Das Theater der Keller ist ein Theater in Köln. Es ist das älteste Privattheater der Stadt und steht in Kooperation mit der Schauspielschule der Keller.
Geschichte Das Theater wurde 1955 von dem Schauspielerehepaar Marianne Jentgens und Heinz Opfinger gegründet. Ein Jahr zuvor hatten sie bereits die Schule des Theaters eröffnet. Bis zu ihrer Trennung 1970 leiteten Jentgens und Opfinger das Theater als Intendanten zusammen. Von 1970 bis zu ihrem Tod 1974 leitete Marianne Jentgens das Theater allein. Die erste Spielstätte des Theaters war ein ehemaliger Luftschutzkeller in der Herderstraße in Köln-Lindenthal. Daher stammt der Name „der Keller“.
Die Eröffnung des Theaters fand am 11. Oktober 1955 mit einer Aufführung der Geschlossenen Gesellschaft von Jean-Paul Sartre statt. Es folgte die Die Glasmenagerie von Tennessee Williams.Universitätsführer Seite 187 1957 fiel die Spielstätte in der Herderstraße den Expasionswünschen des angrenzenden St.-Anna-Krankenhaus zum Opfer. In der Wörthstraße im Kölner Norden nahe der Bastei wurde mit einer alten Villa eine neue Spielstätte gefunden. 1962 musste das Theater für sechs Monate schließen, damit Brandschutzauflagen baulich umgesetzt werden konnten.
Auch die Wörthstraße fiel Expansionswünschen zum Opfer, dieses Mal denen einer Versicherung. In der Kölner Südstadt in der Kleingedankstraße in einer ehemaligen Entbindungsklinik gegenüber von St. Paul fand das Theater und die Schule 1974 eine neue Heimat. 2019 musste das Theater die Spielstätte in der Südstadt aufgebenNeue Spielzeit: Diese kleinen Kölner Theater sind einen Besuch wert - Theater Der Keller KSTA bei msn.com und zog nach Köln-Deutz in die Siegburger Straße um.
Gegenwart Ab der Spielzeit 2013/14 lag die Leitung des Theaters beim Intendanten Heinz Simon Keller. Der Spielplan war geprägt von zeitgenössischen Theaterstücken, darunter viele Uraufführungen und deutsche Erstaufführungen. Die Stücke behandelten aktuelle Themen aus Politik und Gesellschaft, oft mit einem lokalen Bezug. Im Anschluss an die Aufführungen finden regelmäßig Diskussionen mit dem Publikum statt. Mit der Schauspielschule der Keller gibt es eine enge Zusammenarbeit. Einmal pro Spielzeit wurde ein Abschlussprojekt von Absolventen der Schule im Theater der Keller gezeigt.
Im Juni 2017 wurde das Privattheater vom Deutschen Kulturrat auf Die Rote Liste die Vorwarnliste gesetzt und in die Kategorie 3 eingestuft.Deutscher Kulturrat Politik & Kultur Zeitung des Deutschen Kulturrates 4|2017 Seite 16 Die Rote Liste, abgerufen am 28. Juni 2017 Im September 2019 ist das Theater in die Werkshalle der TanzFaktur in Köln-Deutz gezogen.
Anfang März 2025 wurde Keller aus wirtschaftlichen Gründen und Verstößen gegen die Compliance-Vorgaben des Theaters fristlos gekündigt. Seitdem wird es interimsmäßig von Anja Getz, Ulrike Janssen und Michael Meichßner geleitet.Kölner Stadt-Anzeiger Kultur & Medien vom 7. März 2025: Theater der Keller trennt sich von Intendanten. „Können uns niemanden leisten, der seine Arbeit nicht macht“, von Annika Kern, abgerufen am 9. März 2025
Intendanz Intendanten des Theaters Name ZeitraumHeinz Opfinger1955–1970Marianne Jentgens1955–1974Karl Reichmann1974–1976Dieter Janke1974–1978Christiane Bruhn1978–1982Roland W. Hoffmann (kommissarisch)1983–1884Wolfgang Trautwein1984–1994Anita Ferraris1994–1996Roland W. Hoffmann (kommissarisch)1996–1997Meinhard Zanger1997–2006Hanfried Schüttler2006–2009Herbert Wandschneider (kommissarisch)2010Pia Maria Gehle2010–2013Heinz Simon Keller2013–2025 interimsmäßig: Anja Getz, Ulrike Janssen und Michael Meichßner2025–
Auszeichnungen Produktionen und Schauspielschüler des Theaters der Keller wurden mehrfach von der SK Stiftung Kultur ausgezeichnet. Das Theater erhielt fünfmal den Kölner Theaterpreis (1980, 1994, 2000, 2013 und 2017), dreimal den Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater (2007, 2016) und einmal den Jugendtheaterpreis (1996). Der Nachwuchspreis für junge Schauspieler Puck (Theaterpreis) ging 17 Mal an Absolventen der Schauspielschule der Keller.
Kölner Theaterpreis 2017: Bilqiss, Schauspiel von Saphia Azzeddine, Regie: Ulrike Janssen 2013: Waisen, Schauspiel von Dennis Kelly, Regie: Sandra Reitmayer 2000: Der Freigeist, Komödie der Moral von Éric-Emmanuel Schmitt, Regie: Meinhard Zanger 1994: Grindkopf, Schauspiel von Tankred Dorst, Regie: Anita Ferraris 1980: Aussagen nach einer Verhaftung aufgrund des Gesetzes gegen Unsittlichkeit (Gemälde des Kaufmann von Venedig), Schauspiel von Athol Fugard, Regie: Christiane Bruhn
Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater der Freien Volksbühne e. V. 2016: für seinen engagierten Spielplan den mit 4.000 Euro dotierten Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater des 27. Kölner Tanz- und Theaterpreises.Homepage SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn: Die Gewinner der 27. Tanz- und Theaterpreise 2016, abgerufen am 21. Dezember 2016 2007: Das Versteck, eine kurdisch-alevitische Migrationsgeschichte von Hüseyin Michael Cirpici, Regie und Ausstattung: Hüseyin Michael Cirpici, mit: Ercan Arslan 2016: Preis für das gesamte Ensemble des Theaters für herausragende Leistung.
Heidelberger Theaterpreis 2018: für die Regisseurin Charlotte Sprenger mit der Theater der Keller Produktion Clockwork Orange
Kölner Ehrentheaterpreis 2005: Ilse Schwarzhaupt für ihr langjähriges Engagement für das Theater der Keller
Kölner Kinder- und Jugendtheaterpreis 1996: Acht Jahre, von Börje Lindström, Regie: Eva Hosemann
Festivals 2003: Der Freigeist – Teilnehmer des 37. Internationalen Theaterfestivals BITEF in Belgrad 2012: PrivatTheaterTage 2012: JULA – Internationales Jugend-, Theater- und Musikfestival
Literatur
Kapitel 54 erzählt von einer Begegnung mit Heinz Opfinger und Marianne Jentgens in den frühen 50er Jahren.
Weblinks
Einzelnachweise
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