Sappenfeld ist ein Kirchdorf und Ortsteil der oberbayerischen Gemeinde Schernfeld im Landkreis Eichstätt. miniatur|Die Kirche von Sappenfeld Geographische Lage Das Straßendorf liegt nordwestlich der Kreisstadt Eichstätt auf der Hochfläche der Fränkischen Alb westlich der Bundesstraße 13 und nördlich der Staatsstraße 2047. Die Häuser reihen sich hauptsächlich an eine von Osten nach Westen zum nahen Weißenburger Forst verlaufende Dorfstraße.Eigler, S. 305
Ortsname Der Ortsname leitet sich vom Personennamen „Sappo“ ab und lässt eine adelige Gründung erkennen.Eigler, S. 219
Geschichte Zugehörigkeit im Alten Reich Sappenfeld gehörte den Gaugrafen des Sualafeldgaues, die in Dollnstein saßen und später als Grafen von Hirschberg die Schutzvögte der Eichstätter Kirche waren.W. Bernecker: Urkunden zur Geschichte Dollnsteins. In: Historische Blätter für Stadt und Landkreis Eichstätt 2 (1953), Februar-Nr., S. 5 1130 ist der Ort erstmals genannt, und zwar im Zusammenhang mit einem Ablassbrief für die St. Anna-Kapelle, die dadurch zur Wallfahrtskapelle wurde.Innenrenovierung der Kirche in Sappenfeld bald beendet. In: Eichstätter Kurier vom 30. Oktober 1981 In der Auseinandersetzung um das „Hirschberger Erbe“ nach dem Aussterben der Hirschberger Vögte mit Graf Gebhard VII. wurde 1305 „Sappenuelde“ dem Bischof von Eichstätt zugesprochen, wobei nur das Dorfgericht gemeint sein kann, wie spätere Besitzverhältnisse zeigen:Eigler, S. 302; Eichstätter Raum, S. 277 1347 verkauften die Grafen von Oettingen ihr Gut zu „Sappenvelt“, das ihnen wohl als Reichsministerialen zugegangen ist, an den Eichstätter Bischof Albrecht I. von Hohenfels, und 1443 veräußerte Johann von Heideck zwei Güter zu „Sappenfelt“, darunter den Meierhof, an den Eichstätter Bischof Albrecht II. von Hohenrechberg.Historischer Atlas, S. 29f. Außerdem tauschte Bischof Wilhelm von Reichenau 1486 vom Kloster Rebdorf Güter zu Sappenfeld ein. Gegen Ende des Alten Reiches hatten grundherrlichen Besitz in Sappenfeld das Hochstift Eichstätt mit Zinsern an das bischöfliche Kastenamt Mörnsheim (darunter die ehemals Heidecker Güter) und an das Hofkastenamt Eichstätt, das Domkapitel Eichstätt, das Kloster Rebdorf (mindestens seit 1452), die Gemeinde (Schmiede und Hirtenhaus) und ein „eigen“-Bauer.Eigler, S. 302 Insgesamt umfasste die Sappenfelder Flur circa 120 Hektar Ackerfläche. Weiderechte bestanden für den Schernfelder Forst.Eigler, S. 337
Bis ins 18. Jahrhundert versorgten Bauern aus Sappenfeld das Fürstbischöfliche Eisen- und Hüttenwerk Obereichstätt zweimal in der Woche mit dem für den Kunstguss erforderlichen roten Sand.Josef Ettle: Fünf Jahrhunderte Hütte Obereichstätt. In: Historische Blätter für Stadt und Landkreis Eichstätt, 26 (1976), Nr. 3, S. 11
Am Ende des Alten Reiches waren 34 Höfe und Güter von Sappenfeld dem bischöflichen Kastenamt Mörnsheim abgabenpflichtig, 2 Güter dem Hofkastenamt und 1 Gut dem Domkapitel. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Kastenamt Mörnsheim aus. Hochgerichtlich unterstand das Dorf dem Pflegamt Dollnstein.Historischer Atlas, S. 139
Seit dem 19. Jahrhundert 1802 fiel Sappenfeld infolge der Säkularisation des Hochstiftes Eichstätt an das Großherzogtum Toskana und 1806 an das Königreich Bayern und dort an das Landgericht und Rentamt Eichstätt. 1808 wurde das Dorf mit der Einöde Birkhof dem Steuerdistrikt Schernfeld zugeschlagen. Durch das zweite Gemeindeedikt von 1818 wurde Sappenfeld unter Anschluss des Birkhofs eine eigenständige Gemeinde. 1830 hatte das Kirchdorf bei 40 Anwesen 160 Einwohner.Historischer Atlas, S. 198
1950 wurden bei 51 Anwesen 338 Einwohner gezählt. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Sappenfeld am 1. Januar 1971 nach Schernfeld eingemeindet. 1983 gab es im Dorf bei 316 Einwohnern 19 bäuerliche Vollerwerbs- und 15 Nebenerwerbsbetriebe.Eichstätter Raum, S. 278
Baudenkmäler Unter Denkmalschutz stehen: Filialkirche St. Sebastian und Anna Wegkreuz, bezeichnet mit dem Jahr 1888 Wohnhaus Dorfstraße 19 von 1837 Wegkreuz im Hoffeld, 19. Jahrhundert, bezeichnet mit dem Jahr 1946 Wegkapelle an der Straße nach Eichstätt, 19. Jahrhundert. Siehe: Liste der Baudenkmäler in Sappenfeld
Einwohnerzahlen 1830: 160 Einwohner, 40 Anwesen 1861: 224 Einwohner, 74 Gebäude 1900: 274 Einwohner, 50 Wohngebäude 1950: 338 Einwohner, 51 Wohngebäude 1961: 318 Einwohner, 62 Wohngebäude 1987: 385 Einwohner, 88 Gebäude mit Wohnraum
Literatur Gerhard Hirschmann: Historischer Atlas von Bayern. Teil Franken, Reihe I, Heft 6 (Eichstätt). München 1959. Digitalisat Innenrenovierung der Kirche in Sappenfeld bald beendet. In: Eichstätter Kurier vom 30. Oktober 1981. Der Eichstätter Raum in Geschichte und Gegenwart. 2. Auflage, Eichstätt: Sparkasse 1984. Friedrich Eigler: Die früh- und hochmittelalterliche Besiedelung des Altmühl-Rezat-Rednitz-Raums. Wien: Profil 2000.
Einzelnachweise
Weblinks
Über die Kirche
Kategorie:Ortsteil von Schernfeld Kategorie:Ort im Landkreis Eichstätt Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Eichstätt) Kategorie:Ersterwähnung 1130 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kirchdorf