Das FFH-Gebiet Bodenseeuferlandschaft östlich Friedrichshafen ist ein im Jahr 2005 durch das Regierungspräsidium Tübingen nach der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) angemeldetes Schutzgebiet (Schutzgebietskennung DE-8423-341) im deutschen Bundesland Baden-Württemberg. Mit Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung vom 5. November 2018 (in Kraft getreten am 11. Januar 2019), wurde das Schutzgebiet ausgewiesen.

Lage Das 1363 Hektar große Schutzgebiet Bodenseeuferlandschaft östlich Friedrichshafen gehört naturräumlich zum Bodenseebecken. Seine drei Teilflächen liegen auf einer Höhe von 391 bis und erstrecken sich in den zum Bodenseekreis gehörenden Gemeinden Eriskirch, Kressbronn am Bodensee und Langenargen sowie der Stadt Friedrichshafen.

Im Wesentlichen umfassen die Teilflächen den Bereich des Bodenseeufers zwischen der Rotachmündung im Nordwesten, der Schussen, der Argen und der Kressbronner Bucht im Südosten, sowie den Süden des Tettnanger Waldes zwischen Mariabrunn, Schlatt und Oberdorf.

Schutzzweck Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung der größten Flachwasserzone am Nordufer des Obersees und der Uferzone mit angrenzenden Riedflächen und Streuwiesen sowie größerem zusammenhängendem Wald.

Lebensraumtypen Die Vielfalt von Lebensraumtypen, in weiten Bereichen noch weitgehend naturnah, mit Elementen traditioneller Landnutzung und Fischerei ist das Bindeglied zwischen Bodensee und Hinterland. Das Schutzgebiet zeichnet sich hauptsächlich durch folgende Lebensräume aus: Binnengewässer (40 %), Misch- (21 %) und Nadelwald (15 %) sowie Moore, Sümpfe und Uferbewuchs (8 %).

Folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie kommen im Gebiet vor:

EUCode

Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung 3140

Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Gewässer mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen Kalkreiche, nährstoffarme Stillgewässer mit Armleuchteralgen 3150

Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions Natürliche nährstoffreiche Seen 3270

Flüsse mit Schlammbänken mit Vegetation des Chenopodion rubri p.p. und des Bidention p.p. Schlammige Flussufer mit Pioniervegetation 6410

Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae) Pfeifengraswiesen 6430

Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe Feuchte Hochstaudenfluren 7210

Kalkreiche Sümpfe mit Cladium mariscus und Arten des Caricion davallianae Kalkreiche Sümpfe mit Schneidried 7230

Kalkreiche Niedermoore Kalkreiche Niedermoore 91E0

Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Auenwälder mit Erle, Esche, Weide 91F0

Hartholzauenwälder mit Quercus robur, Ulmus laevis, Ulmus minor, Fraxinus excelsior oder Fraxinus angustifolia (Ulmenion minoris) Hartholzauenwälder

Arteninventar Folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse kommen im Gebiet vor:

Bild EUCode

Art wissenschaftlicher Name Artengruppe 150px|Bauchige Windelschnecke 1016

Bauchige Windelschnecke Vertigo moulinisana Schnecken 150px|Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling 1059

Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling Maculinea teleius Schmetterlinge 150px|Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling 1061

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling Maculinea nausithous Schmetterlinge 150px|Hirschkäfer 1083

Hirschkäfer Lucanus cervus Käfer150px|Strömer 1131

Strömer Leuciscus souffia agassizi Fische und Rundmäuler 150px|Bitterling 1134

Bitterling Rhodeus sericeus Fische und Rundmäuler150px|Groppe 1163

Groppe Cottus gobio Fische und Rundmäuler 150px|Gelbbauchunke 1193

Gelbbauchunke Bombina variegata Amphibien 150px|Bechsteinfledermaus 1323

Bechsteinfledermaus Myotis bechsteinii Säugetiere 150px|Großes Mausohr 1324

Großes Mausohr Myotis myotis Säugetiere 1387

Rogers Goldhaarmoos Orthotrichum rogeri Moose 150px|Firnisglänzendes Sichelmoos 1381

Firnisglänzendes Sichelmoos Drepanocladus vernicosus Moose

Zusammenhängende Schutzgebiete Folgende Schutzgebiete sind Bestandteil des FFH-Gebiets:

Nr. Name Ort/e Flächenanteil[%] Bild NSG 4.282 Argen Achberg, Kressbronn, Langenargen, Neukirch, Tettnang, Wangen 1 zentriert|100x100px LSG 4.35.040 Eiszeitliche Ränder des Argentals mit Argenaue Kressbronn, Langenargen, Neukirch, Tettnang 1 zentriert|100x100px NSG 4.020 Eriskircher Ried Eriskirch, Friedrichshafen 41 zentriert|100x100px LSG 4.35.022 Sand- bzw. Baggergruben nördlich und westlich des Bierkellers Langenargen 1 LSG 4.35.021 Tettnanger Wald mit Hochwacht, Krüntenbühl, Reichenbühl, Argenhardter Kopf, Schoos und Steilrand des Argentales an dem Schwandenbogen Langenargen, Tettnang 5 zentriert|100x100px LSG 4.35.001 Württembergisches Bodenseeufer Friedrichshafen, Kressbronn, Langenargen 4 zentriert|100x100px

Siehe auch Liste der Schutzgebiete im Bodenseekreis Liste der FFH-Gebiete in Baden-Württemberg

Weblinks

Standarddatenbogen für das FFH-Gebiet „Bodenseeuferlandschaft östlich Friedrichshafen“

Karte des Schutzgebiets im Daten- und Kartendienst der LUBW

Klimadaten und Szenarien für das Schutzgebiet vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)

Einzelnachweise

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