miniatur|Johann Baptist Hoferer, als Gymnasiast bzw. Student um 1876 in Regensburg
Johann Baptist Hoferer (* 20. März 1860 in Großprüfening; † 5. Mai 1936 in Pettendorf) war ein Handwerker, Gutsbesitzer und Lokalpolitiker aus der Bayerischen Zentrumspartei.
Leben Hoferer wurde 1860 als Sohn des Schmiedemeisters und Bürgermeisters Michael Hoferer (1820–1894) und dessen zweiten Ehefrau Franziska Rieder (1831–1875) geboren. Sein Bruder war der Kaufmann und Bankier Josef Hoferer (1866–1941). Bereits sein Urgroßvater Joseph Hofer(er) war seit 1771/1772 als Huf- und Wagenschmied in Großprüfening tätig. Sein Urgroßvater mütterlicherseits, Jacob Rieder, war der letzte Hofmeister des Benediktinerklosters Prüfening.
Nach dem Besuch der Dorfschule in Prüfening war er bis 1875/1876 Zögling an der Königlichen Kreisgewerbeschule in Regensburg. Anschließend studierte er zeitweise Landwirtschaft und begann in der väterlichen Werkstatt eine Lehre zum Huf- und Wagenschmied. Bereits als Geselle erhielt er für seine handwerklichen Fähigkeiten Auszeichnungen, u. a. 1883 durch das General-Comité des landwirtschaftlichen Vereines in Bayern. Später legte er die Meisterprüfung in Regensburg ab.
1887 heiratete er Anna Hofherr (1865–1930), die Tochter eines bereits 1874 verstorbenen Schmiedemeisters und übernahm den landwirtschaftlichen Hof der Schwiegereltern in Pettendorf. Der dortige Besitz konnte durch kluge Investitionen bedeutend erweitert werden. Hoferer setzte sich für landwirtschaftliche Neuerungen wie die Anschaffung von großen Dresch- und Erntemaschinen ein, die es den Bauern in der Landwirtschaft ermöglichten, schneller, kräftesparender und müheloser zu arbeiten. Des Weiteren wurde er Teilhaber des Bank- und Handelshauses "J. Hoferer" in Furth im Wald, welches von seinem Bruder Joseph Hoferer geführt wurde und im Königreich Bayern und in Österreich-Ungarn aktiv war.
miniatur|Gedenktafel für Josef Hoferer (1888–1916) in Pettendorf
Hoferer engagierte sich auf unterschiedliche Art und Weise in und für seine Heimat. Seit 1889 war er ordentliches Mitglied des Landwirtschaftlichen Vereins, Bezirks-Comité Stadtamhof. Von 1891 bis 1899 und 1906 bis 1908 war er Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr von Pettendorf (gegr. 1876) und von 1894 bis 1912 deren Erster Vorsitzender. Ab 1895 war er Angehöriger des Gemeinderats von Pettendorf (bis 1908). 1897 gehörte er neben anderen Honoratioren zu den Gründungsmitgliedern des Jägervereins Pettendorf, dessen erster Schützenmeister er wurde. Über viele Jahre amtierte er als Stiftungsrat der Armenkasse und unterstützte bedürftige Menschen auch mit eigenem Geld. Ab 1919 war Johann Hoferer stellvertretender Bürgermeister von Pettendorf unter Bürgermeister Johann Weigl. Er gehörte der Bayerischen Zentrumspartei an.
Daneben war Johann Hoferer auch als Wohltäter seiner Heimatgemeinde und der Gemeinde Pettendorf bekannt. Auf ihn gehen die Errichtung mehrerer Arbeiterhäuser, eines Armenhauses und des Pettendorfer Ehrenmals für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs zurück. In Erinnerung an seinen 1916 bei Verdun gefallenen Sohn Josef, ließ er ein durch einen Münchner Steinmetzbetrieb gefertigtes eindrucksvolles Denkmal an der Kirchenmauer der Pfarrkirche St. Margareta in Pettendorf anbringen. Mit dem langjährigen (1895–1932) Pfarrer von Pettendorf, Martin Klob, verband ihn eine enge Freundschaft.
Johann Hoferer starb am 5. Mai 1936 in Pettendorf an Arterienverkalkung und wurde dort auf dem Friedhof unter großer Anteilnahme beigesetzt. Zwei seiner Söhne und drei seiner Enkelkinder wurden – der seit ca. 1734 nachweisbaren Familientradition folgend – ebenfalls Schmiedemeister. Der Brauereibesitzer und Ehrenbürger der Gemeinde Pettendorf Heinrich Prößl (1929–2010) war sein Enkel.
Einzelnachweise
Quellen Gabriele Deml und Fritz Rehbach: Großprüfening. Das Dorf im Stadtwesten – damals und heute, 1. Auflage, Regenstauf 2021. Martin Klob: Chronik der Pfarrei Pettendorf (MS Pfarrarchiv Pettendorf). Gemeinde Pettendorf (Hrsg.): Gemeinde Pettendorf: Geschichte und Gegenwart, Kallmünz 1991. Hermann Preu: Flur- und Kleindenkmäler auf dem Gebiet der Gemeinde Pettendorf, o. O. 2013. Heinrich Prößl: 100 Jahre Familie Prößl, Regensburg 1938.
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