Shakespeare in Love ist ein US-amerikanisch-britischer Liebesfilm von John Madden aus dem Jahr 1998. Erzählt wird eine fiktive Liebesgeschichte zwischen William Shakespeare und einer jungen Adligen, die den englischen Dramatiker zu seiner berühmten Tragödie Romeo und Julia inspiriert. In den Hauptrollen sind Joseph Fiennes und Gwyneth Paltrow zu sehen. Der Film erhielt sehr positive Kritiken und war an den Kinokassen mit Einnahmen von mehr als 289 Millionen Dollar der weltweit 9. erfolgreichste Film des Jahres.vgl. boxofficemojo.com Er wurde neben zahlreichen anderen Preisen mit sieben Oscars ausgezeichnet, unter anderem in den Kategorien Bester Film, Bestes Originaldrehbuch und Beste Hauptdarstellerin. Ein auf dem Drehbuch basierendes Theaterstück wurde erstmals 2014 in London aufgeführt.

Handlung London 1593: Philip Henslowe, Besitzer des Rose Theatres, hat Schulden bei dem Geldverleiher Hugh Fennyman. Um sie abzubezahlen, will er ein neues Stück von William Shakespeare auf die Bühne bringen: Romeo und Ethel, die Piratentochter. Shakespeare, ein junger Stückeschreiber, hat jedoch im Moment weder Geld noch Inspiration, um das als Komödie angedachte Stück zu schreiben, das er noch dazu auch Henslowes Rivalen Richard Burbage, dem Besitzer des Curtain Theatres, versprochen hat. Er hofft, in Rosaline, der Geliebten von Burbage, eine neue Muse zu finden und so seine Schreibblockade zu beenden, wird jedoch schon bald enttäuscht, als er sie im Bett mit dem Oberhofzensor Edmund Tilney vorfindet. Von Christopher Marlowe, seinem berühmten Konkurrenten, erhält er schließlich erste Ratschläge, wie sein Stück beginnen könnte.

Beim Vorsprechen für die Rolle des Romeo fällt Shakespeare ein junger Darsteller namens Thomas Kent auf. Von dessen Talent begeistert, will ihn Shakespeare näher in Augenschein nehmen, doch flüchtet dieser über die Themse in ein vornehmes Herrenhaus. Als dort am gleichen Abend ein Fest stattfindet, schleicht sich Shakespeare hinein und verliebt sich auf den ersten Blick in Viola De Lesseps, die Tochter des Hauses. Viola soll jedoch Lord Wessex heiraten, dem durch eine Heirat eine hohe Mitgift winkt. Als Shakespeare innig mit Viola tanzt, nimmt ihn Wessex beiseite und macht ihm unter Drohungen klar, dass Viola ihm gehöre und Shakespeare die Finger von ihr lassen solle. Von Wessex nach seinem Namen befragt, nennt Shakespeare den erstbesten, der ihm in den Sinn kommt: Christopher Marlowe.

Von seiner Liebe zu Viola inspiriert, kommt Shakespeare mit seiner Arbeit am neuen Stück schnell voran, und erste Proben beginnen. Thomas Kent erhält die Rolle des Romeo; der junge, feminin wirkende Schauspieler Sam die seiner Geliebten. Der von sich sehr überzeugte Schauspieler Ned Alleyn wiederum willigt nach seinem Eintreffen mit den Admiral’s Men ein, die Rolle des Mercutio zu spielen, die, wie ihn Shakespeare Glauben macht, die titelgebende Hauptrolle sei. Als Shakespeare die als Thomas verkleidete Viola auf einem Boot nach Hause begleitet und sie ihn küsst, erfährt er schließlich, dass es sich bei Thomas Kent und Viola um ein und dieselbe Person handelt. Sie verbringen die darauffolgende Nacht miteinander und treffen sich fortan regelmäßig, wobei sie von Violas Amme gedeckt werden.

Bei einer Festlichkeit am Hof von Königin Elizabeth erhält Wessex deren Erlaubnis, Viola heiraten zu dürfen. Die Königin prophezeit ihm jedoch, er werde seine Frau eines Tages an das Theater verlieren und möge sie dann dort suchen. Aus dem Publikum heraus schlägt Shakespeare, der sich als Violas Anstandsdame ausgibt, einen Einsatz von 50 Pfund für eine Wette vor, auf dass es gelänge, das wahre Wesen der Liebe in einem Theaterstück abbilden zu können. Elizabeth erklärt sich zur Wettrichterin und Wessex geht die Wette notgedrungen ein.

Als Viola beim Feiern mit der Theatertruppe erfährt, dass Shakespeare in seiner Heimatstadt Stratford-upon-Avon bereits verheiratet ist, flüchtet sie entsetzt. Am nächsten Morgen, auf dem Weg zum Gottesdienst, berichtet Lord Wessex Viola mit Genugtuung, dass der Schauspieler, den er für ihren Liebhaber hielt, in einer Schenke erstochen worden sei. Im Glauben, Shakespeare sei tot, ist Viola überglücklich, als sie ihn unversehrt in der Kirche wiedersieht. Nicht Shakespeare, sondern Christopher Marlowe war getötet worden. In der Annahme, Wessex habe Marlowe aufgrund seiner falschen Angaben aus Eifersucht ermorden lassen, wird Shakespeare von heftigen Schuldgefühlen geplagt. Erst später erfährt er, dass Marlowes Tod aus einem Streit um die Zeche in einem Gasthaus hervorging.

Als herauskommt, dass Thomas Kent in Wirklichkeit eine Frau ist, lässt der Oberhofzensor Tilney das Rose Theatre schließen – denn Frauen ist es der Züchtigkeit wegen verboten, auf der Bühne zu stehen. Henslowes Konkurrent Burbage bietet daraufhin an, das Stück in seinem Theater aufzuführen, um das Schauspielgewerbe der Stadt gegen diesen Akt der Obrigkeit zu verteidigen. Nach ihrer Heirat mit Wessex erfährt Viola, dass das Stück, das inzwischen Romeo und Julia heißt und nicht mehr komisch, sondern tragisch endet, nun doch mit Shakespeare als Romeo aufgeführt werden soll. Kurz bevor das Stück beginnt, kommt der junge Sam in den Stimmbruch und kann so die Rolle der Julia nicht mehr glaubwürdig darstellen. Viola, die ihrem Gatten entflohen ist, um der Premiere beizuwohnen, springt kurzerhand für Sam ein. Shakespeare, der niedergeschlagen und in Erwartung einer Niederlage seine Rolle spielen muss, entdeckt Viola. Beide spielen ihre Rollen nun so hingebungsvoll, dass das Publikum am Ende ergriffen und heftig applaudiert.

Da Viola erneut auf der Bühne aufgetreten ist, will der Oberhofzensor alle Theaterleute verhaften lassen. Königin Elizabeth, die dem Stück heimlich beigewohnt hat, schreitet jedoch ein und meint, in der Julia einen jungen Mann zu sehen, dessen Verkleidung täuschend echt sei. Schließlich könne es nicht sein, dass die Königin einer verbotenen Aufführung beigewohnt habe. Sie entscheidet zudem die zuvor eingegangene Wette zugunsten Shakespeares und beauftragt den vermeintlichen Thomas Kent, das Geld in die richtigen Hände zu geben. Da selbst sie keine Verbindung vor Gott lösen könne, solle Viola jedoch ihrem rechtmäßigen Ehemann, Lord Wessex, wie nach der Hochzeit geplant, auf dessen Plantagen nach Virginia folgen. Auch trägt die Königin Shakespeare auf, er solle als Nächstes eine Komödie schreiben – frei nach dem Motto „Was ihr wollt“. Viola, die sich schon bald auf den Weg nach Amerika begeben wird, verabschiedet sich von Shakespeare, der über ihren Verlust das Schreiben aufgeben will. Als sie gemeinsam Ideen zur möglichen Handlung der Komödie austauschen, gelingt es Viola, ihm den Entschluss auszureden. Während Shakespeare schließlich an seinem neuen Stück Was ihr wollt schreibt, geht – im Einklang mit seinen Versen – vor der Küste Amerikas ein Schiff unter. Viola, die an Bord war, ist die einzige, die sich ans Ufer rettet.

Hintergrund Produktion mini|Schrieb das ursprüngliche Drehbuch um: Dramatiker Tom Stoppard (2007) Die Idee zum Film erhielt der US-amerikanische Drehbuchautor Marc Norman von seinem Sohn, als dieser Ende der 1980er Jahre an der Boston University einen Theaterkurs besuchte. Zusammen mit dem Regisseur Edward Zwick gelang es Norman, das Konzept des Films an Universal Pictures zu verkaufen. Als 1991 ein erstes, aber noch nicht zufriedenstellendes Drehbuch von Norman vorlag, wandte sich das Filmstudio an den britischen Dramatiker und Shakespeare-Kenner Tom Stoppard, der dem Skript den nötigen Schliff verleihen sollte.Gary Dretzka: . In: Chicago Tribune, 23. Dezember 1998. Im Zuge der Überarbeitung des ursprünglichen Drehbuchs durch Stoppard, der dabei zahlreiche Shakespeare-Zitate und Verweise auf dessen Zeitgenossen einbaute, wurde die ursprünglich als Melodram angelegte Geschichte zur Komödie.

Daraufhin versuchte Edward Zwick mehrere Jahre lang, eine Verfilmung des Stoffs zu realisieren. Julia Roberts sollte ursprünglich die weibliche Hauptrolle übernehmen und die Produktion 1992 beginnen. Für die Rolle des jungen William Shakespeare wollte Roberts unbedingt Daniel Day-Lewis. Als es ihr jedoch nicht gelang, Day-Lewis von der Rolle zu überzeugen, wurde das Projekt vorzeitig abgebrochen. Zwick fand daraufhin lange Zeit keine Produktionsfirma, die sein Projekt finanzieren wollte und bereit war, Universal Pictures für die bereits getätigten Investitionen 4,5 Millionen Dollar zu zahlen.

Als schließlich die in New York ansässige Produktionsfirma Miramax Interesse am Projekt zeigte, war Roberts anderweitig gebunden und Zwick als Regisseur mit einem anderen Film beschäftigt. Die Regie von Shakespeare in Love übernahm schließlich John Madden, der zuvor das Filmdrama Ihre Majestät Mrs. Brown (1997) mit Judi Dench als Königin Victoria gedreht hatte. Für die Rolle des Shakespeare wurde der Nachwuchsdarsteller Joseph Fiennes verpflichtet, während Gwyneth Paltrow, die seinerzeit bei Miramax unter Vertrag stand, die Rolle der Viola erhielt. Edward Zwick trat letztlich neben Marc Norman als einer von fünf Produzenten in Erscheinung.

Dreharbeiten mini|Broughton Castle, im Film das Haus der de Lesseps Die Dreharbeiten fanden vom 2. März bis 10. Juni 1998 statt. Viele Aufnahmen entstanden in London. Die im Film zu sehende Theateraufführung von Zwei Herren aus Verona am Hof von Königin Elisabeth I. im 1698 bei einem Großbrand zerstörten Palace of Whitehall wurde in der großen Halle von Middle Temple in London inszeniert. Die Flussszenen wurden an der Themse im Londoner Stadtteil Barnes sowie vor Marble Hill House in Richmond upon Thames gedreht. In der Klosterkirche St Bartholomew-the-Great im Londoner Stadtteil Smithfield entstanden die Szenen, in denen Shakespeare nach dem Tod von Christopher Marlowe um Vergebung bittet und ihn Wessex später für einen Geist hält.vgl. movie-locations.com Weitere Drehorte in London waren Spitalfields und Whitehall in Westminster. mini|Entgegen verbreiteter Annahme keine Kulisse des Films: das in den 1990ern rekonstruierte Globe Theatre Als herrschaftliches Anwesen der Familie de Lesseps diente Broughton Castle in Oxfordshire. Die Szene, in der Shakespeare Viola beim Tanz kennenlernt, entstand in der dortigen großen Halle. In einem anderen Saal des Herrenhauses wurde die Szene gedreht, in der Lord Wessex Viola mitteilt, dass er sie heiraten werde. Für die Außenaufnahmen von Violas Schlafzimmer wurde ein hölzerner Balkon an der Gartenseite von Broughton Castle befestigt. Für das Feuerwerk und die Festlichkeiten in Greenwich, bei denen Viola auf die Königin trifft und sich Shakespeare als ihre Anstandsdame ausgibt, wurde Hatfield House in Hertfordshire als Kulisse genutzt. Die Außenaufnahmen der Kirche nach Violas Trauung mit Wessex entstanden im Hof des Eton College in Berkshire. Die letzte Szene, die Viola an der Küste Amerikas zeigt, wurde am Strand, der zum Anwesen der Holkham Hall gehört, an der Nordküste von Norfolk gedreht. Weitere Aufnahmen wurden in den Shepperton Studios vorgenommen.

Das im Film gezeigte Rose Theatre, das 1587 erbaut worden war und Shakespeares erste Stücke aufgeführt hatte, war entgegen verbreiteter Annahme nicht das 1997 nach einer Rekonstruktion wiedereröffnete Globe Theatre. Es handelte sich um Studiokulissen, die eigens für den Film gebaut wurden. Nach den Dreharbeiten wurden sie in die Verantwortung von Judi Dench übertragen, die sie einer Theatertruppe spendete.Robert J. Williamson: auf shakespearesrose.org Die Pläne, daraus ein echtes Theater zu machen, konnten jedoch nicht realisiert werden.David Holmes: . In: Chester Chronicle, 12. August 2010. Auch beim im Film zu sehenden Curtain Theatre handelte es sich um Studiobauten.

Historischer Bezug