Knittelsbach ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Wilburgstetten im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Knittelsbach hat eine Fläche von 2,220 km². Sie ist in 271 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8191,40 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Brennhof, Walkhof und Walkmühle.

Geographie Das Dorf liegt am linken Ufer der Wörnitz und am Almosenbächlein, das dort als linker Zufluss in die Wörnitz mündet. Der Ort ist unmittelbar von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. 0,75 km weiter östlich befindet sich der Altweiher, 0,75 km südöstlich der Hafer-, Schwarz- und Meisterweiher. Die Bundesstraße 25 führt nach Neustädtlein (1,2 km nordwestlich) bzw. nach Wilburgstetten (3,4 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Tiefweg (1,6 km nordöstlich).

Geschichte Die Fraisch über Knittelsbach war strittig zwischen dem ansbachischen Oberamt Wassertrüdingen, dem oettingen-spielbergischen Oberamt Dürrwangen und der Reichsstadt Dinkelsbühl. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde von der Reichsstadt Dinkelsbühl beansprucht. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand der Ort aus 7 Anwesen. Grundherren waren die Reichsstadt Dinkelsbühl (Reichalmosenpflege: 6 Güter) und das ansbachische Klosterverwalteramt Auhausen (1 Hof).T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 433.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 167. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Wassertrüdingen.

1806 kam Knittelsbach an das Königreich Bayern. Infolge des Gemeindeedikts wurde Knittelsbach dem 1809 gebildeten Steuerdistrikt Villersbronn und der 1811 gebildeten Ruralgemeinde Villersbronn zugeordnet.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 533. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Knittelsbach. Zu dieser gehörten Brennhof, Freundstal (hieß bis in den 1950er Jahren Lohmühle), Neustädtlein, Radwang, Sankt Ulrich, Sittlingen und Walkmühle.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 539. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Dinkelsbühl zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Dinkelsbühl (1919 in Finanzamt Dinkelsbühl umbenannt, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag beim im gleichen Jahr gebildeten Stadt- und Landgericht Dinkelsbühl (1879 in das Amtsgericht Dinkelsbühl umgewandelt, seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach).T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 567f. Der Walkhof wurde 1925 auf dem Gemeindegebiet gegründet. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,299 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde am 31. März 1971 aufgelöst: Freundstal, Neustädtlein, Radwang, Sankt Ulrich und Sittlingen kamen nach Dinkelsbühl, Brennhof, Knittelsbach, Walkhof und Walkmühle nach Wilburgstetten. Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Knittelsbach an den Landkreis Ansbach.

Der Ort hatte einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Nördlingen–Dombühl.

Ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 4: Zugehöriges zweigeschossiges Altsitzhaus. Drei zu vier Obergeschossfenster, Halbwalmdach. Sehr dekorative Architektur, Fassadenmalerei aus der Bauzeit: Brüstungsfelder, Gurtgesimse, gefugte Ecklisenen; gemalt auch die Imitationen erdgeschossiger Stallfenster. Am Schlussstein der Korbbogentüre Jahreszahl „1821“ und Monogramm „JAL“ (=Johann Adam Lehr).A. Gebeßler: Stadt und Landkreis Dinkelsbühl, S. 158. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Knittelsbach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 247 241 257 255 263 256 236 244 251 231 227 234 235 230 228 222 236 242 218 310 305 334 286 313HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 43 47 46 45 47 43 43 49 57 Quelle Für die Gemeinde Knittelsbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Brennhof (S. 12), Lohmühle (S. 56), Neustädtlein (S. 64), Radwang (S. 73), Sittlingen (S. 86) und Walkmühle (S. 99). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 242 Einwohner. Für die nach Dinkelsbühl eingemeindeten Gemeindeteile: S. 168.

Ort Knittelsbach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2005 2015Einwohner 47 72 41 53 53 47 52 55 53 47 34 19 18Häuser 8 10 11 8 8 11 12 11 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation gemischt konfessionell. Die Katholiken gehören zur Kirchengemeinde St. Georg (Villersbronn), einer Filiale von St. Margareta (Wilburgstetten), die Protestanten sind nach St. Peter (Sinbronn) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Wilburgstetten Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort an der Wörnitz Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach