Bremer Grün (auch Bremer Blau oder in einem Wort Bremergrün oder Bremerblau) ist ein in Bremen erfundenes, im späten 18. und im 19. Jahrhundert gern verwendetes grün-blaues Farbpigment aus Kupfer(II)-hydroxid (Kupferoxidhydrat, Cu(OH)2) und Kupfer(II)-carbonat (CuCO3). Im Colour Index wird es unter der Nummer C.I. Pigment Blue 30 geführt.Bremer Blau PB30. In: materialarchiv.ch, abgerufen am 9. Januar 2025.
Geschichte Als Erfinder gilt der Bremer Färber, Kaufmann und Fabrikant Nicolaus Kulenkamp der ÄltereHeinz Schlecker: Der drei mal preisgekrönte Kulenkamp. In: Bremisches Jahrbuch 37, 1937, S. 84. (1710–1793), der neben Seifen und Talgprodukten seit 1778Christian Abraham Heineken: Geschichte der Freien Hansestadt Bremen von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Franzosenzeit , Bremen 1983, S. 151. diese Farbe herstellte, was bald auch von anderen Herstellern in Bremen nachgeahmt wurde. Spätestens 1807, als hier vier derartige Unternehmen bestanden, die sich „Bremer-Grün-Fabriken“ nannten, hatte sich die Herkunftsbezeichnung auch überregional fest etabliert. Seit der Jahrhundertmitte ist sie auch lexikalisch fassbar. Als weitere Produktionsorte wurden Minden, Kassel und Eisenach genannt. Noch über die Wende zum 20. Jahrhundert hinaus war die Farbe trotz ihrer Giftigkeit viel gehandelt und verwendet.
Herstellung miniatur|Kupfer(II)-hydroxid
Die Rezepte Kulenkamps sind anscheinend nicht überliefert, von den verschiedenen, voneinander leicht abweichenden Herstellungsweisen sei eine Beschreibung von 1856 zitiert, andere finden sich ausführlich in den unten angegebenen Links nachgewiesen:
Auch hiervon abweichende Verfahren wurden als Bremer Grün beschrieben, so wurden 1835 Kupfervitriol und Salpetersäure als Ausgangsstoffe dieses Prozesses empfohlen.Annalen der Pharmacie. Band 16, 1835, S. 239, siehe Link Bremer Grün nach Bley. Wie andere Kupferverbindungen auch ist das Kupferoxidhydrat empfindlich gegen Schwefelwasserstoff und Schwefeldioxid.
Bremer Grün wurde als blauer Kalkanstrich und als Leimfarbe verarbeitet, als Ölfarbe nimmt es innerhalb von 24 Stunden ein intensives Grün an.
Weblinks Bremer Grün nach Bley. In: Annalen der Pharmacie. Band 2, 1835, S. 239.
Einzelnachweise
Kategorie:Anorganisches Pigment Kategorie:Farbname Kategorie:Kupferverbindung