Oberkemmathen ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Langfurth im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Oberkemmathen liegt in der Gemarkung Langfurth.
Geografie Das Dorf liegt am linken Ufer der Sulzach. Im Osten grenzen die Waldgebiete Föhrig und Förchen an, im Westen, jenseits der Sulzach liegt das Flurgebiet Sandfeld. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Staatsstraße 2220 bei Neumühle (0,8 km südwestlich) bzw. zur Kreisstraße AN 50 bei Dorfkemmathen (2 km südöstlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Stöckau (1,5 km nordöstlich).
Geschichte Oberkemmathen ist der älteste Gemeindeteil der Gemeinde Langfurth. Im 13. Jahrhundert war es Sitz eines Ortsadels.Siebmacher: Abgestorbene, erloschene Geschlechter, Abteilung 1, Folge 2, Abgestorbener Bayerischer Adel, Nürnberg, 1906, S. 84 Ihre Burg befand sich etwa in Höhe des heutigen Ortszentrums.
Die Fraisch über Oberkemmathen war umstritten. Sie wurde sowohl vom ansbachischen Oberamt Wassertrüdingen als auch vom oettingen-spielbergischen Oberamt Dürrwangen beansprucht. Die Reichsstadt Dinkelsbühl wollte sie auf ihren Gütern geltend machen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oberkemmathen 19 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das ansbachische Verwalteramt Forndorf. Grundherren waren das Verwalteramt Forndorf (1 Schmiede, 1 Gütlein), das Verwalteramt Röckingen (1 Gut, 2 Gütlein, 1 Haus, 2 Halbhäuser), das württembergische Oberamt Weiltingen (1 Gütlein) und die Reichsstadt Dinkelsbühl (Evangelische Kirchenpflege: 1 Gut, 1 Gütlein; Hintere-Stuben-Pflege: 1 Mühle, 1 Gut; Reichsalmosenpflege: 2 Güter; Spital: 1 Hofgut, 2 halbe Hofgüter).T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 444. (= J. K. Bundschuh, Bd. 4, Sp. 179). Hiernach gab es 17 Untertansfamilien, von denen 8 ansbachisch waren. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Wassertrüdingen.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 572.
1806 kam Oberkemmathen an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1809 der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Oberkemmathen gebildet, zu dem bzw. zu der Langfurth, Matzmannsdorf, Schlierberg und Stöckau gehörten. Neumühle wurde 1813 von Dentlein abgegeben.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 534. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstanden zwei Ruralgemeinden: Oberkemmathen mit Matzmannsdorf, Neumühle und Schlierberg, Stöckau mit Langfurth. Bereits 1823 wurde die Ruralgemeinde Stöckau wieder nach Oberkemmathen eingegliedert.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 571f. Die Sägmühle wurde um 1840 und die Schneidmühle um 1870 auf dem Gemeindegebiet errichtet. Die Gemeinde hatte 1961 eine Gebietsfläche von 10,873 km². Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Wassertrüdingen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wassertrüdingen (1919 in Finanzamt Wassertrüdingen umbenannt, 1932–1973 Finanzamt Gunzenhausen, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Wassertrüdingen (1879 in das Amtsgericht Wassertrüdingen umgewandelt), von 1956 bis 1970 war das Amtsgericht Gunzenhausen zuständig und von 1970 bis 1973 das Amtsgericht Dinkelsbühl, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach ist. Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt).
Am 11. November 1968 wurde die Gemeinde nach Langfurth umbenannt. Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam die Gemeinde an den Landkreis Ansbach.
Baudenkmal Haus Nr. 2: Ehemalige Mühle, zweigeschossiger Krüppelwalmdachbau mit Putzgliederung, bez. 1837, mit kleinem seitlichem Anbau.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Oberkemmathen Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 266 553 750 682 694 711 732 696 704 655 709 701 671 681 735 731 773 741 781 976 990 950 925 1456HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 46 103 151 155 156 150 154 174 189 Quelle Für die Gemeinde Oberkemmathen zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Matzmannsdorf (S. 58), Neumühle (S. 63) und Schlierberg (S. 81). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 582 Einwohner.
Ort Oberkemmathen Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2012 2016 Einwohner 102 112 124 116 114 112 156 224 122 176 134 170 163 153Häuser 20 21 24 25 31 33 25 35 Quelle Einwohnerzahlen auf der Website langfurth.de
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Peter (Ammelbruch) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Peter und Paul (Halsbach) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Langfurth) Kategorie:Gemeindegründung 1809 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ort an der Sulzach