Rybnoje (, ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Gurjewsk im Rajon Gurjewsk.
Geographische Lage Das Dorf liegt in der historischen Region Ostpreußen, zwölf Kilometer südöstlich der Stadt Kaliningrad (Königsberg).
Geschichte mini|Steinbeck, südöstlich von Königsberg und westlich von Tapiau, auf einer Landkarte von 1910 (siehe rechte Bildhälfte). Das früher SteinbeckOrtsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Steinbeck genannte Dorf wurde im Jahre 1379 gegründet. Der mit drei Gütern versehene Ort wurde am 30. April 1874 Amtsdorf und damit namensgebend für den Amtsbezirk SteinbeckRolf Jehke: Amtsbezirk Steinbeck. territorial.de im Landkreis Königsberg (Preußen) (1939 bis 1945 Landkreis Samland) im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 zählte die Landgemeinde Steinbeck 440 Einwohner, im Gutsbezirk (Adlig) SteinbeckOrtsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Adlig Steinbeck lebten 94, in Steinbeck-AnkerOrtsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Steinbeck-Anker 7 und in SteinbeckellenOrtsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Steinbeckellen 73 Menschen.
Im Jahre 1923 wurde Steinbeck-Anker in die Landgemeinde Steinbeckellen eingegliedert, und der Gutsbezirk Steinbeck kam 1928 zur Landgemeinde Steinbeck. Schließlich wurde die Landgemeinde Steinbeckellen 1935 in die Landgemeinde Horst (heute nicht mehr existent) im Amtsbezirk LöwenhagenRolf Jehke: Amtsbezirk Löwenhagen. territorial.de (heute russisch: Komsomolsk) überführt. Die „Restgemeinde“ Steinbeck zählte 1939 insgesamt 815 Einwohner.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das nördliche Ostpreußen und mit ihm Steinbeck von der Sowjetunion besatzungsrechtlich in eigene Verwaltung genomen. Im 1947 Jahr erhielt der Ort den russischen Namen Rybnoje und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Selenopolski selski Sowet im Rajon Kaliningrad zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947) Später gelangte der Ort in den Lugowskoi selski Sowet im Rajon Gurjewsk. Von 2008 bis 2013 gehörte Rybnoje zur Landgemeinde Lugowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Gurjewsk.
Amtsbezirk Steinbeck (1874–1945) Der im Jahre 1874 neu errichtete Amtsbezirk Steinbeck bildete sich anfangs aus acht Landgemeinden bzw. Gutsbezirken: Name Russischer Name BemerkungenLandgemeinden: Kraussen Borissowo Gutenfeld Lugowoje Steinbeck Rybnoje Steinbeckellen 1935 in die Landgemeinde Horst (Amtsbezirk Löwenhagen) eingegliedert Gutsbezirke: Kaveling Sosnowka 1928 in die Landgemeinde Steinbeck eingegliedert Kraussenhof 1920 in die Landgemeinde Kraussen eingegliedert Steinbeck Rybnoje 1928 in die Landgemeinde Steinbeck eingegliedert Steinbeck-Anker 1924 in die Landgemeinde Steinbeckellen eingegliedert Am 1. Januar 1945 gehörten aufgrund der vorhergehenden Umstrukturierungen noch drei Gemeinden zum Steinbecker Amtsbezirk: Gutenfeld, Kraussen und Steinbeck.
Kirche Steinbeck ist ein altes Kirchdorf. Schon recht früh hielt hier die Reformation Einzug. War anfangs das Nachbardorf (Adlig) Neuendorf (heute im Moskauer Rajon der Stadt Kaliningrad gelegen) eine Filialgemeinde, so wurden beide Orte dann zu einem Pfarrsprengel vereinigt. Früher unterstand die evangelische Pfarrei mit Sitz in Steinbeck dem Patronat von Altstadt (Königsberg) und gehörte zur Inspektion Altstadt. Im Dezember 1542 führte Herzog Albrecht (Preußen) eine Visitation im Kirchspiel Steinbeck-Neuendorf durch.
Bis 1945 war Steinbeck-Neuendorf ein Kirchspiel im Kirchenkreis Königsberg-Land I innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.
Heute ist Rybnoje kein Kirchdorf mehr. Der Ort liegt im Einzugsgebiet der evangelisch-lutherischen Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) innerhalb der Propstei Kaliningrad der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).
Kirchspielorte (bis 1945) Zum Kirchspiel Steinbeck-Neuendorf gehörten bis 1945 die Ortschaften: Name Russischer Name Name Russischer Name Gutenfeld Lugowoje (Adlig) Neuendorf Rschewskoje Kaveling Sosnowka Steinbeck Rybnoje Kraussen Borissowo Steinbeck-Anker Kraussenhof Steinbeckellen
Pfarrer (bis 1945) In der Pfarrei Steinbeck-Neuendorf waren von der Reformation bis zum Jahr 1945 24 evangelische Geistliche tätig:Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945. Hamburg 1968, S. 139.
NN., 1525. Christoph Praal, 1528–1568 Bartholomäus Haufler, 1568–1571 Justus Hedio, 1575–1577 Salomo Metzdorf (30 Jahre) Fabian Radewaldt, 1607–1634 Johannes Radealdt, 1639. Georg Radewaldt, 1649. Fabian Radewaldt, bis 1653. Friedrich Funck, 1653–1654 Johann Groß, 1654–1687 Christoph Wilhelm Quandt, 1688–1704 Christian Bedau, 1704–1708 Johann Friedrich Stoltzenberg, 1709–1749 Martin Friedrich Siebert, 1749–1781 Otto Ferdinand Hoffmann, 1781–1811 Carl Gottfried Vierling, 1811–1823 Gustav Adolf Ed. Th. Steinorth, ab 1823. Hieronymus von Duisburg, 1845–1869 Theodor Adolf A. L. Pastenaci, 1869–1873 Leopold Eugen Muellner, 1873–1882 Carl Louis Franz Sommer, 1883–1911 Hans Rohde, 1911–1925 Viktor Felix Reiß, 1926–1945
Kirchenbücher Von den Kirchenbüchern des Kirchspiels Steinbeck-Neuendorf haben einige den Krieg überstanden und werden heute im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin-Kreuzberg aufbewahrt:Christa Stache: Verzeichnis der Kirchenbücher im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin. Teil 1: Die östlichen Kirchenprovinzen der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union. 3. Auflage. Berlin 1992, S. 110. Taufen: 1872 bis 1944. Trauungen: 1842 bis 1944. Beerdigungen: 1842 bis 1944.
Außerdem liegen Namensverzeichnisse bereits ab 1749 vor.
Söhne und Töchter des Ortes Gerlinde Schnell (* 1942), deutsche Politikerin (SPD)
Verkehr Anschluss an das Straßennetz besteht über die Regionalstraße 27A-025 (ex R 508) von Lugowoje (Gutenfeld) in Richtung Gwardeisk (Tapiau) und Snamensk (Wehlau).
Die nächste Bahnstation ist Lugowoje-Nowoje an der Bahnstrecke Kaliningrad–Tschernyschewskoje (ehemalige Preußische Ostbahn).
Literatur Steinbeck, Dorf, Landkreis Königsberg, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Steineck (meyersgaz.org). Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 1: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Samlandes. Königsberg 1898, S. 126–128 (Google Books). Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Nipkow, Neidenburg 1890, S. 46–47 (Google Books).
Weblinks Amtsbezirk Steinbeck (Territorial.de) Rybnoje bei bankgorodov.ru
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Gurjewsk (Kaliningrad)