mini|Der Garten der Gerechten unter den Völkern in Yad Vashem Die Liste der Gerechten unter den Völkern enthält nach Herkunftsländern geordnet Personen, die für die Rettung von Juden während der Zeit des Nationalsozialismus von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt wurden.
Seit 1953 werden durch den Staat Israel Menschen als Gerechte unter den Völkern ausgezeichnet, die zwischen 1933 und 1945 große persönliche Risiken in Kauf nahmen und dabei ihr Leben in Gefahr brachten, um von der Deportation in Arbeits- oder Vernichtungslager bedrohte Juden zu schützen. In Yad Vashem wird im Garten der Gerechten unter den Völkern für jede Person eine Plakette angebracht, für die frühen Geehrten wurde zudem in der Allee der Gerechten unter den Völkern jeweils ein Baum gepflanzt, dies ist inzwischen jedoch aufgrund Platzmangels selten geworden. Zum 1. Januar 2022 betrug die Zahl der Gerechten 28.217 aus 51 Ländern.
Die Sortierung nach „Herkunftsländern“ orientiert sich hier an den Zuordnungen, die Yad Vashem vorgenommen hat. In etlichen Fällen ist eine eindeutige Zuordnung nicht möglich bzw. auch nicht sinnvoll, etwa bei Personen binationaler Herkunft, bei Personen, die nach der Rettungstat ihre Staatsangehörigkeit gewechselt haben oder bei Menschen, die Staaten zugeordnet werden mussten, die zum Zeitpunkt ihres Todes noch nicht bestanden.
Ägypten Ein Ägypter wurde mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet. Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr Lebte als Arzt in Berlin und versteckte dort von 1942 bis zum Kriegsende die Jüdin Anna Boros. 2013
Albanien 75 Albaner wurden bisher mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.
Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Albanien
Darunter: Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr Refik Veseli 1926 oder 1927 2000 oder 2003 Während der deutschen Besatzung Albaniens initiierte er die Aufnahme von zwei jüdischen Familien im Haus der Familie Veseli. Die Familien wurden mit offenen Armen empfangen, mit Essen versorgt und in einem Raum oberhalb der Scheune untergebracht. Mit der Zeit begannen auch andere Anwohner, Juden versteckt zu halten. Bei Kontrollen der deutschen Besatzer verlor jedoch niemand ein Wort hierüber, trotz Einschüchterungen seitens der Deutschen. Auch Belohnungsgelder für jeden, der Hinweise zur Ergreifung versteckter Juden gab, konnte die ärmliche Bevölkerung Krujas nicht zu Denunziationen bewegen. 1987
Armenien 24 Armenier wurden bisher mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.
Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Armenien
Darunter: Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr Pran Tashchiyan Pran Tashchiyan und ihr Mann versteckten von Februar 1942 bis zur Befreiung im April 1944 zwei jüdische Kinder. 2002
Belarus 683 Belarussen wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.
Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Belarus
Darunter: Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr Elena Frolova Helena Frolova lebte mit ihrem Ehemann Ivan, einem Eisenbahner, in der Stadt Borisov (heute Barysau) im Bezirk Minsk. Ihr einziger Sohn war Kampfpilot und wurde nach Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges einberufen. Frolova war eine streng gläubige Katholikin und sie glaubte, dass ihr Sohn sicher nach Hause zurückkehren würde, wenn sie ein hilfloses Kind, vorzugsweise ein jüdisches, retten würde. Frolova reiste nach Minsk und ging in ein russisches Kinderheim, das die Deutschen oft nach jüdischen Kindern durchsuchten. Sie holte die zweijährige Galina Rubenchik ab, die von ihrer Mutter Hasia Rubenchik, einer örtlichen Ghetto-Insassin, im Kinderheim untergebracht worden war. Galina war ein sehr krankes Kind und Frolova nahm sie mit nach Hause und pflegte sie hingebungsvoll. Frolova sah sich dabei erheblichen Gefahren ausgesetzt, insbesondere weil alle Nachbarn wussten, dass sie ein jüdisches Mädchen versteckte. Außerdem nahm die Gestapo in dieser Zeit ihren Ehemann wegen des Verdachts der Sabotage fest. Er wurde brutal gefoltert und nach Hause entlassen, wo er kurz darauf starb. Gleichzeitig drohten ihre Nachbarn, sie anzuprangern, wenn sie weiterhin Galina beherbergte. Aufgrund der erhöhten Gefahr verließ Frolova Borisov mit Galina und begab sich in den Bezirk Grodno, in dem sie Verwandte hatte. Dort adoptierte sie Galina offiziell und das Kind wuchs in dem Glauben auf, dass Frolova ihre leibliche Mutter sei.
Im Jahr 1944 kehrten sie in das befreite Borisov zurück und Frolova weigerte sich, sich von Galina zu trennen, trotz ihrer schlechten finanziellen Situation, ihres schlechten Gesundheitszustands und der Bitte ihres Sohnes, das Mädchen in ein Waisenhaus zurückzubringen. 1951 beging Frolova Selbstmord und vererbte Galina die Hälfte ihres Hauses und ihres Besitzes. Als Galina (damals Fradkina) bereits verheiratet war, fand sie 1964 ihre leiblichen Eltern und Geschwister. Galina wanderte in den 1990er Jahren nach Israel aus. 1996
Belgien 1.819 Belgier wurden bisher mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.
Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Belgien
Darunter: Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr Hélène de Bie Hélène Vandenbril arbeitete ehrenamtlich in der katholischen Pfadfinderinnenorganisation der Schwestern Marcelle und Madeleine De Meulemeester. Nachdem Belgien 1940 von der Wehrmacht besetzt worden war und die Deportation jüdischer Belgier begonnen hatte, beschlossen sie, zu deren Rettung beizutragen.
Im Oktober 1942 wandte sich Abt Buisseret des Klosters in Saint-Gilles an die Schwestern De Meulemeester und bat um Hilfe für Henri Szlamovicz (* 21. Juni 1942), einen damals fünf Monate alten jüdischen Jungen. Hélène Vandenbril traf sich mit der Mutter und deren damals neun Jahre alten Tochter Rachel in Brüssel. Die Mutter übergab dieser ihren fünf Monate alten Sohn. Die ältere Tochter, Rachel Szlamovicz, wurde in einem Kloster versteckt. Sie besuchte ihren kleinen Bruder noch eine Zeitlang. Die Eltern der Kinder tauchten unter, wurden aber im Oktober 1943 inhaftiert. Die Mutter Henri Szlamovicz’ wurde 1944 im KZ Auschwitz ermordet. Der Vater Abraham Szlamovicz war zunächst im Lager Fort Breendonk inhaftiert. Später kam er ins SS-Sammellager Mechelen.
Hélène Vandenbril heiratete Benoît de Bie, einen belgischen Offizier, und zog mit ihm nach Antwerpen. Das kinderlose Ehepaar zog Henri Szlamovicz wie einen eigenen Sohn auf. Er nannte sie „Tantchen“ und „Onkel Ben“. Sie erinnerten ihn stets daran, dass sie nicht seine leiblichen Eltern seien und diese ihn wieder heimholen würden.
Abraham Szlamovicz holte nach seiner Befreiung im September 1944 seine Tochter Rachel zu sich. Die Spur zu seinem Sohn hatte sich verloren, denn Abt Buisseret war inzwischen gestorben. Rachel Szlamovicz erinnerte sich an die Schwestern De Meulemeester, die dem Vater die Antwerpener Adresse des Ehepaars de Bie gaben. Diese lebten nun bei der Familie von Hélène de Bie auf dem Land. Dort traf der Vater nach Jahren wieder seinen Sohn. 2002
Bosnien 49 Bosnier wurden bisher mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.
Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Bosnien und Herzegowina
Darunter: Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr Ahmed Sadik Ahmed Sadik rettete seinen jüdischen Freund Isidor Papo mit seiner Frau und seinen zwei Kindern. Ohne zu zögern, brachte Sadik die Familie zu sich nach Hause und beschaffte Dokumente, die es ihnen ermöglichte, die italienische Besatzungszone zu erreichen. Ahmed Sadik bezahlte für seine Heldentat mit seinem Leben. Er wurde denunziert und deportiert. Alle Familienmitglieder der Familie Papo haben den Krieg überlebt. 1984
Brasilien Zwei Brasilianer wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.
Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr Aracy de Carvalho war für die Visaabteilung im brasilianischen Konsulat in Hamburg verantwortlich, wo sie 1938 als Sekretärin arbeitete. In dieser Funktion half sie einer Gruppe von Juden, Visa nach Brasilien zu bekommen, und half ihnen, finanzielle Schwierigkeiten zu überwinden, bevor sie Deutschland nach Brasilien verlassen konnten. 1982 War zur Zeit der Besatzung Botschafter in Paris und stellte vorschriftswidrig Visa an Juden aus. Als ihm die Ausstellung von Visa verboten wurde, stellte er noch über 500 nun rückdatierte Visa an Juden aus. 2003
Bulgarien 20 Bulgaren wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.
Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Bulgarien
Darunter: Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr Dimitar Peschew Dimitar Jossifow Peschew, ein bürgerlich-nationaler bulgarischer Politiker, verhinderte am 9. März 1943 in seiner Eigenschaft als stellvertretender bulgarischer Parlamentspräsident durch seine Intervention bei Innenminister Petar Gabrowski und gegenüber dem bulgarischen Zaren Boris III. den Abtransport der bulgarischen Juden. Am 8. März 1943 waren in den Bahnhöfen die Waggons zur Deportation in die Vernichtungslager Treblinka bereitgestellt worden. Darüber hatte ihm am Abend des 8. März eine Delegation aus seinem Heimatswahlkreis Kjustendil berichtet. 1973
Chile Zwei Chilenen wurden mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet. Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr Samuel del Campo 23. Mai 1882 1960 Stellte in seiner Funktion als Konsul für mehrere Juden gefälschte Dokumente bereit. 2016 María María Edwards Mac-Clure war in Paris unter dem Namen María Errázuriz oder Tante Marie bekannt. Sie rettete als freiwillige Krankenschwester im besetzten Paris jüdische Waisenkinder, denen die Abschiebung in ein Konzentrationslager drohte. Wurde von der Gestapo gefangen genommen und gefoltert, konnte jedoch entkommen. 2005
China Zwei Chinesen wurden mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet. Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr Ho Feng Shan Rettete als chinesischer Konsul in Wien hunderte, möglicherweise tausende Juden, indem er Visa für Shanghai ausstellte, die als Emigrationsnachweis zur Ausreise notwendig waren. Bekannt als Schindler Chinas. 2005 Pan Jun Shun Lebte als chinesischer Staatsbürger in Charkiw in der Ukraine und versteckte und rettete ein ukrainisches jüdisches Mädchen. 1995
Dänemark 22 Dänen wurden mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet. Auf Wunsch der dänischen Untergrundbewegung wurden zahlreiche Mitglieder, die an der Rettung der jüdischen Bevölkerung teilnahmen, nicht individuell ausgezeichnet. Ihrer solle kollektiv gedacht werden.
Siehe Hauptartikel: Liste der Gerechten unter den Völkern aus Dänemark
Darunter: Name Geboren Gestorben Grund der Ehrung Jahr Knud Dyby Knud Dyby, ein dänischer Polizist, war während der deutschen Besetzung Dänemarks im Jahr 1940 in der Widerstandsbewegung tätig und beteiligte sich an Sabotagen, Spionage und der Produktion von Untergrundzeitungen. 1943 wirkte er an der Flucht der dänischen Juden mit. Er nutzte seine durch das Segeln entstandenen Kontakte zu Fischern, um die Überfahrt jüdischer Dänen nach Schweden zu organisieren und brachte selbst Gruppen nach Nordhavn, wo sie von Seeleuten in Empfang genommen oder bis zur Überfahrt in Privathäusern untergebracht wurden. Da die dänische Küste von der dänischen Polizei bewacht wurde, konnte er in seiner Funktion als Polizist erfahren, in welches Richtung die Flüchtlingsboote aufbrechen mussten, um nicht den Patrouillenbooten der Deutschen zu begegnen. Er half ebenso bei der Flucht weiterer gefährdeter Personen nach Schweden, die z. B. aufgrund von Sabotage oder journalistischer Tätigkeit von der Verhaftung durch die Gestapo bedroht waren.