mini|Hermann Gutschow, 1900 Hermann Gutschow (* 20. August 1843 in Brandenburg (Havel); † 23. April 1903 in Berlin) war ein deutscher Sanitätsoffizier der Kaiserlichen Marine.
Leben Hermann Gutschow war ein Sohn des Kaufmanns Emil Gutschow und studierte Medizin an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. 1862 wurde er Mitglied des Corps Vandalia Berlin.Kösener Korps-Listen 1910, 17/120. Vom 30. April 1862 bis 15. Februar 1866 gehörte er der Kaiser-Wilhelm-Akademie an. Nachdem er im März 1866 zum Dr. med. promoviert worden war, trat er als einjährig-freiwilliger Arzt in die Preußische Armee und nahm am Deutschen Krieg teil. Am 1. Mai 1867 wurde er Assistenzarzt.
Als die Marine; er trat am 1. April 1868 zur Marine über; ihre Ärzte noch aus der Armee ergänzte, diente Gutschow in Nord- und Ostsee, in Ostasien und im Büro des Generalarztes. Zwei Jahre lang vom 12. September 1873 bis 4. August 1875 war er an das Medizinisch-chirurgische Friedrich-Wilhelms-Institut und an die Charité in Berlin kommandiert. Mit der Elisabeth ging er 1876 wieder nach Ostasien. In Yokohama errichtete er das Lazarett der deutschen Kaiserlichen Marine in Yokohama. Bei seinem Weitblick und Organisationstalent erfreute er sich großer Wertschätzung durch die japanische Regierung. In Fragen der Seuchenabwehr zog sie ihn wiederholt zu Rate. Nach 1884 fand er Verwendung bei der I. Werftdivision. 1892 wurde er Chefarzt des Marinelazaretts in Kiel, 1894 Garnisonsarzt und Stationsarzt der Marinestation der Ostsee. Über viele Jahre war er Lehrer für Gesundheitspflege an der Marineakademie und -schule (Kiel).
1896 wurde er zum Generalarzt der Marine und zum Vorstand der Medizinalabteilung des Reichsmarineamts ernannt. Er trennte das Marinesanitätskorps von der Armee und wurde dessen erster Chef. Später erhielt er auch die Immediatstellung. 1899 wurde er zum Generalstabsarzt mit dem Rang eines Konteradmirals ernannt. Von Alfred von Tirpitz geschätzt, gelang ihm die Umorganisation des Marinesanitätswesens. Lazarette, Schiffe und Landeinrichtungen wurden nach neuen wissenschaftlichen und technischen Erkenntnissen verbessert. Er starb 1903 im aktiven Dienst.
Siehe auch Richard Kleffel
Literatur Volker Hartmann, Hartmut Nöldeke: Deutscher Marinesanitätsdienst in Japan. Das Wirken Hermann Gutschows im Marinelazarett Yokohama. In: Schiff & Zeit / Panorama maritim, Heft 64, Herbst 2006, S. 10–20.
Paul Wätzold (Bearb.): Stammliste der Kaiser Wilhelms-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen, August Hirschwald, Berlin 1910; S. 65, Nr. 153.
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (Marineakademie Kiel) Kategorie:Generalstabsarzt (Kaiserliche Marine) Kategorie:Absolvent der Kaiser-Wilhelms-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen Kategorie:Person im Deutschen Krieg Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1843 Kategorie:Gestorben 1903 Kategorie:Mann