Aichenzell (fränkisch: Achezell) ist ein Gemeindeteil der Stadt Feuchtwangen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Aichenzell hat eine Fläche von 16,686 km². Sie ist in 1714 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9584,11 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Esbach, Hammerschmiede, Herrnschallbach, Höfstetten, Kaltenbronn, Mögersbronn, Sommerau, Überschlagmühle, Walkmühle, Winterhalten und Zehdorf.

Geographie Das Dorf liegt an der Sulzach und am Überschlagbach, der dort als rechter Zufluss in die Sulzach mündet. Im Süden grenzt das Breitfeld an. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Feuchtwangen (0,2 km nördlich) bzw. nach Herrnschallbach (1 km südöstlich).

Geschichte Aichenzell wurde wie alle übrigen -zell-Orte (Leiperzell, Seiderzell, Bergnerzell und Rammerzell) vom Kloster Feuchtwangen angelegt und von diesem verwaltet. Da es 1197 in ein Säkularkanonikerstift umgewandelt wurde, muss die Gründung von Aichenzell vor 1197 erfolgt sein.

1560 brannte Aichenzell ab, wobei sieben Kinder im Feuer umkamen.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 35.

Aichenzell lag im Fraischbezirk des Ansbachischen Oberamtes Feuchtwangen. 1732 bestand der Ort aus zehn Anwesen. Das Oberamt war Grundherr über acht Anwesen (Stiftsverwalteramt Feuchtwangen: 2 Höfe, 4 Güter; Kastenamt Feuchtwangen: 1 Köblersgut; Stadtvogteiamt Feuchtwangen: 1 Gut). Zwei Güter waren ein Freieigen der Familie Schemel. Außerdem gab es noch ein Gemeindehirtenhaus.Nach der Vetterischen Beschreibung des Oberamtes Feuchtwangen von 1732 (s. a. Aichenzell (Grundherrschaft) auf der Website geschichte-feuchtwangen.de). An diesen Verhältnissen hatte sich bis zum Ende des Alten Reiches nichts geändert. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Feuchtwangen.

1806 kam Aichenzell zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Aichenzell gebildet. Zu diesem gehörten Esbach, Hammerschmiede, Herrnschallbach, Höfstetten, Kaltenbronn, Mögersbronn, Sommerau, Überschlagmühle, Walkmühle, Winterhalten und Zehdorf. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Aichenzell, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Feuchtwangen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Feuchtwangen zugeordnet (1919 in Finanzamt Feuchtwangen umbenannt). Ab 1862 gehörte Aichenzell zum Bezirksamt Feuchtwangen (1939 in Landkreis Feuchtwangen umbenannt) und von 1943 bis 1973 zum Finanzamt Dinkelsbühl, seit 1973 zum Finanzamt Ansbach. In der Gerichtsbarkeit blieb das Landgericht Feuchtwangen zuständig (1879 in Amtsgericht Feuchtwangen umbenannt), seit 1973 ist es das Amtsgericht Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 16,739 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde sie am 1. Januar 1972 nach Feuchtwangen eingemeindet.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Aichenzell Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 468 574 561 567 586 567 564 541 583 536 524 534 519 523 512 507 519 498 477 669 665 593 470 486HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 92 98 101 104 102 100 94 96 96 Quelle Für die Gemeinde Aichenzell zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Esbach (S. 23), Hammerschmiede (S. 36), Herrnschallbach (S. 40), Höfstetten (S. 42), Kaltenbronn (S. 46), Mögersbronn (S. 60), Sommerau (S. 87), Überschlagmühle (S. 92), Walkmühle (S. 99), Winterhalten (S. 104) und Zehdorf (S. 106). Da für Herrnschallbach nicht die korrekte Einwohnerzahl angegeben ist, kann die Einwohnerzahl der Gemeinde nicht berechnet werden. Sie wurde aus dem Historischen Gemeindeverzeichnis 1953, S. 171 übernommen.

Ort Aichenzell Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 55 91 81 78 58 71 71 98 82 81 55Häuser 11 10 12 14 13 15 17 16 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannis (Feuchtwangen) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ulrich und Afra (Feuchtwangen) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Feuchtwangen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort an der Sulzach Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach