miniatur|300px|Tagebau der Prominent Hill Mine (Entwicklung September 2008 bis September 2010) miniatur|300px|Statue eines Bergarbeiters mit Bohrgerätschafen im historischen Kupferbergbaugebiet von Cobar im dortigen Miners Heritage Park
Das Volumen des Kupferbergbaus in Australien liegt weltweit auf dem sechsten Rang. In Australien liegen schätzungsweise 13 Prozent der Kupfervorkommen der Welt, das zweitgrößte nach Chile.
Die Anteile des abgebauten australischen Kupfers verteilen sich zu 66 Prozent auf South Australia, gefolgt von Queensland mit 18 Prozent, Western Australia mit 10 Prozent und New South Wales mit 4 Prozent.
In allen Bundesstaaten Australiens und im Northern Territory gibt es Kupfervorkommen, die größten in Queensland und South Australia, wobei heutzutage das meiste Kupfer im Gebiet um Mount Isa in Queensland und aus dem Bergwerk Olympic Dam in South Australia abgebaut wird. Weitere bedeutende Bergwerke, in denen Kupfer gewonnen wird, sind Cadia Mine und Ridgeway Mine, Northparkes Mine und Tritton Mine in New South Wales, Ernest Henry Mine, Osborne Mine und Mount Isa Mines in Queensland, Nifty, Telfer Mine und Golden Grove Mine in Western Australia und am Mount Lyell in Tasmanien.
Der Wert des jährlich abgebauten australischen Kupfers beläuft sich auf etwa 6 Milliarden AUD.: Gesosciene Australia: Copper, in englischer Sprache, abgerufen am 12. März 2012
Bedeutung
Kupfer war das erste Metall, das Menschen für ihre Zwecke nutzten, und es hat auch heute große Bedeutung. Der weltweite Verbrauch von Kupfer ist stark von der Weltkonjunktur abhängig. Australisches Kupfer wird insbesondere nach Asien – vor allem nach China, Indien, Japan und Korea – exportiert.: Copper, in englischer Sprache, abgerufen am 12. März 2012 Die Kupferförderung und -herstellung ist überaus energieintensiv und ökologisch nicht unproblematisch, da je nach der Erzbearbeitung ein hoher Wasserverbrauch beim Zerkleinern und Auslaugen des Erzes entsteht und die Vorkommen größtenteils in ariden Gebieten Australiens liegen.
Ungefähr die Hälfte des weltweit abgebauten Kupfers wird derzeit in der Elektroindustrie für Drähte und Kabel verbraucht, des Weiteren für Automotoren und im Bauwesen (etwa 20 kg je PKW und etwa 200 kg in einem Einfamilienhaus), aber auch zum Bau von Computern, Funktelefonen, Faxgeräten und Fernsehern.
Lagerstätten
Das hauptsächlich wirtschaftlich verwertete Kupfermineral in Australien – wie auch weltweit – ist Chalkopyrit (CuFeS2), Bornit (Cu5FeS4), Covellin (CuS) und Chalkosin (Cu2S) sind bedeutende Kupferminerale und manche Erzkörper enthalten auch etwa Malachit (Cu2[(OH)2|CO3]), Azurit (Cu3(CO3)2(OH)2), Cuprit (Cu2O), Tenorit (CuO) und Kupfermetall. Die Sulfide, aus denen das Kupfer der Welt hergestellt wird, befinden sich in tief gelagerten Schichten, die nicht der Verwitterung unterliegen. Nahe an der Oberfläche oxidieren sie oder in weiteren chemischen Prozessen und bilden Metalle, Oxide und Karbonate. Diese sekundären Kupferminerale bilden reichhaltige Erze in den oberen Schichten der Lagerstätten und sind charakteristisch grün oder blau. An manchen Stellen treten sie oberflächlich hervor und sind leicht zu erkennen.: Copper Facts and figures, in englischer Sprache, abgerufen am 24. März 2012
Im Erzvorkommen Olympic Dam in South Australia wird Kupfer in einer Uran-Gold-Silber-Lagerstätte abgebaut, während bei Mount Isa die Blei-Zink-Silber-Lager von den Kupferlagern getrennt liegen. Die beiden Erzlager sind die bedeutendsten Kupfervorkommen Australiens. Dort befinden sich auch die Kupfer-Schmelzhütten mit der größten Kapazität.
In den Erzkörpern in New South Wales kommt bei Northparkes Kupfer-Gold, in der CSA Mine und Girilambone Mine nur Kupfer vor. In Queensland in der Ernest Henry Mine wird ein Kupfer-Gold-Magnetit-Erzkörper, in der Osborne- und Mammoth Mine Kupfer-Gold-Erzkörper abgebaut. Bei Selwyn findet sich Kupfer-Gold, das Golden-Grove-Vorkommen führt Kupfer-Zink und bei Nifty in Western Australia kommt nur Kupfer vor.: Copper Fact Sheet, in englischer Sprache, abgerufen am 12. März 2012
Entstehung
Hauptartikel: → Porphyrische Kupferlagerstätte
Die zahlreichen Kupferlagerstätten Australiens entstanden in einer vielfältigen geologischen Umwelt in hydrothermalen Prozessen. Die Wirtsgesteine des Kupfers sind beispielsweise Granit, Granodiorit, Diorit, Monzonit und Syenit, in die es eingelagert ist. Die mineralisierten Gesteine mit Kupfereinlagerungen erreichen ein Volumen von mehreren Millionen Tonnen und beinhalten geringe Anteile von Kupfer, Gold, Silber und weitere Metalle.
Das Erz tritt sehr fein verteilt in den Wirtsgesteinen in Haarrissen oder Adern auf. Die Wirtsgesteine sind meist zertrümmert bzw. brekziert. Die Metalle in den Kupferlagerstätten entstanden als überhitzte, mineralhaltige, hydrothermale Lösungen das zerklüftete Gestein durchströmten und mit den vorhandenen Mineralen reagierten, daher war die Abfolge von hydrothermalen Alterationen eine Voraussetzung der Metallentstehung. Die zirkulierenden, heißen und wässrigen Lösungen reagieren mit den sie umgebenden Gesteinen und lösen Metalle, nehmen sie auf und transportieren sie und nach Abkühlung können sie unter bestimmten Bedingungen wieder in konzentrierter Form abgeschieden werden. Die Sulfid-Minerale, wie Chalkopyrit, lagern sich in Adern, Spalten und Hohlräumen fragmentierter Gesteine ab.
South Australia
South Australia hat nach einer Zusammenstellung aus dem Jahr 2003 Kupferlagerstätten, die etwa 32 Millionen Tonnen Kupfer enthalten. (PDF; 251 kB): Ken R. Bempton: Copper mining und treatment in South Australia, S. 39, in MeSA Journal 28, Januar 2003, in englischer Sprache, abgerufen am 12. März 2012
Geschichte miniatur|Kupfertagebau von Kanmantoo im Jahr 2010, vor Wiederaufnahme des Abbaus Das erste Kupfervorkommen, das in South Australia 1842 entdeckt wurde, befand sich bei Montacute, und kurz darauf wurde in den Mount Lofty Ranges ein weiteres und größeres Vorkommen bei Kapunda entdeckt. Weitere historische Lagerstätten wurden in kurzen Abständen bei Burra (1845), Kanmantoo–Callington (1846), Wallaroo (1859) und Moonta (1861) und kleine Kupfer-Lagerstätten in den Flinders Ranges gefunden. Der erste australische Kupfer-Schmelzofen konnte 1848 bei Callington errichtet werden.
Der Kupferbergbau spielte sowohl in der Zeit der frühen Kolonisierung als auch in der späteren ökonomischen Entwicklung von South Australia eine bedeutende Rolle. Dies ging so weit, dass 1851 South Australia als Copper Kingdom (deutsch: Kupfer-Königreich) bezeichnet wurde, als es 10 Prozent der Kupfers in der Welt förderte.
Der Kupferbergbau in Wallaroo und Moonta wurde im Jahr 1860 begonnen und 1923 beendet, in Burra kam das Ende 1877 und in Kapunda 1878. Kleinere Bergwerke in den Flinders Ranges bauten bis zum Ende des Jahrhunderts weiter ab. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Kupferproduktion in South Australia in Gänze eingestellt.
Eine zweite Welle der Kupferproduktion begann 1969 mit der Eröffnung der Bergwerke Burra, Kanmantoo und Mount Gunson, die 1981 endete. Burra und Kanmantoo produzierten je etwa 40.000 Tonnen Kupfer und Moonta-Wallaroo bis zu seiner Schließung 340.000 Tonnen. (PDF; 251 kB): Ken R. Bempton: Copper mining und treatment in South Australia, S. 38, MESA Journal 28, Januar 2003, in englischer Sprache, abgerufen am 12. März 2012
1988 begann der Kupferabbau in Olympic Dam und 2009 in Prominent Hill. Kupferschmelzhütten befinden sich auf dem Bergwerksgelände Olympic Dam, in Port Adelaide, Dry Creek, Scott Creek und Aponiga.
Olympic Dam
miniatur| Chalkopyrit-reiches Handstück aus Olympic Dam Eines der größten Erzvorkommen der Erde mit Kupfer, Uran, Gold und Silber ist Olympic Dam. Es ist die viertgrößte Kupfer- und die größte Uranlagerstätte der Welt. Die Mineralisation des Erzkörpers entstand durch hydrothermale Prozesse in durch Hämatit gefestigten Granit-Brekzien im Roxby-Downs-Granitfeld, die in Erz umgewandelt wurden.econgeol.geoscienceworld.org: Douglas W. Haynes: Olympic Dam ore genesis; a fluid-mixing model, in englischer Sprache, abgerufen am 14. März 2012 Die Lagerstätte enthält nach Angaben von Geoscience Australia 580 Millionen Tonnen Erz, 12 Millionen Tonnen Kupfer, 0,35 Millionen Tonnen Uran, 350 Tonnen Gold und 2800 Tonnen Silber. Das Vorkommen wurde 1975 von der Western Mining Corporation entdeckt, im Tagebau und seit 1988 im Untertagebau betrieben.pir.sa.gov.au: Copper, in englischer Sprache, abgerufen am 14. März 2012 2009 wurden 156.000 Tonnen Kupfer produziert, das war ein Rückgang um 25 Prozent gegenüber 2008, da die Förderanlage durch einen mechanischen Defekt erheblich beschädigt wurde. (PDF; 2,4 MB): Australia’s Identified Mineral Resources 2010, in englischer Sprache, abgerufen am 14. März 2012
Prominent Hill
Die Prominent Hill Mine, die etwa 650 Kilometer von Adelaide entfernt liegt, wurde in den Jahren 2007 und 2008 aufgebaut und nahm die Erz-Förderung 2009 auf. Das in der Lagerstätte vorkommende Eisen wird nicht abgebaut und der Urangehalt ist zu gering, daher rechnet sich der Uranabbau derzeit nicht. 2009 wurden 96.000 Tonnen Kupfer und 75.535 Unzen Gold gefördert. Der Betreiber OZ Minerals Limited beabsichtigt, 100.000 bis 110.000 Tonnen Kupfer und 80.000 bis 90.000 Unzen Gold in den Jahren 2010 bis 2012 zu fördern. Die Mineralbildung gleicht der des Olympic Dam mit Chalkosin, Bornit, Chalkopyrit und Gold in einer durch Eisenoxide gefestigten Brekzie. Prominent Hill liegt in einer 1,585 Milliarden Jahre alten vulkanisch-sedimentären Gesteinsabfolge, Olympic Dam entstand zur gleichen Zeit in Granit.
Moonta und Wallaroo
Die beiden historischen Lagerstätten Moonta und Wallaroo waren 64 Jahre im Abbau und die am längsten in Betrieb befindlichen Kupferbergwerke Australiens. Sie führten insgesamt 9,6 Millionen Tonnen Erz. Von 1860 bis 1923 wurden 350.000 Tonnen Kupfer gefördert und im Moonta-System von 1988 bis 1993 17.500 Tonnen. Der Bergbau in Moonta folgt verschiedene Erzgängen im brekzierten Moonta-Porphyr und in Wallaroo im Doora-Schiefer. Die dortige Erzmineralogie wird als Chalkopyrit-Pyrit-Pyrrhotin beschrieben. In Moonta wird das historische Bergbaugelände touristisch mit Führungen des Tage- und Tiefbaus genutzt. Im Ort gibt es ein Bergbaumuseum über den Kupferbergbau des 19.-Jahrhunderts und ein Bergarbeiter-Haus, das historisch ausgestattet ist.: Moonta Mines Museum, in englischer Sprache, abgerufen am 14. März 2012: Miners Cottage And Garden, in englischer Sprache, abgerufen am 14. März 2012
Mount Gunson
Am Mount Gunson wurde 1875 Kupfer gefunden und in vier Bergwerken Main Open Cut, West Lagoon, East Lagoon and Cattle Grid abgebaut. Dieser Bergbau endete 1986.
Die Mineralisation des Erzes erfolgte in einem Netzwerk von Adern, Brüchen und Verwerfungen im Mesoproterozoikum, in der Sandstein-Pandurra-Formation, in dem ungleichmäßig aufgelagerten Adelaidean-Whyalla-Sandstein und in der Tapley-Hill-Formation aus dolomitischen Schiefer. Im Oktober 2009 gab Xstrata bekannt, dass sich dort eine Lagerstätte von 1,1 Millionen Tonnen mit einem Kupfergehalt von 1,7 Prozent befindet und der Bau eines Bergwerks geplant werde.: Mount Gunson (copper) – South Australia, in englischer Sprache, abgerufen am 12. März 2012 (PDF; 404 kB): Lagekarte der Projekte von Gunson Resources Limited, in englischer Sprache, abgerufen am 14. März 2012
Weitere Lagerstätten
miniatur|Ein mit Wasser gefüllter Kupfertagebau bei Kapunda
In South Australia gibt es 800 namentlich bekannte frühere Kupferbergwerke. Zahlreiche kleine Gruben befinden sich auf der Halbinsel Eyre und am Mount Woods. Es gibt Vorkommen, die geologisch der Lagerstätte von Olympic Dam ähneln und in der Middleback Range mit Moola werden weitere bedeutende Kupfer- und Goldvorkommen vermutet. Da in der Peak Range und Denison Range von 1890 bis 1920 Kupfer abgebaut wurde, wird angenommen, dass sich dort weitere Lagerstätten befinden.