmenlos|hochkant=0.5|10 Groschen Vorderseite rahmenlos|hochkant=0.5|10 Groschen Rückseite 22 mm 4,5 g 75 % Cu25 % Ni 1925 Entwurf: Heinrich Zita  Schilling rahmenlos|hochkant=0.5|½ Schilling Vorderseite rahmenlos|hochkant=0.5|½ Schilling Rückseite 19 mm 3,0 g 64 % Ag36 % Cu 19. September 1925 Entwurf: Philipp Häusler 50 Groschen rahmenlos|hochkant=0.5|50 Groschen 1934 Vorderseite rahmenlos|hochkant=0.5|50 Groschen 1934 Rückseite 24 mm 5,5 g 75 % Cu25 % Ni 1. August 1934 Entwurf: Gudrun Baudisch (WS), Michael Powolny (Adler) rahmenlos|hochkant=0.5|50 Groschen 1935 Vorderseite rahmenlos|hochkant=0.5|50 Groschen 1935 Rückseite 24 mm 5,5 g 75 % Cu25 % Ni 21. Jänner 1935 Entwurf: Gudrun Baudisch (WS), Michael Powolny (Adler) 1 Schilling rahmenlos|hochkant=0.5|1 Schilling 1924 Vorderseite rahmenlos|hochkant=0.5|1 Schilling 1924 Rückseite 26 mm 7,0 g 80 % Ag20 % Cu 16. Juni 1924 31. Dezember 1926 Entwurf: Heinrich Zita rahmenlos|hochkant=0.5|1 Schilling 1925 Vorderseite rahmenlos|hochkant=0.5|1 Schilling 1925 Rückseite 25 mm 6 g 64 % Ag36 % Cu 1. Juli 1925 31. Mai 1935 rahmenlos|hochkant=0.5|1 Schilling 1934 Vorderseite rahmenlos|hochkant=0.5|1 Schilling 1934 Rückseite 26 mm 7 g 75 % Cu25 % Ni 1. August 1934 Entwurf: Gudrun Baudisch (WS), Michael Powolny (Adler) 2 Schilling rahmenlos|hochkant=0.5|2 Schilling 1928 Vorderseite rahmenlos|hochkant=0.5|2 Schilling 1928 Rückseite 29 mm 12,0 g 64 % Ag36 % Cu 1928 verschiedene Motive; Entwurf Wertseite: Edwin Grienauer; Liste siehe Doppelschilling rahmenlos|hochkant=0.5|2 Schilling 1934 Vorderseite rahmenlos|hochkant=0.5|2 Schilling 1934 Rückseite 29 mm 12,0 g 64 % Ag36 % Cu 1934 verschiedene Motive; Entwurf Wertseite: Michael Powolny 5 Schilling rahmenlos|hochkant=0.5|5 Schilling Vorderseite rahmenlos|hochkant=0.5|5 Schilling Rückseite 31 mm 15,0 g 83,5 % Ag16,5 % Cu 1. August 1934 Entwurf: Michael Powolny (WS), Edwin Grienauer (Madonna) 25 Schilling rahmenlos|hochkant=0.5|25 Schilling Vorderseite rahmenlos|hochkant=0.5|25 Schilling Rückseite 21 mm 5,9 g 90 % Au10 % Cu 1926 Entwurf: Arnold Hartig rahmenlos|hochkant=0.5|25 Schilling Vorderseite rahmenlos|hochkant=0.5|25 Schilling Rückseite 21 mm 5,9 g 90 % Au10 % Cu 1935 Entwurf: Michael Powolny 100 Schilling rahmenlos|hochkant=0.5|100 Schilling Vorderseite rahmenlos|hochkant=0.5|100 Schilling Rückseite 33 mm 23,5 g 90 % Au10 % Cu 1926 Entwurf: Arnold Hartig rahmenlos|hochkant=0.5|100 Schilling Rückseite rahmenlos|hochkant=0.5|100 Schilling Vorderseite 33 mm 23,5 g 90 % Au10 % Cu 1935 Entwurf: Michael Powolny (WS), Edwin Grienauer (Madonna)

Banknoten 1925–1938 Zwischen 1925 und 1938 gab es Banknoten zu 5, 10, 20, 50, 100 und 1000 Schilling. Bei der ersten Schilling-Serie aus dem Jahr 1925 nannte man den Plural von Schilling noch Schillinge. Der letzte 100-Schilling-Schein der 1. Republik, der 1936 gedruckt wurde, ist allerdings wegen des Anschlusses Österreichs nicht mehr ausgegeben worden.

+Übersicht, österreichische Umlaufbanknoten (1. Republik) bis 1938 Nennwert Vorderseite Rückseite Motiv Vorderseite Motiv Rückseite Format Druck Erstausgabe Außerkurs-setzung Präklusiv-frist(ungültig ab) Design Serie 1925 5 Schillinge 153 × 81 mm 2. Jänner 1925 8. Juni 1925 31. Juli 1928 31. Juli 1931 Rudolf Junk, Karl Sterrer 10 Schillinge 166 × 85 mm 2. Jänner 1925 27. April 1925 31. Jänner 1928 31. Jänner 1931 Rudolf Junk, Karl Sterrer 20 Schillinge 179 × 90 mm 2. Jänner 1925 1. Juli 1925 30. Juni 1929 30. Juni 1932 Rudolf Junk, Karl Sterrer 100 Schillinge 193 × 93 mm 2. Jänner 1925 26. März 1925 30. Juni 1929 30. Juni 1932 Rudolf Junk, Karl Sterrer 1000 Schillinge 205 × 98 mm 2. Jänner 1925 11. Mai 1925 31. März 1932 31. März 1935 Rudolf Junk, Karl Sterrer Serie 1927 5 Schilling 110px junger Mann mit Zirkel Erzberg 110 × 65 mm 1. Juli 1927 24. Oktober 1927 31. Jänner 1936 31. Dezember 1938 Rudolf Junk, Karl Sterrer 10 Schilling Merkur Nixe, Dürnstein 70 × 124 mm 3. Jänner 1927 7. März 1927 31. Jänner 1936 31. Dezember 1938 Berthold Löffler 20 Schilling rahmenlos|hochkant=0.8|20 Schilling Rückseite Voralpenlandschaft mit säendem Landmann und den Bergen des Salzkammergutes 139 × 76 mm 2. Jänner 1928 23. April 1928 15. Mai 1938 31. Dezember 1938 Wilhelm Dachauer 50 Schilling rahmenlos|hochkant=0.8|50 Schilling Vorderseite Karlskirche 157 × 79 mm 2. Jänner 1929 17. Juni 1929 30. November 1936 31. Dezember 1938 Alfred Cossmann 100 Schilling rahmenlos|hochkant=0.8|100 Schilling Vorderseite Gebäude der Akademie der Wissenschaften 170 × 85 mm 3. Jänner 1927 5. Dezember 1927 15. Mai 1938 31. Dezember 1938 Wilhelm Dachauer 1000 Schilling Salzburg mit Festung Hohensalzburg 193 × 90 mm 2. Jänner 1930 15. Mai 1931 15. Mai 1938 31. Dezember 1938 Fritz Zerritsch Serie 1933 10 Schilling Ruine Aggstein, Wachauerin (Modell Johanna Nestor) Großglockner 70 × 125 mm 2. Jänner 1933 9. April 1934 15. Mai 1938 31. Dezember 1938 Arthur Brusenbauch 50 Schilling Kirchenanlage Maria Wörth 157 × 79 mm 2. Jänner 1935 8. Juni 1936 15. Mai 1938 31. Dezember 1938 Vs.: Rudolf Junk, Karl Sterrer,Rs.: Rudolf Junk, Josef Seger 100 Schilling Frau mit Edelweiß Gosausee mit Dachstein 175 × 87 mm 2. Jänner 1936 nicht ausgegeben; der Entwurf wurde aber nach 1938 für eine 20-Reichsmark-Note im Deutschen Reich verwendet, die das Ausgabedatum 16. Juni 1939 trug und ab Februar 1945 ausgegeben wurde, Deutsche Bundesbank (Hg.), "Das Papiergeld im Deutschen Reich 1871-1948", Frankfurt am Main 1965, digitalisiert durch die Deutsche Bundesbank, S. 111/paginiert 114 (Text), S. 134/paginiert 138 (Abb.) Rudolf Junk, Josef Seger

Reichsmark mini|10 Reichsmark Fünf Tage nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Dritte Reich wurde der Schilling am 17. März 1938 mit einem Umtauschwert von 1 RM = 1,50 Schilling durch die Reichsmark abgelöst, die Noten verloren zum 25. April ihre Zahlungskraft. Die Oesterreichische Nationalbank verlor am 25. April das Notenprivileg und wurde in ihrer Funktion aufgelöst, alle Goldbestände wurden von der Reichsbank requiriert. Nach Ansicht der Oesterreichischen Nationalbank war dieser Umtauschkurs günstig festgelegt worden, um eine österreichische Zustimmung zum Anschluss zu fördern.

Die Münzen zu 1 Schilling, 50, 10 und 5 Groschen und die immer noch im Umlauf befindlichen Münzen zu 1000 Kronen galten ab 1. Oktober 1939 nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel, wurden aber noch bis Ende des Jahres umgetauscht.Deutsche Reichsbahn (Hrsg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 7. Oktober 1939, Nr. 54. Bekanntmachung Nr. 598, S. 309.

Der Entwurf eines 100-Schilling-Scheins von 1936 fand sich in der 20-Reichsmark-Note von 1939 (ausgegeben 1945) wieder.

Zweite Republik Nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht Anfang Mai 1945 und der anschließenden Besetzung Österreichs strebte die Alliierte Kommission umgehend einen Ersatz der Reichsmark durch die frühere Schilling-Währung an.F. A. Southard in: The finances of European liberation with special reference to Italy, S. 37ff, Google Books Anders als in Italien oder Deutschland musste die Landeswährung nicht durch die „Allied Military Currency“ (Alliierter Militärschilling, Druck 1944 in den USA) unterstützt, sondern vollständig zum Wechselkurs 1:1 verdrängt werden. Lediglich in der sowjetischen Besatzungszone wurde „Reichsmark“-Besatzungsgeld emittiert.

Bereits am 28. Juni 1945 konnten neue, von den Alliierten gedruckte Schilling-Briefmarken ausgegeben werden.Erste „Posthorn“-Briefmarkenserie 1945 Das „Schillinggesetz“ vom 30. November 1945 regelte dann den Rücktausch restlicher Reichsmarkbestände zum Jahresende (max. 150 RM pro Kopf), von der Oesterreichischen Nationalbank konnten alte Schilling-Druckplatten der letzten Vorkriegsserie für die Banknotenproduktion reaktiviert werden.

1947 wurde der Schilling auf ein Drittel abgewertet. Dazu wurde von den Sparguthaben auch ein Teil vom Staat abgeschöpft (dieser wurde für den Wiederaufbau Österreichs verwendet).

Banknoten der alliierten Militärbehörde 1945 Die alliierte Militärbehörde gab im Jahr 1945 Banknoten zu 50 Groschen, 1, 2, 5, 10, 20, 25, 50, 100 und 1000 Schilling in den westlichen Besatzungszonen (Frankreich, Großbritannien, USA) aus. Der 25-Schilling-Schein kursierte aber nur in der britischen Zone.