Dorf Zechlin ist ein Ortsteil der Stadt Rheinsberg im nordbrandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Es hat etwa 370 Einwohner und gilt als Erholungsort.
Geographie Die Ortschaft liegt etwa einhundert Kilometer nordwestlich von Berlin und rund zehn Kilometer der Kernstadt Rheinsberg entfernt. 20 Kilometer westlich befindet sich die Stadt Wittstock/Dosse, drei Kilometer nördlich der Ortsteil Flecken Zechlin. Dorf Zechlin hat eine Fläche von 16 Quadratkilometer und liegt in einer Höhe von rund .
Dorf Zechlin liegt am Braminsee. In der Nähe liegt der Große Zechliner See.
Geschichte Der Name des Ortes Zechlin leitet sich vermutlich vom slawischen Wort cêglu für einzig bzw. vom slawischen Lokator Cêgola ab.Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, , S. 3–168, hier S. 156.
Zechlin wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf stark zerstört.
Die Kirche des Dorfes wurde 1549 oder früher erbaut und im 19. Jahrhundert stark vergrößert. mini|Gedenktafel an Opfer des Todesmarschs 1945 durch das Dorf. In der Endphase des Zweiten Weltkriegs wurden KZ-Häftlinge auf Todesmärsche gezwungen. Einer der Todesmärsche führte durch das Dorf Zechlin und Flecken Zechlin. Der Todesmärsche durch Brandenburg wird in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald gedacht. Im Dorf und im Flecken Zechlin gibt es dazu Gedenktafeln aus DDR-Zeiten.
Eingemeindungen Am 26. Oktober 2003 wurde Dorf Zechlin nach Rheinsberg eingemeindet.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
Schienen- und Busverkehr Von 1926 an wurde die Eisenbahnstrecke von Rheinsberg bis Flecken Zechlin verlängert und am 15. Mai 1928 eröffnet. Dorf Zechlin wurde an die Strecke mit dem Bahnhof Kagar-Dorf Zechlin angeschlossen. In den 1930er Jahren verkehrten circa fünf Züge am Tag von Zechlin Flecken über Rheinsberg nach Löwenberg (Mark) mit Anschluss nach Berlin und zurück. Am Wochenende im Sommer gab es direkte Züge von und nach Berlin.Amtliches Kursbuch für das Reich mit Fernverbindungen, Sommer 1934. Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft, Oberbetriebsleitung Ost Berlin, Berlin 1934. Die Strecke wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgebaut und die Schienen als Reparationszahlung in die Sowjetunion geschafft. Das Bahnhofsgebäude existiert noch.
Baudenkmale mini|Dorfkirche Zechlin (2024) In der Liste der Baudenkmale in Rheinsberg sind für Dorf Zechlin sechs Baudenkmale aufgeführt, darunter die 1549 überwiegend aus Feldsteinen erbaute Dorfkirche Dorf Zechlin, eine Saalkirche.
Naturdenkmale mini|Die 1978 unter Schutz gestellte Eiche In der Liste der Naturdenkmale in Rheinsberg ist für Dorf Zechlin die 1978 unter Schutz gestellte Eiche (Quercus sp.) (Lage: NS=53.13860, EW=12.78191) als einziges Naturdenkmal aufgeführt.
Söhne und Töchter des Ortes Hans Much (1880–1932), Arzt und Schriftsteller
Literatur Monika Adomeit: Dorf Zechlin. Edition Rieger, Karwe 2004.
Weblinks Dorf Zechlin auf der Website der Stadt Rheinsberg
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Ostprignitz-Ruppin Kategorie:Ortsteil von Rheinsberg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) Kategorie:Gemeindeauflösung 2003 Kategorie:Ersterwähnung 1237