Sommerach ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Kitzingen und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Volkach. Sommerachs Geschichte ist eng mit dem Benediktinerkloster Münsterschwarzach verbunden, das lange Zeit die Grundherrschaft im Ort innehatte. Daneben waren hier noch mehrere andere Adelsgeschlechter, darunter die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, begütert.

Sommerach ist mit 232 Hektar Rebfläche (2017) eine der größeren weinbautreibenden Gemeinden im Anbaugebiet Franken. Mit dem Sommeracher Katzenkopf besitzt die Gemeinde eine der bekanntesten Weinlagen Frankens. Der Wein prägt das Dorf in vielerlei Hinsicht. So entstand im Jahr 1901 die älteste Winzergenossenschaft Frankens hier. Mittelpunkt des Festkalenders bildet das jährlich gefeierte Altort-Weinfest.

Die jahrhundertealte Kulturlandschaft der Weininsel mit dem rebenbestockten Kreuzberg im Mittelpunkt zieht ebenso Touristen an wie der weitgehend erhaltene frühneuzeitliche Ortskern, der mehrfach prämiert wurde. Sommerach besitzt eine teilweise noch bestehende Ortsummauerung mit zwei intakten Toren. Mittelpunkt des Ortes bildet die katholische Euchariuskirche. Daneben bilden viele Häckerhäuser und nicht zuletzt die ehemaligen Amtsgebäude der Dorfherren ein sehenswertes Ensemble.

Geografie Gemeindegliederung Außer dem Hauptort gibt es keine weiteren Gemeindeteile.

Es gibt nur die Gemarkung Sommerach. Sie hat eine Fläche von 5,663 km² und ist in 3022 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1873,90 m² haben.

Geografische Lage mini|hochkant|Sommerach von Nordwesten (September 2013) Die Gemeinde Sommerach liegt im Nordwesten des Landkreises Kitzingen im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken. Der größte Teil der Gemarkung liegt auf der sogenannten Weininsel an der Volkacher Mainschleife, die durch den Main und den Kanal zwischen Volkach und Gerlachshausen in den 1950er Jahren entstand. Deshalb ist die Gemarkung auf mehreren Seiten von Gewässern begrenzt und ragt lediglich im Osten auf die andere Seite des Kanals.

Im Norden beginnt das Gebiet der Stadt Volkach, der Gemeindeteil Hallburg liegt Sommerach hier am nächsten. Im Nordnordosten grenzt auch die Volkacher Gemarkung selbst an das Sommeracher Gemeindegebiet, die Orte sind hier durch den Mainkanal getrennt. Im Osten liegt das Dorf Dimbach, heute ebenfalls ein Volkacher Gemeindeteil, mit dem Sommerach viele historische Verbindungen hat. Südöstlich ist Schwarzach am Main-Gerlachshausen zu finden, während im Südwesten, durch den Main selbst getrennt, die Gemarkung von Neuses am Berg beginnt, das heute zu Dettelbach gehört. Im Nordwesten liegt Nordheim am Main, mit dem sich Sommerach den Kreuzberg teilt, der die Weininsel dominiert.

Die nächstgrößere Stadt ist das etwa 4 Kilometer entfernte Volkach nordöstlich von Sommerach. Die Kreisstadt Kitzingen ist fast 11 Kilometer entfernt. Die nächste Großstadt ist das ungefähr 20 Kilometer entfernte Würzburg.

Mit einer Fläche von 567 ha ist Sommerach die fünftkleinste Gemeinde im Landkreis Kitzingen und hat mit ihren etwa 1340 Einwohnern eine Bevölkerungsdichte von 236 Einwohnern pro Quadratkilometer. Es ist auf die kompakte Siedlungsfläche zurückzuführen, dass die Gemeinde damit den bayerischen Durchschnitt von 176 Einwohnern pro Quadratkilometer weit übertrifft. Nach der Einwohnerzahl ist Sommerach die elftkleinste Gemeinde im Landkreis.

Geologie, Hydrologie, Böden Naturräumlich liegt Sommerach im Gebiet der Volkacher Mainschleife, die als Untereinheit zum Mittleren Maintal der Mainfränkischen Platten gezählt wird. Der Osten der Gemarkung wird dagegen zum Dimbacher Flugsandgebiet innerhalb der Kitzinger Mainebene im Steigerwaldvorland gezählt. Ganz im Süden der Gemarkung hat Sommerach Anteil an der Schwarzacher Talweitung, die wiederum zum Maintal gehört.Geographie Giersbeck: Karte 152 Würzburg, PDF-Datei, abgerufen am 8. Januar 2019.

Die Region ist von steilen Prallhängen und flachen Gleithängen geprägt, die besonders gut für den Weinbau genutzt werden können. Diese Nutzung durch den Menschen hat die Landschaft stark verändert. Dennoch ist die erdgeschichtliche Vergangenheit weiterhin gut sichtbar. Die Eintiefung des Mains in sein heutiges Bett erfolgte vor allem im Pleistozän, die Flussmäander vertieften sich und ließen die beiden Hangtypen entstehen. Durch Erosion setzt sich dieser Vorgang fort. Dadurch schneiden die Flussläufe immer tiefer in den Berg der Vogelsburg ein und lassen so, in Zukunft, einen Durchbruchsberg entstehen.Landesamt für Umwelt: Volkacher Mainschleife, PDF-Datei, abgerufen am 29. November 2018.

Hydrologisch profitiert Sommerach vor allem durch die tonigen und lehmigen Bodenbeimischungen. Ihre hohe Wasseraufnahmefähigkeit ermöglicht den Pflanzen die Feuchtigkeitsaufnahme, da gleichzeitig ein sehr tiefer Grundwasserstand vorhanden ist. Durch diese Beimischungen kann die Winterfeuchtigkeit bis in den Sommer gehalten werden und ermöglicht der Flora auch in trockenen Jahren das Überleben. Die Bodenbeschaffenheit um die Gemeinde ist vielfältig. Oberer Muschelkalk, Lettenkeuper, Lösslehm, Sand, schwere Tonböden und anmoorige Böden existieren. Einziges Gewässer um das Dorf ist, neben dem Main und dem Kanal, die Sommerach, die in den Kanal mündet. Der Rothenbühlgraben berührt ganz im Norden die Gemarkung. Entlang des Mains finden sich daneben mehrere Baggerseen, die einen Mainzugang aufweisen, darunter das Pfennigwöhr, das Hauswöhr und das Teilwöhr. Außerdem ist der Schwarzenausee auf der rechten Mainseite zu finden.

Klima Sommerach liegt in der Maingauklimazone, die zu den trockensten und wärmsten Zonen Deutschlands zählt. Dies ist auch ein Grund für den Weinanbau in der Region. Klimaerhebungen für Sommerach werden in der Wetterwarte in Würzburg durchgeführt.

Die Klimaklassifikation von Köppen rechnet die Gemeinde zur Cfb-Kategorie. (Klimazone C: warm-gemäßigtes Klima, Klimatyp: f: feucht-gemäßigtes Klima, Untertyp b: warme Sommer). Zwischen dem trockensten Monat Februar und dem niederschlagsreichsten Monat Juni liegt eine Differenz von 21 mm. Um im Durchschnitt 18,5 °C ist der Juli (wärmster Monat im Jahr) wärmer als der Januar (kältester Monat im Jahr).

Flächennutzung + Flächennutzung 2023 Nutzung Hektar Siedlungsfläche 66 Verkehrsfläche 50 Vegetationsfläche 399 Wasserfläche 52 Gesamtfläche 567

Die Gemeinde Sommerach nimmt eine Fläche von insgesamt 567 Hektar ein und ist damit flächenmäßig etwas größer als die kleinste Gemeinde der Verwaltungsgemeinschaft, Nordheim am Main mit 530 Hektar. Größten Anteil an der Fläche hat die Vegetationsfläche mit 399 ha. Davon entfallen 327 ha (57,7 % der Gesamtfläche) auf landwirtschaftlich genutzte Fläche, wobei die Weinbauflächen den größten Anteil ausmachen. Geringe Waldflächen im äußersten Osten der Gemarkung nehmen eine Fläche von 18 ha ein.

Zweitgrößte Teilfläche bildet die Siedlungsfläche mit 66 ha und damit 11,6 % der Gesamtfläche, davon sind immerhin 29 ha Wohnbaufläche, auf Industrie- bzw. Gewerbeflächen entfallen 5 ha. Sie liegen dezentral über das Gemeindegebiet verteilt, da Sommerach kein klassisches Industriegebiet besitzt, lediglich entlang der Frankenstraße verdichten sich Industriebetriebe. Straßen, Wege und Plätze nehmen eine Fläche von 49 ha und damit einen Anteil von 8,6 % der Gesamtfläche ein.

Mit dem Main und einigen kleineren Gewässern liegen 52 ha Gewässerflächen um den Ort. Hier sind insbesondere die im 20. Jahrhundert angelegten Baggerseen zur Sand- und Kiesgewinnung zu nennen. Seit 2003 nimmt die landwirtschaftlich genutzte Fläche zu, in diesem Jahr wurden lediglich 278 ha landwirtschaftlich bebaut. 2010 wurde ein Tiefststand von 252 ha landwirtschaftlicher Fläche erreicht.

Schutzgebiete mini|hochkant|Das Naturschutzgebiet Mainaue zwischen Sommerach und Köhler (Mai 2018) mini|hochkant|Weinberg im Vogelschutzgebiet (Oktober 2018)

Um Sommerach existieren Schutzgebiete fast aller Schutzkategorien. Die gesamte Gemarkung ist Teil des Landschaftsschutzgebietes Volkacher Mainschleife, der größten Flussmäanderlandschaft in Bayern. Entlang des Mainverlaufs befindet sich ein Teil des Vogelschutzgebietes Maintal zwischen Schweinfurt und Dettelbach. Der Main bildet im Norden, Osten und Westen des Dorfes die sogenannte Mainaue zwischen Grafenrheinfeld und Kitzingen als Fauna-Flora-Habitat. Daneben ziehen sich mehrere eingetragene Biotope entlang des Flusses, weitere Biotope sind nahe der Kreisstraße KT 57 um die Streuobstwiesen zu finden.

Besonderen Schutz genießen die drei Naturschutzgebiete, die um Sommerach ausgewiesen wurden. An den Sandfluren bei Volkach, Schwarzach a.Main und Sommerach mit seinen typischen Dünen hat die Gemeinde nur geringen Anteil. Sie sind auf der anderen Seite des Mainkanals in der Waldabteilung Ried zu finden. Die ursprünglichen Auwälder zwischen Sommerach und Neuses am Berg sind durch das Naturschutzgebiet Rechtes Mainufer bei Sommerach unter Schutz gestellt. Die Mainaue zwischen Sommerach und Köhler soll die Auelandschaft schützen.

An der Gemarkungsgrenze zwischen Nordheim und Sommerach auf dem Gipfel des Kreuzberges liegt das Geotop Eichelsee-Doline am Kreuzberg. Die Doline führt zeitweise Wasser und ist zu Trockenzeiten stark verschlammt. Entstanden ist sie wohl durch das Einbrechen eines Karsthohlraumes in die unterlagernden Gesteinseinschichten. An der Straße nach Volkach ist eine alte Kastanie zu finden. Sie hat einen Durchmesser von 19 m, ist zwischen 100 und 150 Jahre alt und wurde als Naturdenkmal eingeordnet.

Ortsgliederung Zentral in der Sommeracher Gemarkung ist das Straßendorf selbst zu finden. Es entstand parallel zum Main und ist nach Nordwesten bzw. Südosten ausgerichtet. Der Sommeracher Altort wird heute von modernen Wohngebieten des 20. Jahrhunderts umgeben, wobei die kompakte Bebauung den Kern von den Siedlungen weiterhin unterscheidet. Zentrale Straße im Altort ist die Hauptstraße, die im Nordwesten als Nordheimer Straße weitergeführt wird. Sie teilt das alte Sommerach in einen kleineren nördlichen und einen größeren südlichen Teil (siehe auch: Ensemble Ortskern).

Anders als das benachbarte Nordheim wurde Sommerach von einer Ringmauer umgeben, die noch heute in weiten Teilen den Altort von der Umgebung trennt. Lediglich vier Tore, in den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet, boten jahrhundertelang den Zugang zum Dorf. Erst zwischen 1875 und 1877 entstand der erste Aussiedlerhof im Norden des Altortes. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann man auch vor dem Schwarzacher Tor Häuser zu bauen. Eine geplante Siedlungsbebauung mit Ein- oder Mehrfamilienhäusern begann in den 1960er Jahren. Mehrere Wohngebiete wurden ausgewiesen, wobei sich die Fläche des Dorfes verdreifachte.Kraus, Winfried: Sommerach. S. 54.

Nördlich des Altortes ist seit dem 17. Jahrhundert der Friedhof zu finden; er wird heute vollständig von Wohngebieten umgeben. Weiter nördlich errichtete man die Grundschule. Neben den kleineren Wohnhäusern ziehen sich in einem Bogen um den Altort, der etwa dem Verlauf der Frankenstraße entspricht, größere Baulichkeiten und Hallen, die von den örtlichen Weingütern vor den Ortskern verlagert wurden. Die einzige rein industriell genutzte Fläche ist ebenfalls an der Frankenstraße zu finden.

Südlich des Maintores erstrecken sich die Sportanlagen des Dorfes. Hier entstand auch in den 1970er Jahren der Campingplatz „Katzenkopf“ am sogenannten Altmain. Ein Bolzplatz ist im äußersten Nordosten der bebauten Fläche zu finden. Die einzige Waldfläche in der Sommeracher Gemarkung liegt etwa 1,5 km im Osten der Euchariuskirche auf der anderen Seite des Mainkanals. Es handelt sich um den Spessart (auch Spaster) und das Ried.