mini|Produktionsstandorte mini|Sägewerk in Rădăuți, Rumänien mini|Tischlerplattenwerk in Comănești, Rumänien
Die HS Timber Group GmbH firmierte bis 2019 als Holzindustrie Schweighofer Gruppe. Holzindustrie Schweighofer hat seine Wurzeln in einem österreichischen Familienunternehmen mit mehr als 400 Jahren Tradition im Holzgeschäft. Heute ist die Gruppe vor allem in der Holzindustrie tätig, aber auch im Schnittholzhandel und in der Bioenergiegewinnung. Die HS Timber Group ist Teil der Evergreen Privatstiftung, zu der auch Unternehmen im Bereich Forstwirtschaft und Immobilienentwicklung gehören. Seit 2002 ist die HS Timber Group GmbH in Rumänien aktiv, wo die Firma ein Sägewerk, eine Post- und Beamsproduktion und ein Tischlerplattenwerk besitzt. Die Unternehmensgruppe, die mittlerweile neben Rumänien unter anderem auch in Deutschland, Finnland und Argentinien mit Produktionsstandorten vertreten ist, beschäftigt über 2.700 Mitarbeiter.
Geschichte 17. bis 20. Jahrhundert Die Holzverarbeitung hat in der Familie Schweighofer, die aus dem Waldviertel stammt, eine lange Tradition. Die erste urkundliche Erwähnung des Stammwerkes Furtmühle in der Nähe der Ortschaft Brand stammt aus dem 17. Jahrhundert. Die verwandtschaftlichen Beziehungen der Familie Schweighofer zu den Besitzern der Furtmühle reichen bis in das Jahr 1707 zurück. Im Jahr 1724 geht die Mühle in den Besitz der Familie Schießwald über. 1888 übernimmt Johann Schweighofer mit seiner Braut und Mühlenerbin Maria Schießwald den Betrieb.Leutgeb, Rupert: Franz Schweighofer. 80 goldene Jahre. Edition Nordwald, Wien 2008 (ISBN 3-902244-00-3), S. 30ff
Mitte des 20. Jahrhunderts: Vom Gewerbe- zum Industriebetrieb Im Jahr 1956 übernehmen Franz und Maria Schweighofer das Sägewerk in Brand mit drei Mitarbeitern und wandeln es vom Gewerbe-in einen Industriebetrieb um. Zu dieser Zeit beträgt der Jahreseinschnitt im Stammwerk in Brand 1.000 Festmeter. 1975 tritt der Sohn Gerald Schweighofer in das Unternehmen ein. Im Jahr darauf nimmt er die weltweit erste Profilzerspanerlinie für Schwachholz in Betrieb. (Auf einer Profilzerspaner-Linie wird der Baum beidseitig beschnitten und dieser Beschnitt gleichzeitig in Hackschnitzel zerspant. Unter Schwachholz versteht man Stämme mit einem Durchmesser von max. 7 – 24,5 cm.) Mit der Eröffnung des Standortes in Ybbs an der Donau entsteht 1984 das zu dieser Zeit größte Sägewerk Europas. 1991 erfolgt mit der Übernahme und dem Ausbau des Sägewerks in Sollenau ein weiterer Expansionsschritt. 1996 übernimmt Holzindustrie Schweighofer in Ždírec das größte und modernste Sägewerk in der Tschechischen Republik. Als eines der ersten europäischen Unternehmen beginnt Holzindustrie Schweighofer im Jahr 1992 mit dem Export von Holzprodukten nach Japan. 1993 starten die Exporte in die USA mit einer US-Schnittholz-Zertifizierung.
Nach den Übernahmen der Werke in Bad St. Leonhard (Österreich) und in Plana (Tschechische Republik) erreicht Holzindustrie Schweighofer 1997 mit sechs Sägewerken eine jährliche Einschnittkapazität von mehr als 3 Millionen Festmeter. Im selben Jahr wird auch die Schweighofer Privatstiftung gegründet und in Sollenau in Kooperation mit dem japanischen Unternehmen Meiken das Leimbinderwerk Lamco errichtet. Im Oktober 1998 kommt es zur Fusion mit Stora und Enso Timber, wodurch das weltweit drittgrößte Sägewerksunternehmen entsteht.
Seit 2001 Am Markt trat das Unternehmen mit der Marke und unter dem Namen Holzindustrie Schweighofer auf. Die Holding Schweighofer Privatstiftung Beteiligungsverwaltung GmbH (SPB) wurde in dieser Form im Jahr 2000 gegründet und stand zu 100 % im Besitz der Schweighofer Privatstiftung.http://www.firmenabc.at/spb-beteiligungsverwaltung-gmbh_kRC#Firmenbuchdaten Die Schweighofer Privatstiftung verkauft 2001 ihre Anteile an den Mehrheitseigentümer Stora Enso Timber und somit auch alle Sägewerke in Österreich und in der Tschechischen Republik.
2002 begann Schweighofer den Wiedereinstieg ins Holzgeschäft mit dem Neustart in Rumänien. Im Jahr 2003 nahm das erste Schweighofer Sägewerk in Sebeș in Rumänien seinen Betrieb auf. 2008 folgte die Inbetriebnahme des zweiten Sägewerks in Rădăuți und 2009 die Übernahme einer Produktionsanlage der IKEA-Tochterfirma Swedwood in Siret. Nach der Modernisierung und Erweiterung des Werks wurden dort Massivholzplatten erzeugt. 2010 übernahm Schweighofer die Tischler- und Betonschalungsplatten-Produktion von Finnforest Baco in Comănești, die seitdem unter HS Baco Panels firmiert.
Im September 2011 erwarb Schweighofer die M-real Hallein GmbH in Österreich und benannte sie in Schweighofer Fiber GmbH um. In einer Presseaussendung kündigt das Unternehmen an, bis 2013 insgesamt 60 Millionen Euro in den Ausbau bestehender Anlagen und die Erweiterung der Geschäftsfelder zu investieren und den Fokus am Standort auf die Herstellung von hochwertigem Viskosezellstoff und Bioenergie zu legen. Seit 1. Jänner 2013 produzierte Schweighofer Fiber in Hallein hochreinen Viskosezellstoff. Im September 2017 veräußerte die Schweighofer Gruppe den Standort Hallein an TowerBrook Capital Partners, welche das Zellstoffwerk vollumfänglich weiterführen wollten. Begründet wurde das mit der Konzentration auf das Kerngeschäft. 2019 gibt sich das Unternehmen mit HS Timber Group einen neuen Namen. Eigentümer bleibt die Evergreen Privatstiftung (vormals Schweighofer Privatstiftung).
2013 begann der Bau des fünften Werkes in Rumänien am Standort Reci. Das Werk wurde 2015 in Betrieb genommen. Im selben Jahr hat die Schweighofer-Gruppe das Sägewerk Kodersdorf in Sachsen (Deutschland) von der Klausner-Gruppe übernommen. 2019 erfolgte die Umbenennung in HS Timber Group, wobei die Eigentümerschaft, Unabhängigkeit und Organisationsstruktur unverändert blieb. Eigentümer ist bis heute die Evergreen Privatstiftung (vormals Schweighofer Privatstiftung).
2020 erwarb die HS Timber Group die Interfloat Gruppe, die ein führender Zulieferer der europäischen Solarindustrie ist. Bis 2022 hielt die Gruppe 86 % der Anteile, die 2022 an Borosil Renewables Ltd. verkauft wurden. Im Dezember 2020 erfolgte durch eine Tochterfirma der HS Timber Group, HS Belacon, der Spatenstich für den Bau eines Sägewerks in Svisloch, Belarus.
2021 gab die HS Timber Group bekannt, dass sie gemeinsam mit dem belgischen Joint-Venture Partner Forestcape einen Sägewerksneubau in Gobernador Virasoro, in der argentinischen Provinz Corrientes plant. Das Sägewerkprojekt ist auf die Verarbeitung von Kiefernschwachholz (Pinus taeda und Pinus elliottii) ausgelegt, welches ausschließlich in der Region von nachhaltig bewirtschafteten Flächen bezogen wird. Baubeginn war im Dezember 2021, das Werk ging im April 2024 in Betrieb.
Im April 2022 hat HS Timber Group 100 % der Anteile am finnischen Sägewerk Luvian Saha Oy erworben, dessen Produkte am Markt unter der Marke „Luvia Wood“ bekannt sind. Das Unternehmen liegt in Luvia, im Westen Finnlands.
Im August 2023 gab das Unternehmen bekannt, dass es das Sägewerk Sebeş, das erste Sägewerk des Unternehmens in Rumänien, an die Ziegler-Gruppe verkauft.
Produktionsstandorte mini|Luftaufnahme des Sägewerks in Rădăuți, Rumänien mini|Luftaufnahme des Sägewerks in Luvia, Finnland mini|Luftaufnahme des Stabplattenwerks in Comănești, Rumänien mini|Luftaufnahme des Sägewerks in Reci, Rumänien Die HS Timber Group hat Produktionsstandorte in Rumänien, Deutschland, Finnland und Argentinien. In Belarus befindet sich ein Sägewerk im Bau. In Rumänien umfasst die Gruppe ein Sägewerk in Reci, eine Post- und Beamsproduktion in Rădăuți und ein Tischlerplattenwerk in Comănești. Seit 2015 betreibt die Gruppe das Sägewerk in Kodersdorf in Deutschland, seit 2022 ein Sägewerk in Luvia, Finnland und seit 2024 ein Sägewerk in Virasoro, Argentinien.
Sägewerk Rădăuți mini|Luftaufnahme des Sägewerks in Rădăuți, Rumänien 2008 wurde in Radauti ein zweites Sägewerk in Rumänien in Betrieb genommen. Das Sägewerk wurde 2022 eingestellt, die Post- und Beamsproduktion ist weiterhin in Betrieb. Beschäftigt werden 255 Mitarbeiter.
Sägewerk Reci Auf einer Baufläche von 70 ha hat das Unternehmen in Reci (Rumänien) sein drittes Sägewerk errichtet und im August 2015 in Betrieb genommen. Nach eigenen Angaben hat Holzindustrie Schweighofer dafür rund 150 Millionen Euro investiert.https://www.euwid-holz.de/news/rundholzschnittholz/einzelansicht/Artikel/schweighofer-hat-saegewerk-reci-in-betrieb-genommen.html Das Werk beschäftigt 530 Mitarbeiter und hat eine Einschnittskapazität von 1,2 Millionen fm Rundholz.
Sägewerk Kodersdorf Die Schweighofer-Gruppe hat das Sägewerk Kodersdorf in Sachsen (Deutschland) von der Klausner-Gruppe 2015 übernommen. Das Werk firmierte danach unter Holzindustrie Schweighofer GmbH und seit 2019 unter HS Timber Productions GmbH. Die operative Leitung wurde im Oktober 2015 übertragen. Die gesamte Belegschaft wurde von Holzindustrie Schweighofer übernommen. Das Werk hat eine Einschnittskapazität von 1,2 Mio. fm Rundholz.
Tischlerplattenwerk Comănești mini|Das Tischlerplattenwerk in Comănești, Rumänien Das 2010 von Finnforest übernommene Tischlerplattenwerk in Comănești ist mit 17ha und 730 Mitarbeitern das weltweit größte Tischlerplattenwerk an einem Standort. Es weist eine jährliche Produktionskapazität für Tischlerplatten & Schalungsplatten von 170.000 m³ auf.
Sägewerk Luvia Im April 2022 hat die HS Timber Group das finnische Sägewerk Luvian Saha Oy übernommen. Der Betrieb im Westen Finnlands besteht seit 1976, beschäftigt ca. 130 Mitarbeiter und hat eine Betriebsgröße von 20 ha. Im Werk wird Nadelsägerundholz eingeschnitten und weiterverarbeitet, davon 70 % Fichte und 30 % Kiefer.
Sägewerk Acon Timber Im April 2024 ging das neue Sägewerk in Virasoro (Provinz Corrientes), Argentinien in Betrieb. Acon Timber ist ein Joint-Venture der HS Timber Group und der belgischen Forestcape-Gruppe. Das neue Sägewerk ist auf die Verarbeitung von Kiefernholz (Pinus taeda und Pinus elliottii) ausgelegt. In der aktuellen Ausbaustufe hat das Werk eine jährliche Produktionskapazität von 370.000 m³ trockenem Schnittholz. Acon Timber schafft damit 315 Arbeitsplätze.
Sägewerk Svisloch Die HS Timber Group errichtet durch ihre Tochterfirma HS Belacon OOO ein modernes Sägewerk in Svisloch (Region Grodno). Der Standort wird eine voraussichtliche Einschnittskapazität von 390.000 m³ haben und damit rund 250 Arbeitsplätze schaffen.
Ehemalige Produktionsstandorte Im Jänner 2022 hat die HS Timber Group die teilweise Schließung zweier Werke in Rumänien bekannt gegeben. Per 30. März 2022 wurde der Betrieb des Sägewerks in Radauti und des Leimholzplattenwerks in Siret eingestellt.
Leimholzplattenwerk Siret (stillgelegt) mini|Das Leimholzplattenwerk in Siret, Rumänien, wurde 2022 stillgelegt Das Leimholzplattenwerk in Siret wurde 2009 von der Ikea-Tochter Swedwood übernommen. Der Betrieb hatte eine Größe von 5ha, beschäftigte etwa 270 Mitarbeiter und verarbeitete die Holzarten Fichte, Tanne und Kiefer und verfügte über eine Produktionskapazität für Leimholzplatten und keilgezinkte Produkte von 150.000 m³ Schnittholzeinsatz.
Der Betrieb wurde per 30. März 2022 eingestellt.
Sägewerk Sebeș mini|Luftaufnahme des Sägewerks in Sebeș, Rumänien Das Sägewerk Sebes war der erste Standort von Schweighofer in Rumänien und startete mit der Produktion im Jahr 2003. Das Werk ist 53 ha groß, beschäftigte rund 700 Mitarbeiter und verarbeitete Fichten- und Tannenholz.
Geschäftsbereiche mini|Ein Rundholzlager von Holzindustrie Schweighofer Die Geschäftstätigkeit der HS Timber Group erstreckt sich über die Bereiche Holzindustrie, Forstwirtschaft und Bioenergieerzeugung.
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