Braunschlag ist eine Fernsehserie des Österreichischen Rundfunks, die 2011 in acht Folgen produziert wurde und von David Schalko stammt (Idee, Drehbuch, Regie und Produktion). Ab 18. September 2012 (beginnend mit einer Doppelfolge im Hauptabendprogramm um 20:15 Uhr) wurde die Serie jeweils dienstags um 21:05 Uhr im Rahmen der neuen Serienschiene DIE.NACHT in ORF eins ausgestrahlt. Die zugehörige DVD erschien bereits am 9. März 2012.

In Deutschland war die Serie in deutscher Erstausstrahlung ab 21. Mai 2015 auf RTL Crime zu sehen. Zuvor waren die Ausstrahlungsrechte bereits von der Deutschen Telekom erworben worden, welche die Serie seit Juli 2014 in der Entertain Selection von Telekom Entertain abrufbar machte.http://www.phpman89.de/thome/newsletter/newsletter_14-07.pdf Des Weiteren ist sie im Portfolio der Streaming-Anbieter maxdome und Netflix zu finden.aufnetflix.at: Eine deutsche FreeTV-Ausstrahlung erfolgte ab 13. Oktober 2015 beim Sender Einsfestival sowie ab 11. Oktober 2018 beim Sender Bayerischer Rundfunk.

Mitte 2024 wurde bekannt, dass an den Büchern für eine Fortsetzung gearbeitet werde. Die Dreharbeiten zu Braunschlag 1986 fanden ab Mitte Juni 2025 statt. Die Folgen von Braunschlag 1986 wurden am 20. und 21. März 2026 auf ORF 1 erstmals ausgestrahlt.

Handlung Schauplatz der Handlung ist die fiktive Marktgemeinde Braunschlag, gelegen im Waldviertel an der Staatsgrenze zu Tschechien. Für den Bürgermeister Gerri Tschach ist es nicht einfach: Nach einigen gescheiterten Geschäftsideen ist seine Gemeinde pleite, sodass nur mehr ein Wunder helfen kann. Seine Ehe mit Herta Tschach ist am Ende und seine Tochter Babs will mit ihrem windigen Freund Ronnie, den sie aus Wien mitbringt, an sein Geld. Deshalb verbringt er die Nächte bei seinem und Geschäftsvisionär Richard Pfeisinger in dessen maroder Ortsdisco. In: ORF-eins-Programm tv.ORF.at, zum 18. September 2012. Abgerufen am 7. September 2012. Weitere Einwohner des Ortes sind Richard Pfeisingers Ehefrau Elfi, eine und Schwester des als Dorfdepp verrufenen Reinhard Matussek. Dieser betreibt einen UFO-Landeplatz (der in der realen Welt des Waldviertels tatsächlich in Kautzen existiert) und beschäftigt sich mit dem Ausstopfen von Tieren. Elfis Vater Matussek ist ein reicher Textilfabrikant, der wenig mit seinen Kindern anzufangen weiß.

Zu Beginn der ersten Folge brüten Gerri und Richard die Idee einer fingierten Marienerscheinung auf einer Waldlichtung aus und wählen als Lockvogel den UFO-gläubigen Reinhard Matussek. Dieser fällt tatsächlich auf das angebliche Wunder herein und beginnt im Dorf zu predigen und Marienbotschaften zu verkünden. Als schließlich auch noch Reinhards sterbenskranker und schwerreicher Vater geheilt wird, nachdem dessen Tochter Elfi ihm zwei Meerschweinchen auf die Brust gesetzt hat, überschwemmen Wallfahrtstouristen den insolventen Ort, bringen den erhofften finanziellen Aufschwung und Braunschlag beginnt wieder zu florieren. Natürlich sind auch der alte Matussek sowie die politischen Strippenzieher von Gerris Partei in der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten daran interessiert, aus dem angeblichen Wunder Profit zu schlagen. Der Neffe des niederösterreichischen Landeshauptmanns kommt schließlich persönlich in Braunschlag vorbei, um Gerri im Sinne seines Onkels zu beeinflussen.kundendienst.orf.at: Hinzu kommen ein metrosexueller Kommissar aus dem Vatikan , der sich in die deutsche Magd Silke verliebt, die bei Gerris Mutter auf dem Hof arbeitet.

Doch bald entgleitet den beiden trinkfreudigen Wundererfindern die Situation, die zunehmend eskaliert: wird das Wunder von Braunschlag zum Fluch. Ein solcher wird denn auch Gerri im Verlaufe der weiteren Handlung als Strafe für seinen Frevel von einer Taube verkündet. Und tatsächlich wendet sich die weitere Geschichte gegen Gerri und auch seinen besten Freund Richard: Zuerst geht Gerris Frau Herta in einem „Kuschelzoo“ fremd und verliebt sich. Elfi wird trotz der Unfruchtbarkeit ihres Freundes schwanger und verschweigt diesem, dass das Kind aus ihrer Affäre mit dessen bestem Freund Gerri stammt. Die örtliche Bank wird von einem Unbekannten überfallen, den jedoch alle im Dorf für Ronnie halten. Der alte Matussek wird von einem Hund zerrissen, der seinem vor drei Jahren entlaufenen Bauxi zum Verwechseln ähnlich sieht und bald von den Dorfbewohnern für eine Inkarnation des Teufels gehalten wird. Daraufhin flüchtet der haitianische Pfarrer aus dem Ort.

Gerri tritt als Bürgermeister zurück und übergibt sein Amt Banyardi, der davor wegen der deutschen Magd Silke seine kirchlichen Ämter aufgegeben hatte. Entdeckt wird, dass Gerris Nachbarin Frau Berner zwei Männer über Jahre im Keller eingesperrt hatte, die sich ihre Zeit mit Tischtennis vertrieben haben, und nach dem Banküberfall erst von Ronnie und dann von Dr. Feist sen. Gesellschaft bekommen, die die Nachbarin ebenfalls einsperrt. Erst als die vier streiten, entdecken sie ein Loch zum Lüftungsschacht und erlangen so Gerris Aufmerksamkeit, der die Polizei ruft. Danach kommt es zu einem internationalen Medienauflauf. Schlussendlich fliegt die Affäre zwischen dem Bürgermeister und Elfi auf, und Richard läuft mit einer Motorsäge Amok. Zeitgleich jedoch wird aus dem Testament des alten Matussek bekannt, dass dieser Braunschlag als illegales Lager für tschechischen Atommüll nutzte, sodass der gesamte Ort binnen Stunden komplett evakuiert wird. Freiwillig zurück bleiben nur Gerri und Richard ohne ihre Ehefrauen und die zwei ersten im Keller Eingesperrten mit neuer Tischtennisausrüstung. Silke kehrt zurück, um mit Banyardi zusammen zu sein, und Reinhard Matussek wird mit dem ausgestopften Bauxi Zeuge einer UFO-Landung.

Besetzung Hauptdarsteller Robert Palfrader: Gerhard „Gerry“ Tschach, Bürgermeister Maria Hofstätter: Herta Tschach Nicholas Ofczarek: Richard Pfeisinger, Diskothekenbesitzer Nina Proll: Elfi Pfeisinger Manuel Rubey: Alfred Banyardi, apostolischer Visitator Sabrina Reiter: Barbara „Babs“ Tschach Christopher Schärf: Ronald „Ronnie“ Zeman Simon Schwarz: Rainer Katzlbrunner, St. Pöltner Landespolitiker Raimund Wallisch: Reinhard Matussek, Dorfkauz und Marienseher Branko Samarovski: Dr. Feist sen. Thomas Stipsits: Dr. Feist jr. Stefanie Reinsperger: Polizistin Gerti Erol Nowak: Polizist Hannes Salat Adina Vetter: Magd Silke/Waltraud

Nebendarsteller Gabriela Schmoll: Mutter Tschach Libgart Schwarz: Frau Berner Hannes Thanheiser: Matussek sen. David Wurawa: Pfarrer David Miesmer: Kevin, Bankangestellter Martina Spitzer: Gemeindesekretärin Mucki Ruth Brauer-Kvam: Gertrude, Nonne aus dem Vatikan Ronald Seboth: russischer Mafioso Inge Maux: Mutter von Herta Tschach Karl Fischer: Kortner, Raiffeisenbank Karlheinz Hackl: Hans Berner Johannes Krisch: Gerhard Praschak, Mediamarktverkäufer im Keller Bibiana Zeller: Tante Cornelia Klaus Rott: Kripobeamter Michael Thomas: Leo Doris Schretzmayer: Gitti, Tantra-Therapeutin Adele Neuhauser: Stimme der Taube

Episoden Folge 1: Ein heiliges Wunder Folge 2: Das Wirtschaftswunder In: ORF-eins-Programm tv.ORF.at, zum 18. September 2012. Abgerufen am 7. September 2012. Folge 3: Der Fluch Folge 4: Der Überfall Folge 5: Bauxi Folge 6: Der neue Bürgermeister Folge 7: Im Keller Folge 8: Freunde fürs Leben

Hintergründe Die Dreharbeiten fanden vom 12. April bis zum 27. Juli 2011 in den Waldviertler Gemeinden Eisgarn, Heidenreichstein, sowie Litschau und Umgebung statt. Die einzelnen Folgen werden als Hörfilm ausgestrahlt.

Der Öffentlichkeit vorgestellt wurde die ORF-Serie, die nach Angaben der APA bereits ein halbes Jahr vor der Ausstrahlung Wellen geschlagen hat, am 1. März 2012 im Wiener Künstlerhauskino. Es seien bei der Präsentation anwesend gewesen, was die APA jedoch auf die Besetzung mit Robert Palfrader („Kaiser Robert Heinrich I.“) und „Burg-Star“ Nicholas Ofczarek, sowie den verantwortlichen Drehbuchautor und Regisseur David Schalko zurückführt.Serie „Braunschlag“: Palfrader sieht die Muttergottes. In: DiePresse.com/APA, 2. März 2012. Abgerufen am 7. September 2012.

Die Serie erschien am 9. März 2012 auf DVD und erreichte innerhalb weniger Tage über 10.000 und bis Anfang September rund 15.000 verkaufte EinheitenDer-Standard-Interview von Doris Priesching mit Robert Palfrader über die Dreharbeiten und Hintergründe zur Serie, sowie die frühe Veröffentlichung auf DVD; 7. September 2012 (siehe Weblinks). der 3-DVD-Box. David Schalko begründete die ungewöhnliche Vermarktungsweise u. a. mit dem der Zuschauer:

Die (im März 2012 neue) ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner begründete den frühen Verkaufsstart der DVD-Box Monate vor Ausstrahlung der Serie, damit, dass sie Braunschlag wollte. Die achtteilige Reihe solle gezeigt werden. Nach Aussage des Produzenten und Regisseurs wäre das wichtig, Der ORF-Fernsehfilmchef Heinrich Mis wollte Braunschlag nicht als Serie, sondern als , als .Isabella Wallnöfer: Karpfen-Sushi und eine Madonna. In: Die Presse, Printausgabe 3. März 2012. Abgerufen am 7. September 2012. Im Übrigen sollte es laut Mis, wie er Anfang September noch vor Serienstart bekannt gab, keine Fortsetzung geben.Braunschlag: Serien-Aus vor TV-Start. In: oe24.at, 7. September 2012. Abgerufen am 7. September 2012.

Nach Aussage von Nicholas Ofczarek gab es für die Produktion von Braunschlag keinen Quotendruck. Auf die Frage, ob die Serie beim sogenannten breiten Publikum ankommen würde, gab es bei der Präsentation im März 2012 unterschiedliche Ansichten: Der Darsteller des Vatikan-Inquisitors, Manuel Rubey, hielt Braunschlag für . David Schalko befand abwägend, sei. Alexander Wrabetz, Generaldirektor des öffentlich-rechtlichen ORF, vermutete, Ein Privatsender würde seiner Meinung nach ein solches Format niemals produzieren. Kathrin Zechner jubelte hingegen in Anspielung auf Ofczarek, Palfrader und den Regisseur: .

Nach Meinung von Doris Priesching Anfang September (noch vor dem Sendestart) im Interview mit Robert Palfrader im Standard fanden bereits viele die Serie gut. So fragte sie Palfrader, ob er , was er verneinte. Dass das fiktive Braunschlag im Waldviertel liege, begründet Palfrader damit, dass der von dort stammende David Schalko und er das Waldviertel liebten. Sie würden bereits seit 15 Jahren überlegen, was sie machen könnten, um in dieser Gegend zu drehen. Im Übrigen sei Braunschlag für Palfrader kein Glücksfall, wie Doris Priesching vermutete, sondern ein gewesen. Auf die Frage nach einer Fortsetzung schloss er dies nicht so kategorisch aus, wie es der ORF-Fernsehfilmchef Mis vor Journalisten tat (siehe oben):

Zitate über die beiden Hauptrollen

Rezensionen In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nennt Hannes Hintermeier die Serie eine „schwarzhumorige Gesellschaftskomödie“. Die Presse schreibt der Serie bereits im Vorfeld – anlässlich der Erscheinung der DVD-Box im März 2012 – das Potential zum Kultstatus zu. Die Zeitschrift News stellt die Serie als „aberwitzige Satire“ vor, sie sei eine „urösterreichische Nabelschau“.Aberwitzige Satire startet. In: News/APA, 22. August 2012. Abgerufen am 7. September 2012. Ähnlich äußert sich Carolin Ströbele auf Zeit Online, sie lobt besonders das „fantastische Schauspielerensemble“, das ganz tief „in die Keller der österreichischen Seele“ schaue.

Auffallende Parallelen gibt es zu der Mitte August 2012 in den österreichischen und deutschen Kinos gestarteten Koproduktion Wer’s glaubt wird selig des Bayerischen Rundfunks: „Wer’s glaubt wird selig“. In: Kleine Zeitung, 14. August 2012. Abgerufen am 16. April 2020.

Die ersten beiden Folgen der Serie erreichten eine durchschnittliche Zuseherzahl von knapp unter einer Million und einen Marktanteil von 36 Prozent, was den besten Wert für den Dienstag auf ORF eins seit 1993 bedeutete.

Auszeichnungen