miniatur|Herrenhaus des Rittergutes miniatur|Kirche
Endschütz ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Greiz. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Ländereck.
Geographie Geographische Lage Endschütz befindet sich südöstlich von Wünschendorf/Elster und östlich der Weißen Elster auf einer Hochfläche. Durch den Ortsteil fließt der Fuchsbach und im Ort befindet sich ein Dorfteich. Das Gemeindegebiet wird nach der naturräumlichen Gliederung des Landes Thüringen im Südwesten zum Naturraum Ostthüringer Schiefergebirge–Vogtland und im Nordosten zur Saale-Sandsteinplatte gezählt. Die nächsten Städte sind Berga/Elster (3 km südlich), Weida (4 km westlich), Ronneburg (6 km nordöstlich) und Gera (Stadtzentrum 7 km nordwestlich).
Nachbargemeinden Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Berga-Wünschendorf, Linda b. Weida sowie die kreisfreie Stadt Gera. Gera grenzt mit dem Ortsteil Falka nur mittelbar an.
Gemeindegliederung Zur Gemeinde Endschütz gehört der Ortsteil Letzendorf und die Kleinsiedlung Jährig.
Geschichte Die urkundliche Ersterwähnung fand für Endschütz 1445 statt.Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 69
Endschütz war 1568 von Hexenverfolgung betroffen. Der Mann Nickel Traute geriet in einen Hexenprozess. Er wurde mit glühenden Zangen gerissen, gerädert, dann verbrannt.Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 235.
Im 19. und frühem 20. Jahrhundert bestand in Endschütz das im 18. Jahrhundert erbaute Rittergut Endschütz, das nach 1945 enteignet und später ein Betriebsteil des VEG Meilitz wurde. Das Gut stand bis 1993 leer und wird seitdem saniert. Unter anderem kümmert sich der Verein Rittergut Endschütz e. V. um das Anwesen, dem im Jahre 2007 der Denkmalschutzpreis verliehen wurde.
Die in der Dorfmitte stehende Kirche St. Marien wurde im 14. Jahrhundert gegründet.
Einwohnerentwicklung 1939 lebten in Endschütz und Letzendorf zusammengenommen noch 512 Einwohner.
Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember): 1994: 380 1995: 383 1996: 401 1997: 410 1998: 409 1999: 412 2000: 408 2001: 392 2002: 394 2003: 391 2004: 387 2005: 392 2006: 376 2007: 379 2008: 363 2009: 359 2010: 354 2011: 343 2012: 330 2013: 332 2014: 334 2015: 334 2016: 341 2017: 326 2018: 323 2019: 325 2020: 327 2021: 325 2022: 334 2023: 329 2024: 323 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Politik
Gemeinderat Seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen: Freiwillige Feuerwehr Endschütz (FFWE) – 3 Sitze (42,9 %) Evang.- Luth. Kirchgemeinde Endschütz (ELKE) – 2 Sitze (36,0 %) Freie Wählergemeinschaft Endschütz (FWE) – 1 Sitz (14,6 %) Sportgemeinschaft Endschütz e. V. (SGE) – keinen Sitz (6,5 %) Die Wahlbeteiligung lag bei 56,7 %, das ist ein Rückgang gegenüber 2009 um 5,4 %p.Kommunalwahlergebnis 2014
Bürgermeister Bei der Bürgermeisterwahl am 13. Juni 1999 erhielt Sylvio Nitschke mit 82,2 % die Mehrheit der Stimmen. Die Wiederwahl erfolgte 2004 (89,5 %) und 2010 (74,3 %). 2017 wurde Heino Vetterlein gewählt (94,9 %).
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Das Dorf Endschütz wird von der Kreisstraße K 117 verkehrsmäßig an das Umland angeschlossen. Eine Gemeindestraße bindet Letzendorf an die K 117 und an Wolfersdorf an. An Werktagen außer an Samstagen verkehrt die Buslinie 219 Gera–Wünschendorf–Linda–Wolfersdorf der RVG Regionalverkehr Gera/Land über Endschütz, Jährig und Letzendorf. Von 1876 bis zum 29. Mai 1999 besaß die Gemeinde Anschluss an die Bahnstrecke Werdau–Mehltheuer. Zum 30. Mai 1999 wurde der Personenverkehr eingestellt. Seitdem befindet sich die nächste Bahnstation im fünf Kilometer entfernten Wünschendorf.
Wasserver- und Abwasserentsorgung Die Gemeinde Endschütz ist Mitglied im Zweckverband Wasser / Abwasser Mittleres Elstertal. Dieser übernimmt für die Gemeinde die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung.
Persönlichkeiten August Schumann (1773–1826), Buchhändler und Verleger, Vater des Komponisten Robert Schumann Anton Bräunlich (1823–1878), Pädagoge Marie Clausnitzer-Hennes (1824–1864), Dichterin Johannes Müller (1935–2012), Maler
Literatur Paul Lehfeldt: Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens, Heft XXV, Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Verwaltungsbezirk Neustadt, Amtsgerichtsbezirk Weida, Verlag Gustav Fischer, Jena 1897, Reprint Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2014, ISBN 978-3-86777-373-7, S. 271–274 Informationen über Endschütz, Kirche, Kirchhof und Rittergut.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Greiz Kategorie:Ersterwähnung 1445