Die Brücke – Transit in den Tod (dänischer Originaltitel Broen, schwedischer Originaltitel Bron), auch Bron – Die Brücke, ist eine dänisch-schwedisch-deutsche Krimiserie, die von 2011 bis 2018 in vier Staffeln mit 38 Episoden entstand, und dabei eine bedeutende Vertreterin des Genres Nordic Noir. Namensgebend für den Titel ist die Öresundbrücke, welche die beiden Hauptschauplätze miteinander verbindet, das schwedische Malmö und das dänische Kopenhagen. Die vierte Staffel erschien auf Deutsch unter dem Titel Die Brücke – Das Finale.
Die Serie handelt von der Zusammenarbeit von Kriminalpolizisten beider Städte in der Öresundregion bei der Aufklärung von Gewaltverbrechensserien und bezieht auch das Privatleben des Hauptermittlerduos mit ein. Dieses besteht aus der schwedischen Kommissarin Saga Norén (Sofia Helin), deren Verhalten autistische Züge trägt, und den dänischen Kommissaren Martin Rohde (Staffeln 1 und 2, Kim Bodnia) bzw. Henrik Sabroe (Staffeln 3 und 4, Thure Lindhardt).
Kritiker lobten die Serie dafür, spannend erzählt, vorzüglich besetzt und gut gespielt zu sein. Andere beanstandeten die Darstellungen der Morde bzw. Leichen. Es gab zahlreiche Nominierungen und Prämierungen bei europäischen Fernsehpreisen. In Deutschland wurde sie in Spielfilmform im Abendprogramm des ZDF ausgestrahlt, welches auch an der Produktion beteiligt war. Auch in vielen anderen Ländern wurde sie veröffentlicht. Weltweit entstanden überdies mehrere Neuverfilmungen.
Inhalt Überblick mini|Die Namensgeberin der Serie: Die Öresundbrücke
Die Serie spielt in der Öresundregion – hauptsächlich im dänischen Kopenhagen und im schwedischen Malmö – und handelt von der Zusammenarbeit dänischer und schwedischer Kriminalpolizisten bei der Aufklärung von Verbrechensserien. Pro Staffel geht es um eine Verbrechensserie mit in der Regel mehreren Mordfällen, während die persönlichen Handlungsstränge der Hauptfiguren auch staffelübergreifend verlaufen. Merkmal der Serie ist, dass viele Nebenhandlungsstränge für den Zuschauer nicht sofort erkennbar mit der Haupthandlung zusammenhängen.
Hauptfiguren mini|hochkant|Sofia Helin, Darstellerin der Saga Norén mini|hochkant|Kim Bodnia, Darsteller des Martin Rohde mini|Thure Lindhardt, Darsteller des Henrik Sabroe
Saga Norén ist eine Polizistin im Dienst der Kriminalpolizei von Malmö. Sie hat Probleme im Umgang mit ihren Mitmenschen, vor allem wenn es um Empathie geht, handelt dabei jedoch nicht in böser Absicht. Sie zeigt dabei deutliche Merkmale des Asperger-Syndroms. Zwischenmenschliche Beziehungen über den Job hinaus sind bei ihr eine Seltenheit, meistens schläft sie, ohne Zuneigung zu empfinden, mit fremden Männern. Neben ihrer Schwester Jennifer, die sich als Jugendliche das Leben nahm, konnten nur ihr Vorgesetzter Hans sowie ihre Kollegen Martin und Henrik näher zu ihr vordringen. Saga fällt oft durch ihre schmerzhaft direkte und ehrliche Art, aber auch durch ihre logische und klare Herangehensweise auf, die sie zu einer sehr kompetenten Ermittlerin macht. Oft wird ihr fehlender Sinn für Ironie thematisiert. Sie leidet gelegentlich an Schlafstörungen, liest gerne Fachbücher und fährt bei ihrer Arbeit einen olivgrünen Porsche 911 S von 1977. Nach dem Tod ihres Vaters begeht ihre Mutter, die am Münchhausen-Stellvertretersyndrom leidet, Selbstmord, der zunächst als von Saga begangener Mord gilt, weswegen Saga ein Jahr lang im Gefängnis einsitzt.
Martin Rohde ist innerhalb der Serie der erste dänische Partner an Saga Noréns Seite. Der Familienvater ist mit Mette verheiratet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, mit der komplizierten Persönlichkeit der Schwedin zurechtzukommen, bezeichnet diese ihn nach einiger Zeit der Zusammenarbeit sogar als Freund. Im Verlauf der Handlung lässt sich Mette von ihm scheiden und sein erwachsener Sohn August kommt ums Leben. Nach dem Mord an dessen Mörder Jens, einem ehemaligen Kollegen, zeigt Saga ihn an und er kommt ins Gefängnis.
Henrik Sabroe arbeitet als Ermittler für die Kriminalpolizei von Kopenhagen und nimmt nach Martin und Hanne den Platz an Sagas Seite bei den polizeilichen Ermittlungen ein. Was Saga an Mitgefühl und Einfühlungsvermögen fehlt, macht er wett, darüber hinaus verhält er sich während der Ermittlungen ähnlich fanatisch wie seine Kollegin. Henrik ist süchtig nach Aufputschmitteln und kämpft auch, nachdem er clean ist, immer wieder damit. Hauptauslöser für Rückfälle sind wiederkehrende Halluzinationen seiner Frau Alice und seiner Töchter Astrid und Anna, die vor mehreren Jahren spurlos verschwanden – seitdem wohnt Henrik allein im Haus der Familie und nutzt jede freie Minute, um neue Erkenntnisse über ihren Verbleib zu erlangen. Trotz allem geht er im Verlauf der Handlung eine Beziehung zu Saga ein. Sagas Nachforschungen führen zum Abschluss der vierten Staffel dazu, dass er seine Tochter Astrid lebend wiederfindet.
Handlung Staffel 1 Genau auf der dänisch-schwedischen Landesgrenze auf der Öresundbrücke werden zwei Hälften zweier weiblicher Leichname gefunden. Der Oberleib stammt von einer Malmöer Stadträtin, der Unterleib von einer Kopenhagener Prostituierten, die 13 Monate zuvor getötet worden war. Martin und Saga ermitteln gemeinsam. Der Täter wendet sich mehrfach an die Öffentlichkeit, unter anderem über seine Internetseite und durch Telefonanrufe bei dem Journalisten Daniel Ferbé, um verschiedene Missstände in Dänemark und Schweden anzuprangern. In seiner Botschaft weist er darauf hin, dass wegen des Todes einer Stadträtin sehr viel mehr Ermittlungsaufwand betrieben wird als für eine vermisste Prostituierte, bei der die Ermittlungen bereits nach zwei Wochen eingestellt worden waren.
Mit der nächsten Tat will der Täter auf die Missstände bei Obdachlosen aufmerksam machen. Dazu verteilt er Flaschen mit vergiftetem Wein an Obdachlose. Ein Opfer ist Sonja Lindberg, die schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert wird. Ein anderes Opfer ist der obdachlose Bjørn Rasmussen, der in einem Keller an einen Stuhl gefesselt und live im Internet zur Schau gestellt wird. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wird Björn erneut an den Stuhl gefesselt, nunmehr mit einer Kanüle an seinem Oberkörper, über die langsam Blut aus seinem Körper abfließt. Die Online-Zuschauer können ihm aufgrund des Blutverlustes beim Sterben zusehen. Der Täter fordert indes von vier vermögenden Immobilienbesitzern jeweils fünf Millionen Kronen, um Bjørn am Leben zu lassen. Der Polizei gelingt es währenddessen nicht, die Übertragung des „Wahrheitsterroristen“, wie der Brückenmörder in Medien inzwischen genannt wird, zurückzuverfolgen. Saga kann das Blinzeln von Bjørn aber als Morsecode interpretieren, der die Seriennummer eines Stromzählers in dem stillgelegten Fabrikgebäude darstellt, in dem er gefangen gehalten wird. Bei der Suche nach Bjørn werden Martin und Saga durch einen maskierten Mann behindert, der wahrscheinlich der Täter ist und trotz der indes eingetroffenen Sondereinheiten flüchten kann. Für den geschwächten Bjørn kommt jede Hilfe zu spät.
Wenige Tage später tötet der psychisch labile Lasse Jönsson mit einem Samurai-Schwert einen Psychologen in dessen Praxis. Sein anschließender Versuch, sich selbst das Leben zu nehmen, wird von Mitarbeitern der Praxis verhindert. Der Brückenmörder nimmt abermals Kontakt mit Ferbé auf und macht ihn auf das Problem extremer Einsparungen im psychiatrischen Bereich aufmerksam. Währenddessen geschehen in Malmö und Kopenhagen weitere eigenartige Morde und bald wird klar, dass der Brückenmörder psychisch labile Personen zu den Morden mit anschließendem Suizid angestiftet hat. Um den Brückenmörder zu finden, verhören Martin und Saga den Mörder Lasse, der der einzige Überlebende der vier Mörder ist und beharrlich schweigt.
In Lasses Wohnung entdecken die beiden Kriminalkommissare Spuren Anja Björks, eines von zu Hause ausgerissenen Mädchens, das vorübergehend bei ihm wohnt. Aufnahmen einer Überwachungskamera vor Lasses Haus zeigen Anja bei einer zufälligen Begegnung mit einem Mann, der aus dem Haus kommt und der der Brückenmörder sein könnte. Ehe die Polizei Anja aufgreifen kann, wird Anja von einer Kugel des Brückenmörders getroffen. Kurz bevor sie im Krankenhaus ihrer schweren Verletzung erliegt, entsteht mit ihrer Hilfe eine halbfertige Zeichnung des Gesichts des Täters. Martin erkennt in der Zeichnung Ähnlichkeiten mit dem Gesicht von Sonjas Bruder Stefan Lindberg. Bei der Durchsuchung von dessen Wohnung werden Blutspritzer entdeckt, und Lindberg wird festgenommen. Er beteuert seine Unschuld, das Blut in seiner Wohnung stamme von keinem der Opfer des Brückenmörders, sodass er wieder frei kommt. Im Internet macht der Brückenmörder derweil auf ein viertes Problem, die fehlende Ausländerintegration, aufmerksam, und entführt und tötet dazu einen Polizisten. Dieser hatte zuvor durch eine Falschaussage vor Gericht Kollegen gedeckt, die einen Immigranten zu Tode misshandelt hatten.
Schließlich macht der Brückenmörder auf sein fünftes und letztes Problem aufmerksam, die Kinderarbeit. Dazu entführt er einen Schulbus mit fünf Kindern und droht, diese zu töten, wenn es nicht bei fünf verschiedenen Konzernen, die ihre Produkte mit Kinderarbeit herstellen, brennt. Die Polizei rettet die Kinder, ohne alle Brände zu verhindern.
Nachdem die schwedische und dänische Polizei bereits zwei mögliche Täter verhaftet hatten, ermitteln sie, dass Martins ehemaliger Kollege Jens Hansen, der vor Jahren seinen Suizid vortäuschte, hinter den Verbrechen steckt. Er will auf gar keine Missstände hinweisen, sondern sich nur an allen rächen, die er für seinen damaligen psychischen Zusammenbruch und die nachfolgenden persönlichen Probleme verantwortlich macht. Dazu gehört auch Martin, weil dieser eine Affäre mit Jensens Frau hatte. Kurz nach einem Streit, in dem Jensens Frau ihm die Scheidung angekündigt hatte, starben seine Frau und sein Sohn auf der Brücke durch einen Autounfall. Jens Hansen, der sich mittlerweile Sebastian Sandstrod nennt und sein Erscheinungsbild operativ hat ändern lassen, erschleicht sich das Vertrauen von Martins Frau Mette Rohde und sperrt sie und die drei Kinder mit einer entsicherten Handgranate in ihrer Hand in einem abgelegenen Haus ein. Martin kann seine Familie nach einem anonymen Hinweis retten. Als alles ein gutes Ende zu nehmen scheint, kommt Saga dem eigentlichen Plan von Jens Hansen auf die Spur: Er will Martins erwachsenen Sohn August töten, um Martin so den gleichen Schmerz zuzufügen, den er damals spürte.
Martins Haus wird polizeilich bewacht, doch Hansen gelingt es trotzdem, Saga anzuschießen und August zu entführen. Es beginnt eine hektische Suchaktion nach Jens und August. Jens lockt Martin auf die Brücke und gibt ihm die Möglichkeit, ihn zu erschießen. Währenddessen lässt er die Welt durch Liveaufnahmen an dem Geschehen teilhaben. Jens eröffnet Martin, dass August bereits tot sei, weshalb Martin ihn erschießen will. Doch Saga schreitet ein, schießt Martin an – um ihn davon abzuhalten, einen Mord zu begehen – und verhaftet Jens. Zuvor hatte die Polizei auf Sagas Erkenntnis hin August tot und eingemauert in Jens’ Garage gefunden.
Staffel 2 mini|Der Frachter Faxborg, der im Film unterhalb der Öresundbrücke auf Grund läuft
Die Handlung setzt etwa ein Jahr nach dem Ende der ersten Staffel ein. Neben der Fahrrinne unterhalb der Öresundbrücke läuft ein Frachtschiff scheinbar führer- und besatzungslos auf Grund. Die Polizei findet darin eine Gruppe betäubter Jugendlicher. Vor ihrem Tode in einem Krankenhause erweist sich, dass sie mit Lungenpest infiziert worden sind. Die Tode erweisen sich als Teil einer Giftmordreihe, die in Kopenhagen und Malmö stattfindet. Die Kriminalpolizisten beider Länder ermitteln gemeinsam, allen voran Saga und Martin.