Das Herbst-Adonisröschen (Adonis annua) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Adonisröschen (Adonis) innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Beschreibung mini|Blüte im Detail mini|Fruchtstand

Vegetative Merkmale Das Herbst-Adonisröschen ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhen von 30 bis 40 Zentimetern. Die Stängel sind verzweigt. Die wechselständigen Laubblätter sind fiederteilig.

Generative Merkmale Die Blütezeit liegt im Sommer, von Juni bis September. Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von ungefähr 2,5 Zentimetern radiärsymmetrisch. Die Kelchblätter sind abstehend. Die fünf bis acht glänzenden, leuchtendroten, freien Kronblätter fallen bald ab. Das Zentrum der Blüte ist schwarz.

Es wird eine Sammelnussfrucht gebildet.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 8. Es liegt Tetraploidie vor mit einer Chromosomenzahl von 2n = 32.

Unterschiede zu ähnlichen Arten Das Herbst-Adonisröschen unterscheidet sich vom Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) durch die stets blutroten Kronblätter. Die Kelchblätter sind abstehend bis zurückgeschlagen und spärlich kurzdrüsig.

Inhaltsstoffe Das Herbst-Adonisröschen enthält 0,1 % bis 0,7 % Cardenolide, vor allem Adonitoxin und Cymarin. Dabei ist der Gehalt an Glykosiden während der Blütezeit am höchsten.

Ökologie Beim Herbst-Adonisröschen handelt es sich um einen mesomorphen Therophyten.

Auf den Kronblättern ist ein UV-Muster vorhanden. Blütenökologisch handelt es sich um Pollenblumen. Es erfolgt wahrscheinlich Insektenbestäubung, dabei können kurzrüsselige Bienen, Schwebfliegen (Syrphidae), Käfer sowie Fliegen Bestäuber sein.

Die Diasporen sind die Früchtchen.

Vorkommen Das Herbst-Adonisröschen stammt aus Südeuropa und dem südwestlichen Asien. Es hat ursprüngliche Vorkommen in Marokko, Algerien, Tuneidn,Portugal, Spanien, Frankreich, Schweiz, Italien, im früheren Jugoslawien, Albanien, Griechenland, Bulgarien, Türkei, im Gebiet von Syrien und Libanon, im Gebiet von Israel und Jordanien, im Irak und im Iran. Sie ist durch verunreinigtes Saatgut bereits im Neolithikum in Nordeuropa eingeführt worden (sogenannte Speirochorie) und war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts vor allem in Getreidefeldern auf kalkhaltigen Böden häufig zu finden. Mit der Verbesserung der Saatreinigung ist das Herbst-Adonisröschen nur noch selten auf Getreidefeldern zu finden. In Großbritannien ist deswegen diese früher als Unkraut geltende Pflanzenart heute unter Schutz gestellt. In Mitteleuropa kommt die Art heute selten vor in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Dänemark, in der Schweiz und in Tschechien.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).

Taxonomie Die Erstveröffentlichung von Adonis annua erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 547. Synonyme für Adonis annua sind: Adonis autumnalis nom. illeg., Adonis phoenicea . Das Artepitheton annua bedeutet einjährig.

Trivialnamen Neben dem Trivialnamen Herbst-Adonisröschen sind oder wurden, zum Teil auch nur regional, auch folgende Bezeichnungen verwendet: Blutströpfchen (Mark), Düwelsooge (Unterweser) und Schabab (Luzern).

Literatur Gordon Cheers: Botanica, Einjährige und mehrjährige Pflanzen. Über 2000 Pflanzenporträts. Ullmann, Königswinter 2006, ISBN 3-8331-4469-6, S. 55. Herbst-Adonisröschen bei giftpflanzen.com., abgerufen am 26. März 2012. Richard Mabey: Weeds – The Story of Outlaw Plants. Profile Books, London 2012, ISBN 978-1-84668-081-6. .

Einzelnachweise Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 10, . Richard Mabey: Weeds – The Story of Outlaw Plants. Profile Books, London 2012, ISBN 978-1-84668-081-6. S. 27 Richard Mabey: Weeds – The Story of Outlaw Plants. Profile Books, London 2012, ISBN 978-1-84668-081-6. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 422.

Jens G. Rohwer: Ranunculaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 336.

Weblinks

Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben) Datenblatt mit Fotos. Michael Hassler, Bernd Schmitt: Datenblatt bei Flora von Deutschland - Eine Bilder-Datenbank, Version 2.94.

Kategorie:Hahnenfußgewächse