Die Liste der Unterländer Altäre umfasst vorreformatorische Altarwerke und Altarfragmente (von 1350 bis 1540) aus dem Unterland um HeilbronnZusammenstellung nach Gräf 1983, siehe Literatur. Gräf Nr. Ort Bezeichnung Bemerkungen BildA 1Bad Friedrichshall-Kochendorf, St. BarbaraKiliansaltarDer Schnitzaltar befand sich vor dem Bau der Barbarakirche längere Zeit in der Friedhofskapelle in Hagenbach, sein ursprünglicher Standort ist unbekannt. Im rechteckigen Mittelschrein befinden sich geschnitzte und farbig gefasste Reliefdarstellungen des hl. Kilian und seiner zwei Begleiter Kolonat und Tothnan, unter sich überkreuzenden Segmentbögen mit Rankenverzierung. Der Schrein wird dem Meister des Schwaigerner Marienaltars aus der Zeit um 1525 zugeschrieben. Die seitlich montierten Flügel, die mit Darstellungen der Heiligen Sebastian und Antonius bemalt sind, haben geringere Abmessungen als eine Schreinhälfte und stammen daher vermutlich von einem anderen Altar. Für die Malerei auf den Flügeln kommt eventuell ein Geselle des Meisters des Wimpfener Vesperbildaltars, ebenfalls aus der Zeit um 1525, in Frage.A 2Bad Wimpfen, evang. StadtkircheQuirinusaltarFlügelaltar mit zusätzlichen Standflügeln. Drei vollplastische, farbig gefasste Standfiguren (Quirinus mit Katharina und Dorothea) im Mittelschrein, Flügelinnenseiten mit farbig gefassten Reliefschnitzereien (Martyrien von Katharina und Quirinus), drei farbig gefasste vollplastische Halbfiguren weiblicher Heiliger im Predellenschrein. Außenflügel, Standflügel und Predellaseiten mit Heiligengestalten bemalt. Datiert 1500, mutmaßlich von Meister Moler aus Wimpfen, der den Wimpfener Quirinusaltar schuf. Sicher ein geschulter Meister, deutliche Nürnberger Einflüsse.100x100pxA 3Bad Wimpfen, evang. StadtkircheVesperbildaltarFlügelaltar. Dreiviertelplastische, farbig gefasste Darstellung von Maria mit verstorbenem Jesus und zwei weiblichen Heiligen im Mittelschrein, farbig gefasste Reliefschnitzereien mit jeweils zwei Heiligen auf den Flügelinnenseiten. Predellanische mit vielfiguriger, farbig gefasster Fegefeuerdarstellung. Flügelaußenseiten mit Heiligen, Predellaseiten mit Ornamenten bemalt. Datiert 1519. Malerei verwandt mit dem Kiliansaltar in Kochendorf. Sicher ein geschulter Meister, Anklänge an Dürer und Grünewald.100x100pxA 4Billigheim, MichaelskircheMarienaltarEinst im Billigheimer Schloss (1803–1902), seit etwa 1880 im Besitz der Kirchengemeinde. Mittelschrein eines Flügelaltars mit farbig gefasster Hochreliefschnitzerei: Madonna mit Kind umgeben von sechs weiblichen Heiligen. Stilistisch verwandt mit dem Schwaigerner Marienaltar und vermutlich wie dieser in einer Heilbronner Werkstatt um 1530/35 entstanden und von Jerg Kugler farbig gefasst.100x100pxA 5Bönnigheim, CyriakuskircheCyriakusaltarGestufter Flügelaltar. Mittelschrein mit farbig gefassten, geschnitzten Voll- und Halbfiguren (Epiphanie und Propheten). Flügelinnenseiten (Anna selbdritt, Heilige, Einsetzung des Petrus, Stifter) und Predella (Abendmahlsszene) als farbig gefasste Reliefschnitzereien. Flügelaußenseiten bemalt mit Verkündigung Mariä und Marientod. Reiche Laubwerk-Baldachine im Mittelschrein und auf den Innenflügeln. Zusätzlich Standfiguren (Schmerzensmann und Heilige) im Schreinaufsatz. Gehäuse und Reliefs vermutlich kurz vor 1500 entstanden, evtl. unter Mitwirkung des Bietigheimer Meisters, bei dem Jerg Kugler in der Lehre war. Standfiguren und Prophetenfiguren im Schrein vermutlich oberrheinisch.100x100pxA 6Brackenheim-Stockheim, UlrichskircheUlrichsaltarFlügelaltar mit zusätzlichen Standflügeln. Drei farbig gefasste, halbplastische Relieffiguren (Hl. Ulrich mit Petrus und Paulus) im Mittelschrein. Auf den Innenflügeln je eine Heiligenfigur als farbig gefasstes Flachrelief. Darüber jeweils reiche Laubwerk-Baldachine. In vier Predellennischen farbig gefasste, vollplastische Halbfiguren der Kirchenväter. Reiches Gesprenge mit Kreuzigungsgruppe unter Maßwerkbaldachinen. Flügelaußenseiten bemalt mit Verkündigungsszene, Standflügel bemalt mit weiblichen Heiligen. Schnitzarbeiten stilistisch verwandt mit dem Schwaigerner Marienaltar von 1523 und wohl nach diesem entstanden. Bemalung der Flügelaußenseiten und der Standflügel wohl durch Jerg Kugler.100x100pxA 7Ellhofen, Kirche zum Hl. Kreuz, St. Peter und GenovevaGenoveva-AltarFlügelaltar. Gestaffelter Mittelschrein mit vollplastischen, farbig gefassten Standfiguren (Anbetung der Könige) sowie Propheten-Halbfigur. Flügelinnenseiten mit jeweils zwei farbig gefassten Flachreliefs mit Szenen von der Verkündigung Mariä bis zur Beschneidung Christi. Jeweils reiche Laubwerk-Baldachine. Drei farbig gefasste vollplastische Halbfiguren in der Predellennische (Schmerzensmann mit Maria und Johannes). Gesprenge mit drei Heiligenfiguren unter Maßwerkbaldachinen. Flügelaußenseiten bemalt mit jeweils zwei Szenen (Geburt Christi und Anbetung der Könige sowie zwei Szenen aus der Genoveva-Legende). Entstanden um 1515. Schnitzwerk aus der Heilbronner Werkstatt der Nachfolge von Hans Seyfer. Vorbilder für Bemalung der Flügelaußenseiten: Schongauer-Stich B 4 und Dürer-Holzschnitt B 87 von 1511.100x100pxA 8Flein, VeitskircheVeitsaltarFlügelaltar. Drei farbig gefasste vollplastische Figuren (Hl. Veit mit Barbara und Papst Gregor) im dreiteiligen, gestaffelten Kapellenschrein mit Akanthusbaldachinen, die sich im Gesprenge fortsetzen. Flügel innen mit Szenen der Veitslegende, außen mit jeweils zwei weiblichen Heiligen bemalt. Predella bemalt mit Stiftern vor Veit und Veit zwischen Lehrer und Amme. Reste weiterer Bemalung auf Schreinrückseite und Predellenrückseite. Datiert 1517. Schnitzerei in oberschwäbischem Stil ohne Zuweisung zu einer bestimmten Werkstatt. Malerei auf Flügeln und Predella von Jerg Kugler.100x100pxA 9Gundelsheim, NikolauskircheAnnenaltarAus den Überresten von zwei oder drei älteren Altären anlässlich einer Kirchenrenovierung 1770 zusammengestellt und mit Barockrahmen versehen. Farbig gefasste Reliefdarstellung der Anna selbdritt im Mittelschrein und seitlich beigestellte vollplastische Figuren (Katharina und Barbara) um 1500, Predella mit filigran geschnitzter Wurzel Jesse um 1525.100x100pxA 10Heilbronn, KilianskircheKiliansaltarFlügelaltar aus Lindenholz, ungefasst. Im Mittelschrein vollplastische Standfiguren der apokalyptischen Madonna umgeben von Perus, Paulus, Laurentius und Stephanus unter Rankenbaldachin mit weiteren Heiligen in Nischen. In den Predellennische vollplastische Büsten des Schmerzensmannes mit Maria und Johannes sowie der vier Kirchenväter. Vier biblische Szenen als Reliefschnitzereien auf den Flügeln. Reiches Gesprenge mit Kreuzigungsgruppe und weiteren Heiligenfiguren. Datiert 1498, urkundlich ist die Fertigung durch Hans Seyfer belegt, die Reliefschnitzereien der Flügel erfolgten vermutlich durch Gehilfen.100x100pxA 11Heilbronn-Neckargartach, PeterskirchePeter- und PaulsaltarFlügelaltar mit Standflügeln, datiert 1516, Lindenholz. Drei vollplastische, farbig gefasste Heiligenfiguren (Petrus mit Paulus und Johannes Baptist) im Mittelschrein, vier vollplastische, farbig gefasste Halbfiguren der Kirchenväter in der Predellennische. Klappflügel innen und außen sowie Standflügel mit Szenen aus verschiedenen Heiligenlegenden bemalt. Schreinrückseite einst mit Schweißtuch der Veronika bemalt (zerstört bei Unwetter 1897). Mittelschrein, Predella und Innenflügel mit Blattwerkbaldachinen.A 12Neckarmühlbach, Burg Guttenberg (Burgmuseum)KreuzaltarEinst in der Burgkapelle. Schlichter Flügelaltar mit eingehängtem farbig gefasstem Kruzifix im rechteckigen, bis auf Anstrich schmucklosen Mittelschrein. Linke Flügelinnenseite mit Darstellung eines Bischofs und kniendem Stifter(?), rechte Flügelinnenseite mit Darstellung des hl. Wolfgang. Flügelaußenseiten überstrichen. Schrein und Flügel aus Nadelholz, die Bemalung der Flügel vermutlich von unterschiedlichen Händen, alle Komponenten jedoch wohl aus der Zeit um 1490–1500.A 13Neckarmühlbach, Burg Guttenberg (Burgmuseum)Altar mit SchutzmantelmadonnaEinst in der Burgkapelle, wo sich zwei 1518 und 1526 datierte Ziborien befinden, wovon eines dieses Triptychon trug. Flügelaltar mit geschnitzter und farbig gefasster vielfiguriger Schutzmantelmadonnenszene im Mittelschrein. Die Flügelinnenseiten (ursprünglich Außenseiten) bemalt mit Szenen aus dem Marienleben und mit Hl. Elisabeth von Thüringen. Die Flügelaußenseiten (ursprünglich Innenseiten) weisen lediglich noch Reste von Bemalung auf. Die Flügel wurden vertauscht angebracht, um den geöffneten Altar mit gut erhaltenen Flügelseiten präsentieren zu können. Die Schnitzereien des Altars ähneln denen des Wimpfener Quirinusaltars (mutmaßlich Meister Moler aus Wimpfen) und bedingt auch denen des Neudenauer Gangolfsaltars. Auch der Bildaufbau der Malerei scheint mit dem Neudenauer Gangolfsaltar verwandt, weist jedoch in der Ausführung auf eine deutlich unterschiedliche Hand hin. Eventuell kommt eine Wimpfener Werkstatt um 1500 für die Herstellung des Altars in Frage.A 14Neudenau, GangolfskapelleGangolfsaltarFlügelaltar. Im Mittelschrein drei vollplastische, farbig gefasste Standfiguren von Gangolf mit zwei Begleitern unter Rankenbaldachinen. Weitere Standfiguren (Schmerzensmann mit Maria und Johannes) einst im Altarauszug. In der Predellennische drei vollplastische, farbig gefasste Büsten der Anna selbdritt sowie zweier weiblicher Heiliger, Predella links und rechts mit weiteren Heiligenbüsten bemalt. Flügelinnenseiten bemalt mit jeweils zwei Szenen aus der Gangolfslegende, Flügelaußenseiten bemalt mit je zwei Heiligen. Auf der Schreinrückwand datiert 1501. Stilistisch steht der Altar dem Wimpfener Quirinus-Altar nahe, derselbe Maler (Moler aus Wimpfen?) kommt in Frage.100x100pxA 15Neudenau, GangolfskapelleMarienaltarFlügelaltar mit drei vollplastischen, farbig gefassten Standfiguren (Madonna und Kind mit Johannes Baptist und Johannes Evangelist) um 1470. Teile des Schreins wohl auch aus jener Zeit, jedoch später übermalt. Predella bemalt mit Schweißtuch der Veronika. Bemalung der Innenflügel mit weiblichen Heiligen durch Hans Peter Heymann 1688.100x100pxA 16Oberstenfeld, StiftskirchePassionsaltarFlügelaltar mit bemalter querrechteckiger Mitteltafel, die eine vielfigurige Kreuztragungsszene mit kleinen Darstellungen der ursprünglichen Stifter (Stephan Schreiber und seine Frau Adelheid aus Kirchheim unter Teck) in den Ecken zeigt. Auf den bemalten Innenflügeln jeweils zwei Szenen der Passionsfolge. Flügelaußenseiten bemalt mit Hl. Stephan und Katharina sowie Anna selbdritt und Hl. Adelheid, davor die ursprünglichen Stifter. Die Predella ist bemalt mit der knienden Stifterfamilie von Wolf von Weiler und Brigitta Willich von Alzey und deren Wappen. Der 1512 datierte Altar befand sich ursprünglich in der Kartause Güterstein (Urach) und wurde 1578 für die Grablege der Herren von Weiler erworben, wobei er seine heutige Predella erhielt, während die ursprüngliche Predella den Schmerzensmann oder eine Grablegung gezeigt haben könnte. Der Altar verweist stilistisch und motivisch auf den fränkischen Malerkreis, v. a. auf die Dürer-Nachfolge und auf Holzschnitte von Hans Schäufelin. Als ausführender Maler wird der Kirchheimer Meister Wolfgang Bretzger vorgeschlagen.100x100pxA 17Oedheim, MauritiuskircheMarienaltarDer 115 cm breite und 139 cm hohe Schrein enthält drei aus Lindenholz gearbeitete, farbig gefasste vollplastische Standfiguren der apokalyptischen Madonna flankiert von Ambrosius und Hieronymus unter einem von wenig Laubwerk in den Ecken verzierten Segmentbogen. Die Flügelinnenseiten zeigen Maria Magdalena und Barbara, jeweils als farbig gefasste Reliefschnitzereien. Die Predellennische ist wie der Schrein mit Klappflügeln verschlossen. Predella und Predelleninnenflügel zeigen farbig gefasste Reliefbüsten der zwölf Apostel. Die bemalten Außenflügel zeigen eine sich über beide Flügel erstreckende Verkündigungsszene, die Außenseiten der Predellenflügel sind nicht bemalt. Das Bildprogramm ist weder thematisch noch stilistisch in sich ges