mini|180px|Weitere Variante des DVD-Video-Logos Ein DVD-Video ist ein auf einer DVD-ROM gespeichertes audiovisuelles Medium (meistens handelt es sich um Kinofilme) im DVD-Video-Format, einer technischen Spezifikation zur Speicherung von Videos auf einem DVD-Datenträger.Duden zu Genus und Wortbedeutung, abgerufen am 5. April 2013 Mitunter wird auch der Datenträger einer Video-DVDDuden zu Genus und Wortbedeutung, abgerufen am 18. Oktober 2024 selbst als DVD-Video bezeichnet, auch wird mitunter das DVD-Video-Format verkürzt als „DVD-Video“ bezeichnet. Das DVD-Video-Format wurde vom DVD Forum geschaffen, um Zukunftssicherheit und problemlose Abspielbarkeit auf allen Geräten zu garantieren, aber nicht zuletzt auch, um das Medium unter der Kontrolle der Filmindustrie zu halten – so können DVD-Videos laut Standard nur auf autorisierten Geräten abgespielt werden. Das DVD-Video-Format ist die bekannteste DVD-Variante, weshalb der Volksmund entsprechende Filmdatenträger auch unpräzise als DVD bezeichnet. Andere bekannte Synonyme von DVD-Video sind DVD-Spielfilm, DVD-Film oder kurz DV-Film.
Geschichte und Zukunft Entwicklungskonzepte Das DVD-Video-Format ist der Nachfolger diverser Datenträger-Formate für Videodaten, wie etwa der VHS-Kassetten, Video-CD oder der Laserdisc. Der durchschlagende Erfolg des DVD-Video-Formats seit seiner Markteinführung 1997 beruht darauf, dass Nachteile der DVD-Vorgänger vermieden, aber deren Vorteile übernommen wurden, besonders aber auf seiner Vielseitigkeit, sowohl auf Personal Computern mit DVD-Laufwerk (mittels Mediaplayern) als auch auf DVD-Spielern über einen Fernseher wiedergebbar zu sein. Vom Video-CD-Format übernahmen die DVD-Video-Entwickler die Idee, dass ein Laufwerk für einen Video-Datenträger zugleich auch die damals schon verbreiteten Audio-CDs abspielen konnte. Für den Konsumenten ist eine solche Lösung sehr attraktiv, weil er mit dem Kauf eines Laufwerkes dieses flexibel für Audio oder Video nutzen kann.Die Video-CD war allerdings in den meisten Teilen der Welt zumindest kommerziell ein Flop. Zwar bot das Video-CD-Format wie das Audio-CD-Format gegenüber den damals bekannten Videokassetten einen höheren Bedienkomfort (kein Spulen und kein Bandverschleiß), aber die Video-CD bot nicht wie die Audio-CD eine gegenüber ihren Vorgängern höhere Qualität. Insbesondere gegenüber der populären VHS-Kassette war die Bildqualität der Video-CD etwas schlechter; dazu kam die wesentlich kürzere Spielzeit, die für Spielfilme nicht ausreichte. Die Ursache lag an der zu kleinen Speicherkapazität einer CD für die damals bekannten Videokompressionsalgorithmen. Trotz dieser Nachteile hat die Video-CD die VHS in Japan fast vollständig verdrängt. Die Gerätehersteller reagierten mit der Forschung nach CD-artigen Datenträgern mit höherer Speicherkapazität. Von der sehr populären VHS-Kassette lernten die DVD-Entwickler, dass der Erfolg eines Video-Datenträgers nicht nur von seinen technischen Leistungsdaten abhängt, sondern auch von seiner Verbreitung.Bei der Videokassette gab es anfangs verschiedene Videokassetten-Standards, wie etwa Betamax, Video 2000 usw. Letztlich setzte sich die qualitativ schlechtere VHS-Kassette durch, weil sie sich durch ein geschicktes Marketing schneller verbreitete. Die Leidtragenden des Wettkampfes der Videokassetten-Standards der Unterhaltungsindustrie waren die Unternehmen der Filmindustrie, weil sie ihre Filme in mehreren Videokassettenstandards gleichzeitig anbieten mussten, wenn sie alle Konsumenten erreichen wollten. Diese erhöhten Produktionskosten wollte die Filmindustrie bei der nächsten Video-CD-Generation vermeiden und intervenierte bei den zwei Parallelentwicklungen der Multimedia-CD (MMCD, von Sony und Philips) und der Super Density CD (SD, von Toshiba und Time Warner). Die Filmindustrie war bei dieser Weiterentwicklung in einer einflussreichen Stellung, weil ohne ihre Filme der Inhalt für die Videos fehlte. Der Interessenausgleich zwischen den Herstellern der Unterhaltungselektronik und der Filmindustrie wurde erstmals institutionell organisiert, und zwar durch das DVD Forum, das im Konsens der beiden Branchen den Nachfolgestandard festlegte. Erst dieser Konsens ermöglichte die schnelle Marktdurchdringung der DVD-Video, weil es nur eine technische Lösung von den wichtigsten Geräteherstellern wie Inhaltsanbietern gab. Von der Laserdisc lernten die DVD-Entwickler, dass für den Käufer eines Video-CD-artigen Datenträgers neben dem Film auch Extras, wie Audiokommentare, Hintergrundberichte und Trailer kaufentscheidend sind. Diese Extras stellen für den Filmliebhaber einen bedeutenden Zusatznutzen gegenüber einer vielleicht möglichen VHS-Aufnahme aus dem Fernsehen dar. Sie sind auf den meisten DVD-Videos enthalten.
Das waren die drei Hauptvorgänger der DVD-Videos, von denen das DVD-Video-Format viele Eigenschaften erbte. DVD-Videos sollten dabei ursprünglich nur kurz DVD heißen, für Digital Video Disc (englisch für „digitale Videoscheibe“). Der längere Name DVD-Video kam zustande, weil später im DVD Forum beschlossen wurde, alle CD-Varianten, wie z. B. die Audio-CD, Video-CD und CD-ROM, durch einen gemeinsamen Datenträger mit höherer Speicherkapazität zu ersetzen. So entstanden neben der DVD-Video u. a. die Formate DVD-Audio und DVD-ROM. Die drei Buchstaben „DVD“ wurden anfangs „umgedichtet“ zu Digital Versatile Disc (englisch für „digitale vielseitige Scheibe“). Das DVD Forum legte aber 1999 fest, dass DVD eine bedeutungslose Buchstabenkombination sei.
Marktentwicklung Die erste DVD-Video-Spezifikation des DVD Forums kam Ende 1995 heraus. In den Handel kamen DVD-Videos allerdings erst 1997, weil die Filmindustrie auf einer erweiterten Spezifikation bestand, die ihre klassischen Vermarktungsstrategien unterstützt. Dazu wurden der DVD-Video zwei technische Verbreitungskontrollen eingebaut, der Regionalcode und ein Kopierschutz (siehe Kapitel Verbreitungskontrolle).
Die ersten DVD-Player – die auch Audio-CDs wiedergeben konnten – kamen Ende 1997 auf den Markt und kosteten umgerechnet typischerweise etwa 700 bis 900 €. Mit dem immer schnelleren Preisverfall der DVD-Player und auch der zugehörigen Filme bei gleichzeitigen technischen Verbesserungen wuchs die Verbreitung des DVD-Video-Formats. Seit Mitte 2004 ist ein DVD-Player ab etwa 40 € erhältlich. Seit 2001 wurden in Deutschland mehr Spielfilme auf DVD verkauft als auf VHS-Kassetten.DVDs überholen VHS-Kassetten, Meldung auf Heise Online vom 8. November 2001
Nutzung DVD-Video wird nicht nur zum Abspielen von Kauf-Videos genutzt, sondern seit der Jahrtausendwende auch zur Aufzeichnung von Fernsehfilmen oder zum Ansehen von Hobbyfilmen. Dafür kann man mit den beschreibbaren DVD-Varianten DVD±R, DVD±RW und DVD-RAM eigene DVD-Videos erstellen. Möglich wurde das, weil die beschreibbaren DVD-Varianten nicht industriell gepresst werden müssen, sondern mit sogenannten DVD-Brennern und DVD-Videorekordern selbst erstellt werden können. Damit ersetzten DVD-Videos die Videobänder, wie etwa VHS-, S-VHS- und Hi8-Bänder. Die Verbreitung optischer Laufwerke nimmt seit ca. 2015 stetig ab, die DVD verliert immer mehr an Bedeutung.
Nachfolgertechnik Während es in den Jahren 2000 bis circa 2008 viele verschiedene Nachfolgertechnologien gab (Enhanced Versatile Disc – EVD, Finalized Versatile Disc – FVD, Versatile Multilayer Disc sowie die HD DVD und die Blu-ray Disc), wurde bis auf die Blu-ray Disc die Entwicklung und/oder Vermarktung all dieser Alternativen eingestellt, so dass sich diese als Nachfolgedatenträger der DVD durchgesetzt hat. Für die beschreibbaren DVD-Varianten sind USB-Sticks gängiger Ersatz.
Durch die hohen (Download-)Datenübertragungsraten vor allem von DSL-Anschlüssen können Videoinhalte auch heruntergeladen werden (vor allem aus dem Internet). Dies ermöglichte den Markteintritt der Streaming-Anbieter um die Mitte der 2010er Jahre. Einige hier wesentliche Anbieter im Jahr 2023 sind Netflix, Amazon Prime und Disney+. Deren umfangreiche Medienbestände können zu relativ günstigen monatlichen Pauschaltarifen nach Belieben angesehen werden. Insbesondere für Binge-Watching ist Streaming im Vergleich zum Disc-Kauf für gewöhnlich im Preisvorteil. Im Zuge dessen verliert auch die Blu-ray Disc zunehmend an Bedeutung.
Zusätzlich tragen die öffentlich-rechtlichen Sender dem veränderten Fernsehverhalten Rechnung und stellen ihre Produktionen in ihren Mediatheken frei zur Verfügung. YouTube und die sozialen Medien mit ihren ebenfalls freien Inhalten sowie die Nutzung internetfähiger Mobilgeräte verändern das Konsumverhalten ebenfalls hin zu Online-Inhalten.
Im weiteren Sinn können diese internetgestützten Formen des Videokonsums ebenfalls als Nachfolgertechnik betrachtet werden.
DVD-Video aus Nutzersicht Aus Nutzersicht wird vor allem die deutlich bessere Bild- und Tonqualität als ausschlaggebendes Argument für DVDs gegenüber den Vorgängern genannt. Zudem ist der Abspielmechanismus deutlich verschleißärmer, weil er ohne mechanischen Kontakt arbeitet. Auch hängt die Bildqualität durch die digitale Speicherung der Daten nicht direkt vom Zustand des Mediums ab. Des Weiteren entfällt das Spulen; auf eine DVD ist ein wahlfreier Zugriff möglich. Dadurch sind auch nicht sequentielle Funktionen wie der direkte Zugriff auf einzelne Kapitel möglich.
Darüber hinaus verfügen einige DVDs über Zusatzfunktionen wie zusätzliche Tonspuren für weitere Synchronisationsfassungen oder für Kommentare zu bestimmten Szenen. Auch sind zuschaltbare Untertitel möglich. Oft sind Bonusmaterialien enthalten, wie zum Beispiel eine Produktionsdokumentation des Films, Interviews und Kommentare mit Produktionsbeteiligten wie Regisseuren, Schauspielern oder weitere Extras wie Kinotrailer, Musikvideos oder gar Computerspiele.
Als nachteilig für Nutzer kann sich, so aktiviert, der Kopierschutz einer DVD erweisen. Weitere Nachteile bzw. Einschränkungen:
Auf einem PC, auf dem ausschließlich Open-Source-Software läuft (z. B. von einer der vielen Linux-Distributionen), gibt es praktisch keine autorisierte Abspielmöglichkeit für Content-Scrambling-System-geschützte DVDs (eine Ausnahme bilden OEM-Player). Ein Abspielen ist dann nur durch ein Brechen des Schutzes möglich, was in vielen Ländern (u. a. Deutschland, Schweiz) eine große rechtliche Unsicherheit darstellt oder sogar illegal ist, und zwar auch dann, wenn man die abzuspielende DVD selbst käuflich erworben hat. Auch ist es ohne ein Brechen des Regionalcode-Schutzes nicht möglich, beispielsweise eine DVD aus den USA auf einem in Deutschland erworbenen Player abzuspielen. Inzwischen sind jedoch auch in Europa sogenannte Regionfree-Abspielgeräte erhältlich, die nicht nur jede DVD ungeachtet ihrer Herkunft, sondern auch verschiedenste andere Formate und Codes (MP3, DivX) abspielen können. Die DVD-Video-Spezifikation bietet dem Hersteller die Möglichkeit, sogenannte User Operation Prohibitions (UOPs, „Benutzer-Bedienungsverbote“) einzubauen. Dadurch werden bestimmte Bedienfunktionen wie z. B. freie Kapitelauswahl oder „Vorspulen“ für den Benutzer gesperrt. Viele DVD-Hersteller machen davon exzessiven Gebrauch, um nicht überspringbare „Anti-Raubkopierer“-Spots, Werbung für andere Filme und ähnliches einzubauen. Einige Software-Player ignorieren allerdings dieses Merkmal komplett (z. B. VLC-Player) oder bieten die Möglichkeit, es zu deaktivieren (z. B. Nero ShowTime). Einige DVD-Player merken sich bei Filmunterbrechung nicht die aktuelle Position im Film. DVDs sind für mechanische Beschädigungen relativ anfällig (jedoch deutlich weniger als CDs), weil sie keinen Schutz wie ein Caddy oder eine Anti-Kratz-Beschichtung bieten.
Verbreitungskontrolle