mini|Sumatra-Tigerfell

Der Tiger ist die größte aller lebenden Katzen, in Einzelfällen erreichen männliche Tiger eine Kopfrumpflänge von über drei Metern. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Teile Asiens südlich 52° nördlicher Breite.

Die Grundfarbe des Tigerfelles ist gelbrötlich mit schwarzen Streifen in unregelmäßigen Abständen. Der Ton der Grundfarbe und die Dichte der Streifen variiert im Verbreitungsgebiet. Felle aus südlichen Vorkommen sind stärker pigmentiert als die aus dem Norden. Im Winterpelz wirken die Streifen bei manchen Tigern sogar nur bräunlich. Die hinter dem Ohr befindlichen Flecken sind hell bis weißlich, ebenso Bezirke um die Augen, Körper- und Schwanzunterseite. Selten treten sehr helle Exemplare („weiße Tiger“) und fast schwarze Tiger auf. Die Haarlänge nimmt nach Süden im Verbreitungsgebiet ab. Im Nacken sind die Haare verlängert, bis hin zu einer leichten Mähnenbildung. Der Pelz ist grob und wenig dicht. Der Haarwechsel erfolgt zweimal im Jahr, bei den tropischen Formen ist er nur wenig ausgeprägt.Heinrich Dathe, Paul Schöps, unter Mitarbeit von 11 Fachwissenschaftlern: Pelztieratlas. VEB Gustav Fischer Verlag Jena, 1986, S. 221–223.

Nur kurze Zeit wurden Tigerfelle in der westlichen Mode auch für Bekleidungszwecke genutzt, meist wurden sie als Jagdtrophäen zu Teppichen und Wandbehängen verarbeitet. Ein typisches Beispiel ist die Stolperfalle durch ein Tigerfell mit Kopf in dem Sketch Dinner for One.

Die noch verbliebenen Vorkommen sind stark dezimiert, die Art wird von der IUCN als stark gefährdet („Endangered“) eingestuft. Nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen vom 3. März 1973 zählt der Tiger zu den von der völligen Vernichtung bedrohten Tieren, er wird in Anhang I des Abkommens geführt (absoluter Schutz). Vom Handel mit Wildtieren sind Tigerfelle und andere Teile des Tieres daher ausgenommen.Conservation of and trade in tigers and other Appendix-I Asian big cat species. Washingtoner Artenschutzübereinkommen, abgerufen am 1. Mai 2025

Unterscheidung nach Herkunft mini|Bei der Präparation wird zwischen Tigerfellen mit und ohne Kopf unterscheiden Sibirischer Tiger Das Verbreitungsgebiet des Sibirischen Tiger oder Amurtigers reichte früher vom Baikalsee bis nach Korea und Sachalin. Heute ist es auf einen schmalen Küstenstreifen am Japanischen Meer im Grenzgebiet zwischen Nordkorea, China und Russland beschränkt, das Hauptverbreitungsgebiet ist der ferne Osten Russlands. Dort erstreckt sich sein Vorkommen durch die Region Primorje (Primorski krai) bis in die südlichen Teile der Region Chabarowsk. Der Fluss Amur bildet heute die maximale Westgrenze seines Verbreitungsgebietes.

Der Sibirische Tiger ist der allergrößte Vertreter seiner Gattung mit einer Kopfrumpflänge von 1,40 bis 2,80 Meter, hinzu kommt der Schwanz mit 60 bis 95 Zentimeter. Das dichte Fell ist langhaarig, hellgelblich, das Winterfell fast ohne rote Tönung. Die Wamme ist weiß bis hoch in die Flanken. Der Sibirische Tiger ist meist deutlich heller als die südlichen Unterarten, wobei die Farbtönungen erheblich variieren können, so kommen auch Tiere mit dunkel-rötlichem Winterfell vor. Das Weiß am Bauch und an den Ansätzen der Flanken ist ausgedehnter als bei anderen Unterarten, die Streifen sind oft nicht überall schwarz, sondern oft eher schwarzgrau oder graubraun.

Die Haarlänge beträgt am Rücken im Sommer 15 bis 17 mm, am Bauch zwischen 25 und 45 Millimeter. Das Nackenhaar ist meist verlängert und hat eine Länge zwischen 30 und 55 Millimeter. Die Backenbarthaare messen zwischen 70 und 85 Millimeter und sind im Vergleich zum Sumatra-Tiger, der kleinsten Tiger-Unterart, deutlich kürzer. Das Winterhaar ist mit 40 bis 60 Millimeter erheblich länger, die Bauchhaare haben eine Länge von 70 bis 105 Millimeter und die Backenbarthaare erreichen 90 bis 120 Millimeter. Auch die Haare an Brust und Kehle sind verlängert, so dass das Fell aufgrund der recht langen Behaarung ein „zottiges“ Aussehen hat. Beim Sibirischen Tiger stehen auf einem Quadratzentimeter am Rücken 2500 Haare, am Bauch nur 700 Haare. Auf ein Deckhaar kommen 1,4 Wollhaare. Der Haarwechsel erfolgt von März bis April und von September bis Oktober.

Chinesischer Tiger Der Chinesische Tiger ist von allen Tigerunterarten am stärksten vom Aussterben bedroht. Ursprünglich war er im größten Teil Chinas verbreitet, noch zu Beginn 20. Jahrhundert lebte er in großen Teilen Südchinas. Die Nordgrenze, an der er vom Amurtiger abgelöst wurde, lag etwa beim 40. Breitengrad. Im Süden stieß er im nördlichen Guangxi, Yunnan und Guangdong an das Gebiet des Indochina-Tigers, im Westen kam er entlang der Gebirgstäler bis weit in den Westen Mittelchinas vor. Er lebt heute nur noch in den Bergen der chinesischen Provinzen Guangdong, Fujian, Hunan, Jiangxi und Zhejiang.

Das Fell des Chinesischen Tigers ist kleiner, die Gesamtlänge (einschließlich Schwanz) großer Männchen beträgt im Schnitt 2,50 bis 2,65 Meter, die der Weibchen liegt bei 2,30 bis 2,40 Meter, die Kopfrumpflänge der Männchen beträgt etwa 1,60 bis 1,75 Meter.

Die Färbung des Chinesischen Tigers ist rötlich ocker, fast rostbraun, rötlicher als beim Königstiger. Auch ist das Weiß an Gesicht und Unterseite weniger ausgedehnt und geht bei einigen Tieren in cremefarben über. Die recht breiten, tiefschwarzen Streifen liegen relativ weit auseinander. An den Flanken sind sie meist doppelt und zerfallen am unteren Ende oft in Flecken. Auch die Schwanzringe sind breit und oft doppelt.

Das Haar ist ähnlich lang wie beim Bengaltiger, allenfalls das Winterfell der nördlichen Populationen kann etwas länger sein. Nur wenige Felle haben ein verlängertes Nackenhaar.

mini|Fellanbieter in Kairo (1869) Indochinesischer Tiger Das Zentrum des Verbreitungsgebietes des Indochinesischen Tigers ist Thailand. Weitere Länder, in denen der Indochinesische Tiger zu finden ist, sind Kambodscha, Laos, der westliche Teil Myanmars und Vietnam. Im Süden Chinas dürfte die Unterart in den letzten Jahren ausgestorben sein. Die sehr geringen heutigen Populationen befinden sich auf Laos, Myanmar (West), Kambodscha, Thailand und Vietnam.:

Männchen können eine Gesamtlänge (mit Schwanz) von 2,55 bis 2,75 Meter erreichen, Weibchen 2,30 bis 2,55 Meter. Das Fell des Indonesischen Tigers ist heller als das des Chinesischen Tigers, aber dunkler als der Indische und hat zahlreiche, eng stehende Streifen. Die Grundfärbung ist rötlich bis ockerbraun. Die weiß gefärbten Bereiche in den unteren Körperabschnitten und um die Augen entsprechen denen des Königstigers. Die Streifen sind zahlreich, ziemlich kurz und schmal und im Allgemeinen rein schwarz.

Java-Tiger mini|Fell eines ausgestorbenen Java-Tigers aus Jawa Timur (Kalitapakduwur) Der ehemals auf der indonesischen Insel Java beheimatete Java-Tiger gilt als in den 1980er Jahren ausgestorben. Ursache waren vor allem unruhige politische Verhältnisse und eine extrem vergrößerte Landnutzung sowie die damit verbundenen Konflikte mit der dort lebenden Bevölkerung.

Java-Tiger waren im Vergleich zu den Verwandten des Festlands sehr klein, aber größer als eine andere Inselform, dem Bali-Tiger (wahrscheinlich Anfang der 1940er Jahre ausgerottet). Felle männlicher Tiere hatten eine Kopfrumpflänge von 2,00 bis 2,45 Meter, weibliche Tiere waren kleiner. Die Musterung bestand aus langen dünnen Streifen, die etwas zahlreicher waren als beim benachbarten Sumatra-Tiger,Mazák, J.H., Groves, C.P. (2006) A taxonomic revision of the tigers (Panthera tigris). Mammalian Biology 71 (5): 268–287 der einzigen noch lebenden Inselform des Tigers.

Indischer Tiger, oft auch Bengal- oder Königstiger Vom Indischen Tiger gibt es wesentliche Vorkommen nur noch in Indien, kleine Populationen in Bangladesch, Nepal und Bhutan, in Pakistan ist er ausgestorben.

Der Indische Tiger ist zwar kleiner als der Sibirische aber besonders eindrucksvoll gezeichnet. Der männliche Königstiger wird, von der Schnauzen- bis zur Schwanzspitze gemessen, zwischen 2,70 und 3,10 Meter lang, in Ausnahmefällen über 3,60 Meter, die Weibchen erreichen 2,40 bis 2,70 Meter.

Die Grundfarbe des Fells ist leuchtend rot-gold. Die Bauchseite sowie die Beininnenseiten sind weiß. Die relativ breiten, schwarzen Querstreifen ziehen sich vom Kopf über den ganzen Körper hin bis zur Schwanzspitze, sie liegen enger beieinander als beim Chinesischen Tiger. Auch die Hinterbeine sind in gleicher Weise gestreift. Häufig sind die Streifen verdoppelt und auf den Seiten und Schenkeln besonders lang. Der Schwanz weist 8 oder 9 Ringe auf, sie sind recht breit und ebenfalls oft verdoppelt.

Nur beim Königstiger kommen in der Natur vereinzelt die sogenannten „Weißen Tiger“ vor. Alle in Gefangenschaft lebenden Weißen Tiger gehen auf den Tiger „Mohan“ zurück, der 1951 als Jungtier während einer Jagd von Martand Singh, dem Maharaja von Rewa, im Dschungel von Bandhavgarh entdeckt wurde, alle gezüchteten Weißen Tiger sind seine Nachkommen. Die gezüchteten Abarten „Schneetiger“ (ganz weiß), „Goldener Tiger“ (gelb mit blassen Streifen) usw. gehen ebenfalls auf ihn zurück.

mini|Verkäufer mit Tigerfell (London, 1886) Eine weitere, ebenso extrem seltene Farbvariante ist der „Schwarze Tiger“, von dem ebenso wie vom Weißen Tiger in Legenden und in der chinesischen Mythologie berichtet wird. Es handelt sich dabei um eine Überpigmentierung beziehungsweise eine extreme Ausprägung der schwarzen Streifen im Vergleich zur Grundfarbe, die das Fell fast schwarz erscheinen lassen. Eine ähnliche Überpigmentierung findet sich beispielsweise beim Gepardfell.

Die Haarlänge des Königstigers beträgt beim Sommerfell 8 bis 15 Millimeter, am Bauch zwischen 20 und 30 Millimeter. Im Nacken weist das Haar keine größeren Unterschiede auf, hier wurden 20 bis 66 Millimeter gemessen. Der Backenbart hat eine Länge von 50 bis 90 Millimeter. Im Winter hat das Haar im Rücken eine Länge zwischen 17 und 25 Millimeter. Auch die Nacken- und Backenbarthaare sind im Winter zwischen 5 und 10 Millimeter länger.

Sumatra-Tiger Der Sumatra-Tiger lebt nur auf der indonesischen Insel Sumatra und ist damit die am südlichsten vorkommende, noch lebende Unterart des Tigers. Einst war der Sumatra-Tiger auf der gesamten Insel verbreitet. Heute lebt er geschützt im Nationalpark Barisan Selatan, einige Exemplare befinden sich im Nationalpark Bukit Tigapuluh, über die Vorkommen im Gunung-Leuser-Nationalpark im Norden Sumatras liegen keine aktuellen Informationen vor.

Das Sumatra-Tiger ist die kleinste noch lebende Unterart des Tigers. Felle männlicher Tiere haben eine Gesamtlänge (mit Schwanz) von 240 bis 250 Zentimeter. Die Gesamtlänge der Felle weiblicher Tiere liegt zwischen 215 und 230 Zentimeter.

Das Fell hat wie die anderen insularen, südlichen Unterarten eine sehr kräftige Fellgrundfarbe. Diese variiert von einem sehr dunklen Orange bis hin zu rötlich-dunkelockerfarben. Die helle Färbung des Sumatra-Tigers an Bauch oder den Beininnenseiten ist nie rein weiß wie beispielsweise beim Königstiger oder beim Sibirischen Tiger, sondern eher cremefarben. Meist ist das Fell dichter gestreift als beim Indischen Tiger. Der sehr dunkle Gesamteindruck wird durch die Streifen noch verstärkt, die tiefschwarz, sehr breit und zum Teil verdoppelt oder sogar verdreifacht sind. Die Streifenzeichnung geht wie bei allen südlichen Arten zum Ende teilweise in Flecke über. Die Musterung ist auch an den Vorderbeinen stark ausgeprägt. Im Vergleich hierzu haben die Festlandunterarten an den Vorderbeinen eher selten ein oder zwei Querstreifen, während diese beim Sumatra-Tiger regelmäßig vorhanden sind. Im Vergleich zu anderen Unterarten des Tigers weist der Sumatra-Tiger an der Innen- und Hinterseite der Vorderbeine ausdrucksvollere und dichtere Streifen auf. Die Anzahl der Schwanzringe beträgt acht bis zehn, wobei diese meist verdoppelt sind. Die Schwanzwurzel hat eine verlängerte Zeichnung und besteht aus zwei bis drei unregelmäßigen Streifen oder Ringen.