Das Infanterie-Regiment „Graf Bose“ (1. Thüringisches) Nr. 31 war von 1812 bis 1919 ein Infanterieverband der Preußischen Armee.

Organisation mini|hochkant|Siegelmarke Königlich Preussisches 1. Thüringisches Infanterie-Regiment No. 31 Name 25. März 1815 – 31. Infanterie-Regiment 5. November 1816 – 31. Infanterie-Regiment (3. Magdeburgisches)der Provinzialname fiel durch A. K. O. vom 10. März 1823 wieder fort 4. Juli 1860 – 1. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 31 (Die Thüringer Garde) 11. August 1894 – Infanterie-Regiment „Graf Bose“ (1. Thüringisches) Nr. 31

Unterstellungen 1815 III. Armee-Korps 12. Brigade 30. Regiment 31. Regiment

ab 1816 3. Brigade Erfurt 25. Regiment 31. Regiment Ostpreußisches Kürassier-Regiment Brandenburgisches Ulanen-Regiment

5. November 1816 IV. Armee-Korps 2. Brigade 31. Infanterie-Regiment (3. Magdeburgisches) 32. Infanterie-Regiment (4. Magdeburgisches)

1849 2. (improvisiertes) Armee-Korps der Operationsarmee am Rhein 1. (improvisierte) Division desselben

1866 1. Armee IV. Korps 8. Infanterie-Division 15. Infanterie-Brigade

1870 IV. Armee-Korps 8. Infanterie-Division 15. Infanterie-Brigade

ab 26. Mai 1871 IX. Armee-Korps (IX. A. K.) in Altona 18. Division in Flensburg 36. Infanterie-Brigade in Rendsburg Infanterie-Regiment „Graf Bose“ (1. Thüringisches) Nr. 31 in Altona Infanterie-Regiment „Herzog von Holstein“ (Holsteinisches) Nr. 85 in Rendsburg

Gliederung I. und II. Bataillon (Musketiere) III. Bataillon (Füsiliere) Am 14. Januar 1851 wurde aus den drei Bataillonen ein etatmäßiges IV. formiert. 3. September 1866 – gemäß der A. K. O. desselben Tages wurden die (soweit vorhandenen) vierten Bataillone der Infanterieregimenter aufgelöst. Temporär existierte ab 1893 ein IV. (Halb)Bataillon. Im Weltkrieg wurden auf dem Felde die einzelnen Bataillone rotierend eingeteilt in Ruhe-Bataillon (R-Bataillon) Bereitschafts-Bataillon (B-Bataillon) Kampf-Bataillon (K-Bataillon). Temporär existierte auch hier ein IV. (Halb)-Bataillon.

Unterstellte Truppenteile für das ins Elsass abkommandierte II. Bataillon, wurde das I./L 55 (L=Landwehr) zugeteilt ab September 1915 verbesserte ein Artillerie-Verbindungs-Offizier (A.-V.-O.) das Zusammenwirken zwischen Infanterie und Artillerie am 18. Dezember 1916 wurde im Regimentsstab eine Nachrichten-Kompanie (Nachrichten-Mittel-Abteilung = N. M. A.) gebildet 1 Leutnant alle Fernsprecher alle Lichtsignalisten am 23. November 1916 wurde die 13. Kompanie in eine Infanterie-Pionier-Kompanie (I. P. K.) umgewandelt im Mai 1917 wurde eine Minen-Werfer-Abteilung (M.-W.-A.) gebildet sie bestand aus drei Zügen, wovon jeder einer Bataillons-M. G. K. zugeordnet wurde

Abtretungen 5. Mai 1860 – durch Abgaben des Infanterie- und Landwehr-Regimentes der 31er entsteht das Infanterie-Regiment Nr. 71 27. September 1866 – Abgabe der 9., 13. und 14. Kompanie an das Füsilier-Regiment Nr. 80 1. April 1881 – Abgabe der 3. Kompanie an das Infanterie-Regiment Nr. 129 1. April 1887 – Abgabe der 6. Kompanie an das Infanterie-Regiment Nr. 137 1. April 1897 – Abgabe des IV. Bataillons zur Formierung des Infanterie-Regiments Nr. 163 Im Ersten Weltkrieg wurden abgegeben 13. August 1914 – die 12. Kompanie (12./31) war zur Bedeckung an die Kurze Marine-Kanonen-Batterie Nr. 3 (42-cm-Mörser) abzugeben (Rückkehr am 19. Oktober) 14. August 1914 – die 2. Kompanie (2./31) wurde mit der Bewachung des Flughafens Liers betraut (Rückkehr am 23. August) 27. Mai 1915 – die 14./31 wird zur 6./31, nachdem sie zur Bildung des neuen Infanterie-Regiments Nr. 187 ausschieden war, gewandelt. 23./24. April 1917 – während der Frühjahrsschlacht von Arras. wurden die 85er durch das Bataillon III./31 verstärkt 3. Oktober 1917 – I./31 wird dem 6. bayr. Infanterie-Regiment bei Langemark zur Verfügung gestellt

Bewaffnung und Ausrüstung Hauptbewaffnung mini|Zündnadelgewehr Ab 1833 wurden Saarner Gewehre. verwendet. Ab 1839 wurden die Steinschlossgewehre durch Perkussionsgewehre ersetzt. Ab 1854 erhielten die Musketiere Zündnadelgewehre. Die Einführung des Puffers verschob sich kriegsbedingt auf 1872. Einführung des Zündnadelgewehrs M/62 Füsilier-Bataillon 1867. Musketier-Bataillone 1868. Ab 1874 wurde das Gewehr M/71 eingeführt. 1886 erfolgte die Neubewaffnung des Heeres mit dem Repetiergewehr 71/84. 1889 wurde das Regiment mit dem Gewehr 88 ausgerüstet. Zur Beurteilung des Einzelprüfungsschießens wurden erstmals graue Ringscheiben mit aufgeklebten Kopfscheiben verwendet. Ab 1906 wurde das Regiment mit dem Gewehr 98 ausgerüstet. Ab 1909 wurde die 4. Kompanie (I. Bataillon) zur Maschinen-Gewehr-Kompanie (M.G.K.). Als erste neue Waffe im Stellungskrieg setzte das Regiment ab Januar 1915 den Minenwerfer (M.W.) ein. Des Weiteren wurden die Soldaten des Regiments ab Januar 1915 mit Handgranaten ausgerüstet. Ab April 1915 bekam jedes Bataillon seinen eigenen Schanzzeugwagen. Im Gegenzug wurde der vierspännige Schanzenwagen des Regiments zurückgegeben. Ab Sommer 1915 gehörten die Gasschutzmittel zur Standardausrüstung im Graben. Ab Juli 1916 wurden im Regiment Flammenwerfer verwendet. Ab Juni 1917 wurde das Maschinengewehr MG 08/15 verwendet. Ab April 1918 wurden Schießbecher ausgegeben. Ab Mai 1918 kam das Tankgewehr M1918 zum Einsatz.

Uniform Die Grundfarbe war ursprünglich grün mit roten Kragenspiegeln und Aufschlägen, für die Bataillone I., II., III. und IV., bei den Bataillone V., VI. und VII. waren beide Hellblau. Die Farbe der Achselklappen waren bei den Bataillonen I. und V. rot, II. und VI. weiß, III. und VII. gelb und bei IV. blau.

Es wurden graue Hosen mit roter, im Sommer weißer Paspel, graue Mäntel mit niedrigem Tschako nach russischer Art, schwarzes Lederzeug getragen. Auf der Klappe der Patronentasche war eine flammende Granate aus Messingblech angebracht.

Im Feldzug 1815 trug das Regiment neue Uniformen mit: hellblauen Kragen und Aufschlägen dunkelblauen Patten rotem Schoßbesatz gelben Achselklappen mit roter 31 Degen bei Musketier-Bataillonen scharlachrotem Kragen (A. K. O. von 1816) roten Achselklappen, Aufschläge und Patten (A. K. O. von 1818) Änderungen des Jahres 1820 dunkelblaue Mäntel mit Regimentsnummer dunkelblaue Mütze mit roten Streifen (und ab 1842 zusätzlich mit Nationalkokarde)

Änderungen unter Friedrich Wilhelm IV. Die Tschakos. und die an den Kniekehlen befestigte Schöße werden durch Helm und Waffenrock ersetzt das kreuzweise über der Brust liegende Lederzeug, der Tornisterbrustriemen des Säbelgehänges und der Patronentaschenbandolier wurden abgeschafft der Leibriemen wurde eingeführt Zwillichjacken wurden eingeführt mini|hochkant|Soldat des 1. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 31 16. März 1867 anstatt der Kragenspiegel wurden durchgehend rote Kragen eingeführt die niedrigen Stehkragen der Mäntel werden durch hohe Klappkragen ersetzt die Hinterschiene des Helms fiel fortSie kehrte 1871 zurücksiehe auch hier anstatt zwei Paar kurzschäftiger Stiefel erhielt man jetzt je ein Paar kurz- und langschäftiger Stiefel

12. März 1887 Tornister und Kochgeschirr wurden verkleinert Änderungen am Helm: Schiene am Vorderschirm entfällt Schuppenketten werden durch lederne Sturmriemen ersetzt anstelle weißen Lederzeuges wird nun schwarzes getragen Die besten Schützenkompanien des Armee-Korps trugen ab 1895 Ärmelabzeichen. Anlässlich des 100. Geburtstages von Kaiser Wilhelm I. verfügte Wilhelm II., dass das Heer zusätzlich zur Landeskokarde die Reichskokarde zu tragen habe. Erster Weltkrieg Ab 9. März 1916 trug der Regimentsangehörige Stahlhelme.

Offiziere Sämtliche Offiziere trugen Tschakos. Außer Dienst konnten dreieckige Hüte mit schwarzer Feder getragen werden. Der Rock war zugeknöpft zu tragen. Ringkragen waren im Frontdienst zu tragen. Die Schärpe war ständig zu tragen. Nur Stabsoffiziere und Adjutanten trugen Sporen. Alle Offiziere trugen Degen an einem Koppel aus schwarzem Leder bei dunklen Hosen, sonst weißem Leder. Das Tragen des Überrocks aus dunkelgrünem Tuch war nur außerhalb des Dienstes gestattet. Bei Paraden war das Tragen von Feldmützen untersagt. Offiziere der Infanterie trugen, wie die Gemeinen, Tornister. Das Tragen eines Schnurrbarts war untersagt. Mit dem Eintritt in die Preußische Armee legten die Offiziere die russischen Feldzeichen ab. 9. Juni 1859 – Alle Hauptleute waren beritten. 1889 Die Berittenen hatten beim Dienst zu Pferde hohe Stiefel zu tragen. Da Epauletten nur noch zu Parade- und Gesellschaftszwecken zu tragen waren, wurden veränderte Achselstücke eingeführt. Das Tragen von Sporen wurde für Hauptleute zur Pflicht. Die Schabracken wurden vereinfacht und hatte keine Goldtresse mehr. Der bisherige weiße wurde durch einen schilffarbenen Helmüberzug ersetzt. 1893 Der bisherige graue wurde durch einen schwarzen Paletot ersetzt. Dem Chef der Kompanie mit dem besten Schießergebnis wurde eine Büste Sr. Majestät (damalige Ausdrucksweise für Seine Majestät) verliehen. 1894 Der Chef der besten Schützenkompanie wurde mit einer Fangschnur dekoriert. 1895 Für den kleinen Dienst wurde eine Litewka aus blauem Stoff eingeführt. 1896 Zum Dienstanzug wurde die Feldbinde vorgeschrieben. Die Schärpe wurde nur noch zu Paraden angelegt. Berittene wurden mit einem Portepee mit Lederriemen und einem Mantelsack ausgestattet. 1899 Das Offiziersgepäck wurde auf ein vorgeschriebenes Maß beschränkt. Es wurde ein grauer Umhang eingeführt. Zum Manöver waren fortan rotbraune Handschuhe vorgeschrieben.

Fahnenträger 1898 Die Fahnenträger erhielten ein entsprechendes Abzeichen am linken Ärmel, sowie ein halblanges Seitengewehr neuen Musters mit dem Griff eines OffiziersdegensFahnenträger hatten kein Gewehr Für den Dienst mit Helm war ein Ringkragen aus Messing anzulegen.

Sanitätsoffiziere 29. April 1869 als Erkennungsvulgo wurden Toten-Marken getragen. 1896 Das Tragen einer Feldbinde zum Dienstanzug wurde vorgeschrieben. 13. Februar 1913 Sanitätsmannschaften, die die den Sanitätsoffizieren zuarbeiteten, trugen per A. K. O. die Uniform ihres Truppenteils. Kenntlich waren sie dadurch, dass sie auf deren rechten Oberarm einen Äskulapstab aus gelbem Stoff als Erkennungsmerkmal trugen.

Mannschaften Ab 1888 erhielt dann das ganze Regiment schwarzes Lederzeug. Im Sommer wurde die persönliche Ausrüstung nach dem Modell 87 eingeführt. Danach wurde jetzt zusätzlich zu den zwei vorderen noch eine hintere Patronentasche getragen und an die Stelle des kurzschäftigen Stiefels trat der Schnürschuh. 1889 Für herausragende Schießleistungen wurde der betreffende Soldat mit einer aus einer silbernen Tresse mit schwarzen Streifen versehenen Schützenschnur ausgezeichnet 1891 Für den kleinen Dienst. wurde das Tragen einer Litewka aus blauem Stoff eingeführt 1893 Ab diesem Jahr (bis 1895) wurden Feldflaschen, Trinkbecher und Kochgeschirre aus Aluminium eingeführt. Des Weiteren wurde die Ausrüstung um eine tragbare Zeltausrüstung erweitert. Die Schützenschnur bestand fortan aus einer geflochtenen, silbernen Schnur. Die Kompanie mit den besten Schießergebnissen durfte fortan auf dem linken Ärmel ein besonderes Abzeichen tragen 1894 Einführung des Grauen Mantels 1895 Die Truppe erhielt ein neues Tornistermodell Fortfall der hinteren Patronentasche Der Brotbeutel wurde fortan nur noch am Leibriemen getragendadurch wurde die Schulter entlastet Der Stehkragen am Waffenrock wurde weiter und niedriger gestaltet

Musikkorps 1898 Die Bekleidung der Stabshoboisten wurde, zur besseren Hervorhebung, aus feinerem Tuch als die Waffenröcke gefertigt Die Schulterstücken bestanden jetzt aus Kantschnur Die Tuchunterlagen (der Schulterstücke) waren in den Farben des Truppenteils zu versehen Es wurde eine Leibbinde nach Art der Offiziers-Feldbinden angelegt

Fahne mini|Fahne des IV. Bataillons